Europäische Unternehmen und Regierungen investieren derzeit viel Geld in den Aufbau von KI-Rechenzentren, um sowohl mit den USA und China mithalten zu können als auch unabhängiger von deren Unternehmen zu werden.
Dabei ist fraglich, ob das wirklich die beste Idee ist. Zwei Punkte sprechen dagegen:
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Mangel macht erfinderisch. Überfluss führt oft zu Bequemlichkeit. Das kennen wir aus der Computergeschichte: Mehr Arbeitsspeicher und mehr Rechenleistung führen nicht automatisch zu effizientem Code. Je knapper die Hardwarekapazität, desto genialer muss der Code sein, um anspruchsvolle Ergebnisse zu liefern. KI-Software bietet noch enorme Optimierungspotenziale. Darauf sollte der Fokus liegen: maximale Leistung aus schwächerer Hardware herauszuholen. DeepSeek war ein erster prominenter Hinweis darauf, wie viel clevere Entwickler noch herausholen können, wenn sie gezwungen werden, effizient zu arbeiten. Wird KI-Software effizienter, stehen plötzlich überschüssige Rechenressourcen herum, die keiner braucht. Ergo: Schreibt besseren Code.
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Hase-und-Igel-Prinzip. So wirkt das aktuelle Rennen. Ein „Me too“–Ansatz: kopieren, nachbauen, Geld verbrennen – in der Hoffnung, irgendwann aufzuholen oder gar zu überholen. Aber was bleibt dann noch für den nächsten großen Wurf übrig? Vermutlich zu wenig. Wir sollten unsere Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen lieber auf die nächste oder übernächste Technologie bündeln. Dort könnten wir wirklich zeigen, was möglich ist. Was könnte das sein? Vielleicht Quantentechnologie – darin ist Europa, insbesondere Österreich, hervorragend aufgestellt. Oder Neurotechnologien. Oder etwas, das heute noch kaum im öffentlichen Fokus steht. Ergo: Wenn andere noch an Elektroautos bauen, arbeiten wir schon am überlichtschnellen Beamen.
Um die Entscheidung leicht zu machen: 300 Milliarden für Quantencomputing.