„ZiB 2“: Botschafter der Ukraine ruft Publikum zur Hilfe auf angesichts Russlands „Winterterror“, Wirtschaftsforscher Felbermayr erklärt Österreichs Inflation und Trumps Grönlandschwenk
Welche anderen wirksamen Werkzeuge - als hohe Preise - stehen denn zur Verfügung, um wirksame Reduktionen des Energieverbrauches - auch von elektrischer Energie - bewirken zu können ?
Wie hoch sind denn die tatsächlich zu erwartenden Gesamt-Kosten für die Dekarbonisierung unserer Energiesysteme ( nicht nur im Bereich Verkehr ), um auf staaliche Einnahmen jetzt verzichten zu können - und damit in Zukunft weniger finanzielle Mittel für gezielte Förderung entsprechender Proiekte und Maßnahmen zur Verfügung zu haben ?
Warum müssen wir den Stromverbrauch reduzieren, wenn grüne Energie ohne CO2 erzeugt wird?
Wäre es nicht sinnvoller den Strom sehr günstig (fast kostenlos) zu machen, weil dadurch alle anderen Energieformen automatisch und rasch abgelöst werden würden?
Das Problem, dass wir haben - und warum der Strom so teuer ist, ist - dass uns die Länder über die Landesenergieversorger „abzocken“ und damit ihre Budgets aufbessern.
Ich habe vorgestern einen mittelständischen Unternehmer getroffen. Er war einer der ersten der Solarpanele auf die ganze Fabrikshalle geschraubt hat. Jetzt will der Netzbetreiber über 100.000 EUR von ihm, weil er es wagt Strom ins Netz einzuspeisen. Ich sehe uns hier auf einem ziemlichen Irrweg. Er sagt natürlich: Da werfe ich den Strom lieber weg. (produziere ihn nicht)
weil der Bedarf an elektrischer (bzw grüner Energie) zur Erreichung des Zieles “Dekarbonisierung unserer Energiesysteme” derzeit offebar noch nirgends abgeschätzt wurde - und daher der dringende “Verdacht” besteht, dass wir dieses Ziel gar nicht erreichen können - und vielleicht auch gar nicht beabsichtigt war, diese Ziel überhaupt jemals zu erreichen.
Die Idee “Dekarbonisierung unserer Energiesysteme” wäre dann aber nicht der einzige “Polit-Schmäh” der letzten Zeit.
Sicher ist nur, dass der Bedarf an elektrischer Energie weit über den derzeitigen Verbrauch hinaus dazu in Zukunft stark ansteigen wird.
weil wir in absehbarer Zeit nicht - und daher noch sehr lange nicht - unseren Bedarf an elektrischer Energie nur aus erneuerbaren Quellen ( d.h. ohne weitere Beschleuningung des globalen Temperaturanstieges ) decken werden können.
Fast alle Primärenergieformen aus erneuerbaren Quellen (Sonnen-, Wasser- , Wind-Energie ) sind extrem wetterabhängig und liefern daher sehr stark schwankende - teilweise sogar über längere Zeit vollkommen ausfallende Energiemengen.
Im Falle wetterbedingt ausfallender Energieproduktion können wir derzeit über bestimmte planbare Zeiträume hinweg (z.B. mehrwöchige Extremwetter- Perioden, Winter .., fehlender Sonennschein ) nicht zuverlässig mit elektrischer Energie versogt werden, weil wir über die dafür erforderlichen Speicher (trotz unserer Pumpspeicherwerke in den Alpen) nicht verfügen .
Aus offiziellen Quellen (Interviews) war bereits von einer Verdoppelung des zu erwartenden Bedarfes zu hören, meine einfachen “Milchmädchenrechnungen“ ( auf Grundlage der Statistiken des Gesamtenergieverbrauches in Österreich ) weisen auf eine Verfünfachung des Bedarfes an elektrischer Energie (gegenüber den Werten aus dem Jahr 2018) hin.
Eine Verfünfachung der Produktions- (und Verteil -) Kapazitäten für elektrische Energie erachte ich mit den uns derzeit zur Verfügung stehenden Technologien als “nicht realisierbar”. Selbst die Verdoppelung dieser Kapazitäten dürfte ein großes Problem werden - auch wegen der dafür nicht ausreichend zur Verfügung stehenden Baukapazitäten und der fehlenden finanziellen Mittel, um bis spätestens 2050 (also in weniger als 25 Jahren) alle Vorhaben Klima-wirksam umsetzen zu können.
Andere “grüne” ( und tatsächlich CO²-freie) Energieformen gibt es nur in Form von Wärmeenergie (aus Solarthemie, Geothermie bzw. Abwärme aus industriellen Anlagen und Prozessen ).
Jede Form biogener Energieträger ( z.B. Holzschnitzel, Biogas, .. ) ist mit CO² Ausstoß verbunden, der nur dann akzeptiert werden kann, wenn im Zuge der natürlichen Verrottung biogener Stoffe ( z.B. Altholz, Papier, landwirtschaftliche Abfälle, … ) die gleichen CO² -Mengen/ Zeiteinheit unvermeidbar anfallen würden.
Nimmt die Anzahl der Bewohner unseres Planeten (und auch Östterreichs) immer noch zu.
Mit der Anzahl der Bewohner steigt auch der Energieverbrauch.
Ist soziale Ungerechtigkeit nicht nur im Bereich der jedem Erdbürger zur Verfügung stehenden Geldmittel , sondern auch im Bereich der zur Verfügung stehenden und täglich verbrauchten Energiemengen, zu beobachten.
Wenn durchschnittliche Bewohner wirtschaftlich schwacher Weltregionen den gleichen Energieverbrauch hätten, wie Bewohner der wirtschaftstärksten Regionen, wäre unser Planet vermutlich schon lange im C0² erstickt.
