iPad als Desktop-Ersatz

Nach dem Update auf iPadOS 26 habe ich wieder einmal versucht, mein iPad als Desktop-Ersatz zu verwenden. Woran es scheitert, erfahrt ihr hier.

Hardware

iPad Pro Pro (11 Zoll, 4. Generation) mit M1 Prozessor
Philips 499P9 als Monitor (Auflösung 5120 x 1440), der über USB-C am iPad betrieben wird.

Erfahrungen und Probleme

  • Mein an den Monitor angeschlossener USB-Hub wird oft nicht im ersten Moment erkannt. An- und Abstecken hilft aber praktisch immer. Das Problem existierte schon mit früheren Betriebssystem-Version.
  • Die Auflösung des Monitors wird zwar korrekt eingestellt, aber der Monitor wird mit nur 60 Hz statt 70 Hz angesteuert. Es könnte sich dabei um eine Einschränkung des M1 oder von USB-C handeln.
  • Schriften und Bedienelementen sind am externen Bildschirm viel zu groß, was die nutzbare Fläche beschränkt. Die Größe lässt sich mit dem Fremd-Monitor nicht einstellen. Angeblich geht das mit unterstützten (Apple-?) Monitoren sehr wohl. Auch dieses Problem existiert immer schon.
  • In Video-Konferenzen kann man immer nur den internen Bildschirm teilen. In Hybrid-Settings, in denen man das iPad am Projektor angeschlossen hat und das projizierte Bild (und nur das) mit Online-Teilnehmern teilen will, funktioniert das nicht. Für dieses Szenario ist das iPad schlicht unbrauchbar.
  • Neues Problem: Die gesamte Oberfläche des iPadOS 26 stürzt teilweise im Minutentakt ab, besonders wenn bestimmte Gesten ausgeführt werden. Das Problem wird häufiger, wenn bestimmte Apps geöffent sind (z. B. Edge). Es könnte sich um ein Problem mit dem Hauptspeicher handeln (zu wenig?). Jedenfalls dürfte das iPad dann nicht abstürzen. Die Oberfläche startet nach ein paar Sekunden neu. Allerdings müssen alle Apps neu gestartet werden. und Fortschritte gehen je nach App verloren, wenn man nicht gespeichert hat. Das Problem ist unabhängig davon, in welchem Mutlitasking-Modus das iPad betrieben wird (Vollbild, Fenster-Modus, Stage Manager). Es tritt nur zusammen mit dem externen Bildschirm auf, was den Verdacht erhärtet, dass ein Mangel an Hauptspeicher die Ursache ist. Schließlich teilen sich ja Grafikkerne und CPU-Kerne bei den Apple-Chips den gleichen Hauptspeicher (Unified Memory-Architektur).
  • Die Richtung des Mauspfeils wird vom Apple Magic Trackpad anfangs verkehrs interpretiert. Hoch/runter sind links/rechts und umgekehrt. Sonderbarerweise korrigiert sich das nach einigen Sekunden. Es dürfte sich also um einen Bug in iPadOS 26 handeln.

Fazit

Insgesamt sind die Probleme im Betrieb mit dem externen Bildschirm so zahlreich und schwerwiegend, dass diese Funktion weitgehend unbrauchbar ist. Es ist eine Schande für Apple, dass diese Probleme nach fast 5 Jahren immer noch nicht behoben sind. Ich habe mich damals für das teure iPad Pro entschieden, weil ich hoffte, dass ich es häufig als Desktop-Ersatz u. a. auch für Trainings einsetzen kann. Es ist wirklich untypisch für Apple, dass so unausgereifte Produkte und Funktionen auf den Markt gelassen werden.

Ich bin trotzdem ein Fan des iPad, wenn man es in seinem ureigensten Revier als Tablet, evt. mit angeschlossener Tastatur und Maus verwendet. Am externen Monitor ist es aber unbrauchbar. Da ist Android weit überlegen.

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Um den Preis eines gscheiten iPad + Zubehör, bekommst fast schon einen MacAir. :laughing:

Was heißt fast? Da bekommst du fast schon ein MacBook Pro. Aber darum geht es nicht. Ich brauche für Trainings einen Touch-Screen mit Stift-Unterstützung. Und das Setting ist ja nicht ganz so ungewöhnlich, sondern kommt im Schul-Bereich, den ja Apple besonders adressieren will, täglich millionenfach vor.

Da hat Microsoft mit dem Surface Laptop Studio die eindeutig bessere Lösung am Start. Ja, das ist noch teurer. Aber dafür funktioniert es ohne Einschränkungen.

Ich bin vermutlich vollständig anders gestrickt - ich habe mir ein iPad gekauft und habe es versucht einzusetzen, bin aber bei allem was ich versucht habe immer unzufrieden gewesen, weil mir das Ding wie eine Krücke vorkam.
Ich mag nach wie vor, mein Windows Tablet - weil es ein vollständiger PC ist - und einfach alles drauf geht. Einziger Kritikpunkt für mich ist dort der Stromverbrauch. Das Thema habe ich mit einer Powerbank für mich gelöst.

Für mich scheint es so, dass Apple nur allzu halbherzig das Überschreiten der vorgesehenen Gerätegrenzen zulassen möchte. Schließlich will man lieber 2 vollständige Geräte verkaufen. Dh iPads dürfen keine vollständigen PCs werden (auch wenn ich gehört habe, dass Mehrfenstertechnik jetzt am iPad gut funktionieren soll) und Macs sollen sich schon gar nicht wie Tabletts verhalten und deswegen wird es nie Touchscreens in MacBooks geben

Es kommt ja immer auf den Anwendungsfall an, für den man das Gerät nutzen möchte. So ist für mich das iPad das Alltagsgerät geworden, das mich überall begleitet: im Internet surfen, Videos schauen, Musik hören, Emails- & Nachrichten scheinen, ChatGpt befragen, Notizen schreiben uvm.

Wenn ich aber Webseiten bearbeiten, Designs erstelle, schön gestaltete Texte erstellen, Tabellenkalkulation verwende oder Code, freue ich mich über mein MacBook Air.

Und bei machen Aufgaben, wo der Platz am Monitor des Laptops nicht ausreicht, nehme ich halt einen Desktop Rechner.

Für mich reicht in einem überwiegend Fall das iPad aus. Weil es für mich alltagstauglicher und mobiler ist. Zudem hat es Mobiles Internet. Das MacBook und den Desktop Rechner nehme ich nicht überall mit hin.

Vielleicht ist das iPad bei mir auch ein Ersatz für ein Smartphone, da ich beobachte, dass andere Menschen viele der Aufgaben, die ich am iPad mache, fleißig am Smartphone abwickeln. Meine Finger sind leider für die winzigen Tasten am Smartphone viel zu groß.

Ergo: ein Geräte, das alle Einsatzbereiche abdeckt, habe ich für mich auch noch nicht entdecken können.

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