"Verbrenn deinen Fernseher": Der KI-Wahnsinn im Wohnzimmer

Ob wir wollen oder nicht: KI-Chatbots erobern unsere Smart-TVs. Doch während LG und Samsung von ‚Nutzerfreundlichkeit‘ schwärmen, fühlen sich Kunden entmündigt

https://www.derstandard.at/story/3000000301654/verbrenn-deinen-fernseher-der-ki-wahnsinn-im-wohnzimmer

„Vorinstallierter Mist ist ausnahmslos unter aller Sau. Wenn ich das wollte, hätte ich es mir schon selbst installiert. Der einzige Grund für dieses Zwangs-Bundle ist, dass sich niemand freiwillig dafür entscheiden würde … Verbrenn deinen Fernseher“, kommentierte ein Nutzer auf Reddit. Der Beitrag verzeichnete innerhalb kürzester Zeit 36.000 „Upvotes“ – ein Echo, das mittlerweile von zahlreichen Fachmedien aufgegriffen wurde.

Die Welle der Entrüstung war so groß, dass LG mit einer Stellungnahme reagieren musste. Der Konzern räumte ein, Copilot via webOS-Update auf die Geräte geschleust zu haben.

Frage: Warum brauchen wir auf Geräten, die eigentlich ganz andere Aufgaben haben, zwingend einen direkten Draht zu KI-Chatbots?

Egal ob LG, Samsung oder andere Hersteller – sie alle überrollen die User derzeit mit KI-Features.

Wie Ars Technica berichtet, hat LG mittlerweile verkündet, dass man das Löschen des Shortcut-Icons mit einem künftigen Update erlauben wird. Copilot wird im Hintergrund dennoch aktiv bleiben. Solange Smart-TV-Betriebssysteme (webOS, Tizen) mehr Geld durch Werbung und Datenpartnerschaften verdienen als durch den reinen Hardware-Verkauf, wird man diese „Features“ nicht mehr los.

Ich verwende meinen "Smart-"TV eigentlich nur als großen Bildschirm, also als „Dumm-TV“.

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Einfache Abhilfe - TV bekommt KEINEN Internetzugang!

Was soll ich sagen. Nach 40 Jahren hab ich heuer zum ersten Mal die Haushaltsabgabe zahlen müssen. Noch nie einen Fernseher besessen.
Schaff mir aber trotzdem keinen an. Egal, ob mit oder ohne KI.

Ich frage mich sowieso, wer heute noch fernsieht. Meine letzten Erinnerungen aus der Kindheit waren bei Daktari, Käptn Kirk, Winnetou…und dann ein grosse schwarzes Loch.

Bin nur manchmal geschockt, wenn ich wo zu Besuch bin, was da alles an dümmlicher Werbung so über die Glotze flimmert - und dafür zahlt. Kein Wunder, dass Österreich eine 30%ige Quote an Menschen mit eingeschränktem Leseverständnis aufweist. Das ist alles nicht hilfreich - aber mittlerweile “normal”.

Also von den Jüngeren kenn ich kaum welche, die fernsehen. Ja, als Hintergrundrauschen für Singles…okay. Aber Fernsehen per se ist eine aussterbende Spezies - mit oder ohne KI. Kommt nur von einer Seite was aktiv..ohne Interaktion. Aber vielleicht ist das gerade der Reiz. Who knows.

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Seh mir durchaus noch TV an.
Aussterben wird TV vermutlich nicht.
KI im TV ist vermutlich auch so eine Blase wie seinerzeit auch 3D TV.
Die Paneele beherrschen heute alle 4k, manche sogar 8k … aber “Software“ dafür kommt meist immer noch in 720p, seltener in 1080i an.

TVs sind mir suspekt und haben bei mir auch keinen Internet-Zugang. Fürs streamen hab ich extra einen firetv-stick und kann damit auf meine Jellyfin-Library oder Netflix zugreifen.

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Ich sehe trotzdem fern und nutze die TVThek. Dokumentationen, Nachrichten, Gute Nacht Österreich, …

obwohl SAT Schüssel am Dach hab ich seit vor Covid das alles nicht mehr genutzt.

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Nutze nur SAT, selten Mediathek - entweder Video am Mac (MediaThekView) herunterladen auf USB Stick kopieren, oder SAT am Ethernet anschließen und darüber gleich abspielen. Lasse TV Geräte nur für die unbedingt notwendige Zeit ins Internet!
Natürlich auch wegen Software Updates.

Habt ihr, bevor ihr euren Internetanschluß erhalten habt, noch gar kein Fernsehgerät gehabt und nie ausgestrahlte Fernsehprogramme gesehen ?
Das musste damals ganz ohne Internet funktionieren - und funktioniert auch heute noch ganz ohne Internet !
Wenn heutige Fernsehgeräte manchmal mit Features beworben werden, die ohne - vielleicht auch noch kostenpflichtiges - Internet-/Streaming- Abo gar nicht genutzt werden können, so hat das für mich mehr mit Betrug, als mit Fortschritt, zu tun.

