Ein US-Konzern wollte Nahe Frankfurt bereits mit dem Bau von Gasturbinen beginnen
Der Spiegel hat den Anwohnern Mark Behrend und Thomas Schadt einen Besuch abgestattet. Der Ex-Kapitän und der Ex-Flugverkehrsleiter kämpfen seit Ende 2025 gegen das Großprojekt, das zu einem der größten Rechenzentren Deutschlands werden soll.
Wie in letzter Zeit viel besprochen wurde, beanspruchen Rechenzentren enorme Mengen an Energie. „Es wäre das erste fossile Rechenzentrum in Europa“, kommentiert Behrend gegenüber dem Spiegel. Sie stören sich an den zu erwartenden Emissionen und daran, dass die digitale Zukunft auf der Verbrennung fossiler Rohstoffe aufgebaut werden soll.
Der CO2-Ausstoß des Gaskraftwerks würde bei 633.000 Tonnen im Jahr liegen, berichtet Schadt, was rund drei Viertel aller Starts und Landungen am Frankfurter Flughafen sowie des Verkehrs am Boden dort entspräche.
Man habe ihr mitgeteilt, dass man sich nach Alternativen der Stromversorgung des Rechenzentrums suche, weitere Schritte seien unklar.
Vermutlich wird dies eines dieser geplanten und angeblich so „sauberen“, „handlichen“, modularen Atomkraftwerke (" Mini-AKW" , „Small Modular Reactor“ -SMR ) werden , die ja ohnehin in der EU als "erneuerbare ", „grüne“ , Energiequellen definiert wurden - obwohl sie das defintiv nicht sind.
Cordula Kropp, Soziologieprofessorin der Universität Stuttgart mit dem Schwerpunkt Risiko- und Technikforschung, erklärte dem Spiegel, die gesellschaftliche Bewertung von KI – für die ein Großteil der neuen Rechenleistung weltweit geschaffen wird – sei „ambivalenter, als die Branche und die Digitalpolitik gerne glauben“. Dies in Kombination mit der Sorge vor Klimawandel und lokalen Umweltschäden sei der ideale Nährboden für Proteste.
Wenn nun tatsächlich Atomkraftwerke für die Energieversorgung solcher Rechenzentren eingesetzt werden sollten, werden Proteste gegen Rechenzentren nur noch lauter und noch intensiver werden.
Dies ist kein deutsches Phänomen. Zuletzt wurden in den USA Proteste laut, als Elon Musks KI-Firma xAI mehr und mehr Gasturbinen aufstellte,
Der deutsche Digitalminister Karsten Wildberger von der CDU blickt ganz anders auf die Anlagen: Rechenleistung sei der neue Rohstoff, und Rechenzentren sind die neuen Raffinerien, erklärte er, als er im April seine neue Rechenzentrumsstrategie vorstellte.
Allein im Rhein-Main-Gebiet sind derzeit laut Kropp mehr als 50 Rechenzentren geplant.