Wien spart Wasser: Straßenreinigung vorübergehend ohne Wasser, eingeschränkte Bewässerung von Grünflächen

https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000328954/drei-tage-rekordhitze-stehen-bevor-

Die Stadt Wien informiert in einer Aussendung über Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung aufgrund der anhaltenden Hitzewelle. Der tägliche Wasserbedarf betrage aktuell bis zu 580.000 Kubikmeter und liege damit rund 45 Prozent über dem durchschnittlichen Tagesverbrauch, heißt es dort.

Auch die Bevölkerung wird in der Aussendung aufgerufen, Trinkwasser zu sparen: Das Befüllen von Pools soll etwa vermieden werden, auf Autowäsche soll verzichtet werden und Haushaltsgeräte sollen möglichst effizient genutzt werden.

Auf welche Weise tragen dann thermische Kraftwerke, Rechenzentren (bzw. deren Wasserbedarf für Kühlungszwecke) und „die Industrie“ zum Einsparen von Trinkwasser bei ?
Schließlich ist vom Wassermangel nicht nur die Gemeinde Wien , sondern sind große Bereiche von Österreich - und ist auch ganz Europa - betroffen.

WHO: Die Hitzewelle ist nur ein Vorbote dessen, was den Kontinent in den kommenden Jahren erwarten wird.

„Die nächsten Sommer werden noch schwieriger werden.“ Hitzewellen seien längst keine „einmaligen Extremereignisse“ mehr, sondern wiederkehrende Krisen. „Sie treten häufiger auf, werden intensiver und dauern länger.“

Auf solche Situationen seien viele Staaten nach wie vor nicht ausreichend vorbereitet, mahnte Kluge. „Mehr als die Hälfte der europäischen Länder verfügt bisher noch immer nicht über einen umfassenden Hitzeaktionsplan.“

Die Marktgemeinde Pöggstall im niederösterreichischen Bezirk Melk zieht einen temporären Stopp der Trinkwasserversorgung in Betracht. Eine Nachtabschaltung von 22.00 bis 4.00 Uhr könne notwendig werden, „sollte der gestiegene und extrem hohe Wasserverbrauch“ sich nicht reduzieren, teilte die Kommune am Dienstag auf ihrer Website mit.

Was vermutest du, was in solchen Situationen gemacht wird?

Ich vermute gar nichts, ich habe nur eine Frage gestellt.

Vielleicht fällt dir ja selbst eine passende Antwort ein.

Ich will ja nicht nur immer „vermuten“ müssen - und dann mit solchen „Vermutungen“ komplett daneben liegen und damit nur Platz in unserem Forum und meine/unsere Energie verschwenden.
Vielleicht könnte es unter unseren Lesern, jemanden geben, der sein Wissen hier mit uns teilen kann/darf ?

Ich übertrage es mal aus der Lebensmittelversorgung:

  1. zunächst systemrelevanten Bereiche (Starke Helfer)
  2. dann die Bevölkerung (Unruhen vermeiden)
  3. als letztes die Wirtschaft

Ehrlich gesagt, geht mir diese aktionistische Panikmache im Sommerloch echt auf die Nerven.

Da meldet die Boulevardpresse einen „dramatischen Wassermangel” und „erste Gemeinden schränken die Trinkwassernutzung ein”. Liest man genauer, schimpft nur ein Bürgermeister über die Menschen in seiner Gemeinde, weil sie bei diesem heißen Wetter ihre Autos waschen, ihre Gärten sprengen und ihre Pools befüllen und sich über die Anweisung des Bürgermeisters hinweg setzten. Er droht ihnen mit einer Wassersperre zwischen 22 Uhr und 4 Uhr. Gerade um diese Zeit wäscht man bekanntlich sein Auto.

Die verantwortungsvolle Aufgabe von Politikern ist es, für Ruhe und Ordnung zu sorgen und bedächtig abzuwägen, wo Handlungsbedarf besteht und wie man Aufgaben erledigen könnte. Aber nicht durch das Verbreiten von Unruhe und Panik.

Das geht auch anders, wenn man die Menschen wirklich sensibilisieren und mitnehmen möchte. Aber scheinbar haben die Politiker:innen und Medien aus den Führungs- und Kommunikationsfehlern der Corona-Zeit nichts gelernt und schüren immer nur noch Angst.


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Es ist heiß. Wir alle sehnen uns nach Abkühlung. Daher ist es verständlich, dass wir aktuell mehr Wasser verbrauchen. Viel Wasser. Manchmal etwas zu viel. Dadurch könnte das Wasser für uns alle knapp werden. Daher bitten wir Sie, auf Ihren Wasserverbrauch zu achten und dieses Gut behutsam zu nutzen. Damit wir alle genug haben.

Meine persönliche Bitte an Sie:

  • Achten Sie darauf, möglichst wenig Wasser zu verbrauchen, insbesondere, wenn es draußen sehr heiß ist.

Wir haben ein paar Empfehlungen für Sie:

  • Duschen Sie kürzer. Das spart Wasser.
  • Warten Sie, bis es wieder kühler ist, wenn der Pool noch nicht voll ist.
  • Wenn Sie Ihre Pflanzen wässern möchten, tun Sie es behutsam und eher, wenn es kühler ist.
  • Wenn Sie Ihr Auto reinigen möchten, schauen Sie, ob Sie es nicht verschieben können. Eine Waschstraße benötigt weniger Wasser als ein Gartenschlauch.

Bitte beobachten Sie Ihren täglichen Wasserverbrauch. Dieser sollte 100 Liter pro Person und Tag nicht übersteigen.

Sollte es doch zu einer Wasserknappheit kommen, sind wir darauf vorbereitet.