Ich habe bis vor ca. 5 Jahren SAT verwendet. Seit dem kein einziges mal mehr. Meine SAT Karte ist abgelaufen, ich habe mir zwar eine neue geholt, aber sie nie aktiviert.

Das Schauen von Fernsehsendungen, wann es sie spielt scheint mir mittlerweile vollkommen aus der Zeit gefallen. 19:30 vor dem Fernseher sitzen, weil gerade Zeit im Bild anfängt.

Mein Fernseher ist aber nur ein großer Bildschirm. Der wo ich meistens bin, hängt gar nicht mehr am Fernsehkabel, bräuchte keinen Empfangsteil, und ich nutze auch die Smart-TV Funktionen nicht. Er hängt an einem PC.

Ja, lineares Fernsehen, wie wir es aus den 1970er Jahren gekannt haben, verliert immer mehr an Bedeutung. Content auf Abruf wird zum Standard. Die ORF-Mediathek, ARTE, YouTube, Netflix, Amazon Prime, Apple TV, Disney, Sky oder Joyn sind da nur die Anfänge.

Ähnliche Entwicklungen können wir ja auch beim klassischen Radio beobachten, die immer mehr von Podcasts oder Spotify ersetzte werden.

Bei jüngeren Menschen spielt lineares TV (ala ORF) oder Radio absolut keine Rolle mehr.

Neben Content auf Abruf, wo man selbst aktiv werden und entscheiden muss, wird immer mehr Algorithmus kurierter Content in den Forderung treten. Abhängig von eigenen Präferenzen wird individuell ein Programm zusammengestellt. Und das kann sogar Kontext oder situationsabhängig sein. Daheim gibt es anderen Content als in der Bahn. Ist man gerade an einem bestimmten Thema dran, wird passender Content eingespielt.

Passend auch zu situativen Lernsituationen. Insbesondere mit neuen Devices, mit denen man sich selbst und seine Situation selbst „überwacht“. Stellt die smartwatch fest, dass man etwas für die Gesundheit tun müsse, gibt es Sport und Ernährung. Hört das Smartphone, dass es zu einem Streit kommen könnte, gibt es Content mit Beziehungstipps. Steht man als Nächstes bevor, Karl den großen im Geschichtsunterricht zu behandeln, gibt es vorab schon mal eine Folge von Was Bisher Geschah. Präventiv.

Der höchste Schritt wird die Kombination mit weiteren Sinnen sein. 3d mit den Brillen, spatial audio mit des EarPods, wind und Gerüchte, fühlen.

Pharmazeutische Unterhaltung gilt ja auch als eines der spannenden Forschungsprojekte. Plump: Drogen zum Content. Wie das Bier zum Krimi.

Der Fernseher wird nur ein weiteres Tor, ein großer Bildschirm, der Zugang zu dieser Welt bieten kann.

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Das Fernsehgerät wurde schon sooft totgesagt, besteht noch immer.
Nur Technologien wandelten sich!

Wer von Euch war schon mal am Arsenal Turm oben - im Regieraum wo seinerzeit das SW Fernsehen via Richtfunk übertragen wurde? Dort findet man Alt-Technik vom Feinsten. Ich hoffe das besteht noch immer! Als ich oben war, sah man den neuen Zentralbahnhof noch als Baustellenfläche!

Weiter oben sind die Betonflächen voll mit kleinen und großen Richtkunkantennen zugepflastert.
War auch dort oben.

In der Turmröhre selbst, Coax Leitungen in Durchmesser von Regenrohren,

. - Und damit die Content-Blase der Soial-Media auch auf den Bereich Unterhaltung bzw. Nachrichten/Information ausgeweitet.

Blick - bzw. Hör-Erlebnisse über den eigenen Tellerrand hinaus werden dadurch nicht gerade leichter.

Mit ihren Linear-Ürogrammen könnten öffentlich rechtliche Medien ihren Bildungs- und Informations-Auftrag aber trotz Sparmaßnahmen weiterhin ernst nehmen und auch erfüllen - und so leichter den jeweiligen persönlichen Tellerrand überwinden helfen.

Der Unterschied zwischen dem klassischen Linearen Programm und dem Programm auf Abruf liegt alleine in der zeitlichen Verfügbarkeit und damit Autonomie der Zuschauer:innen.

Lineares Programm:

  • 20:00: Tagesschau
  • 20:15: Tatort
  • 21:45: Dokumentation über FakeNews

Der Sender gibt vor, wann welche Sendung gesehen werden kann.

Nicht-Lineares-Programm (z.b. Netflix, ORF-Mediathek, ARTE-Mediathek, Online-Videothek, YouTube, …):

  • umfangreiche Auswahl an Sendungen, aus denen ich wählen kann.

Und da rede ich noch gar nicht über die modernen Formate, wie sie jetzt über TikTok, Instagram oder andere Kanäle möglich sind. Dort gibt es extrem hochwertigen Content. Dort spielen auch viele der klassischen Medien aus.

Und ich zitiere jetzt mal sinngemäß den aktuellen deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich vor vielen Jahren lobend über Twitter geäußert hat: endlich kann der Politiker direkt mit dem Volk kommunizieren, ohne auf die Gnade und die Deutung der Journalisten angewiesen zu sein.

