Diese Annahme ist aber - ausgenommen die Formulierung “weitgehend unverändert” - weiterhin korrekt.
Denn nur durch Dezentralsierrung allein - wenn jeder Haushalt (bzw. jedes Unternehmen) den Eigenbedarf an Energie (und vielleicht nur etwas mehr) selbst erzeugen wollen würde, würde zuverlässige Enrgieversorgung auch in Zukunft nicht möglich sein. Denn den meisten Haushalten und Unternehmen in Ballungsbereichen würde dann gar keine elektrische Energie zur Verfügung stehen, weil sie dort gar nicht über die Flächen und die Räume verfügen würden , um die erforderlichen Anlagen für die Erzeugung und Speicherung von Energie selbst errichten und betreiben zu können, selbst wenn sie dies wollten und auch tatsächlich selbst könnten. Alle diese Bedarfsträger ohne der Möglichkeit zur Eigenversorgung aber auch die Bedarfsträger mit Eigenversorgung (im Falle von Ausfällen der eigene Anlagen bzw. im Falle zu geringer Eigenproduktion) sind auf ein großflächig funktionierendes Energieversorgungsnetz mit ausreichenden Produktionskapazitäten zur Übernahme (= sofortige Lieferung) ausgefallener/zu geringer dezentraler Eigenproduktion angewiesen.
Durch private dezentrale Eigenproduktion (außerhalb der “herkömmlichen” großen Energielieferanten bzw. Netzbetreiber) entfällt - oder reduziert sich - die Notwendigkeit der östereichweiten Produktion elektrischer Energie und des Betriebes der erforderlichen Übertragungskapazitäten in keiner Weise, wenn im Falle von Störungen verbrauchereigener Produktionsanlagen diese Verbraucher nicht längere Zeit ( bis zur Reparatur und Wiederaufnahme der Eigenproduktion) ohne Versorgung mit elektrischer Energie bleiben sollen/können.
Bewertet man erneuerbare Energie weiterhin ausschließlich aus der Logik der Einspeisung, erscheinen Subventionen unvermeidlich; denkt man Energie hingegen dezentral, mit lokaler Nutzung, Speicherung und Backup und einem Netz, das primär als Ausgleichs- und Sicherheitsinfrastruktur dient, verschieben sich Kosten, Rollen und Machtverhältnisse grundlegend.
Ich verstehe vermutlich überhaupt nicht, was Du mit diesen Formulierungen meinst.
Werden deine Formulierungen von anderen verstanden ?
Ich versuche aber trotz meiner Dummheit zu erwidern :
Was meinst Du mit “Logik der Einspeisung” ?
Es braucht natürlich immer Einspeisung in das öffentliiche Energieversorgungsnetz, wenn Verbraucher ( z.B. wegen auch in Zukunft weiterhin fehlender Möglichkeit der Eigenversorgung - auch nicht aus Solarvoltaik ) über dieses Netz mit Energie versorgt werden müssen. Da führt kein Weg daran vorbei.
Ich stimme Dir zu, dass angestrebt werden sollte lokal produzierte, elektrische Energie auch lokal - möglichst gleich am Ort der Produktion - zu verbrauchen und mit dem Transport dieser Energie das öffentliche Versorgungsmetz gar nicht zu belasten.
Dezentrale lokale Nutzung von Eigenproduktion wird mit größer werdenden und immer dichter bebauten Ballungsräumen in Zukunft aber für immer mehr Verbraucher technisch gar nicht möglich werden, weil dort die Errichtung und der Betrieb dezentraler privater Produktionsnlagen für die Mehrzahl der Haushalte und Unternehmen gar nicht möglich sein wird.
Es wird also auch in Zukunft - trotz aller Bemühungen (und Erfolge) zur Dezentralsierung der Erzeugung elektrischer Energie - weiterhin ein flächendeckendes Versorgungsnetz für das das Last-Management und die Verteilung ( inklusive Import und Export) lokal und zentral erzeugter elektrischer Energie in Österreich geben müssen.
denkt man Energie hingegen dezentral, mit lokaler Nutzung, Speicherung und Backup und einem Netz, das primär als Ausgleichs- und Sicherheitsinfrastruktur dient, verschieben sich Kosten, Rollen und Machtverhältnisse grundlegend.
Kosten, Rollen und Machtverhältnisse werden sich aber nicht grundlegend ändern, weil die Notwendigkeit, die Planung, der Ausbau und der Betrieb (inklusive des Lastmangements ) des öffentlichen Energieversorgungsnetzes weiterhin unverändert erforderlich ist.
Grundlegende Änderungen, wären nur dann möglich, wenn Verbraucher und Unternehmen ( inklusive aller systemkritischen Einrichtungen und Dienste - z.B. auch des Lebensmittelhandels, der Gesundheitsversorgung, der Einsatzstellen von Feuerwehr, Polizei, Rettung …) vielleicht wochenlang ohne elektrische Energie auskommen könnten, wenn ihre eigenen Energie-Produktionsanlagen gerade ausgefallen wären und wegen des allgemeinen Fachkräftemangels - und vielleicht auch wegen gerade akuter Probleme mit Lieferketten - nicht sofort wieder in Betrieb genommen werden können.