Derartige Unterschiede gibt es aber auch innerhalb der Staatsgrenzen wirtschaftstarker Nationen. Personen, die kein Fahrzzeug besitzen und/oder nie geflogen sind und allein deshalb schon viel weniger Energie verbrauchen, daher auch weniger zum CO² -Ausstoß beitragen, wird es wohl in jedem Staat geben.
Aus Gründen der Gerechtigkeit - damit alle Menschen über die gleichen Energiemengen verfügen können, wie jene, die derzeit nur Menschen in wirtschaftstarken Regionen zur Verfügung stehen, müsste der globale (bzw nationale) Energieverbrauch stark zunehmen, wenn die starken Energieverbraucher ihren Bedarf nicht wesentlich reduzieren wollen oder reduzieren können.
Da die Produktionskapazitäten für elektische Energie aus vielen Gründen nicht rasch genug zur Erreichung der Klimaschutzziele gesteigert werden können, ist die sofortige deutliche Reduktion des Bedarfes an elektrischer Energie jedenfalls zwingend erforderlich.
Wäre es nicht sinnvoller den Strom sehr günstig (fast kostenlos) zu machen, weil dadurch alle anderen Energieformen automatisch und rasch abgelöst werden würden?
Nein !
Was nichts kostet, ist nicht wert.
Entsprechend “schlampig” und sorglos wird daher mit so angebotenen Produkten umgangen - siehe auch die Menge der vormaligen Einweg-Gebinde von Getränken in Wald , Wiese und auf Straßen.
Bei elektrischer Energie würde dies zu unbeschränkt steigendem Verbrauch führen und die Umwelt selbst dann belasten und zerstören, wenn durch den Verbrauch der Energie gar keinen Belastung des Klimas mehr erfolgen würde. Denn der Platzbedarf für die Energie-Produktion und -Verteilung würde dann entsprechend dem Anstieg des Bedarfes ebenfalls unbeschänkt ansteigen.
Das Problem, dass wir haben - und warum der Strom so teuer ist, ist - dass uns die Länder über die Landesenergieversorger „abzocken“ und damit ihre Budgets aufbessern.
Das “Problem” ist lediglich, dass diese Mehreinnahmen (durch den zu teuren Strom) zweckgebunden für den Ausbau/die Verstärkung der Energieversorgung und/oder zur nachhaltigen Unterstützung von Energiesparmaßnahmen verwendet werden sollten.
Das sozial bedürftigen Privatpersonen aber auch manchen (nicht aber allen !) Unternehmen diese Teuerung durch geeignete Maßnahmen abgefedert werden sollte, darüber sollte in Österreich wohl Einigkeit erreicht werden können.
Ganz allgemein kann solche “Abzocke” aber durchaus zu klimaschutzrelevanten Energie-Einsparungen führen.
Jetzt will der Netzbetreiber über 100.000 EUR von ihm, weil er es wagt Strom ins Netz einzuspeisen.
Das ist “lediglich” Folge der damaligen politischen Fehlentscheidung, jede von privaten Kleinkraftwerken erzeugte Energie sofort (ohne Zwischenspeicherung) zum Zeitpunkt der Erzeugung in das öffentliche Energieversorgungsnetz einspeisen zu dürfen - und ist jetzt durch den “zweimaligen” Verkauf des Netzzuganges (für den Verbrauch und auch die Produktion an der selben Adresse - unter Nutzung der gleichen Leitung) eine ganz ähnliche Fehlentscheidung, weil dies ja tatsächlich als “Bestrafung “ all jener gesehen werden könnte, die durch eigene Investitionen auch zur teilweisen Energieversorgung Österreichs - mit ihren Energielieferungen in das öffentliche Netz - beitragen.
Ich könnte mir hier ein Tarifmodell für die Netzkosten vorstellen, das z.B. den Entfall sämtlicher Netzkosten vorsieht, wenn die Produktionsanlage mit einem durch den Netzbetreiber steuerbaren Energiespeicher einer bestimmten Größe ausgestattet ist.
Zusätzlich wäre denkbar, dass solchen Produzenten die Errichtung von Subnetzen ( mit eigenen privaten Leitungen unabhängig vom öffentlichen Netz - auch über Grundstücksgrenzen hinweg - zu den unmittelbaren Nachbarn im selben Netzabschnitt (hinter dem selben Trafo) gestattet wird, um so den Strombezug dieser privaten Verbrauchergemeinschaft aus dem öffentlichen Strometz in Summe zu minimieren und auf diese Weise zu gar keiner Belastung, sondern sogar zu einer Entlastung, der Leitungen des öffentlichen Netzes durch solche Produktionsanlagen beizutragen.
CO₂-Neutralität: Physikalische Machbarkeit vs. strukturelle Umsetzungshürden
Die These, dass CO₂-Neutralität grundsätzlich nicht erreichbar sei, weil der zukünftige Energiebedarf höher sei als die erzeugbare Energiemenge, ist in dieser Allgemeinheit nicht haltbar. Sie widerspricht dem Stand der wissenschaftlichen Literatur und vermischt physikalische, technische und institutionelle Ebenen.
1. Verfügbarkeit erneuerbarer Energie
Aus physikalischer Sicht ist die verfügbare erneuerbare Energie – insbesondere aus Solar- und Windquellen – deutlich höher als der globale oder europäische Endenergiebedarf. Zahlreiche Studien zeigen, dass das Potenzial erneuerbarer Energien den heutigen und prognostizierten Bedarf um ein Vielfaches übersteigt (vgl. International Energy Agency, World Energy Outlook; IPCC, AR6).
Der Engpass liegt daher nicht in der prinzipiellen Verfügbarkeit von Energie, sondern in deren systemischer Nutzung.
