Hitze, Kälte, Kulturkampf: Der Streit um die Klimaanlage

Lange galten Klimaanlagen in Europa als Luxus. Doch mit jeder neuen Hitzewelle werden sie mehr zur Notwendigkeit – obwohl sie das Klimaproblem verschärfen

https://www.derstandard.at/story/3000000333383/hitze-kaelte-kulturkampf-der-streit-um-die-klimaanlage

Der Anteil der Haushalte mit Klimatisierung in Europa liegt bei gerade einmal 23 Prozent – die USA, China und Japan stehen bei 79 Prozent und darüber.

In Österreich hat sich die Zahl der Haushalte mit Klimaanlagen laut Statistik Austria binnen vier Jahren nahezu verdoppelt – von 210.000 im Jahr 2020 auf 415.000 im Jahr 2024. Damit verfügt mittlerweile jeder zehnte Haushalt über eine Klimaanlage.

Weltweit wurden im Jahr 2024 laut Internationaler Energieagentur (IEA) 200 Millionen Klimageräte verkauft – stolze 25 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor.

Allerdings macht ausgerechnet die Klimaanlage das Problem, das sie zu bekämpfen versucht, noch größer. In die Gebäudekühlung fließen derzeit knapp zehn Prozent des weltweiten Strombedarfs, wie Forschende im Wissenschaftsmagazin Nature im Februar vorrechneten. Kühlung verursacht rund vier Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Der Stromverbrauch von Klimaanlagen ist seit 2015 weltweit um 50 Prozent auf rund 2.900 Terawattstunden pro Jahr gestiegen – mehr als der gesamte Stromverbrauch der EU.

Bis 2050 dürfte der Bedarf an Klimaanlagen laut IEA gegenüber 2024 auf mehr als das Dreifache steigen. Gleichzeitig dürften sich dadurch auch die Treibhausgasemissionen verdoppeln oder sogar verdreifachen. Diese Entwicklung stellt zunehmend auch die Stromnetze vor Probleme. Während Hitzewellen erreichte die durch Klimaanlagen verursachte Spitzenlast im Jahr 2025 weltweit 1.400 Gigawatt – so viel wie die gesamte Kraftwerksleistung der USA. Laut Nature erhöht das das Risiko von Stromausfällen – gerade dann, wenn Kühlung am dringendsten benötigt wird.

Viele sogenannte Split-Klimaanlagen geben die Hitze, die sie den Innenräumen entziehen, nach außen ab. Dadurch heizen sich die Städte zusätzlich auf. Die Folge: noch mehr Klimageräte.

Da glaubt jemand in Österreich noch ernsthaft, die derzeitigen Produkionskapazitäten für elektrische Energie „nur“ verdoppeln zu müssen, um all den sich bereits jetzt deutlich abzeichnenden - und in Zukunft rasch steigenden - Bedarf an elektrischer Energie noch ausreichend abdecken zu können ?

Zum Glück kommt bei mir der Strom für die Klimageräte von der PV am Dach.
Neue Häuser können mit Wasserrohren in Boden, Wänden, Decken beheizt als auch gekühlt werden. Kühlung am Besten per kalten Wasser von Bächen oder Brunnen - aber das ist bald auch nicht mehr so sicher. Bleibt nur mehr Wärmepumpe + PC (mit Akku) dazu.

Das Schöne bei Klimaanlagen ist, man braucht sie vor allem dann, wenn die Energie die vom Himmel kommt gratis ist. Je mehr Sonne, desto mehr Klima wird benötigt. Und da das Klimaneutral ist, verschärft die Klimaanlage das Klimaproblem auch nicht.

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Das betrifft aber nur die Frage des zusätzlichen Energieaufwandes für die Raumkühlung und gilt in der von Dir verwendeten Formulierung - „gratis“ - nur für die Bewohner von Einfamilienhäusern, die ihren Gesamtbedarf an elekrischer Energie fast vollständig mittels Solarvoltaik am eigenen Dach, gemeinsam mit ausreichnend groß dimensionierten Batterien in der eigenen Garage bze. im eigenen Keller - ohne Belastung des öffentlichen Energieversorgungsnetzes - decken können.
Für die Bewohner dichter bewohnter Regionen, wo Solarvoltaik auf Dächern nicht mehr zur Deckung des Energiebedarfes aller Bewohnert unter diesen Dächern ausreicht , gilt das aber nicht mehr. Die müssen den Energiebedarf ihrer Klimaanlagen daher jedenfalls aus dem öffentlichen Energieversorgungsnetz beziehen.

Es ist aber nicht nur die zukünftige Energieversorgung all der in Zukunft noch in Betrieb zu nehmenden Klimanlagen ein Problem , sondern auch die zusätzliche Aufheizung der ohnehin schon sehr heißen Umgebung dicht bebauter Bereiche, die zu noch mehr - und noch leistungsfähigeren - Klimanlagen (und zu noch mehr Energiebedarf und zu noch weiterer Aufheizung der Umgebung) in dicht bebauten Gebieten führen wird.

