Die Schauspielerin sprach bei der Re:publica Vienna über ihre Erfahrungen mit sexualisierter digitaler Gewalt, Klischeevorstellung von Opfern und welche konkreten Maßnahmen wirken würden
Die Zahlen sind bedrückend: 67 Prozent der Frauen in Deutschland schränken aus Angst vor digitaler Gewalt ihr Verhalten im Netz vorsorglich ein, wie eine repräsentative Befragung des Deutschen Frauenrats zeigt. Auch aus Angst vor sexualisierten Deepfakes und entwürdigenden KI-Darstellungen vermeiden sie es, Bilder, Videos oder persönliche Informationen in sozialen Medien zu teilen. 13 Prozent der Befragten haben bereits mit Deepfakes negative Erfahrungen gemacht, bei den 18- bis 39-Jährigen sind es sogar 21 Prozent.
Auch Collien Fernandes gehört zu den Betroffenen: Von der Schauspielerin und Moderatorin wurden jahrelang sexualisierte und pornografische Inhalte gegen ihren Willen verbreitet. „Das Schlimme ist, dass diese Frauen keine Handhabe haben,“ kritisiert Fernandes bei der Digitalkonferenz Re:publica Vienna am Samstagabend im Kulturhaus Brotfabrik in Wien. Die meisten Opferanwält:innen, mit denen sie etwa für TV-Dokumentationen gesprochen habe, hätten ihr gesagt, dass ihre Fälle eingestellt wurden.
Fernandes spricht auch von „immensen Belastungen“ durch Verleumdungen, von einer „Tat nach der Tat“. „Ich habe es mittlerweile mit so vielen nachweislichen Falschbehauptungen zu tun, dass ich dagegen nicht ankomme“, erzählt sie.