2. Steigender Energiebedarf und Elektrifizierung
Richtig ist, dass der Strombedarf im Zuge der Elektrifizierung von Mobilität, Wärme und Industrie steigt. Gleichzeitig sinkt jedoch der Bedarf an Primärenergie, da elektrische Systeme deutlich effizienter sind als fossile Umwandlungsketten. Studien zeigen, dass eine vollständig erneuerbare, elektrifizierte Volkswirtschaft mit weniger Primärenergie auskommt als das heutige fossile System (IEA, Net Zero by 2050).
Der steigende Strombedarf ist somit kein Gegenargument gegen CO₂-Neutralität, sondern eine Folge des Systemwechsels.
3. Rolle der Netze im erneuerbaren Energiesystem
Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien verändert sich die Funktion der Stromnetze grundlegend. Während sie im fossilen System primär der Durchleitung zentral erzeugter Energie dienen, liegt ihre zukünftige Rolle zunehmend im Last-, Zeit- und Regionalausgleich eines dezentralen Systems (vgl. European Commission, Electricity Market Design).
Diese Transformation stellt bestehende Geschäftsmodelle infrage, die auf zentraler Erzeugung, hoher Auslastung und langfristig kalkulierbaren Durchleitungsvolumina beruhen.
4. Institutionelle und ökonomische Blockaden
Die zentralen Hemmnisse für eine rasche Transformation liegen daher weniger in technischen Grenzen als in institutionellen und ökonomischen Strukturen:
bestehende Marktmodelle (z. B. Merit-Order-Logik),
regulatorische Rahmenbedingungen,
Eigentums- und Governance-Strukturen der Energieversorger,
Investitionslogiken, die auf die Stabilisierung bestehender Assets ausgerichtet sind.
In Österreich kommt hinzu, dass große Teile der Energieversorgung staatlich oder staatsnah organisiert sind. Dadurch fallen energiepolitische Entscheidungen häufig in einen Zielkonflikt zwischen:
Internationale Analysen zeigen, dass gerade in stark regulierten und staatsdominierten Energiesystemen Transformationsprozesse langsamer verlaufen, wenn institutionelle Anreize nicht konsequent angepasst werden (IEA; OECD Energy Policy Reviews).
5. Präzise Einordnung der Kernfrage
Die sachlich zutreffende Schlussfolgerung lautet daher:
CO₂-Neutralität ist technisch und physikalisch erreichbar.
Ihre Verzögerung oder Gefährdung resultiert primär aus institutionellen, regulatorischen und ökonomischen Pfadabhängigkeiten – nicht aus einem grundsätzlichen Energiemangel.
Anders formuliert:
Sowohl die Bundesländer (über ihre Landesenergieversorger) als auch die Republik (über Beteiligungen an Verbund und OMV) erzielen erhebliche Einnahmen aus dem bestehenden Energiesystem. Diese fiskalischen Abhängigkeiten erschweren tiefgreifende strukturelle Veränderungen.
Die Herausforderung bei der Erreichung der Klimaziele liegt daher weniger in der technischen Machbarkeit als in diesen institutionellen und budgetären Zielkonflikten.
Es gibt verschiedene Modelle, um die Themen „Versorgungsgerechtigkeit bei elektrischer Energie“ und **„Prekariat“**anzugehen. Mögliche Ansätze wären:
Strom generell kostenlos bereitstellen.
Ein Grundkontingent an Stromverbrauch kostenlos anbieten – ähnlich einem Steuerfreibetrag.
Menschen im Prekariat einen finanziellen Zuschuss gewähren, etwa in Form einer Sozialhilfe.
Die Verpflichtung einführen, neben den gängigen Tarifmodellen (bestehend aus einer Grundgebühr und einem variablen Verbrauchspreis) auch einen rein variablen Tarif anzubieten. Dabei würden die Grundkosten kalkulatorisch auf die Verbrauchskosten umgelegt, sodass Verbraucher:innen durch die Reduzierung ihres Stromverbrauchs die Höhe der Zahlungen stärker beeinflussen können.
Die Netzinfrastruktur – inklusive Transformations- und Innovationskosten – öffentlich finanzieren, etwa über Steuern. Dadurch entfielen die Netzkosten für die einzelnen Verbraucher:innen. (Vergleichbar mit der öffentlichen Finanzierung von Straßen und Gehwegen, für deren Nutzung – mit Ausnahme von Autobahnen – keine zusätzlichen Gebühren anfallen.)
Es sind argumentativ zwei Welten, die dabei aufeinander treffen:
1. Rein verbrauchsabhängige Finanzierung
(„Wer nutzt, zahlt – warum soll ich für etwas zahlen, was ich nicht nutze?“)
Ideologische Grundlagen:
Liberale/Marktliberale Position: Betonung von individueller Verantwortung, Eigeninitiative und Leistungsgerechtigkeit. Der Markt soll möglichst frei von staatlichen Eingriffen funktionieren.
Neoklassische Ökonomie: Preise als Signalmechanismus – wer mehr verbraucht, zahlt mehr, was zu effizienterer Nutzung führt (z. B. Stromsparen).
Eigentumsrechtliche Argumentation: Infrastruktur (Netze, Kraftwerke) wird als Privatgut betrachtet, das von denen finanziert werden muss, die es nutzen.
Zentrale Argumente:
Gerechtigkeit durch Nutzerfinanzierung:„Wer nicht nutzt, soll nicht zahlen müssen.“ Vermeidung von „Trittbrettfahrern“, die von der Infrastruktur profitieren, ohne sie zu finanzieren.
Anreiz zur Effizienz: Verbrauchsabhängige Preise motivieren zum Sparen und bewussten Umgang mit Ressourcen (z. B. Stromfresser vermeiden).
Wettbewerbsförderung: Variable Tarife ermöglichen Marktwettbewerb zwischen Anbietern und fördern Innovation (z. B. dynamische Preismodelle).