So ermöglichen die neuen Kanäle und Formate und die technologischen Möglichkeiten auch eine Demokratisierung der Contenterstellung und Verbreitung: jeder kann heute - hochwertigen oder miserablen - Content erstellen und verbreiten.

Wer Freiheit haben will, muss auch die Freiheit der anderen ertragen können, auch wenn die aus der eigenen Sichtweite Stuss von sich geben.

. - und damit auch die “Bequemlichkeit”, nicht auch - wenigstens manchmal - über den eigenen Tellerrand blicken zu müssen/dürfen - wenn hauptsächlich nur lineare Programme gesehen/gehört werden würden.

Der Sender gibt vor, wann welche Sendung gesehen werden kann.

Nein , dass machen viele (die meisten ?) Sender nicht mehr; Sie geben nur den Zeitpunkt der “Erstausstrahlung” einer Sendung durch ihr tägliches Sendeprogramm vor. Die meisten Sendungen können nach dem Zeitpunkt dieser Erstausstrahlung anschließend dann zu beliebigen Zeitpunkten innerhalb einer gewissen Frist gestreamt werden. Dass sie nur selten dann dauerhaft (unbefristet) gestreamt werden können , ist auf rechtliche/wirtschaftliche Gründe (z.B, hohe Lizenzkosten) zurückzuführen, nicht aber auf Unfähigkeit/Unwillen/”Rückständigkeit” dieser Sender.

So ermöglichen die neuen Kanäle und Formate und die technologischen Möglichkeiten auch eine Demokratisierung der Contenterstellung

. - wie im Bereich der Social-Media, mit ihren Fake-Blasen und “besonders wertvollen” Inhalten, frei vom jedem Hass und jeder Propaganda und stets der “richtigen” Wahrheit verpflichtet ?

endlich kann der Politiker direkt mit dem Volk kommunizieren, ohne auf die Gnade und die Deutung der Journalisten angewiesen zu sein.

Auch Politiker “alteingesessener Parteien” lieben Propaganda und vermeiden gerne bohrende Fragen wenig respektvoller Journalisten.

Öffentlich rechtlich - hat ja nichts mit liniearem Fernsehen und Radio zu tun. Ich konsumiere ORF (Radio und Fernsehen) ich tue es nur nicht mehr auf einem linearen Gerät, sondern nutze den Stream. Wenn es den nicht mehr geben würde, würde es mir nur im Auto auffallen.

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Das hat abe sehr viel mit einem “Bildungs- Auftrag” und einer - auch öffentlich kontrollierten, und daher oft kritisierten - Verpflichtung zu “Objektivität” zu tun, auch wenn durch die immer rascher ansteigenden Flut von Fake-Meldungen und Propganda bei gleichzeitig immer öfter durch - auch zufolge massiver Einsparungsmaßnahmen - bedrohten, unabhängigen, Journalismus, es zunehmend schwieriger wird, diesen Auftrag - bzw. diese Verpflichtung - auch noch erfüllen zu können.

Im Falle privater Sender (die alle nur “linear” senden ! ) bzw. von Medienunternehmen (mit stets “nicht-linearem” Programmangebot) , die von ihren Eigentümern aus ganz bestimmten Gründen erworben wurden, kommt gleich gar niemand auf die Idee, die Einhaltung eines Bildungsauftrages, oder die “objekive” Darstellung von Themen einzufordern.
Die inhaltliche Breite der Darbietungen kann sich daher nur so weit einem “Unternehmens-spezifischen” Tellerrrand des jeweiligen Medienunternehmens nähern , als damit nicht die Interessen des Eigentümers oder die wirtschaftlichen Zielsetzungen (z.B. ausreichende Werbeeinnahmen ) für das jeweilige Medien-Unternehmen nachteilig beeinflusst werden.
Und der “Kunden-spezifische” Tellerrand kann durch die ermittelten Vorlieben jedes Kunden und die von allen Medien-Unternehmen mit nicht-linearen Angeboten gleichartig verwendeten Algorithmen zur “Optimierung der User-Erlebnisse” (d.h zur Maximierung der Wirksamkeit von - bzw. der Einkünfte durch - Werbeinhalte durch individuelle Berücksichtigung der Vorlieben jedes Kunden) von den Kunden nicht leicht und einfach überschritten werden, wenn sie nur “nicht-linear” angebotenen Content konsumieren.

Wenn Inhalte öffentlich rechtlicher Medien nur mehr “nicht-linear” konsumiert werden, dann wirken deren Inhalte ganz ähnlich, wie jene von privaten Medien , die mit ihren Inhalten die Interessen ihrer privaten Eigentümer nicht behindern dürfen.
Denn nicht jeder - auch nicht-linear konsumierbare - Inhalt öffentlich rechtlicher Unternehmen ist Berichterstatttung/Dokumentation/Diskussion aktueller kontrovers betrachbarer Themen oder trägt zur Erfüllung eines Bildungsauftrages bei.