  • Wir würden Sie dann bitten, Ihren persönlichen Wasserverbrauch auf weniger als 75 l/Person einzuschränken. Das ist immer noch genug für ein angenehmes Leben.

  • Es kann sein, dass wir im Laufe des Tages den Wasserverbrauch in einigen Bereichen der Gemeinde leicht reduzieren müssen. Das Wasser wird dann langsamer aus der Leitung fließen.

Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen sollten, würden wir

  • die Wasserverfügbarkeit aus dem öffentlichen Netz in besonders betroffenen Bereichen der Gemeinde stundenweise weiter reduzieren. Wir werden sie darüber aber vorher ausreichend informieren, damit sie ich einen persönlichen Vorrat zulegen können.

Damit wir immer genügend Wasser haben, sind wir vorbereitet, Ihnen in betroffenen Abschnitten mit mobilen Wassertanks ausreichend Trinkwasser zur Verfügung zu stellen.

Wenn Sie Fragen haben, kurzfristig mehr Wasser benötigen, sich in einer Notlage befinden oder Ideen haben, wie wir gemeinsam Wasser sparen können, rufen Sie mich persönlich unter der Nummer +43 680 92929292 an.

Ich baue auf Sie!

Ihr Bürgermeister.

Ist das Deine Vermutung - oder Dein Wissen über in Österreich vorgesehene Maßnahmen ?
Und wie solll das - die Wasserzuteilung an zu priorisierende Abnehmergruppen denn funktionieren , wenn es nur ein Wasserversorgungsnetz in jeder Region gibt, ohne niederpriorisierte Verbrauchergruppen im Krisenfall „automatisch“ (z.B. über vom jeweiligen Wasserverband ferngesteuerte Absperrventile) von der Wasserversorgung zu bestimmten Zeiten ausschließen zu können ?
In Pöggstall/NÖ ist ja die Einstellung der Wasserversorgung während einiger Nachtstunden für alle Abnehmer (unabhängig von ihrer Priorisierung ) geplant und soll dort offenbar primär Poolbesitzer treffen, die über Nacht ihre Pools nachfüllen.

Den Wasserfluss reduzieren oder ansperren

Ein Wasserverteilungsnetz (Wasserverteilungssystem – Wikipedia) ist stets baumartig aufgebaut. Es verfügt über zahlreiche Absperrventile, die eine Segmentierung des Netzes ermöglichen. Das ist auch erforderlich, beispielsweise bei einem Wasserrohrbruch.

So kannst du Stadtteile, Straßenzüge, Grundstücke oder Wohnungen separat vom Wassernetz absperren. Manches geht sogar ferngesteuert. Bei vielen Ventilen muss jemand mit einem großen, schweren Absperrschlüssel herumreisen.

Neben der Möglichkeit der Totalsperre kann man auch den Wasserdurchfluss reduzieren.

Achtung: Kanalverstopfung

Allerdings muss man bei der Reduzierung oder Absperrung des Wasservolumens auch an die Kanalisation denken. Wenn dort zu wenig oder gar kein Wasser fließt, setzen sich die Feststoffe ab und können unter Umständen sogar antrocknen. Das verstopft schnell die Kanalisation und dann muss ein Spezialtrupp anrücken, um die Abwasserleitungen wieder zu öffnen. Das hat ein Kollege von mir als Resultat einer städtischen Wassersparmaßnahme erlebt: Es war betonhart, was die Abwasserkanäle verstopft hat.

Sommerlochaufregung

Ich finde die Aufregung um diesen Einzelfall in Pöggstall ziemlich übertrieben – gerade weil er in den „Niedrigintelligenz-Medien” wieder so generalisiert und hochgepuscht wird. Das klingt eher nach einem gekränkten Bürgermeister, weil ihm der Huber Thomas wieder quer kommt, sowie Medien, die mal wieder Stress machen wollen.

Wasserspeicher

Die Trinkwasserspeicher werden während des Tages kontinuierlich gefüllt. Sie haben einen so großen Puffer, dass sich der erhöhte Wasserbedarf des Tages mit dem reduzierten Wasserbedarf in der Nacht ausgleichen kann.

Wenn nachts festgestellt wird, dass der Trinkwasserspeicher nicht ausreichend aufgefüllt werden kann, muss lediglich der Wasservolumenstrom ins Netz gedrosselt werden, damit nicht so viel Wasser abfließt. Eine Totalsperre ist eher unwahrscheinlich. Für den Poolbesitzer würde es bedeuten, dass der Füllvorgang etwas länger dauert.

Wahrscheinlichkeitsbetrachtung der Berechtigung der Aufregung

Betrachten wir nun aber einmal die Frage, wie realistisch es ist, dass sehr viele Pools nachts mit Wasser gefüllt werden. Einen Pool kann nur jemand haben, der einen Garten hat. Wohnungsbesitzer sind somit ausgeschlossen. Wer bereits einen Pool besitzt, hat diesen sicherlich schon vor einigen Tagen oder Wochen gefüllt. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Pool jetzt wieder komplett gefüllt werden muss, ist eher gering. Jemand, der sich jetzt einen Pool gekauft hat, wird diesen nur einmalig auffüllen. Bei einem üblichen Fassungsvermögen von 20.000 l und der üblichen Fließgeschwindigkeit von 12–18 l/min dauert das ca. 22–30 h. Und dann war es das.

Poggstall besteht aus 55 Ortschaften mit insgesamt ca. 2.400 Einwohnern und ca. 900 Häusern mit Gärten.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es aufgrund des Auffüllens eines Pools zu dem besagten Problem kommt? Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Huber Thomas uneinsichtig ist und der Bürgermeister mit ihm keine gütliche Lösung finden kann?

Muß man darüber nun in den Medien so einen Aufstand machen?