Ă–sterreich bastelt an einer neuen KI-Strategie. Das wird nur wenig bringen. Der heutige Nationalstaat ist territorial begrenzt, KI ist es nicht
https://www.derstandard.at/story/3000000342223/ki-laesst-sich-nicht-verhaften
Dass Künstliche Intelligenz (KI) eine mögliche Bedrohung für die gesamte Menschheit darstellt, ist momentan in aller Munde. Der 27-jährige Jacob Coxon, bis vor kurzem bei Anthropic als Forscher tätig, hat als Whistleblower Aufmerksamkeit erreicht: Er warnte, dass die KI „uns alle bis zum Ende des Jahrzehnts töten könnte“. Die Befürchtung ist, dass KI sich selbstständig macht und uns alle (wenn auch nur irrtümlich) vernichtet.
Auch in Österreich wurde reagiert. Der Bundeskanzler hat Staatssekretär Alexander Pröll damit beauftragt, ein strategisches Wundermittel, eine KI-Strategie, zu finden, um KI vor allem in Österreich unter Kontrolle zu bringen und zumindest die österreichischen Staatsbürgerinnen und -bürger vor den drohenden Gefahren der KI zu schützen.
Ein Staat darf nur innerhalb seines Territoriums Gesetze verfassen und ausĂĽben. Dieses System funktioniert schon einige hundert Jahre. Die KĂĽnstliche Intelligenz stellt dies aber nun fundamental infrage.
Selbst in einem Wunderland, in dem wir über alle erdenklichen Mittel verfügen würden, könnte kein Staat dieser Welt die KI allein unter Kontrolle bringen.
Aber vielleicht liegt dieser Aussage die gleiche Motivation zugrunde, wie der Behauptung, in fortschrittlicher KI hätte sich selbständiges Bewußtsein manifestiert und solche KI-Systeme wäre dann „selbst“ für die Folgen ihrer Ergebnisse - bzw. Anwendung - verantwortlich - und menschliche Entscheidungsträger, Hersteller, Verkäufer, Anwender und Nutzer von KI-Sytemmen hätten dann keine Verfantwortung und dürfen dann auch nicht für bereits aufgetretene - und in zu Zukunft in noch viel größerem Umfang zu erwartende - Schäden haftbar gemacht werden.
Denn das eigentliche Problem ist noch viel komplexer: Wie setzt man einem Etwas Grenzen, das gar nicht im physischen Raum existiert?
Hie kommt schon wieder dieses „esoterische“ Dekmodell ( „nicht im physischen Raum existiert“) zur Anwendung , dessen einziges Ziel es ist, die Hersteller (und andere) von ihrer Verantwortung für die negativen Entwickungen im Gefolge des KI-Einsatzes zu entlasten und vor jeder Haftung zu schützen.
Wenn das Problem dieser Folgen von KI gar nicht im physischen Raum existieren würde, dann gäbe es ja das Problem mit von den Herstellern zu übernehmender Haftung und daraus - „irgendwann“ sicher - resultiertenden erheblichen Schadenersatzforderungen gar nicht, weil es dann gar keine materiellen Schäden und psychischen/physischen Körperverletzungen gäbe.
Wenn die Gesetze eines Staates nur das eigene Gebiet umfassen können, wie soll er Kontrolle über einen KI-Agenten ausüben, der irgendwo zwischen Rechenzentren und den Wolken schwebt?
Auch wenn die Lösung dieses Problems unsere derzeitigen Auffassung von „Freiheit“ - inbesonders Informationsfreiheit und freiem Gedankenaustausch widerspricht :
Durch strikte Kontrolle aller KI -relevanten Kommunikationstechnologien - z.B. auch des grenzüberscheitenden Internetverkehrs - und im Extremfall auch durch (dauerhaftes) physisches Unterbrechen aller Kommunikationsleitungen über die sich KI-Systeme Informationen „beschaffen“ oder untereinander „austauschen“ könnten.
Auch in den dafür erforderlichen Technologien und Vorgangsweisen könnten wir uns von China sicher viel „abschauen“.
Abzuwägen wäre dann „nur mehr“, welcher Schaden schwerwiegender ist :
Der durch unbeschränkt eingesetzte /arbeitende KI direkt verursachte Schaden,
oder der durch KI indirekt - zufolge der auf andere Weise sonst nicht kontollierbaren/beschränkbaren negativen Auswirkungen - versursachten Schäden : Durch die dann „erforderliche“ Zerstörung des freien , Staatsgrenzen überwindenden, Internet.
Die Regulierung der KI verlangt daher internationale Zusammenarbeit.
Diese Zusammenarbeit ist aber nicht nur wegen der akuellen politischen Lage in den USA und in diesem Zusammnhang gerade getroffenen Entscheidungen (https://forum.4future.community/t/trump-ernennt-laut-medienbericht-geheimdienstchef-zum-ki-beauftragten/2486?u=erich_pekar ) Entscheidungen in den USA nicht zu erwarten und daher nicht möglich.
Nationalstaatliche Lösungen zu suchen, ist hingegen naiv.
Das ist aber unter den derzeitigen Gegebenheiten trotz aller „Unvollkommenheiten“ - und der mit extremen Lösungsversuchen auch verbundenen Gefahren - derzeit unsere einzige - und vermutlich auch letzte - Chance.