Währenddessen VW
Ja, Feiglinge.
Wenn man sich ein Ziel setzt (ich will auf den Mount Everest oder ich will ein Auto mit 2.000 km Reichweite und Ladezeiten von unter 10 Minuten), dann strengt man sich so lange an, bin man das Ziel erreicht hat und lässt sich durch Hindernisse und Rückschläge weder beirren noch aufhalten. Egal, was andere sagen. Egal, ob andere an Dich glauben. So wurden Erfindungen gemacht: mit Mut, Ausdauer und Wagemut.
Autohersteller die am Verbrennungsmotor, der auch in jedem Hybrid-Antrieb eingesetzt wird , weiterhin festhalten, wird’s halt bald(?) nicht mehr geben.
Sie werdem spätestens dann ihre Produktionstraßen stilllegen müssen, wenn der Treibstoff für Verbrennungsmotoren für die meisten Fahrzeugbenutzer unbezahlbar werden wird oder uns vielleicht gar nicht mehr zur Verfügung stehen wird.
Allerdings hat die Produktion von Elektro-PKWs mit real erzielbaren Reichweiten von 2.000 km (ohne die Fahrzeugbatterie dafür Nachladen zu müssen) nichts mit Wagemut, sondern eher mit Unvernunft, Egoismus und Rücksichtslosigkeit, zu tun.
Denn solche Fahrzeuge könnten mit solch kurzen Ladezeiten nur dann genützt werden, wenn auch die dafür erforderlichen Schnelladestationen mit zumindest 400 kW (2.000 km x 20 kW/100 km ) Ladeleistung je Ladeplatz und daher dann vielleicht auch mehr als 4 MW Anschlußleistung für Ladestationen mit z.B. 10 Ladeplätzen zur Verfügung stehen würden. Die von den flächendeckend benötigten Schnelladestationen gleichzeitig benötigte Ladeleistung müsste dann auch aus den Energieversorgunsnetzen jederzeit bereitgestellt und in den verfügbaren Produktionsanlagen auch jederzeit erzeugt werden können.
Das gilt in China genauso, wie auch bei uns hier in Europa.
Und wer will/kann tatsächlich 15 Stunden in einem Auto sitzen, um die 2000 km Reichweite bei stets endlicher/begrenzter Geschwindigkeit ( bei uns z.B. 130 km/h) tatsächlich, ohne jede Pause/ohne jeden Halt, „ausreizen“ zu können ?
Unter „bequemem Reisen“ würde ich mir andere Möglichkeiten vorstellen und andere Angebote erwarten.
Und wer will/kann/muss dann die Kosten für solche Fahrzeuge und der für ihre Ausnutzung erforderlichen Maßnahmen zum Ausbau / zur Verstärkung der erforderlichen Infrastruktur (Straßen, Ladestationen, Energieversorgungsnetze, Produktionsanlagen für elektrische Energie , Lade- bzw. Netzmanagement) tragen ?
Ich möchte gerne etwas differenzieren, was den Einsatzbereich von Fahrzeugen angeht:
- Im alltäglichen, privaten Gebrauch wird pro Tag meistens nur eine Fahrleistung unter 100 km benötigt. Vor allem im städtischen Umfeld. FÜr diesen Einsatzfall reichen Fahrzeuge mit einer Reichnweite von 300 km völlig aus. Wenn diese Fahrzeuge während ihrere durchaus langen Parkzeiten geladen werden können, reichen langsame Ladestationen völlig aus.
- Im ländlichen Raum können tägliche Strecken von ein paar 100 km nötig sein. Hier würden Fahrzeuge mit Reichweiten von ca. 500 km völlig ausreichen. Auch hier würden Ladeinfrastrukturen mit normalen Ladegeschwindigkeiten ausreichen.
- Für wenige gewerbliche Tätigkeiten, bei denen Fahrzeuge im Dauereinsatz sind (Transportdienste) wären größere Reichweiten eine feine Sache. Allerdings zeigen die derzeitigen Einsätze im Taxibereich und im Lieferdienst, dass das schon sehr gut mit den derzeitigen Fahrzeugreichweiten und Ladegeschwindigkeiten erreichebar wären.
- Von Kollegen, die längere berufliche oder private Strecken mit ihren Elektrofahrzeugen zurücklegen (bis zu 1.200 km) habe ich gehört, dass die problemlos an eine „Tankstelle“ fahren, dort aufs WC gehen und einen Cafe trinken, derweil ihr Fahrzeug geladen wird.
Große Reichweiten sind also eigentlich gar nicht erforderlich, sondern eher „Marketing“. Das ist wie bei den Computern, wo die Leute unbedingt die größte Prozessorleistung und den größten Arbeitsspeicher usw. haben „müssen“ und dann die Kiste in ihrere Leistungsfähigkeit nur zu wenigen Prozent ausnutzen.
