Gendergerechte Sprache - finale Feststellung


Klarstellung zur Sprachregelung, zur Moderation und zum weiteren Vorgehen

Das auf der neu gestalteten Homepage vereinzelt verwendete „:“ wurde inzwischen entfernt. Solltet ihr noch irgendwo welche finden, dann bitten wir um Info. Es wäre übersehen worden. Die Formulierungen entsprechen wieder den beschlossenen Vorgaben.

Die betreffende Änderung wurde von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter vorgenommen, der die geltende Regelung zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte. Es handelte sich um kein bewusstes Abweichen, sondern um ein Versehen.
Damit ist das Thema aus unserer Sicht sachlich erledigt.


Zur getroffenen Regel und zum Entscheidungsprinzip

Der Vorstand hat sich schon vor einiger Zeit intensiv mit dem Thema gendergerechter Sprache auseinandergesetzt und sich bewusst für einen Mittelweg entschieden, der unterschiedlichen Haltungen Rechnung trägt.

Wir sind dabei nicht nach dem Prinzip der maximalen Durchsetzung einer Position vorgegangen, sondern nach dem Prinzip des Consent:
Eine Regel gilt dann als tragfähig, wenn sie keinem der Beteiligten unzumutbaren Schaden zufügt, auch wenn sie nicht für alle ideal ist.

Uns ist bewusst:

  • Manche Menschen lehnen Gendern grundsätzlich ab.
  • Andere empfinden nicht gendergerechte Sprache – insbesondere Formulierungen wie „ihr seid alle mitgemeint“ – heute als Affront.
  • Gleichzeitig gibt es berechtigte Bedenken hinsichtlich Lesbarkeit, Vorlesbarkeit und Barrierefreiheit, vor allem bei Schreibweisen mit Sonderzeichen.

Wir teilen die Einschätzung, dass „ihr seid mitgemeint“ im Jahr 2025 keine zeitgemäße Lösung mehr ist.
Gleichzeitig respektieren wir Menschen, die stark gegenderte Schreibweisen als sprachlich schwer lesbar empfinden.

Unsere Regel versucht daher bewusst, beiden Seiten entgegenzukommen:

  • gendergerechte Sprache durch Doppelnennungen oder neutrale Begriffe,
  • kein Binnen-I, keine Sonderzeichen,
  • gute Les- und Vorlesbarkeit,
  • und vollständige Übereinstimmung mit den Empfehlungen des Rates für deutsche Rechtschreibung.

Das ist kein ideologisches Statement, sondern ein pragmatischer Kompromiss, der das Zusammenleben in einer heterogenen Gemeinschaft ermöglicht.


Zum Vorwurf „autokratischen Handelns“

Im Zusammenhang mit der Moderation wurde der Vorwurf erhoben, ich hätte autokratisch gehandelt, indem ich die Diskussion im Forum beendet habe.

Als Moderator und in meiner Funktion bin ich jedoch verpflichtet, nach den Beschlüssen des Vorstandes und den geltenden Regeln des Vereins zu handeln und diese auch durchzusetzen.
Das ist keine Autokratie, sondern die Umsetzung demokratisch getroffener Entscheidungen.

Autokratisch wäre es, Regeln willkürlich zu ändern, Meinungen zu unterdrücken oder formale Änderungswege zu versperren.

Nichts davon ist geschehen. Der Weg zur Änderung der Regel ist klar definiert und steht allen offen – etwa über einen Antrag an die Generalversammlung.

Die Regel gilt für die Institution, ihre offiziellen Texte und moderierten Räume.
Sie ist kein Meinungsgebot für einzelne Mitglieder.

Was jedoch nicht zielführend ist, ist das ständige erneute Infragestellen einer gültigen Regel im laufenden Betrieb. Organisationen kommen so nicht voran.


Fokus auf das Wesentliche

Zusammenleben erfordert Rücksichtnahme. Genau das versuchen wir mit dieser Regel zu leben.