Bürokratievermeidung: Keine Umverteilung über Steuern nötig – direkte Kostenkontrolle durch Verbraucher:innen.
Freiheitsargument:„Selbstbestimmung über eigene Ausgaben“ – keine Zwangsumlage für Leistungen, die man nicht in Anspruch nimmt.
Kritikpunkte (aus solidarischer Perspektive):
Soziale Ungleichheit: Menschen mit geringem Einkommen zahlen anteilig mehr (Stromkosten als Fixkostenblock belasten einkommensschwache Haushalte stärker).
Exklusion: Wer sich Strom nicht leisten kann, wird abgehängt (z. B. „Stromarmut“).
Kollektive Güter ignoriert: Infrastruktur wie Netze hat gesellschaftlichen Nutzen (z. B. für Wirtschaft, Bildung, Gesundheit) – rein individuelle Finanzierung verkennt dies.
2. Solidarische, gemeinschaftliche Finanzierung
(„Alle zahlen nach Leistungsfähigkeit – Strom als Grundrecht“)
Ideologische Grundlagen:
Sozialdemokratische/Sozialistische Position: Betonung von Umverteilung, Chancengleichheit und kollektiver Daseinsvorsorge. Der Staat soll Grundbedürfnisse für alle sichern.
Kommunitarismus: Gemeinschaftliche Verantwortung für öffentliche Güter – Strom als Grundvoraussetzungfür Teilhabe (vgl. Wasser, Bildung, Gesundheit).
Nachhaltigkeitsethik: Energie als Menschenrecht (UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung) – Zugang zu Strom als Voraussetzung für Würde und Entwicklung.
Zentrale Argumente:
Soziale Gerechtigkeit:„Strom ist ein Grundbedürfnis – alle sollen ihn sich leisten können.“ Finanzierung über Steuern (progressiv nach Einkommen) entlastet Geringverdiener:innen.
Solidarprinzip: Starke Schultern tragen mehr – Umverteilung als gesellschaftlicher Ausgleich (vgl. Krankenversicherung, Rente).
Infrastruktur als öffentliches Gut: Stromnetze sind kollektive Errungenschaften (wie Straßen, Schulen) – ihre Finanzierung obliegt der Allgemeinheit.
Inklusion und Teilhabe: Verhindert Energiearmut und ermöglicht allen Zugang zu Bildung, Arbeit und digitaler Teilhabe.
Langfristige Investitionen: Öffentliche Finanzierung sichert stabile Netze und Innovationen (z. B. Erneuerbare Energien), ohne Profitdruck privater Anbieter.
Klimagerechtigkeit: Gemeinsame Finanzierung ermöglicht subventionierte Ökostrom-Tarife für alle – Beschleunigung der Energiewende.
Kritikpunkte (aus liberaler Perspektive):
Zwangsabgaben:„Warum soll ich für den Strom anderer zahlen?“ Steuern werden als unfreiwillige Umverteilung wahrgenommen.
Ineffizienz: Fehlende Preissignale führen zu übermäßigem Verbrauch („Moral Hazard“).
Bürokratie: Staatliche Verwaltung ist teuer und langsam (vgl. Diskussionen um „Staat als Unternehmer“).
Wettbewerbsverzerrung: Subventionen verzerren den Markt – private Anbieter werden benachteiligt.
Ziel: 100% Erneuerbare bis 2025; Offshore-Wind als Exportgut.
Kenia
Geothermie (50%), Wasserkraft, Solar
Batteriespeicher (z. B. Menengai-Projekt)
~80% (2024)
Geothermie im Great Rift Valley; Solar-Home-Systeme für ländliche Gebiete.
Österreich
Wasserkraft (60%), Wind (12%), Solar (6%), Biomasse (5%)
Pumpspeicherkraftwerke (z. B. Kaprun, Malta-Hauptstufe), Batteriespeicher (Pilotprojekte), Wasserstoff-Forschung (z. B. H2-Flagship-Region Vorarlberg)
~80% (2024)
Ziel: 100% Ökostrom bis 2030 (Strom aus erneuerbaren Quellen). Große Pumpspeicherkapazitäten in den Alpen; Fokus auf Wasserstoff als saisonalen Speicher und Netzstabilität.
Schlüsselbeobachtungen
Skandinavien (Norwegen, Island, Dänemark):
Wasserkraft + Wind dominieren, unterstützt durch Pumpspeicher und Netzkooperationen (z. B. NordLink zwischen Norwegen und Deutschland).
Anteil Erneuerbare: 90–100%.
Australien & Kalifornien:
Solar + Batteriespeicher als Game-Changer – Großprojekte wie Hornsdale oder Moss Landing zeigen, wie Speicher Netzstabilität sichern.
Anteil Erneuerbare: 40–60%, aber stark wachsend.
Deutschland:
Wind + Solar mit Pumpspeichern und Wasserstoff als Zukunftstechnologie.
Herausforderung: Netzausbau und Akzeptanz für neue Leitungen.
Entwicklungsländer (Kenia):
Geothermie + Solar als dezentrale Lösung – Batteriespeicher für Mini-Grids in ländlichen Gebieten.
Hintergrund zu Österreich:
Wasserkraft ist der Rückgrat der erneuerbaren Energie (Alpenregion mit großen Speicherkraftwerken).
Windenergie wächst, besonders in Niederösterreich und der Steiermark.
Solarenergie wird stark ausgebaut (Förderprogramme für PV-Anlagen).
Pumpspeicher sind entscheidend für die Netzstabilität (z. B. Limberg II in Kaprun).
Wasserstoff wird als Zukunftstechnologie für saisonale Speicherung getestet (z. B. Projekte in Vorarlberg und der Steiermark).
Herausforderungen: Akzeptanz für Windräder, Netzausbau, Bürokratie bei Genehmigungen.