Erich, das ist bloß den Versäumnissen der Energietransformation geschuldet!
Selbst in Wien, ausreichend PV, wo immer möglich, platziert würde eine gewaltigen Sprung nach vorne bieten! Akku-Zentren dezentral und sicher aufgestellt würden auch dazu beitragen.

Da PV Paneele ja Energie, in der Fläche wo diese stehen, entziehen, kann es nicht zu einer zusätzlichen Aufheizung führen.

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Ich habe unlängst mit jemandem von Wienenergie gesprochen. Sie bauen im Monat die Fläche von 2 Fussballfeldern PV in Wien zu.

Ich bin sicher, Erich hat Ideen wie wir den Ausbau beschleunigen können. Er zeigt ja immer die Probleme auf. Vielleicht hat er ja auch gute Lösungen?

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Die Klimakatstrophe wird aber primär nicht durch höhere Sonneneinstrahlung, sondern durch den Treibhausgaseffekt - die stark reduzierte Abstrahlung der auf unseren Planeten insgesamt eingstrahlten Sonnen-Energie durch Schadstoffe mit hohen CO²-Aquivalenten in der Athmosphäre verursacht.

Solarvoltaikanlagen (und andere Produktionsanlagen für „erneuerbare“ Energie ) ändern an der Menge dieser Schadstoffe in der Atmosphäre (und deren weiterer Zunahme) - und damit am primären Problem der Klimakatastrophe - gar nichts,
solange diese Energieproduktion hauptsächlich verwendet wird

um den weiter steigenden Energiebedarf abzudecken (z.B. durch weiter steigenden Verkehr , durch die stark zunehmende Anzahl von Klimaanlagen/Wärmepumpen, durch immer zahlreicher und immer noch größer „benötigte“ Rechenzentren oder für den Betrieb der Infrastruktur von Kryptowährungen , … )

und nicht hauptsächlich eingesetzt wird,

um die CO²-Aquivalente von Schadstoffen aus bestehenden gewerblichen und industriellen Prozessen und weit verbreiteten Verbrennungsprozessen rasch und dauerhaft wirksam zu reduzieren (z.B. bei allen Arten des Verkehrs mit Hilfe fossil angetriebener Motoren /Aggregate, auch im Flugverkehr - und im Bereich der Verwendung von Wärmeenergie, auch in Privathaushalten und auch aus der Landwirtschaft).

Eine etwas „seltsame“ Auskunft von Technikern - als ob „Fußballfelder“ nun schon zu den SI-Einheiten ( Internationales Einheitensystem – Wikipedia ) zählen würden - und ob in Zusammenhang mit Energieproduktionsanlagen die von ihnen benötigte Fläche die wichtigste technische Kennzahl wäre.
Ich versuch’s hier umzurechnen :

1 Fußballfeld (für Profi) = ca. 5.000 m² ( ca. 50 x 100 m , Fußball Spielfeld: Alle Daten, Größe & Maße bis 2026 ) , nicht einmal die Fläche eins Fußballfeldes kann offenbar genau angegben werden.
Für 1 kWp wird ca . 6 m² Fläche benötigt ( Photovoltaik Leistungsangaben - Wirkungsgrad, Kilowatt peak, Leistung ) , primär abhängig von der technischen Ausführung ( amorph, polykristallin, monokristallin; semitransparent, bifazial ) und der Aufstellung/Montage (vertikal., horiziontal, Neigungswinkel ) der Module ( https://de.wikipedia.org/wiki/Solarmodul ) und dem Ausmaß ihrer Abschattung ( z.,B. durch benachbarte Bebauung, Gelände, Bäume . … ) Pro 1 KWp kann pro Jahr durchschnittlich ca 1 MWh Energie erwartet werden.

Die 2 Fußballfelder können daher vermutlich mit 3.000 [m²]/ 6 [m²/kWp]= 500 [kWp] Modulen (also deutlich weniger, als 1/10 der Leistung eines einzigen neuen Windrades - mit vielleicht 6 MW Leistung ) bestückt werden, von denen dann
pro Jahr 500 [kWp] x 1 [MWh/kWp] = 500 MWh Energie (immerhin die halbe Produktionskapazität des Donaukraftwerkes Wien Freudenau - und noch dazu unabhängig von zu geringer Wasserführung der Donau) erwartet werden könnte.

Das kommt jeden Monat hinzu - oder war nur zum Zeitpunkt deines Gespräches - während der letzen Monate davor so ?

Ich bin sicher, Erich hat Ideen

Warum sollte immer ich Ideen haben ?
Ich teile hier lediglich die Meinung/das Wissen anderer, weil ich deren Meinung/deren Wissen für richig/wichtig erachte.