Was dem Verein hingegen schadet, sind dauerhafte Grundsatzdebatten und Aufreger, die viel Energie binden, aber keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn bringen. Eine fortgesetzte Diskussion schadet dem Verein mehr als ein übersehenes Zeichen in einem Wort es jemals könnte.

Ich würde mir daher wünschen, dass wir unsere gemeinsame Energie wieder auf das richten, was den Verein stärkt:

  • gut vorbereitete Vorträge und Veranstaltungen,
  • Mitgliedergewinnung und Aktivierung,
  • digitale Angebote mit echtem Mehrwert.
  • Diskussionen über Themen die Mitglieder wirklich interessieren.

Abschließender Punkt

Die Sprachregelung ist bewusst gewählt, tragfähig, veränderbar – und sie gilt.

Moderation bedeutet, diese Regel anzuwenden, nicht, sie bei jeder Gelegenheit neu zu verhandeln.

Ich sehe die Diskussion damit als abgeschlossen und lade dazu ein, den Blick wieder auf unsere gemeinsamen Ziele zu richten.

Herzlichen Dank und frohe Weihnachten.

4 „Gefällt mir“

Nochmals: {für den Bereich des feministischen Genders gilt für mich}

  • Ich bin dafür verantwortlich: was ich sage - und nicht was andere interpretieren.
  • Für mich genügen die Höflichkeitsformen meiner Großmutter, vor allem deshalb: weil sie in den 1960er-Jahren, vom damals neuerwachtem Feminismus neu eingefordert und dadurch bestätigt, wurden.
  • Allen Menschen gegenüber: pflege ich Respekt und Wertschätzung
  • Ich lasse mir von niemandem eine Kommunikation einschränken bzw. die Art der Kommunikation vorschreiben und werde Repressalien nicht nachgeben.

Was mich ärgert ist der Umstand: daß die Befürworter des Genderns mit Sonderzeichen, den Umstand negieren wollen: daß ca ⅔ meiner Pro-Seminaristinnen (die meisten sind akt. Feministinnen), gegen die Sonderzeichen beim Gendern, eingestellt sind. Den Damen genügt es: wenn sie mit der klassischen Höflichkeitsform angesprochen werden sowie in der klassischen Gesellschaftsform postuliert werden.

Auch meine Kolleginnen erzählen: daß in ihren Vorlesungen ein Großteil der Feministinnen vom Gender-Sonderzeichen abgewendet haben. Das Feedback dazu: sei nett, aber nicht praktikabel.

Was mich persönlich wundert:

Der Feminismus der 70er, wo die Frauen das Recht haben wollten: zu beweisen: daß viele von ihnen mehr können als die Gesellschaft ihnen zutraut; wurde durch den Feminismus der 90er abgelöst: in dem die Frauen auf den Arm genommen und “zu höheren Weihen" gehoben werden wollen.

Meine Mutter war eine selbstbewusste Frau welche neben meines Vaters Firma bereits einen eigenen Betrieb am Laufen hatte. Wärend der NS-Übernahme musste sie als “Hausfrau" und eher im verborgenen agieren doch hat sie, sobald der Krieg zu Ende war, Selbstständig einen Betrieb aufgezogen und konzentrierte Narungsmittel für die Wiener Bevölkerung hergestellt. Auch meine beiden Schwestern waren immer selbstbewusst und Eigenständig.

Bestärkt durch meine jüngste Schwester weiß ich zu berichten: Alle Beide würden im Grab rotieren: wüssten sie von diesem neuen Feminismus und den Unhöflichkeiten des Genderns. Auch meine Schwester meint: daß durch den neuen Feminismus den Frauen sehr viel Eigenständigkeit und Selbstvertrauen, genommen wird und die Erfolge, welche seit den 1960er-Jahren errungen wurden, dadurch verloren gehen.

Den Menschen meiner Umgebung ist es wichtig: als Mensch, in einer respektvollen Weise angesprochen zu werden. Gleichzeitig ist es ihnen wichtig: daß ihre Arbeit und ihre Leistung, vollumfänglich {also 24/7 und nicht nur als Arbeitskraft} wertgeschätzt wird.

