Mit täuschend echten Nachrichten und einem nachgeahmten Anruf haben Betrüger rund 95 Millionen Euro von Fideuram, der Private-Banking-Tochter der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo, erbeutet. Etwa 53 Millionen Euro konnten nach Angaben von mit dem Fall vertrauten Personen zurückgeholt werden.
Kurz darauf folgte ein Anruf, der angeblich von einem ranghohen Mitarbeiter einer bekannten Anwaltskanzlei kam. Der Anrufer bestätigte den Auftrag. Nach Angaben der Quellen setzten die Täter dabei künstliche Intelligenz ein, um die Stimme des Anwalts nachzuahmen.
Die Methode heisst „Social Engineering“ und wurde von Kevin Mitnick – Wikipedia sehr schön in seinem Buch „Die Kunst der Täuschung“ beschreiben. Sehr lesenswert. Dreh- und Angelpunkt ist stets ein agierender Mensch.
Das hast Du sicher recht , aber :
Wie können in Zukunft aber überhaupt noch firmeninterne Prozesse rasch - und trotzdem sicher - ablaufen, wenn keiner Kommunikation über irgendwelche technischen Nachrichtenkanäle (vom simplen Telefongespräch, über Mail, oder Webportale, Workflow-/Bestell-/ Buchungs-Systeme, bis zur Videokonferenz) mehr vertraut werden könnte, weil jede angeblich vertrauenswürdig identifizierte Person -auch der eigenen Vorgesetzte bis hin zum obersten Chef - gefakt sein könnte und selbst Verschlüsselungstechniken daran nur wenig ändern könnten ?
Ehrlich: wenn eine telefonische Anweisung ohne Gegenscheck zu einer Überweisung in Millionenhöhe führt, dann stimmt etwas mit den Prozessen im Unternehmen nicht. Egal, ob nun per Stimmenimmitator oder technisch generierter stimme.
Du selbst kannst ja keine Überweisung ohne zweifaktoren-Check machen.
Kevin Mitchnik beschreibt, wie er die Firewalls der Unternehmen gehackt hat. Er ist einfach in die Firmen marschiert, hat sich in einen meetingraum gesetzt und sich dort über LAN ins Netzwerk gekoppelt. Faktor Mensch.
BTW: auf diese Art ist Kevin auch auf den Rechner des Pentagons gekommen.