Von “grundsätzlicher Nicht-Erreichbarkeit” einer CO²-Neutralität habe ich in meinen Beiträgen nie geschrieben - wohl aber von der Nicht-Erreichbarkeit der dafür vermutlich (zufolge meiner privaten Abschätzung) erforderlichen Verfünffachung der Produktionskapazitäten für elektrische Energie und von enormen erforderlchen Anstrengungen selbst nur die mittlerweile in öffentlliche Diskussionen schon zu hörende erforderliche Verdoppelung der Produktionskapazitäten jemals erreichen zu können .
Wie könnte denn dieser in Zukunft wesentlich höhere Energiebedarf an elektrischer Energie gedeckt werden, wenn einerseits die Produktionskapzitäten nicht rasch ( und ausreichend nachhaltig - insbesonders ohne damit gravierende Umweltschäden zu bewirken) errichtet und in Berieb genommen werden können, gleichzeitig aber der Bedarf an elektrischer Energie - vielleicht auch wegen zu geringer Preise und damit zu geringer Konzentration auf hohe Wirkungsgrade und die Nutzung von Einsparpotentialen - in nicht mehr durch den Bau von weitere Produktionskapzitäten abdeckbare Höhen klettert ?
Zu betonen ist, das das Anstreben von “CO²-Neutralität” zwar besser ist, als gar keine Maßnahmen zu setzen , aber sicher nicht ausreichen wird, um Klimaschutzziele zu erreichen :
Denn unter “CO²-Neutralität” sind CO²-Wirkäqivalente von allen die Infrarotreflexion von der Edoberfäche behindernden (Treibhaus-) Gasanteilen der Lufthülle unseres Planeten gemeint.
Darunter ist nicht nur Co², sondern sind auch zahlreiche weitere (Treibhaus-) Gase (wie z.B. auch Lachgas , Methan , … ) gemeint, die noch viel wirksamer die Infrarotabstrahlung in den Weltraum - und damit die nächtliche Abkühlung der Erdoberfläche und der Luftmassen - behindern:
Aus physikalischer Sicht ist die verfügbare erneuerbare Energie – insbesondere aus Solar- und Windquellen – deutlich höher als der globale oder europäische Endenergiebedarf.
Zur Deckung unseres Energiebedarfes “verfügbar” wird diese eingestrahlte Energie der Sonne leider erst, nachdem die für die Nutzung dieser eingestrahlten Energie notwendigen Anlagen errichtet und auch in Betrieb genommen wurden.
Bis dahin wird diese Energie auf unseren Planeten lediglich eingestrahlt und verursacht durch die Treibhausgase “nur” die beobachtete Erhitzung unseres Planeten bzw seiner Lufthülle.
Zahlreiche Studien zeigen, dass das Potenzial erneuerbarer Energien den heutigen und prognostizierten Bedarf um ein Vielfaches übersteigt (vgl. International Energy Agency, World Energy Outlook; IPCC, AR6).
Diese Studien haben aber nur theoretische Bedeutung, solange es uns nicht gelingt, die für die tatsächliche Nutzung dieses Potenziales erforderlichen Anlagen und Prozesse zu betreiben.
Als ganz banales (aber nicht alleiniges )Hindernis ist dafür auch die Frage der Finanzierung dieser Vorhaben zu klären. In Zeiten der notwendigen Budgetsanierung und damit erforderlicher Einsparungen (z.B. auch von Förderungen und im Forschungsbereich ) sind das nicht gerade günstige Voraussetzungen für die erfolgreiche Abwicklung des Mammut-Projektes “Dekarbonisierung unserer Energiesysteme” .
Richtig ist, dass der Strombedarf im Zuge der Elektrifizierung von Mobilität, Wärme und Industrie steigt.
Allerdings gibt es noch immer keine “Zusammensicht” der zu erwartenden Gesamtsteigerung dieses Strombedarfes über alle Anwendungsbereiche.
Jeder Anwendungsbereich ( z.B. Elektromobilität des motorisierten Individualverkehrs, Raumheizung, Raumkühlung, Industrie .. ) betrachtet nur die Steigerung des Stromverbrauches seines eigenen Anwendungsbereiches - und hält diese Stromverbrauchsteigerungen für durchaus “beherrschbar”. Er übersieht dabei aber, dass gleichzeitig auch in allen anderen Anwendungsbereichen gravierende Stromverbrauchssteigerungen erwartet werden , die in Summe dann nicht mehr durch zusätzliche zu errichtende Produktionskapzitäten und verstärkte Leitungsnetze beherrscht werden könnten.
So hat z.B. die VOEST bereits vor einigen Jahren den Bedarf elektrischer Energie zur Dekarbonisierung ihrer Prozessabläufe (für den Ersatz von Kohle und Erdgas in ihren Hochöfen und Anlagen) mit 30 TWh/Jahr - dem damaligen halben Gesamtbedarf von ganz Österreich - angegeben. Durch unsere Regierung wurde bisher aber nur die zusätzliche Errichtung von Produktionskapazitäten entsprechend ungefähr einem Drittel des damaligen österreichischen Bedarfes beschlossen, obwohl allein die VOEST bereits die Hälfte des damaligen österreichischen Gesamtbedarfes als zusätzlichen Bedarf an elektrischer Energie bereits “angemeldet” hatte.
Gleichzeitig sinkt jedoch der Bedarf an Primärenergie, da elektrische Systeme deutlich effizienter sind als fossile Umwandlungsketten.
Das gilt aber nicht für Wasserstofftechnologien, wenn Wasserstoff in Elektrolyseuren unter Einsatz elektrischer Energie aus reinem Wasser erzeugt wird.