Als Hersteller von Produkten achtet man daher auf die tatsächlichen Einsatzfälle und bietet für diese eine differenzierte und passende Produktpalette an.
Wer dann unbedingt für seine 5 km Weg zur Arbeit einen SUV mit 10.000 km Reichweite haben will, kann das Fahrzeug gerne kaufen.
Ich hoffe, dass die Produktdesigner und Portfolio-Manager so clever sind, sich über verschiedene Einsatzmöglichkeiten und Einsatzsituationen Gedanken machen. Denn nicht alle sind über einen Kamm zu scheren und machbar. Es wird weiterhin Einsatzsituationen geben, wo ein Treibstoff eher zur Verfügung steht oder besser zum Einsatzort zu transportieren ist. Man denke nur an Einsatzfahrzeuge für Katastropensituationen oder unwirkliche Gebiete (Wüste, Artiks, Gebirge), wo es schwierig werden könnte, die notwendige Energieform zu erlangen.
Das der Elektromotor in vielen Fällen dem Verbrennungsmoter vorgezogen werden kann - aus konstruktiven oder wirtschaftlichen Gründen - ist nachvollziehbar.
Die Energiequelle im Fahrzeug könnte aber modular gestaltet werden:
- Energieerzeugung aus Treibstoff wie Benzin oder Diesel
- Energieerzeugung aus Gas oder Wasserstoff
- Energielieferung aus einer Batterie
- direkte Energieeinspeisung über Solar oder Induktion oder Oberleitungen
Daher vermute ich, dass Fahrzeuge der Zukunft eher mit Elektromotoren ausgerüstet werden, die „Energiebereitstellung“ aber je nach Einstatzsituation angepasst wird.
Die Hersteller werden also vermutlich Fahrzeugplattformen entwicklen, mit denen sie sowohl klassische Elektrofahrzeuge am Markt anbieten können, als auch hybride Modelle.
Ich bin in meiner vorherigen Antwort davon ausgegangen, dass diese „Technologiestudie“ eines Elektrofahrzeuges mit 1.500 km Reichweite die technisch mögliche Zukunft privat genutzter PKW darstellen/präsentieren sollte - und primär Marketing-Zwecken dienen sollte.
Es ist mir vollkommen klar, dass für Sonderfahrzeuge ( Einsatzorganisationen. Baufahrzeuge, Landwirtschaft, aber auch Güterverkehr, Hochseeschiffahrt und den Flugverkehr ) Verbrennngsmotoren bzw. fossile Treibstoffe noch länger Bedeutung haben werden und für den gesamten miltärischen Komplex ohnehin schon immer keinerlei Regeln und internationale Vereinbarungen - nicht einmal zum Schutz ziviler Bevölkerung - gegolten haben bzw. gelten.
Allerdings tragen diese bisher ausgenommenne bzw. ungeregelten Bereiche auch abseits kriegerischer Handlungen massiv zu Umweltproblemen und zur Klimakatastrophe bei.
Ob wir uns Menschen nun gegenseitig mit Waffen oder durch die von uns verursachte Zerstörung unserer Lebensgrundlage umbringen, ist dem Planeten Erde und der „Natur“ ziemlich egal. In 3 Mrd. Jahren sind alle Spuren des Menschen ohnehin verschwunden.
Ich bin über die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung immer wieder erstaunt. In einigen Bereichen geht es nur sehr schleppend voran, wo ich mit einer rasanteren Entwicklung gerechnet hätte. In anderen Bereichen bin ich überrascht, wie schnell Technologien plötzlich in den Markt kommen und wie gut sie dann auch funktionieren.
Ob wir nun in 5-10 Jahren alle mit jedem Auto Reichweiten von 1.500 km auch bekommen und bezahlen können und ob diese dann auch wirklich so zuverlässig funktionieren, wie gedacht ist, kann uns jetzt nur die Glaskugel oder der Kaffeesatz sagen. Die Zukunft ist aber immer ungewiss. Vorhersagen und Wünsche können eintreten - oder auch nicht. Manche Dinge finde ich super, wenn sie denn so eintreten. Andere halt nicht. Das habe ich aber nicht immer in der Hand und bei manchen bin ich einfach nur ein staunender Zuschauer.
Wenn dann solche „Fehl“-Entwicklungen auch noch mit staatlichen Geldern gefördert werden , obwohl fast alle Staaten bereits über zuwenig Finanzmittel zur Erfüllung aller ihrer Aufgaben und der an sie herangetragenen Förderwünsche verfügen, und fehlende Finanzmittel daher überall - auch im Schul- bzw. Bildungswesen , in der Gesundheitsversorgung und im Sozialwesen - eingespart werden müssen, dann sollte wir sehr genau darauf achten, für welche Art von technischem Fortschritt - bzw. für die Förderung welcher Firmen - noch öffentliche Gelder (unsere Steuern) verwendet werden sollen.
