"KI muss etwas Nützliches tun": Microsoft-Chef warnt vor Ende des Booms

Andernfalls könnte die „gesellschaftliche Genehmigung“ für den hohen Stromverbrauch entzogen werden, sagt Satya Nadella

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ChatGPT, Gemini und Co finden zumindest auf privater Ebene zunehmend Verwendung. Auch im professionellen Umfeld wird die Technologie genutzt. Doch wie brauchbar das alles letztlich im Verhältnis zu den Kosten und Folgewirkungen ist, steht auf einem anderen Blatt. Auch bei Microsoft, das nicht nur Milliarden in OpenAI gesteckt hat, sondern seine ChatGPT-Variante Copilot auch zunehmend in Windows 11 ausbreitet, zweifelt man offenbar daran, die „Killer-App“ bereits gefunden zu haben.

Die Technologie müsse ihren hohen Energieverbrauch rechtfertigen und Verbesserungen in Bereichen wie Gesundheit, Bildung, der Effizienz öffentlicher Verwaltung und Wettbewerbsfähigkeit der Privatwirtschaft liefern. Nicht nur für große Firmen und Organisationen, sondern auch für kleine.

„Wir werden schnell die gesellschaftliche Genehmigung dafür verlieren, eine knappe Ressource wie Strom zu verwenden“, wenn man den Mehrwert von KI nicht unter Beweis stellen könne.

Während es in bestimmten Anwendungsfällen also vielversprechende Vorzeichen gibt, scheint der Mehrwert im Unternehmensbereich in der Breite immer noch sehr begrenzt zu sein. Das zeigt jedenfalls die 29. Global CEO Survey des großen Unternehmensberatungskonzerns PwC.

Heise verweist zusätzlich auf eine Studie der Boston Consulting Group, die im September 2025 veröffentlicht wurde. Unter 1250 befragten Unternehmen erkannten nur fünf einen großen Mehrwert durch ihre Investitionen in KI.

In einer Umfrage der Jobplattform Indeed im vergangenen Frühjahr trugen KI-Services nur sehr begrenzt zur Einsparung von Arbeitszeit ein. Mehr als ein Drittel sah entweder keine Reduktion oder weniger als eine Stunde pro Woche.