Dyson baut im vollautomatisierten Gewächshaus Erdbeeren an

1 „Gefällt mir“

We should go grow everything we eat [right here in Britain].

James Dyson

Österreich ist bei tierischen Produkten (Milch, Fleisch) fast vollständig selbstversorgend, bei pflanzlichen Produkten und besonders bei Fisch und exotischem Obst jedoch stark auf Importe angewiesen. Der durchschnittliche Importanteil für Nahrungsmittel und Grundstoffe liegt je nach Produktgruppe zwischen 5 % und über 90 %. Insgesamt wird geschätzt, dass etwa 30–40 % der in Österreich verbrauchten Nahrungsmittel und Grundstoffe importiert werden müssen, wobei der genaue Wert je nach Jahr und Produktgruppe variiert.

  • Milch und Milchprodukte: Selbstversorgungsgrad bei 177–182 % (Trinkmilch, Joghurt, Sauermilchgetränke) – hier wird mehr produziert als verbraucht.
  • Fleisch: 107–108 % (Rind, Schwein, Geflügel) – ebenfalls eine sehr hohe Eigenversorgung.
  • Obst: 45 % – fast die Hälfte muss importiert werden, besonders exotische Sorten wie Bananen.
  • Gemüse: 58 % – etwa 42 % werden importiert.
  • Fisch: 7–8 % – über 90 % müssen importiert werden.
  • Butter: 64–73 % – etwa ein Drittel wird importiert.
  • Getreide: 88–95 % – ein kleiner Teil wird importiert.
  • Pflanzliche Öle: 35 % – über 60 % müssen importiert werden

Von James Dysons Anspruch, alle Lebensmittel dort zu produzieren, wo diese benötigt werden, ist man also noch weit entfernt.

Nehmen wir zudem die (Groß-) Städte ins Visier, sieht es dort noch übler aus. Da muss Milch aus Tirol nach Wien geschafft werden.

Wir haben in unserer arbeitsteiligen Welt zudem einen Warentourismus etabliert: Die Zutaten für die Produkte, die bei uns auf dem Teller landen, stammen aus aller Welt und legen auch während der Veredelung und Zubereitung oft weite Strecken zurück. Berühmt-berüchtigt ist das Beispiel der Nordseekrabben, die zunächst nach Marokko verschifft werden, um dort gepult zu werden, bevor sie in Norddeutschland wieder verkauft werden. Doch dieses Phänomen betrifft nicht nur Krabben – es gilt auch für Brot, Joghurt, Bier und zahlreiche andere Lebensmittel.

Ein weiterer zentraler Aspekt in James Dysons Vision betrifft den Flächenbedarf der modernen Landwirtschaft. Um die benötigte Menge an biogenen Rohstoffen – sei es für die Ernährung, die Wirtschaft oder die Energieversorgung – zu erzeugen, sind enorme Flächen notwendig. Angesichts dieser Herausforderung ist Dysons Ansatz, vertikal zu bauen, keineswegs abwegig.

Tatsächlich gibt es bereits konkrete Beispiele für diese Idee: In Asien entstehen zunehmend Hochhäuser für die Tierhaltung (z. B. Schweineställe) oder den vertikalen Pflanzenanbau (sogenannte Vertical Farms). Diese Ansätze zeigen, dass die Nutzung der dritten Dimension eine vielversprechende Lösung für die Flächeneffizienz darstellen kann.