Das Atomkraftwerk Paks muss aufgrund des Niedrigwassers vom Netz genommen werden. Ministerpräsident Peter Magyar stimmt die Bevölkerung nun auf eine kritische Lage bei der Stromversorgung ein
Grund ist eine erwartete Hitzewelle, die mit der vollständigen Abschaltung des einzigen Atomkraftwerks des Landes zusammenfällt.
Diese Formulierung beschreibt aber den Grund der Abschaltung nicht korrekt.
Es wird das Atomkraftwerk nicht wegen irgendwelcher - vielleicht schon schon länger geplanter - Servicearbeiten „abgeschaltet“ , die zufälligerweise mit der gerade herrschenden Hitzeperiode „zusammenfallen“, sondern das Atomkraftwerke musste ursächlich wegen dieser Hitzeperiode „abgeschaltet“ werden, wegen sonstiger Überhitzung des erwärmten , in den Fluss zurückgeleiten Kühlwassers bzw. in weiterer Folge des Flusses selbst.
Auch in Frankreich mussten - wie auch schon vor einigen Jahren schan - aus gleichem Grund wieder einige Atomkraftwerke abgeschaltet werden.
Das Problem dabei : Der nukleare Teil eines Atomkraftwerkes lässt sich nicht einfach abschalten - es kann lediglich seine thermiche Leistung reduzuiert ( nicht aber auf „Null“ heruntergeregelt) werden- und muss daher weiterhin ausreichend gekühlt werden, um Beschädigung - oder gar Schmelzen - der Brennstäbe zu verhindern.
Dieses Problem wird in Zukunft - zufolge bereits prognostiziertem weiteren Anstieges der Tageshöchst-Temperaturen - und dadurch in Zukunft noch viel häufigerer und länger anhaltender Trockenperioden - in immer mehr Atomkraftwerken auftreten.
Grundsätzlich sind auch alle herkömmlichen fossilen (Gas-) Kraftwerke betroffen , sie können aber tasächlich thermisch abgeschaltet werden und erzeugen dann keine Abwärme mehr, die mit ausreichendem Mengen von Kühlwasser auch nach bereits erfolgter Abschaltungh noch abgeführt werden müsste.
Von extremen Trockenperioden - mit dadurch verursachter sehr geringer Wasserführung der Flüsse - sind allerdings auch herkömmliche Wasserkraftwerke betroffen, die dann nur mehr eine kleinen Teil ihrer bei Normalwasser möglichen Produktionsleistung erreichen können und daher weniger elektrische Energie (weniger Gigawattsunden) in die Energieversorgungsnetze einspeisen können.
Ungarn fährt sein einziges Atomkraftwerk Paks wegen des historischen Niedrigwassers der Donau erstmals seit fast einem halben Jahrhundert komplett herunter. Zum Betrieb ist das Kraftwerk auf Kühlwasser aus dem Fluss angewiesen. Der Meiler, der über vier Reaktoren russischer Bauart verfügt, lief am Sonntag mit nur etwas mehr als zehn Prozent seiner Gesamtkapazität. „Morgen wird das Kraftwerk Paks keinen Strom produzieren, während uns die heißesten Tage mit Temperaturen von 40 Grad Celsius bevorstehen“, erklärte Magyar. Er hatte gewarnt, dass Paks wochenlang stillstehen könnte.
Große Teile Europas sind von anhaltender Hitze und Dürre betroffen, was die Pegelstände der Flüsse sinken lässt und die Stromerzeugung gefährdet.
Die Mehrkosten für den Stromimport könnten sich auf 100 bis 200 Milliarden Forint (umgerechnet 270 bis 540 Millionen Euro) belaufen, erklärte Mark Radnai, stellvertretender Vorsitzender von Magyars regierender Partei Tisza, auf Facebook
Bleibt nur die Frage, woher diese Stromimporte kommen sollen, wenn fast alle Staaten Europas von dieser Trockenheit - und immer geringeren Wasserständen in den Flüssen - betroffen sind.