Leben im Luxus: Wenn Reichtum den Bezug zum Lebensstandard verliert

Ab einer bestimmten Grenze definiert ein Mehr an Geld nicht mehr den Lebensstandard. Es gibt einen abnehmenden Grenznutzen bei Super-Reichen. Das wirft Fragen auf

https://www.derstandard.at/story/3000000307725/leben-im-luxus-wenn-reichtum-den-bezug-zum-lebensstandard-verliert

Die Philosophin Ingrid Robeyns hat eine gesetzliche Begrenzung des Privatvermögens zur Debatte gestellt. Ihr Vorschlag, bekannt als „Limitarithmetik“, besagt, dass Privatvermögen ab einer bestimmten Höhe moralisch nicht mehr zu rechtfertigen ist und politisch gefährlich wird. Weil die Reichen sich zunehmend Einfluss und Macht erkaufen. So hat US-Präsident Donald Trump sich in dieser Amtszeit bewusst mit den US-Tech-Milliardären zusammen getan. Laut dem Oxfam-Bericht stammte 2024 jeder sechste Dollar, der von allen US-Kandidaten, Parteien und Komitees ausgegeben wurde, aus Spenden von nur 100 Milliardärsfamilien.

So wie Gesellschaften eine Armutsgrenze definieren, um festzustellen, wann jemand zu wenig hat, sollten wir daher auch eine Schwelle definieren, ab der jemand zu viel hat – eine „Extremvermögensgrenze“. Robeyns schlägt eine Obergrenze von zehn Millionen US-Dollar vor. Die Organisation „Patriotic Millionaires“ hat erhoben, dass ein Drittel der von ihnen befragten Millionäre eine Extremvermögensgrenze von zehn Millionen US-Dollar sogar befürwortete.

1 „Gefällt mir“

Es gibt auch die Idee, dass Firmen ab einer gewissen Größe in voneinander völlig unanhängige Blöcke gesplittet werden müssen! Andernfalls fallen diese der “Almende“ zu, d.h. sie werden Allgemeingut.

Es wäre schon ein Fortschritt, wenn wir uns auf vernünftige und gesellschaftlich akzeptierte Kriterien einigen könnten, um zu definieren, wer als arm oder von Armut bedroht gilt. Neben der mathematischen Armutsgefährdungsgrenze, wie sie etwa in Deutschland verwendet wird, gibt es international unterschiedliche Ansätze – etwa das Konzept des „Living Wage“ in angelsächsischen Ländern.

Solche Referenzwerte sind entscheidend für die Bemessung von Sozialleistungen wie Kindergeld, Ausbildungsförderung, Arbeitslosengeld, Mindestpension oder Sozialhilfe. Auch der Mindestlohn orientiert sich daran – wenn auch nur für Arbeitnehmer:innen, nicht jedoch für Ehrenamtliche oder Selbstständige.

Die Ideen eines Bedingungslosen Grundeinkommens, einer öffentlichen Finanzierung von Kindern oder eine würdevollen Mindestpension finden sowohl Zuspruch als auch heftige Ablehnung.

Die eigentlichen ideologischen Grabenkämpfe entstehen jedoch dort, wo das gesellschaftliche Schutzversprechen („Niemand soll hungern müssen“) auf die Forderung nach Eigenverantwortung trifft („Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“). Hier prallen Solidarität und Individualismus unversöhnlich aufeinander.

Das Problem ist aber viel mehr, dass fast alle ohnehin arbeiten - und viele trotzdem hungern.
Und diese Hungernden gibts nicht nur “weit weg”, sondern die Leben manchmal sogar in gleichen Haus wie wir - versorgen daheim z.B. Plegebedürftige, als Alleinerziehende Kleinkinder oder können wegen irgendwelcher Handicaps nicht arbeiten, obwohl sie gerne arbeiten würden.

Und dann gibt’s noch die Migranten,
die viel zu lange gar nicht arbeiten dürfen.

Und dann gibt’s noch die Arbeitslosen,
die das “große Los” gezogen haben, keine Arbeit zu finden/zu erhalten,
weil sie dunkelhäuig,
weil sie alt , zu klein, zu dick, …
weil sie veilleicht auch weiblich sind - oder
vielleicht nur an der falschen Adresse wohnen.

Individualismus kommt dort zum Ausdruck, wo jemand glaubt, dass er ein Anrecht darauf hat, seine eingezahlten Sozialbeiträge auf igendeine Art auch selbst zu “verbrauchen”.

1 „Gefällt mir“