Die Fixierung auf das Gendersternchen geht am eigentlichen Thema vorbei. In unserer Regelung kommt es nicht vor – und dennoch wird so getan, als ginge es genau darum. Damit wird eine Scheindebatte befeuert, die jenen nützt, die unter dem Schlagwort „woke“ etwas ganz anderes meinen.

Denn worum es tatsächlich geht, ist etwas Grundsätzliches:
Sichtbarkeit, Wertschätzung und reale Gleichstellung von Frauen.

Viele Frauen sagen zu Recht: Sprache formt Wirklichkeit.
Wenn wir sprachlich unsichtbar machen, dass es Ärztinnen, Ingenieurinnen, Führungskräfte gibt, dann wirkt das – oft unbewusst – auf Wahrnehmung, Anerkennung und letztlich auch auf Chancen.

Dass man „zum Arzt geht“, obwohl man eine Ärztin meint, war lange üblich. Genau darin lag aber das Problem: Die Leistung von Frauen blieb sprachlich verdeckt – und damit auch gesellschaftlich weniger sichtbar und weniger selbstverständlich. Sprache ist nicht alles, aber sie ist Teil des Systems, das Ungleichheit stabilisiert.

Natürlich geht es auch um gleichen Lohn für gleiche Leistung, um gleiche Karrierechancen und um die nach wie vor geringe Zahl von Frauen in Vorstandsetagen und Führungsfunktionen. Das sind reale, messbare Ungleichgewichte – keine ideologischen Fantasien.

Die Reduktion dieser Themen auf ein „deppertes Genderzeichen“ verharmlost den Kern der Debatte.
Und ja: Hinter vielen dieser Abwehrreaktionen stehen unausgesprochene Narrative wie

  • „Früher war alles besser“
  • „Frauen sollen sich wieder auf Haushalt und Kinder beschränken“

Das mag selten offen gesagt werden – mitschwingen tut es dennoch.

Unser Ansatz ist ein anderer: Rücksicht statt Kulturkampf, Sichtbarkeit statt Provokation, Verantwortung statt Daueraufreger.
Zusammenleben bedeutet, Unterschiede anzuerkennen und Lösungen zu suchen, die niemanden aus dem Diskurs drängen – weder sprachlich noch gesellschaftlich.

Darum geht es. Nicht um Sonderzeichen. Sondern um Haltung.

4 „Gefällt mir“

Eine schwierige Balance. Ich muss gestehen dass ich anders empfinde (also eher dass in vielen Funktionen das Geschlecht tatsächlich irrelevant ist und das generische Maskulinum das auch ausgedrückt hat), aber bewundere wie Du versuchst den Gleichgewichtspunkt zu finden.

Lieber Franz, Männer neigen dazu, dass das generische Maskulinum ohnehin für das „mitmeinen“ von Frauen ausreichend ist. Als Frau kann ich Dir sagen, dass ich das nicht zeitgemäß finde, und es ist auch statistisch nachweisbar, dass diese Sicht einschlägig männlich ist.

3 „Gefällt mir“

Ja, Andrea - da gibt es meiner Ansicht nach nur einem Weg, die Rücksicht, den Respekt und unsere europäischen Werte, wieder herzustellen. (Woher dieses respektlose “mit gemeint in allen Lagen" kommt kann ich Dir auch nicht sagen - lt. meiner Familie ist es in Wien bereits 1939, zum Unmut der Bürgerlichen, aufgetreten)

Senden wir uns wieder der europäischen Kultur, dem Benehmen und dem Respekt zu und. verweigern wir die Erziehung unserer Kinder und Jugendlichen, nach amerikanischen Einflüssen.

Auch sollten wir - statt Vorgaben aus Hollywood - anfangen: in unseren Medien ein soziales Miteinander zu verherrlichen.

(Da sich die USA bereits am absteigenden Ast befindet sollten wir, nicht nur in Österreich, anfangen: und als europäische Bürger zu sehen, unsere Werte entsprechenden auszurichten sowie zu verteidigen)