Alles lustig Erinnerung und etwas zum schmunzeln …
Viel Spaß beim Lesen und im schwelgen in den Erinnerungen ![]()
In Liebe, Thomas
Chaos mit Chaos bekämpft?
USB wird 30 – und fast jeder nutzt den Anschluss falsch
USB-A, USB-C, USB 3.1 – bitte was? Auch nach 30 Jahren USB ist die Verwirrung groß.
USB-A, USB-C, USB 3.1 – bitte was? Auch nach 30 Jahren USB ist die Verwirrung groß.
Foto: Rapeepong Puttakumwong/Getty Images
11.03.2026, 11:28 Uhr
Max Dockhorn
USB ist überall – doch was kann es? Warum USB-C nicht automatisch schnell lädt, wieso billige Kabel Technik ausbremsen und worauf Sie beim Kauf achten müssen. COMPUTER BILD erklärt das USB-Chaos zum 30. Geburtstag.
Der Januar 1996 hat unser aller Leben verändert, auch wenn wir das vielleicht gar nicht sofort verstanden haben. Damals veröffentlichte das aus Unternehmen wie Microsoft, Compaq und IBM bestehende „USB Implementers Forum“ den USB-Standard 1.0. Vorbei die Zeit, in der Computer unzählige Anschlüsse in allen Farben und Formen brauchten. Vorbei das Potpourri an Zubehör, das selbst halbwegs sattelfeste Computeranwender in die Verzweiflung schickte. Heute wissen wir: Das Chaos ersetzte ein Chaos, das falsche Einstecken des USB-Schnabels erreichte Weltberühmtheit in Meme-Form und auch 30 Jahre später wirft selbst USB-C viele Fragen auf. COMPUTER BILD nimmt Sie mit auf eine Zeitreise und beantwortet die drängendsten Fragen.
53.333-mal schneller als vor 30 Jahren
Ganz so gemein wollen wir dann doch nicht sein zum globalen Hit USB. Schließlich hat er in drei Jahrzehnten eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen:
1996: Alles begann mit USB 1.0 und mit einer Datenrate von putzigen 1,5 Mbit/s, die Mäuse und Tastaturen mit dem PC verband. 12 Mbit/s „Full-Speed“ erreichten Modems und Soundkarten.
2000: Schon wenige Jahre später kam mit USB 2.0 ein Monster-Upgrade. Plötzlich waren 480 Mbit/s drin. Perfekt für langsame Laufwerke, Drucker und Scanner.
2008: Es folgte USB 3.0 mit sage und schreibe 5 Gbit/s Signalrate, was selbst schnellere externe Platten verband.
2013, also wieder fünf Jahre später, schaffte USB 3.1 schon 10 Gbit/s.
2014: USB-C soll Ordnung ins langsam entstehende Chaos bringen.
2017 folgte USB 3.2 und verdoppelte abermals den Speed.
2019 kam USB 4 mit 40 Gbit/s und bereits 2022 USB4 2.0 mit bis zu 80 Gbit/s Spitzenrate.
Ein USB-Anschluss kann heutzutage also bis zu 53.333-mal schneller arbeiten, als es ein USB 1.0 im Jahr 1996 konnte.
Fast 100-mal mehr Leistung
Dagegen erscheint die Stromentwicklung läppisch. Einstellige Wattzahlen waren bei USB 1.0 mit 100 Milliampere (mA) Stromstärke die Regel, selbst USB 2.0 kam nur auf 500 mA bzw. 2,5 Watt. Die gigantische Explosion folgte auch bei USB 3 nicht – bis zu 900 mA oder 4,5 Watt waren ohne Zusatzprotokolle drin. Später schafften Geräte 15 Watt, was in etwa einer Energiesparlampe entspricht. USB-C mit dem Steuersystem „Power Delivery“ schaffte zunächst 100 Watt. Die neuste Version PD 3.1 und EPR (Extended Power Range) knackt 240 Watt (48 Volt, 5 Ampere) – genug für Gaming-Notebooks und Monitore oder um Akkus an ihre Grenzen zu bringen.
Lustiger Fakt am Rande: Hätte der Standard beim Strom dieselbe Entwicklung hingelegt wie bei der Datenrate, könnte man heute ein aktuelles Elektroauto pfeilschnell per USB aufladen. Aber das ist natürlich nur eine hypothetische Albernheit.
„Sicher entfernen“
Genauso hypothetisch: das „sichere Entfernen“ oder Auswerfen von USB-Sticks. Sie haben die Meldung sicher schon x-fach gesehen und gedacht: Na, hoffentlich habe ich jetzt nicht die Urlaubsbilder zerstört. Wenn Sie nicht gerade 32 Gigabyte Daten auf den USB-Stick schieben und währenddessen abziehen, also einen aktiven Schreibvorgang unterbrechen, dann wird nichts passieren.
