Dual Boot fĂŒr Linux + Windows

Wenn man als Windoof User mit Linux experimentieren möchte, wĂŒrde sich eine Dual Boot Installation anbieten. Hat das jemand funktionsfĂ€hig in Betrieb?

Es hat frĂŒher geheißen, dass Windows nicht sehr freundlich mit fremden Boot Managern umgeht. Gibt es Best Practrices fĂŒr Produkte, die man hier teilen könnte? Danke!

1 „GefĂ€llt mir“

Windows und Linux parallel installieren (Dual Boot)

Ich habe auf meinem Notebook eine 500-GB-SSD, auf der ursprĂŒnglich nur Windows installiert war. Um Linux zusĂ€tzlich zu installieren, habe ich folgende Schritte durchgefĂŒhrt.

1. Windows-Partition verkleinern

Zuerst muss man Platz fĂŒr Linux schaffen.

Dazu habe ich den MiniTool Partition Wizard (Free Edition) verwendet und die bestehende Windows-Partition verkleinert.

Wichtig dabei:

  • Nicht den freien Platz formatieren
  • Der Platz muss einfach „unzugeordnet“ (unallocated) bleiben

FĂŒr Linux Mint sind 30–50 GB ausreichend, ich habe etwas mehr Platz reserviert.

2. Linux-Installationsstick erstellen

Als nÀchsten Schritt habe ich einen bootfÀhigen USB-Stick erstellt.

Dazu habe ich verwendet:

  • Linux Mint (Cinnamon Edition)
  • Rufus zum Schreiben des Images auf den USB-Stick

Linux Mint habe ich gewÀhlt, weil die OberflÀche Windows sehr Àhnlich ist und daher der Einstieg leicht fÀllt.

Vorgehen:

  1. ISO-Datei von der Linux-Mint-Website herunterladen
  2. Rufus starten
  3. USB-Stick auswÀhlen
  4. ISO auswÀhlen
  5. Stick erstellen

3. Vom USB-Stick booten

Danach startet man den Rechner vom USB-Stick.

Je nach Notebook erfolgt das ĂŒber eine Taste wie:

  • F12
  • F10
  • ESC
  • oder ĂŒber das BIOS-BootmenĂŒ

Dort wÀhlt man den USB-Stick aus.

Linux Mint startet zunÀchst im Live-Modus, sodass man das System testen kann.

4. Linux installieren

Auf dem Desktop gibt es die Option:

“Install Linux Mint”

WĂ€hrend der Installation ist der wichtigste Punkt die Partitionierung.

Hier muss man auswÀhlen:

Installation im freien Speicherplatz

oder

Something else / Manuelle Partitionierung

Wichtig:

  • Nicht die Windows-Partition löschen
  • Den freien (unallocated) Speicher verwenden

Der Installer erstellt automatisch die notwendigen Linux-Partitionen.

5. Bootloader

Linux installiert automatisch den GRUB-Bootloader.

Dieser erkennt vorhandene Betriebssysteme und richtet ein BootmenĂŒ ein.

Beim Start des Rechners kann man dann auswÀhlen:

  • Linux Mint
  • Windows

6. Programme installieren

Nach der Installation habe ich noch einige Programme ergÀnzt:

  • OnlyOffice als Office-Suite
  • Thunderbird als Mail-Client
  • Brave Browser
  • Keepass XC
  • VLC

Damit funktioniert fĂŒr mich unter Linux fast alles, was ich im Alltag brauche.

Eine Ausnahme ist Microsoft Outlook, das unter Linux nicht nativ verfĂŒgbar ist. Das geht mir ehrlich gesagt ab. Vielleicht finden wir noch einen Mail/Kalender/Adressbuch Client der sich modern anfĂŒhlt.

Fazit

Mit diesem Vorgehen kann man Windows und Linux parallel auf einem Notebook betreiben, ohne Windows zu entfernen.

Beim Start des Rechners kann man jederzeit entscheiden, welches System man verwenden möchte.

1 „GefĂ€llt mir“

Es muss nicht unbedingt Dual Boot sein, die Linux Distros sind alle ein Live-System, das vom USB-Strick bootet und lĂ€uft. Wenn USB-Stick und -Interface nicht allzu lahm sind, ist das fĂŒrs Ausprobieren das Einfachste. Allerdings ist man da auf die Apps beschrĂ€nkt, die mit der Distro mitkommen, da man nur eine kleine RAM-Disk hat, um Sachen nachinstallieren zu können. Und diese Änderungen sind natĂŒrlich nach dem Abschalten weg. Dh sobald man Office-Apps ausprobieren und deren neueste Versionen will muss man Dual-Boot verwenden.

Genau darum Dual Boot - weil ich ja damit auch arbeiten möchte um Erfahrungen zu sammeln, nicht nur kurz ausprobieren (ja, da reicht Live System).