Vier Terawatt für Google in Kronstorf werden „viel von Importen abhängen“, sagt Energie-AG-Vorstand Schitter bei Armin Wolf. Windkraft-Ausbau dürfe bei Regen nicht vergessen werden
Vier Terawatt Strom pro Jahr für Googles Datencenter in Kronstorf im Endausbau wären ein Drittel des aktuellen Verbrauchs von ganz Oberösterreich. Ist das zu stemmen, fragt Armin Wolf Sonntagabend den Vorstandsvorsitzenden der Energie AG Oberösterreich in der ZiB 2.
Gerade hatte Schitter klargemacht: Österreich brauche in den nächsten 15 Jahren so viel Stromproduktion zusätzlich, wie das Land in den vergangenen 140 Jahren aufgebaut hat, seit das erste Kraftwerk ans Netz ging.
Wie das - allein wegen der dafür erforderlichen, aber nicht verfügbaren, Arbeitskapapazitäten der damit zu beauftargenden Firmen funkionieren soll, hat sich offenbar noch niemand überlegt.
Zwei Drittel der Energieproduktion in Österreich kommen derzeit aus Wasserkraft. Die anhaltende Trockenheit im Land macht 2026 zum „schlechtesten Jahr in der Unternehmensgeschichte“ der Energie AG Oberösterreich,
Diese Produktion aus Wasserkatft war zufolge der schon lange anhaltenden Trockenheit - z.B. - am 3. August 2026 um 60% geringer ausgefallen, als zum gleichen Tag des Vorjahres.
Den Strombedarf des Google-Datencenters in Kronstorf zu stemmen, sei „technisch möglich“, sagt Schitter. "Wir werden alle Anlagen bauen, die wir hier zusammenbringen. Aber es ist natürlich so, dass Österreich genauso Import hat. Das ist ja auch der Sinn eines Energie-Binnenmarktes.
„technisch möglich“ wäre das Stemmen des Strombedarf des Google-Datencenters nur dann, wenn der ebenfalls stark steigende Strombedarf aller andere Bedarfsträger ( z,B. Industrie , Verkehr , Raumklima ,… ) vernachlässigt wird.
Der Binnenmarkt kann auch keine Energie „herbeizaubern“, wenn ganz Europa von Trockenheit , Bränden oder auch Hochwasser betroffen ist, die zu drastischen Rückgängen der Energieproduktion und vielleicht sogar zu beschädigten Anlagen der Energieversorgung führen.
Das Hoffen auf dann vielleicht noch mögliche „Importe“ zur Deckung des österreichischen Energiebedarfe, ist also eher als verklausulierter Ausdruck für " keine Ahnung, wie wir dann den österreichischen Energiebedarf noch decken werden können" zu verstehen.
Genauso kann die Formulierung „Wir werden alle Anlagen bauen, die wir hier zusammenbringen.“ auch ein Hinweis darauf sein, dass die erforderliche Neuerrichtung von Produktionskapazitäten innerhalb der nächsten 14 Jahre (bis zur erwarteten Verdoppelung des Energiebedarfes ) gar nicht möglich ist - und daher nur soviel (aber weniger) Produktionskakapzitäten errichtet werden, wie „wir zusammenbringen“ können.
Auch die Hoffnung auf noch in Betrieb befindliche Atomkraftwerke scheint wegen fast überall fehlenden Kühlwassers zu vertrocknen.
Wer KI jetzt schon verwendet, und wer es in Zukunft noch mehr verwenden will, und das wollen wir ja alle, dann muss man auch Ja sagen zu diesen KI-Rechenzentren, zu diesen Datencentern."
Die Frage ist nur :
Wer will im persönlichen Alltag tatsächlich überall KI verwenden ?
Gartenbesitzer und Gemeinden , die wegen neuer Hochspannungsleitungen ihre schattenspendenden Bäume fällen lassen müssen ?
Besitzer von Trinkwasserbrunnen, die noch rascher fallende Grundwasserspiegel befürchten müssen, weil „ihr“ Grundwasser auch als Kühlwasser benötigt wird ?
Personen, die sich um die Zuverlässigkeit unserer Energieversorgung Sorgen machen und befürchten müssen, dass es dann noch häufiger zu Engpässen im Energieversorgungsnetz kommen wird, die dann eines Tages mit noch größerer Wahrscheilichkeit, als bisher angenommen, zu einem katastrophalen Blackout führen könnten ?