Das gilt auch nicht für E-Fuels, denn diese benötigen grünen Wasserstoff als “Rohstoff” und weitere Energie für die Synthese des Kraftstoffes.
bei größeren Anteilen fossilen Stroms übersteigen die Emissionen von E-Fuels diejenigen von fossilen Brennstoffen um ein Mehrfaches.
Der Wirkungsgrad ( genutzte Energieform / eingesetzte elekrische Energie ) von solchen E-Fuels ist zudem deutlich schlechter, als bei direkter Nutzung elektrischer Energie - ohne “Umweg” über Wasserstoff bzw. E-Fuels.
Durch verstärkte Nutzung von Schnelladestationen ist zudem die Überdimensionierung von Produktions- und Leitungskapazitäten erforderlich, um jederzeit nahezu beliebig große Ladeleistungen an jeder Ladestation zu jeder Zeit zur Verfügung stellen zu können. Um jederzeit unbeschränkte Nutzung von grundsätzlich unbeschränkt vielen Schnelladerplätzen zu ermöglichen, müsste also Energieinfrastruktur errichtet werden , die außerhalb der Zeiten benötigter maximaler Ladeleistung gar nicht genutzt werden und nicht benötigt werden würde.
Ohne tatsächlich mehr Primärenergie (als beim Langsam-Laden ) zum Laden der Fahrzeugbatterien zu benötigen, müsste allein zur Bewältigung der gleichzeitigen Ladeanforderungen von hohen Ladeleistungen an Schnellladeplätzen zusätzliche Produktionskapazitäten errichtet werden , die zusätzliche, außerhalb der Lade-Zeiten gar nicht benötigte, Primärenergie liefern können müssten.
Der steigende Strombedarf ist somit kein Gegenargument gegen CO₂-Neutralität, sondern eine Folge des Systemwechsels.
Steigender Strombedarf bedeutet aber nicht , dass dieser Strombedarf in Zukunft dann auch noch gedeckt werden wird können. Denn schon heute gilt es in Östterreich jedes Jahr schon mehr als hundert kritische Versorgungungsituationen ( also einen Vorfall alle 2 bis 3 Tage) zu bewältigen.
Das einzige Gegenargument gegen CO²-Neutralität ist ihre weitgehende Wirkungslosigkeit für den Klimaschutz, weil wir möglichst “sofort” keinerlei Treibhausgase mehr freisetzen dürfen ( nicht nur ein Null-Saldo für CO² erreichen müssen ) und CO² nur der in der Öffentlichkeit bekanteste Repräsentant für eine ganze Liste von Treibhausgasen ist - siehe Auschnitt aus dieser Liste hier weiter oben.
Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien verändert sich die Funktion der Stromnetze grundlegend. Während sie im fossilen System primär der Durchleitung zentral erzeugter Energie dienen, liegt ihre zukünftige Rolle zunehmend im Last-, Zeit- und Regionalausgleich eines dezentralen Systems (vgl. European Commission, Electricity Market Design).
Über diese zukünftige Rolle der Stromnetze, und der damit einhergehenden Notwendigkeiten für neue (Netz-Zustands- bzw. Produktions-abhängige) Tarife allenfalls unter bestimmten Bedingungen auch ohne Anteil der Anschluß- und Netzkosten in bestimmten Tarifen , wird aber nicht einmal noch öffentlich diskutiert, obwohl manche alternative Anbieter variable Tarife schon länger anbieten.
Die zentralen Hemmnisse für eine rasche Transformation liegen daher weniger in technischen Grenzen als in institutionellen und ökonomischen Strukturen:
.- und in der mit diesen Strukturen verbundenen Informationspolitik der “Geheimhaltung” neuer technischer Features - z.B. der von jedem Smart-Meter lieferbaren Daten und deren Verwendungsmöglichkeit zur Energie-Kostenreduktion in Verbindung mit zeitvariablen Tarifen .
Dadurch fallen energiepolitische Entscheidungen häufig in einen Zielkonflikt
Versäumter Klimaschutz hat aber jedenfalls schwerwiegende nachteilige Auswirkungen auf den zukünftigen Staatshaushalt - nicht nur wegen der dann zu zahlenden Pönale.
CO₂-Neutralität ist technisch und physikalisch erreichbar.
CO²-Neutralität ist aber für wirksamen Klimaschutz nicht ausreichend !
CO²- ( und Treibhausgas-) Freiheit ist für wirksamen Klimaschutz zwingend erforderlich.
Letztlich sind ohnehin auch fossile Energieträger “CO²-neutral”.
Es ist gegenüber heutigen - nur “angeblich” CO²-neutralen - biogenen Energieträgern lediglich schon etwas mehr Zeit vergangen, seitdem der dort (in fossilen Energieträgern) enthaltene Kohlenstoff über Lebensprozesse aus der CO²-Konzentration der Umgebungsluft der Pflanzen dieser Urzeit gebunden wurde.
Ab wann ist daher ein Kohlenstoff-haltiger Energieträger “CO²-neutral” ?
Wenn der enhaltene Kohlenstoff vor einem Monat , vor einem Jahr, vor 10 Jahren , vor 100 Jahren oder vor Millionen von Jahren aus dem CO² der Gaskonzentration in der damaligen Atmosphäre gebunden wurde ?
Auch CO²-neutrale Energieträger könnten steigende CO² Konzentrationen in der Atmosphäre verursachen, wenn etwa die Produktion von Energiepflanzen zur verstärkten Deckung des Energiebedarfs aus biogenen Energieträgern “angekurbelt” und regelmäßig gesteigert werden würde.
