31 Menschen sind bisher erkrankt, drei davon verstorben. Das Land will nach Kritik nun einen Überblick über die Kühltürme in Oberösterreich. Auch in einem Ages-Gebäude in Wien wurden Legionellen nachgewiesen
Die Situation dürfte nach wie vor nicht im Griff sein. Am Donnerstag ist eine weitere Kühlanlage positiv auf Legionellen getestet worden.
Während die staatliche Gesundheitsagentur Ages hilft, den Ausbruchsherd in Linz zu finden, hat sie laut Profil in Wien selbst ein Legionellen-Problem. Es gab Nachweise von Legionellen am Standort Spargelfeldstraße, bestätigte die Ages. In dem alten Gebäude gebe es selten bis gar nicht benutzte Leitungen.
Bei Kühltürmen und Rückkühlwerken, die mit offenen Wasserkreisläufen (Nasskühlung) arbeiten, besteht die Gefahr einer Verkeimung und einer Verbreitung der Keime als Bioaerosol.[26] Kontaminierte Kühltürme können im Radius von über 10 km Entfernung Infektionen mit Legionella pneumophila verursachen.[27]
Das Problem lässt sich durch den Einsatz von Trockenkühltürmen vermeiden, allerdings ist Trockenkühlung weniger effizient als Nasskühlung. Somit wird für die gleiche Kühlleistung bei Trockenkühlung entweder mehr elektrische Energie zum Betrieb benötigt (bei Ventilator-Trockenkühltürmen) oder die Türme benötigen mehr Innenraumvolumen (Naturzug-Trockenkühltürme).
Eine weitere Möglichkeit, die Verkeimung von Kühltürmen einzuschränken, ist der Einsatz spezieller Metall-Mineral-Katalysatoren. Diese sind in der Lage, das Wachstum eines Biofilms zumindest zu hemmen und zu verlangsamen und somit die Risiken durch Verkeimung der Kühltürme zu reduzieren.
Der „Kühlkreislauf“ einer Klima-Anlage ist gasdicht verschlossen und mit einem Kältemittel befüllt. Von dem geht daher keine Gefahr aus.
Legionellen entstehen / leben im Wasser. Eine handelsübliche Splitklima-Anlage leitet entstehendes Kondensat direkt über einen Schlauch ab. Entweder lässt man es ins Freie tropfen, oder über einen Siphon in den Kanal einleiten. Da dieses Wasser somit nicht „steht“ sondern abgeleitet wird resultiert daraus keine Gefahr.
Dass das Teil dennoch wenn man es nicht regelmäßig desinfiziert bzw. trocken laufen lässt modrig zu stinken beginnen kann hat nichts mit Legionellen zu tun, wohl aber mit möglicher Schimmelbildung oder anderen Bakterien die sich bilden können.
Bei mobilen Split-Klima-Geräten („Portasplit“) gibt es schon einen Kondensat-Wasser-Auffangbehälter. Den solle man regelmäßig leeren. Entweder macht das eine kleine Pumpe, die auch hier das Kondensat über einen Schlauch ins Freie ableitet, oder man muss es selbst tun und den Bottich regelmäßig entleeren. Dass man den nicht tagelang/wochenlang ohne zu entleeren stehen lassen sollte versteht sich von selbst.
Danke Gunnar für die Hinweise. Wo Legionellen gefährlich sein können ist in der Haus-Warmwasser-Aufbereitung:
Für die Hausinstallation sind vor allem diese Punkte wichtig:
Warmwasserspeicher dauerhaft auf mindestens 60 °C einstellen.
Temperatur an weit entfernten Wasserhähnen prüfen: Nach dem Vorlaufen sollten mindestens 55 °C ankommen.
Nach 7–14 Tagen Nichtbenutzung alle Leitungen 3–5 Minuten heiß durchspülen. Dabei Aerosole möglichst nicht einatmen, Fenster öffnen und nicht direkt neben der Dusche stehen.
Selten verwendete Duschen und Wasserhähne regelmäßig spülen.
Tote oder kaum durchströmte Leitungsabschnitte beseitigen lassen.
Duschköpfe und Perlatoren regelmäßig entkalken und reinigen.
Kaltwasser sollte wirklich kalt bleiben. Erwärmt es sich durch schlecht gedämmte oder gemeinsam geführte Leitungen dauerhaft über etwa 25 °C, kann auch dort ein Problem entstehen.
Gartenduschen, lange mit Wasser gefüllte Schläuche, Whirlpools und ähnliche Systeme besonders kritisch betrachten.
Bei größeren Häusern muss die Warmwasserzirkulation funktionieren; entscheidend sind mindestens 55 °C auch im Zirkulationsrücklauf.
Warmwasserspeicher dauerhaft auf mindestens 60 °C einstellen.
Das ist eigentlich nicht nötig und vergeudet vor allem, wenn das Warmwasser mittels Wärmepumpe erwärmt wird, auch völlig unnötig Energie. Man erreicht damit dann auch nicht mehr die Effizienz-Ziele.
Alle modernen Heizungen haben ein „Legionellenprogramm“ bei dem der Speicher periodisch (z.B. 1x pro Woche) auf über 65°C erhitzt wird, den Rest der Zeit aber nur auf die benötigte Temperatur von z.b. 45°C geheizt wird.
Bei Heizsystemen, die für die Erzeugung hoher Temperaturen ausgelegt sind (Befeuerung mit fossilem Energieträger, z.B. Gas), macht das hinsichtlich der Effizienz nicht so viel aus. Aber eine Wärmepumpe, die ihre Effizienz nur bei geringer Vorlauftemperatur entfalten kann, sieht die Sache anders aus und wird daher so ein Programm haben. Meine Gastherme (Vaillant, Baujahr 2020, Modellgeneration 2018) hat übrigens auch eines.