Künstliches Blatt erzeugt Treibstoff

https://www.heise.de/news/Kuenstliches-Blatt-stellt-fluessigen-Kraftstoff-aus-Licht-Wasser-und-CO-her-11319292.html

Heise ist so was von schlecht geworden.

In der Studie steht " light-to-methanol conversion efficiency of 0.8%". Zusammen mit dem schlechten Wirkungsgrad eines Verbrenners ergibt sich da eine Effizienz von ein bis zwei PROMILLE.

Elektrische Solarzellen haben über 20%, die Übertragung, Speicherung in Batterien und Umsetzung auf die Straße sind jeweils zu ~80-90% effizient. Da sind wir bei 10 bis 20 Prozent.

Die herkömmliche Solarenergie ist also um rund den Faktor 50 bis 100 mal so effizient. Aber da schreibt man lieber von einem „Faktor 32 besser“ als bisherige Umwandlungen… :person_facepalming:

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Ja, leider. Das gilt aber leider für viele Medien: Spiegel, Standard, Zeit, FAZ, NZZ, …

Ich stimme Dir zu, Roland: von einem Treibstoff-Ersatz durch dieses „Künstliche Blatt“ ist man noch weit entfernt.

Ich finde es generell aber faszinierend, dass man in der Lage ist, auf diesem Wege aus Wasser und CO2 Methanol herzustellen. Ein Blatt nachzubauen.

Das der Wirkungsgrad bei einem Prototypen mies ist, ist völlig normal.

Die Gebrüder Wright sind 1903 bei ihrem Jungfernflug auch nur 260 Meter weit geflogen. Heute, über 100 Jahre später, kann ein Flugzeug um die halbe Welt fliegen.

Ich finde es eher interessant, dass mit diesem Verfahren CO2 aus der Luft gebunden und umgewandelt werden kann. Der nächste Schritt wäre, aus dem Methanol den Kohlenstoff zu extrahieren, um diesen dann für die Kunststoffherstellung verwenden zu können.

Der Vergleich hinkt ein wenig, die Wrights waren wirklich absolute Pioniere, das hier ist aber schon die x-te Generation an Methoden zur Methanolerzeugung. In der Analogie ist das wohl der erste Passagierjet mit Düsentriebwerk. Ja, da gibts noch die Concorde, aber da sind wir schon technologisch hoch in der S-Kurve, weitere Effizienzsteigerungen werden eher moderat sein.

Die 0,8% liegen übrigens noch unter der Effizienz von pflanzlicher Photosynthese, die liegt bei 1 bis 4%. Für die CO2-Bindung ist es daher weiterhin viel besser, Bäume zu pflanzen.