Auch die Nutzung biogener kohlenstoffhaltiger Energieträger (und sogar aller fossilen Energieträger) könnte ohne Auststoß von CO² (und auch anderer Treibhausgase) erfolgen , wenn die sicher schon wissenschaftllich untersuchte und daher auch technisch realisierbare Methode des “captering of CO² “ (das “Ausfiltern” und “Einlagern” der bereits in der Atmosphäre befindlichen Treibhausgase, https://www.bbc.com/news/articles/clmydee2grno) im - ohnehin viel leichter realsierbaren - kleinen Maßstab, direkt am Auspuff bzw. am Kaminkopf der entsprechenden Verbrennungstellen eingesetzt werden würde.
Mit derartigen CO² - Filtern am Kaminkopf könnte damit auch der erforderliche Unterdruck im Kamin selbst sichergestellt werden und damit die gefürchteten CO-Vergiftungen in heißen Sommern bei dann fehlender Thermik im Kamin vermieden werden.
Mit deinem Satz hier oben hast Du aber durchaus recht . Das könnte tasächlich auch eine “Lösung” des Problems darstellen - allerdings nur dann, wenn alle Menschenrassen ihre Atmung einstellen würden und keine vor dieser drastischen Maßnahme (vielleicht auf den Mond oder doch eher auf den Mars ?) flüchten könnte.
Die technischen Mittel dazu lagern ja schon lange in den verschiedenen Waffenarsenalen. Mir den immer “unübertrefflicher” werdenden “großartigen” Führern dieser Welt haben wir endlich jene “starken Persönichkeiten”, die auch dazu fähig wären - und den “Mum” dafür besitzen , die Start-Knöpfe zu drücken und diese Waffenarsenale endlich zu leeren, und damit das Hauptproblem unseres Planeten endgültig zu lösen.
Ich puste jetzt die Abgase in die Luft, die ja ohnehin vor Millionen von Jahren gebunden wurden. Nullsumme. (Gilt nicht nur für Öl und Gas, sondern auch für Biogas und Holz)
Ich puste jetzt die Abgase in die Luft und pflanze ein paar Bäume - nicht in Wien, sondern in Brasilia -, die das CO2 dann in den nächsten 80 Jahren wieder binden werden.
Ich puste hier in Europa CO2 in die Luft und kaufe jemandem von irgendwo in der Welt sein „Recht am Verdrecken der Luft“ in Form von CO2-Zertifikaten ab.
BTW: Es geht beim Umweltschutz nicht nur um CO2, wie Erich in der Tabelle der Schadstoffe gezeigt hat. Auch anderes Zeug sollten wir versuchen, nicht mehr in die Umwelt zu blasen.
Wie schon bei Erich gesagt: Wir sollten auch aufhören zu atmen.
Nein, das Zeug wird nicht irgendwo anders gebunden, sondern wir haben in Österreich eine menge Wälder (zufällig auch hier herum wo ich lebe). Die Bäume / Grünzeug etc. benötigen CO2 zum leben. Je mehr CO2 desto schneller wächst das Zeug auch.
Was ein Schmäh ist - sind die CO2 Zertifikate.
Es geht um Nachhaltigkeit. Also nicht mehr verbrauchen als nachwächst. Wenn Holz z.b. natürlich zerfällt wird auch CO2 freigesetzt - also Komposthaufen darf es auch keinen mehr geben. Du müsstest also auch aufhören immer mit der Kettensäge im Garten alles umzuschneiden
Wir haben leider nur das Millionen Jahre gebundene CO2 wieder freigelassen und tragen daher dazu bei, dass wir gerade dorthin zusteuern, wo wir als Planet schon einmal waren - vor Millionen Jahren.
Neuste Untersuchungen zeigen aber, dass unsere Wälder mittlerweile nicht mehr Senken für CO² sind, sondern selber bereits mehr CO² austoßen, als sie binden können.
Grund dafür ist die Klimakatastrophe selbst, die unsere Wälder
durch lange Trockenperioden - und dadurch verringerte Widerstandskraft der Bäume - besonders anfällig für Holzschädinge ( z.B. Borkenkäfer ) macht,
durch intensive Niederschläge zu Muren - und Zerstörung von Bäumen auf betroffenen Berghängen - führt und ,
durch immer öfter auftretende starke Stürme große Schneisen in unsere ohnehin schon geschwächten Baumbestände schlägt.
Verschärft wird diese Problematik noch durch die immer noch weit verbreiteten - weil schnell wachsenden - Fichten-Monokulturen, die die rasche Ausbreitung von Schädlingen begünstigen und die bei weiter steigenden Temperaturen dann noch rascher geschädigt werden.
Es geht um Nachhaltigkeit.
Das ist richtig !
Also nicht mehr verbrauchen als nachwächst.
Das ist auch richtig .
Wenn Holz z.b. natürlich zerfällt wird auch CO2 freigesetzt
Da ist auch richtig.
- also Komposthaufen darf es auch keinen mehr geben.
Das ist falsch.
Denn auf den eigenen Komposthaufen kommt nur jenes Material, das ohnehin zerfallen oder verbrannt werden würde und mit dem dann so entstandenen Kompost soll den Pflanzen( z.B, Gemüse ) im eigenen Garten zu gesundem und besserem Wachstum verholfen werden.
Es wird also nicht mehr CO² freigesetzt, als auch ohne diesen Komposthaufen anfallen würde.
Du müsstest also auch aufhören immer mit der Kettensäge im Garten alles umzuschneiden.
Das ist falsch.
Denn es ist ja nicht Ziel eines Gartenbesitzers “alles” umzuschneiden , sondern gerade nur so viel, wie für die gedeihliche Entwicklung - z.B. von Obstgehölzen zur Erreichung einer guten Ernte - gerade erforderlich ist.
Nur Immobilienentwickler schneiden in Gärten “alles” um, bevor sie auf den so frei gemachten Flächen mit ihren Bauprojekten starten.