Das müssen wir einfach in Kauf nehmen, dass wir nicht wissen, ob das Geld, dass wir für Innovationen ausgeben, auch tatsächlich zu einem erfolgreichen Projekt führen werden.
90% der in der Lebensmittelindustrie entwickelten Produkte erreichen nie den Markt. 80% der neu in den Markt eingeführten Produkte überleben die ersten 3 Monate nicht und werden wieder vom Markt genommen. Trotz umfangreicher Marktanalysen, Kundenbefragungen usw.
Entspricht aber dem „Grundprinzip“ der Natur: Überfluss. Ein Kirschbaum hat viel mehr Blüten, als er Kirschen produzieren wird. Und nur aus den wenigsten Kirschen wächst dann tatsächlich ein neuer Baum, der erneut Kirschen tragen wird.
BTW: Wir haben nicht zu wenig Geld in Europa, wie uns immer eingeredet wird. Geld ist genug da. (siehe Bankenrettung 2008, Corona-Förderungen, die Rüstungs-Billion-Sondervermögen in Deutschland). Wir treffen nur nicht die Entscheidung, es dort einzusetzten, wo Du und ich es gerne sehen würden: Sozialwesen, Gesundheit, Bildung, …
Sehr spannend sind da einige Essays von Boris Gloger, in denen er das erläutert. (Die Essays zu Conneting the Dots: https://borisgloger.at/. Er argumentiert aus der Perspektive der Modern Money Theory Modern Monetary Theory – Wikipedia)
Interessant finde ich dazu auch das kürzliche Interview von Wolfgang Grupp vom deutschen Textilausstatter TRIGEMA: Die Produktion in Krisenzeiten auf vollen Touren weiterlaufen lassen und auf Lager produzieren. Denn die Zeiten werden sich wieder ändern und dann kann man die wieder ansteigende Nachfrage auch dem Lager bedienen.
Das werden aber von Einsparungsmaßnahmen Betroffene nicht mehr lange in Kauf nehmen.
Gleichzeitig steigt die Anzahl solcher Betroffenen und immer mehr Betroffene haben nichts mehr zu verlieren, weil sie ohehin schon „nichts mehr“ haben.
Sie haben allerdings auch kein Hoffnung mehr, das sich daran in Zukunft etwas ändern könnte und sich ihre persönliche Situation in absehbarer Zeit bessern könnte.
Dies ähnelt sehr stark der klassischen Gefahrensituation in alten Abenteuer-Filmen:
Einem Fass voll Schwarzpulver an dem schon die Lunte brennt - und weit und breit kein rettender Held in Sicht ist, der diese Lunte noch rechtzeitig vor dem großen Knall löschen könnte.
Nicht umsonst ist in manchen Diskussion zur gesellschaftlichen/politischen Lage unserer Realität die Meinung zu hören , dass sich Europa - und vielleicht sogar die „ganze Welt“ - bereits wieder in einer vorrevolutionären Epoche befinden könnte.
Erich, die Klagen, die aus unseren Medien gerade zu vernehmen sind, sind Jammern auf hohem Niveau und respektlos gegenüber den Menschen in der Welt, die wirklich nichts mehr haben, die Hunger müssen, frieren, die Angst haben, den morgigen Tag zu erleben.
Ich empfehle da gerne eine Reise beispielsweise in den Gaza-Streifen.
Wer seine Rechte unseres Sozialstaates nicht wahrnehmen möchte oder sich schämt, von der „Wohlfahrt“ zu leben, sollte sich sein Handel mal überlegen.
die Hunger müssen, frieren, die Angst haben, den morgigen Tag zu erleben.
Solche Personen gibt es leider zunehmend auch schon in Österreich.
Selbst Odachlose die bei uns im freien Übernachten müssen , können bei uns nicht mehr sicher sein , ob sie den nächsten Tag noch erleben werden, wenn sie in der Nacht einen „Herrenmenschen“ stören sollten. Die Zahl der Personen, die im Winter jeden Tag entscheiden müssen, ob sie heute ihr Zimmer heizen oder sich Nahrungsmittel kaufen können , wird auch bei uns immer größer.
Das „Konzept“, sich an anderen Regionen zu orientieren , in denen es den Menschen dort tatsächlich noch viel schlechter als bei uns geht, um damit von der sich bei uns drastisch - auch durch zu erwartenden Massenentlassungen - verschlechternden sozialen Lage abzulenken, wird offenbar immer beliebter.
Wenn Leute unter den dortigen Umständen überleben können, dann sollen sich offenbar unsere sozial Bedürftigen doch gefälligst ein Beispiel an diesen Leuten nehmen und nicht „unverschämt“ mit ihren Forderungen nach Unterstützung werden - sie seien ja alle ohnehin „selber schuld“ an ihrer Situation .