A1 hat die ISAC-Technologie im eigenen 5G-Netz getestet. Die Kombination aus Kommunikation und Ortung eröffnet neue Möglichkeiten – von der Drohnenabwehr bis zum Vogelschutz
ISAC steht für „Integrated Sensing and Communication". Ganz neu ist der Begriff nicht, kommt er doch in den Anforderungen für den 6G-Standard vor. In Mitteleuropa wurde die Technologie bislang aber noch nicht eingesetzt. Im Prinzip lassen sich mit der Technologie Mobilfunkantennen – im vorliegenden Fall 5G – zu Radaranlagen im Nahbereich machen. Man kann also mit einer Anlage gleichzeitig Daten in hoher Bandbreite übertragen und Objekte im Luftraum erkennen.
Das Besondere an der Technologie: Sie funktioniert wie ein Radarsystem, nutzt aber die vorhandene 5G-Infrastruktur. A1 setzt dabei auf das Millimeterwellenband bei 26 Gigahertz – eine Frequenz, die der Konzern in der 5G-Auktion mit erworben hat. Die hohe Frequenz ermöglicht eine hohe Auflösung, gleichzeitig können Antennen die Sendeleistung sehr gezielt fokussieren und ausrichten.
Im Test am Arsenal-Gelände flog eine DJI-Drohne ein A1-Logo in den Himmel – die 18 Kilogramm schwere Antenne verfolgte die Flugroute lückenlos. Die Auflösung nimmt mit der Distanz ab: Eine kleine DJI-Drohne lässt sich über ein paar hundert Meter erkennen, größere Objekte auch in mehreren Kilometern Entfernung.
Aktuell nutzt A1 für ISAC Technologie von ZTE.
ZTE - Zhong Xing Telecommunication Equipment Company Limited) ist ein 1985 gegründeter Telekommunikationsausrüster mit Sitz im Shenzhen High-Tech Industrial Park (SHIP) in Nanshan, einem Stadtteil von Shenzhen in der Provinz Guangdong in der Volksrepublik China.
ISAC ist Teil der Standardisierung von 5G Advanced und später 6G. Die Technologie ist bereits heute verfügbar – Antenne und Software können gekauft werden.
Es werden also offensichtlich auch spezielle Antennen - und nicht die üblichen Sende-/Empfangsantennen für 5G-Kommunikation - benötigt.
An (bestehender) 5G-Infrasstruktur kommt also nur der Antennemast, die Kommunikationsinfrastruktur über das Glasfasernetz und das für 5G bereits lizensierte Frequenzband im Bereich von 26 GHz zum Einsatz.
Tatsächlich dürfte die Neuerrichtung von Mini-Radarstationen gemäß den ISAC-Definitionen im 5G-advanced- Standard erforderlich werden.
Solche MIni-Radarstationen könnten aber grundsätzlich an allen strategisch wichtigen Punkten (bzw. an auch für anderer Aufgaben vorgesehenen Masten/Türmen/..) errichtet werden, soferne dort auch die zuverlässige Energieversorgung von - und die Kommunikation mit - diesen Radarstationen möglich wäre.
Eine andere - überaus heikle - Frage ist allerdings, ob solche Anlagen zur frühzeitigen Erkennung von Bedrohungen durch kleine Flugobjekte (mit möglicherweise militärischem Flugaufträgen) ausgerechnet aus chinesischer Produktion stammen sollen/dürfen - wenn schon andere chinesische Produzenten wiederholt verdächtigt wurden, über Fähigkeiten ihrer Produkte dem chinesischen Geheimdienst (und dessen Verbündeten) erweiterte Wirkungsbereiche ermöglichen zu können .