Matrix als quelloffene und dezentrale Messengerplattform. Interessant?

Wie manche von Euch mitbekommen haben versuche ich ja konsequent die Abkehr von den Tech-Bros und deren Infrastruktur zu vollziehen. In diese Kategorie fallen natürlich auch Messenger. Nun gibt es mit Signal, Threema und Telegram ja schon gute Alternativen zu Zuckerbergs Datenschlund WhatsApp. Alle diese Plattform sind jedoch nicht dezentral aufsatzbar.

Matrix.org wäre ein gute und mittlerweile auch ausgereifte Alternative. Ich hab mir jetzt einfach mal meinen eigenen Matrix Server eingerichtet und bin dementsprechend ab sofort über die Adresse @michael:mrak.at im Matrix Universum erreichbar. Würde mich freuen über Pings an diese Adresse. Außer einigen interessanten Gruppen (die es dort auch gibt) bin ich dort natürlich ein Unbekannter.

Was haltet Ihr von Matrix (und dem Element Client, den es für alle Betriebsysteme gibt). Zum ausprobieren kann man übrigens einfach mal ein Konto auf matrix.org für sich anlegen.

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Habt ihr auch schon Nextcloud Talk probiert? Meine beiden Instanzen federieren jetzt und ich bin als michael@cloud.mrak.at und michael@cloud.privacyofficers.at erreichbar. :nerd_face:

Ich will Nextcloud Talk nicht verwenden. Ich habe das Gefühl, dass sich Nextcloud langsam aber sicher zu einer geschlossenen Sphäre entwickelt. Also neue Features brauchen Enterprise Edition.

Daher: Best of Breed außerhalb Nextcloud und Nextcloud ist nur Storage.

Wir planen aber auch matrix/elements für unsere Mitglieder als Whatsapp Ersatz.

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Naja, immerhin handelt sich um eine quelloffene geschlossene Sphäre. Und das hat für mich bzw. im Enterprise Umfeld durchaus auch seinen Charme wenn alles zusammenspielt - z.B. Kalender + Videokonferenz.

Und es ist ja mittlerweile ein recht umfangreiches Ökosystem welches sich um Nextcloud herum aufbaut. Jeder kann mit Apps bzw. Funktionalität andocken. Das Konzept finde ich eigentlich charmant.

Ich verstehe Deinen Punkt mit Bequemlichkeit. Office 365 ist auch furchtbar bequem (oder charmant wie Du es bezeichnest).

Wenn man bei Nextcloud genauer hinsieht, merkt man schnell: Nicht alles ist wirklich offen.

Auf der Website wird Nextcloud als Open-Source-Plattform positioniert. Das stimmt für den Kern des Systems. Gleichzeitig verfolgt Nextcloud aber klar einen Open-Core-Ansatz: Bestimmte Funktionen sind nur über die Enterprise-Version verfügbar.

Das bedeutet: Ein Teil der Funktionalität ist öffentlich verfügbar, während andere Features nur gegen „Münzeinwurf“ bereitgestellt werden.

Meine Sorge dabei ist weniger das Geschäftsmodell – Open Core ist heute in vielen Projekten üblich. Problematisch wird es, wenn wichtige Funktionen schrittweise aus der Community-Version verschwinden oder nur noch im Enterprise-Produkt weiterentwickelt werden.

Ein paar Beispiele aus den letzten Jahren:

Microsoft-Interoperability (z. B. Outlook-Integration) war früher offen, ist heute im Wesentlichen ein Enterprise-Feature.
• Die frühere Jitsi-Integration wurde aufgegeben. Nextcloud Talk ist der Weg, auch wenn Jitsi deutlich zuverlässiger funktionierte, wie Kunden berichten.
IMAP-Authentifizierung wurde im Zuge der External-Auth-Umstellung entfernt – wer das braucht, muss heute selbst Lösungen bauen. Nicht mehr wichtig. (Wir pflegen das aktuell selbst).

Das erzeugt bei mir ein ungutes Gefühl: Man baut zunächst eine breite Community auf und verschiebt dann eventuell nach und nach Funktionen in die kommerzielle Variante. (Microsoft sagt embrace und extend - den dritten Punkt lass ich hier weg ;-)).

Ich verstehe, dass ein Projekt finanziert werden muss. Aber langfristig stellt sich die Frage, wie offen eine Plattform wirklich bleibt, wenn immer mehr zentrale Funktionen nur noch im Enterprise-Produkt verfügbar sind.

Die Hoffnung bleibt, dass Nextcloud den Balanceakt zwischen Open Source und Geschäftsmodell langfristig gut hinbekommt – und nicht irgendwann den Weg vieler anderer Plattformen geht. Mehr Verbreitung bedeutet auch mehr (Markt-)macht.