China hat einen Prototyp für die Herstellung hochmoderner Halbleiter gebaut

China entwickelt Prototyp einer EUV-Maschine – Peking peilt Chip-Produktion für 2028 an

https://www.derstandard.at/story/3000000301374/china-hat-einen-prototyp-fuer-die-herstellung-hochmoderner-halbleiter-gebaut

In einem Hochsicherheitslabor in Shenzhen haben Wissenschafter nach Recherchen von Reuters den Prototypen einer sogenannten EUV-Maschine gebaut, die hochmoderne Halbleiterchips herstellen kann – eine Technologie, deren Zugang die USA China seit Jahren verwehren.

Er wurde von ehemaligen Ingenieuren des Halbleiterkonzerns ASML gebaut, die die EUV-Maschinen (EUV-Lithografie – Wikipedia) des niederländischen Unternehmens nachkonstruiert haben, wie zwei mit dem Projekt vertraute Personen sagten.

Noch im April hatte ASML-Chef Christophe Fouquet erklärt, China werde „viele, viele Jahre“ brauchen, um aufzuschließen. Die Existenz des Prototyps zeigt jedoch, dass China schneller vorankommt als erwartet

Ziel der chinesischen Bemühungen sei es, moderne Chips vollständig auf in China entwickelten Maschinen zu produzieren. „China will die USA vollständig aus seinen Lieferketten verdrängen“, sagte eine der Personen.

3 „Gefällt mir“

Das könnte noch interessant werden. Wenn China da Patente verletzt hat und ASML die internationale Community hinter sich bekommt, könnte es ein Einfuhrverbot für chinesische Chips geben. Die werden dann beim Zoll beschlagnahmt, so wie es US-Pharmariesen schon mit indischen AIDS-Medikamenten gemacht haben…

Ich denke eher, das so etwas die Chinesen überhaupt nicht juckt.

Ich vermute eher dass sie das eigene Land und dem eigenen Markt unabhängig von der westlichen Welt groß herausbringen wollen. Und dann - sobald sich die westliche Welt selbst zu Tode geschuftet hat (historisch gibt es viele Beispiele der zusammengebrochenen Imperien) kommen sie als großartige Retter der Zivilisation und bieten uns ihre Art der Weltsicht an. Die Menschen, denen es in 40 oder 50 Jahren “dreckig geht" werden, wie es die menschliche Natur nun mal ist, mit leuchtenden Augen und hungrigen Mägen den so empfundenen Rettern folgen.

Die Chinesen brauchen nur zu warten, denn die westliche Welt ist gerade dabei sie selber zu schwächen und abzuschaffen.

Es ist immer nur eine Frage der Zeit, bis neue Technologien von anderen nachgeahmt werden. Das ist ein normaler und völlig legitimer Prozess.

  • Apple bringt eine Kombination vom Telefon und Internetgerät auf den Markt und wird damit erfolgreich, dann kopiere andere Unternehmen auch dieses Erfolgsmodell.

  • die japanische Automobilindustrie wurde mit neuen organisations- und Produktionsmethoden erfolgreich (Kaizen, Lean Management, Just-in-time, Qualititymanagement), da haben europäische Unternehmen dem nachgeeifert.

  • ein Unternehmen verschafft sich durch Digitalisierung einen Wettbewerbsvorteil, da werden die anderen nachholen.

Im technischen Bereich kann man mit Patenten sich ein Schutzrecht sichern, um sich entweder einen Vorsprung gegenüber der Mitbewerber zu sichern, oder um über die Lizenzvergabe an Mitbewerbern das Patent wirtschaftlich zu verwerten.

Gleichzeitig soll ein Patentschutz den Mitbewerber motivieren, kreativ und innovativ zu werden, eine neue Lösung zu entwickeln, die das Patent umgehen kann. Dafür ist es sogar erlaubt, ein patentiertes Produkt im Labor zu Forschungszwecken nachzubauen, zu studieren und somit Erkenntnisse für eine Verbesserung zu entwickeln.

So soll durch Patente also die Innovation gefördert werden.

Wenn nun Lizenzierungen verwehrt werden, um eine patentierte, lizenzierte Technologie nutzen zu können, kann man also warten, bis der Patentschutz ausgelaufen ist (in der Regel maximal 20 Jahre nach Anmeldung) oder sich etwas Neues einfallen lassen.

Not macht zudem erfinderisch. Solange man also problemlos über den Markt auf bestimmte Technologie zurückgreifen kann, braucht man das Rad ja nicht neu erfinden. Fehlt einem dieser Zugang, z.B. aufgrund von Sanktionen, ist man gezwungen, innovativ zu werden. Der Innovationsvorsprung des Patentinhabers ist dabei meistens viel kleinerer, als gedacht, insbesondere wenn eine Handlungsnotwendigkeit besteht.

Daher sollte sich kein Unternehmen auf seinem Patentschutz ausruhen. Denn die größte Gefahr besteht nicht aus einer Weiterentwicklung einer bestehenden Technologie, sondern aus einem radikal anderen Lösungsansatz, der das eigentliche Produkt vollständig ersetzt. Und dann ist der Patentinhaber plötzlich altbacken und im Nachteil.

Beispiele:

  • Seilbagger - Hydraulikbagger
  • Harddisk - SSD
  • Röhrenfernseher - LCD-Bildschirm
  • Fax - Email
  • Panzer - Drohne
  • Pferde-Kutsche - Auto
  • Festnetztelefon - Smartphone
  • Rechenschieber - Taschenrechner
  • Waschbrett - Waschmaschine
  • Warenhaus - Online-Shop
  • Letterdruck - Fotolithographie
  • Dampfmaschine - Verbrennungsmotor - Elektromotor
  • Verkehrsschilder und Stadtpläne - Navi
  • Stereoanlage - Alexa oder Apple HomePod oder Smartphone mit Bluetooth-Lautsprecher
  • Fotographie mit Film - Smartphone
  • Relais-Steuerungen - SPS - Industrial-PC
  • Preisaufkleber auf den Produkten (mit allem, was da an Industrie dahinter gestanden ist, wie beispielsweise die Auszeichnungsgeräte, um die Preiseaufkleber auf die Waren aufzubringen) - Barcode, Scannerkassen und E-Ink-Preistafeln am Regal
1 „Gefällt mir“