Von der Maus zum 8K-Monitor
Mit USB-C und USB 4 will man endlich einen Standard geschaffen haben, der ein altes Versprechen einlöst: Schluss mit dem Netzteil- und Kabelsalat und Schluss mit inkompatiblen Geräten. Dass das zwingend nötig war, zeigt die Vielfalt der Stecker, die in den letzten drei Jahrzehnten entstanden war:
USB-A: Das ist der Schnabelstecker, den Sie sicher schon Hunderte Male in der Hand hatten.
USB-B: eine schmalere Version, die Fehlschaltungen vermeiden sollte, insbesondere wenn man Drucker, Scanner und Faxgeräte an PCs nutzen wollte. Auch externe Festplatten, Audiogeräte und Projektoren setzten auf USB-B für eine stabile Datenverbindung und Stromversorgung vom Rechner.
Mini-USB: Der noch kleinere Stecker war für mobile Endgeräte gedacht. Primär Digitalkameras, MP3‑Player, ältere Handys, externe 2,5"-Festplatten nutzen Mini-USB zum Anschließen dieser Geräte an den PC zur Datenübertragung und zum Laden. Mini-USB war aber mechanisch noch relativ groß und ist heute weitgehend verdrängt.
Micro-USB: der Nachfolger von Mini‑USB. Er ist deutlich kleiner, hält mehr Steckvorgänge aus (typisch bis ca. 10.000-maliges Ein- und Ausstecken). Wurde viele Jahre als Standardanschluss zum Laden und Synchronisieren von Smartphones, Tablets, E‑Book-Readern, Bluetooth‑Headsets, Powerbanks und ähnlichen mobilen Geräten genutzt, auch wegen der On-the-Go-Funktion, die die direkte Verbindung von Geräten ohne PC brachte.
USB-C: Alle Datenraten und Laden sowie immer neue Funktionen wie Videoübertragungen sollen über einen Standard laufen. USB-C/USB4 tunneln PCIe, DisplayPort und klassische USB-Daten; damit wird ein einziges Kabel zum Monitor-, Docking- und Ladekabel.
Apple schaffte zuerst Ordnung …
Es war im Übrigen Steve Jobs höchstpersönlich, der USB im Jahr 1998 zum Durchbruch verhalf. Statt der proprietären Stecker hatte der iMac G3 bereits konsequent USB an Bord. Heutzutage nimmt die Branche an, dass das zum Erfolg entschieden beigetragen hat.
… und später Chaos
Doch noch eine besondere Erwähnung hat Apple verdient. 2011 brachte man das Intel-Projekt „Light Peak“ in Serie. Der daraus entstandene Thunderbolt-Anschluss ist eine eigene Lösung gewesen, die zu Beginn Apple-Computern vorbehalten war. Thunderbolt 1 schaffte 10 Gbit/s, Thunderbolt 2 doppelt so viel. Es vereinte PCIe-Komponenten und Bild-Komponenten in einem. Heute teilen sich Thunderbolt‑4/5‑Ports und USB 4 denselben physischen USB‑C‑Stecker, und fast alle Thunderbolt‑Hosts funktionieren auch mit normalen USB‑C‑Peripheriegeräten.
Auch beim iPhone entwickelte Apple zwar zunächst sinnvoll anmutende, aber mittlerweile überholte Anschlüsse. Nachdem das iPhone sein Leben mit dem sperrigen 30-Pin-Stecker aus dem iPod begann, folgte später Lightning. Der kleinere Lightning-Anschluss war weniger anfällig für Verschmutzung und Wasser und erlaubte schmalere Telefongehäuse. Es ist der EU zu verdanken, dass Apple mittlerweile, wie alle anderen Smartphone-Hersteller, auf USB-C setzt. Die Hoffnung: Die Leute kaufen weniger Kabel – weniger Kabel landen auf dem Müll. Für Laptops gibt es eine Übergangsfrist. Viele Geräte können Sie bereits wahlweise mit einem proprietären oder einem USB-C-Kabel aufladen.