Die Problematik CO²-neutraler Nutzung biogener Energieträger (z.B. Holz) besteht in der Frage, welche Bedeutung diese CO²-Neutralität überhaupt hat, wenn jeder (ursprünglich) biogene Energieträger - also auch ein fossiler Energieträger - grundsätzlich “klimaneutral” ist - weil nicht mehr Kohlenstoff verbrannt ( bzw. zu CO² oxydiert) werden kann, als einst zur Bildung dieser Energieträger benötigt wurde - und auch damals hauptsächlich über CO² zur Verfügung stand .
Das Problem mit nichtfossilen biogenen Energieträgern besteht im Geschwindigkeitsunterschied zwischen der Aufnahme (bzw. Bindung ) von Kohlenstoff aus CO² und der Freisetzung dieses Kohlenstoffes als CO² z.B. durch Verbrennung von Holz zur Nutzung der dabei freigesetzten Energie.
So braucht ein Baum vielleicht 50 - 100 Jahre um “erntereif” zu werden, er ist aber in wenigen Tagen bis Wochen nahezu restlos verbrannt und der in ihm gebundene Kohlenstoff wieder als CO² freigesetzt.
Das im Laufe von 50 Jahren von diesem Baum (und allen anderen so genutzten Bäumen) “gesammelte” CO² wird somit in wenigen Wochen nahezu vollständig wieder freigesetzt.
Die logische Folge ist daher die Zunahme der Konzentration von CO² in der Atmosphäre, selbst wenn nur “CO²-neutrale” Energieträger genutzt werden würden.
Es geht beim Heizen mit Holz vor allem um Nachhaltigkeit.
Daher nur so viel Holz entnehmen wie wieder nachwächst. Das heißt das nachwachsende verbraucht das CO2 das man in der Luft freisetzt.
CO2 wird immer freigesetzt - egal ob es verrottet oder ob es verheizt wird. Wenn es verrottet werden sogar Kohlenwasserstoffe und da vor allem Methan freigesetzt, das deutlich Klimaschädigender ist.
Was beim heizen mit Holz schädlicher ist, ist wenn wir Holz entweder mit hohem Energieeinsatz trockenen (und das noch mit fossiler Energie machen) oder wenn wir Holz von weit her transportieren und damit auch noch mehr Holz verheizen als lokal nachwächst.
Wenn wir Holz verheizen, das anderorts als Möbelholz für den Bau, etc. gebraucht wird (also Dicke Baumstämme die in Sägewerken verarbeitet werden).
Das ganze System ist sehr komplex. Man kann also nicht einfach sagen: Holz heizen ist gut oder ist schlecht. Von nachhaltig betriebener Holzwirtschaft kommendes Holz ist deutlich besser als mit Gas oder Öl zu heizen.
Es ist wie beim Fischfang. Wer zu viel entnimmt schädigt das Klima.
Was ich sagen wollte :
Wenn nun Holz als nachwachsender Energieträger zu einem (von vielen) “Standbeinen ” unserer Energieversorgung - und von Geschäftsmodellen einschlägiger Firmen - werden sollte, dann ist das weder “nachhaltig”, noch im Sinne der Erreichung von Klimaschutzzielen , weil durch die höhere und weiter steigende Nutzung von Holz (aber auch von anderen ähnlich nutzbaren biogenen Materialien) dann auch mehr zusötzliche Treibhausgase durch die energetische Nutzung anfallen werden und dann auch lange in der Atmosphäre verbleiben, auch wenn CO² dann - zumindest theoretisch - auch rascher wieder durch in großer Zahl zum Zweck der Nutzung als Energielieferant herangezogene Bäume wieder in Holz gebunden werden würde.
Der gravierende Unterschied hinsichtlich ”Nachhaltiglkeit” und “Klimaverträglichkeit” besteht im Zweck der Aufzucht von Bäumen bzw. des Erhaltes von Bäumen und der Pflege von Wäldern :
Ob ein Wald als Kapitalanlage für die Nachkommen ( z.B. von bäuerlichen Familien, bzw. Forstbetrieben ) erhalten und gepflegt wird , damit auch diese in vielen Jahren (zumeist Jahrzehnten, aber auch Jahrhunderten) noch Einkommen aus vielfältiger Nutzung von Holz aus dem eigenen Wald (vor der eigenen Haustür ) erzielen können
oder
ob ein Wald bzw. Bäume zum Zweck der Nutzung als Energielieferant - vielleicht sogar in schnell wachsenden großflächigen Monokulturen in Form von Energieplantagen -angelegt bzw. “industriell augebeutet” wird, um in möglichst kurzer Zeit möglichst große Energiemengen liefern zu können.
An der Frage der tatsächlich nachhaltigen und klimaschonenden Nutzbarkeit biogener Energieträger, hängt dann auch die Frage, in welchem Umfang Biogasanlagen zur “klimaneutralen” Energieversorgung beitragen könnten und ob die Idee, bestehende Gasnetze auflassen zu wollen, vielleicht doch nocheinaml überdacht werden sollte, weil durch die weitere ( dann natürlich nur mehr klimaneutrale ) Nutzung der Gasnetze die Belastung der Stromnetze reduziert werden könnte.
Die faunalose Küche hat auch so einiges an Schmackhaftem und Nahrhaften zu bieten. Es geht also auch ohne Mehlwürmer & Co.
BTW: Es ist alles nur eine Kopfsache. Wenn ich ein Proteinpulver aus irgendeiner Proteinquelle wie Mehlwürmern erzeuge und als Ergänzung in eine Speise mische, merkst Du es gar nicht.
Ich durfte bei einer Gastfamilie mal Nieren und Hirn verspeisen, was ich erst mitbekommen habe, nachdem ich später das Wörterbuch zu rate gezogen habe.
Neben CO2 ist Methan ein noch größeres Problem. Aber zum Glück kann man da noch was machen. Keine Kühe züchten und kein Methan aus Bohrlöchern ablassen.