So viel scheint mit jedenfall wichtig und richtig zu sein :
Es bringt für den Klimaschatz und die Klimaanpassung in Österreich gar nichts, wenn wir uns gegenseitig die Klimastatistiken oder Energieverbrauchsstatistiken der Welt auf die Knöpfe knallen, das bringt nur unnötige Kopfschmerzen, aber kein einziges zusätzlich eingespartes Gramm CO².

Jedenfalls muss aber jedes Gramm CO² ( bzw. jeder zum Treeibhausgaseffekt beitragender Schadstoff) hier - innerhalb unsreres eigenen Wirkungs- und Entscheidungsbereiches in Österreich - möglichst sofort und vollständig eingespart werden , wenn wir unseren nationalen Anteil zum Klimaschutz beitragen sollen/wollen.

Wenn dies noch als „unmöglich“ erscheinen sollte, dann müssen wir alle unsere natürliche Intelligenz, das Wissen, Können - und vor allem auch das Wollen - der gesamten österreichischen Gesellschaft (nicht nur einiger Wissenschaftler oder Zugehöriger einer „abgehoben“ , „aktivistischen“, vielleicht „rechts/links-orientierten“ politisch/gesellschaftlichen Elite ) mobiliseren, und dürfen vor allem nicht auf irgendwelche rettende „Lösungen“ durch erst noch erwartetet/erhoffte Innovationen oder durch „revolutionäre“ - aber vielleicht frei halluzionierte - Antworten aus KI-Systemen warten.

Und klar ist auch, dass wir
sowohl
für wirksamen sofortigen Klimaschutz,
aber auch
für die schon genau so lange erforderlichen Anpassungsmaßnahmen( jedenfalls deutlich mehr und deutlich aufwendiger/teurer, als nur einige Wassernebelduschen und Trinkwasserbrunnen im Wiener Straßenraum ) rasch geeignete Maßnahmen setzen und für diese auch ausreichende Finanzmittel aufbringen werden müssen.

Und klar ist auch, dass den heurigen Trockenperioden in den folgenden Jahren noch viel katastophalere Trockenperioden folgen werden und auch die regelmäßig zu erwartenden Unwettergeschehnisse nach dem Ende jeder Trockenperiode noch größerer Schäden, als zuletzt im jeweiligen Vorjahr, verursachen werden.

Einige der schon länger existierenden Ideen (alle aber nicht von mir ! ) :

  • Reduktion und strikte Überwachung der gefahren Höchstgeschwindigkeiten auf allen unseren Straßen - auch auf Autobahnen.

  • massiver Ausbau eines Brauch- ( bzw. Lösch- ) Wasserleitunsgnetzes ( mit strategisch verteilten Brauchwasser-Speichern - bzw. Teichen.

  • Für die Beschneiungsanlagen kilometerlanger Pisten war/ist das möglich,warum also nicht auch für andere Zwecke ( Landwirtschaft, Forstwirtschaft , Stadt-Ortspflege, WC-Spülungen… ).

  • Beschattung aller Haltestellenbreiche jedes öffentlichen Verkehrsmittels und aller Parkplätze ( … ), Austattung mit großen kühlenden und/oder Energie-produzienden Dächern

  • Reaktivierung aller ( auch vormaliger ) Bahntrassen für Personen und Gütertransporte .

  • Neukonzipierung der Fahrzeuge/Züge für Massen Verkehrsmittel, um den Transport von Stückgut / Gütern / großem Reisegepäck im gleichen Fahrzeug/Zug , in dem auch der Reisende befördert, wird zu ermöglichen.

  • Re-Etablierung des Stückgut- und Gepäcks- Transportdienstes an jeder größeren Haltestelle öffentlichen Verkehrs

  • Konzeption eines den zukünftig zu erwartenden weiter steigenden Bedarf (z.B. nach deutlichem Rückgang der Anzahl von Privat-PKW ) öffentlichen Verkehrsnetzes, vorzugsweise mit Verkehr über weitere neue Schienentrassen.

    Bisher wird immer über die fehlenden - flächeneckend nicht verfügbaren öffentlichen Verkehrsmittel geklagt und dieser Umstand offenbar nur achselzuckend zu Kenntnis genommen , statt ihn proaktiv zu ändern.

Auch wenn diese Ideen von euch vielleicht als Anzeichen großer Naivität gewertet werden könnten, so sind dies doch konkrete Ideen, mit deren Umsetzung sofort begonnen werden kann, ohne erst auf irgendwelche umwälzende technische Innovationen warten zu müssen.
Ihr werdet aber sicher auch selber , vielleicht sogar viel rascher umsetzbare, Ideen haben ?

Zum Glück muss ich da niemand fragen, außer mein Geldbörserl :grin:l