Externe 3,5-Zoll-Festplatten mit USB 3.0
Komplette Liste: Externe 3,5-Zoll-Festplatten mit USB 3.0
USB-C sagt nichts über die Datenrate aus
Ein weitverbreiteter Irrtum ist im Übrigen, dass USB-C gleichzusetzen ist mit hohen Datenraten. „USB-C“ beschreibt nur die Form des Steckers. Darauf müssen Sie auch beim Kauf achten: Besonders billige Kabel entsprechen lediglich dem Standard USB 2.0 und leiten maximal 480 Mbit/s durch. Videoübertragung? Fehlanzeige. Hochleistungsfunktionen wie 240-Watt-Laden oder 40-Gbit/s-Datenraten erfordern spezielle, geprüfte Kabel mit E-Mark-Chip. Das USB-Konsortium hat darum Marketing-Bezeichnungen wie „USB 5 Gbps“, „USB 10 Gbps“ eingeführt, um hier leichter unterscheiden zu können. Trotzdem schreiben viele Hersteller nur „USB-C-Kabel“ oder „High Speed“ aufs Etikett. Genaues Hinschauen lohnt darum auch im Jahr 2026.
USB-C sagt auch nichts über Ladeleistung aus
Selbst wenn Sie Ihren Laptop mit dem beigelegten Kabel laden, haben Sie keine Garantie für hohes Ladetempo. Denn: Am Ende hängt es auch vom Netzteil ab. Zwei typische Fehler:
Netzteil bietet zu wenig Leistung: Wenn Sie ein nicht Original-20-Watt-Netzteil nutzen, kann es vorkommen, dass Ihr Computer unter der Arbeitslast mehr verbraucht, als er nachlädt. Achten Sie darauf.
Zu viele Geräte an einem Netzteil: Selbst wenn Sie im Handel ein 70-Watt-Netzteil kaufen, mit dem etwa ein aktuelles MacBook Air schnelles Aufladen ermöglicht, tappen viele User in eine Falle: Hat das Zubehör mehrere USB-C-Anschlüsse, an die sie das Ladekabel vom Handy und dann noch ein iPad anschließen, beziehen alle diese Geräte Strom. Folglich kommen beim Rechner nicht die vollen 70 Watt an. In der Praxis zieht das den Ladevorgang in die Länge.
USB ist jetzt fast überall
Nach 30 Jahren hat es USB weit jenseits von Laptop, Handy und Tablet-Computer geschafft. Manche Anwendungen sind skurril:
USB taucht in Kassensystemen, Ticketautomaten, 3D-Druckern, Mikrocontrollern/Entwicklerboards und Steuerungen auf, oft als versteckter Service-Port.
USB wird in medizinischen Geräten (zum Beispiel Patientendaten-Rekorder, Diagnosegeräte) zum Auslesen, für Software-Updates und zur Anbindung an PCs verwendet, weil der Standard günstig, weitverbreitet und gut unterstützt ist.
Automatische Seifenspender, Diffusoren und Raumduftspender mit integriertem Akku, der per USB im Bad geladen wird.
Rasierapparate, Gesichtsbürsten und Beauty-Tools (zum Beispiel LED-Masken, Hautreiniger), die komplett über USB geladen werden und kein klassisches Netzteil mehr haben.
USB-geladene Zahnbürsten-Sterilisierer und intelligente Zahnbürstenhalter, die per UV-Licht desinfizieren.
USB-Tassenwärmer, kleine Luftbefeuchter oder Aroma-Diffusoren für den Schreibtisch, oft als Werbegadget.
USB-Staubsauger in Miniaturform für Tastaturen und Schreibtische; dazu USB-Schreibtischventilatoren und flexible USB-Leselampen.
USB-Minifridge oder Dosenkühler, die eine einzige Getränkedose am Schreibtisch kühlen – reines Gag-Produkt, aber technisch vollwertiges USB-Gerät.
Multi-Tool-Gadgets, bei denen ein Akku-Modul via USB geladen wird und dann als Basis für Taschenlampe, Ventilator oder Powerbank dient.
Und das Sahnehäubchen. USB-GhostRadar und ähnliche „Geisterdetektoren“, die angeblich paranormale Aktivitäten über Sensoren und USB-Strom aufspüren.
Alte USB-Stecker konnte man absichtlich nicht drehen
Eingangs erwähnt: Das Einstecken eines USB-A-Steckers wurde zum Meme, etwa hier auf Threads. Es soll bedeuten: Die meisten Menschen brauchen drei Versuche, um einen USB-A-Stecker richtig einzustecken. Erst versuchen sie es richtig herum, es klappt nicht. Dann versuchen sie es verkehrt, was natürlich ebenfalls fehlschlägt. Und beim dritten Versuch, wieder richtig herum, klappt es. Das weltbekannte Phänomen und den ganzen Ärger hätte man Ihnen auch ersparen können. Man hätte lediglich alle Schaltkreise und Drähte ein zweites Mal einbauen müssen. Doch das wäre teurer geworden und hätte den Erfolg von USB behindert – und die (Internet-)Welt um einen gemeinsamen Lacher gebracht.