Warum Bedenkenträgertum verständlich ist
aber uns nicht weiterbringt
Wir Menschen haben unterschiedliche Persönlichkeiten. Modelle wie der Myers-Briggs-Type-Indicator (MBTI) helfen, diese Unterschiede besser zu verstehen – und damit umzugehen.
In unserem Verein gibt es einige sogenannte Bedenkenträger. Nach dem MBTI sind das meist introvertierte, sensorisch-denkende, strukturierte Typen – also ISTJ oder ISTP.
Diese Menschen sind wertvoll. Sie achten auf Fakten, prüfen Details, denken analytisch, bevor sie handeln.
Sie suchen Sicherheit und Verlässlichkeit statt Überraschung. Sie kalkulieren daher mit großen Sicherheitspuffern. Alles muss 1000% sicher sein. Gerade in technischen Berufen – als Ingenieure, Administratoren oder Qualitätsmanager – sind das Stärken, die Stabilität sichern und Fehler verhindern.
Doch im Kontext eines Forums, das Zukunft, Innovation und Zusammenarbeit gestalten will, kann diese Haltung schnell zur Bremse werden.
Dann geht es nicht mehr darum, wie etwas möglich wird, sondern darum, warum es nicht geht. Andere empfinden das dann als Weltutntergangs-Prophetentum.
Was dann passiert
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Visionäre (meist EN-Typen) wollen Neues ausprobieren.
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Bedenkenträger (IS-Typen) wollen erst Beweise sehen.
Beide reden aneinander vorbei:
Die Visionären fühlen sich gebremst, die Realisten überfahren.
Das Ergebnis: Die Diskussion stagniert. Die positiv denkenden verstummen.
Statt gemeinsam zu gestalten, drehen wir uns im Kreis – mit immer neuen Gründen, warum etwas nicht funktionieren kann.. Ich weiß alles, und sage Euch warum es nicht geht kann bei anderen leicht zu: Ihr seid alle dumm werden. Andere Menschen ziehen sich dann zurück. Sie investieren ihre Energie lieber anderswo, wo mehr positive Energie herrscht.
Warum das nicht weiterhilft
In komplexen Themen wie Energie, KI, Gesellschaft oder Transformation gibt es nie absolute Sicherheit.
Wenn wir warten, bis alles bewiesen und risikofrei ist, und alle Herausforderungen gelöst sind, passiert – nichts.
Bedenkenträger bewahren uns vor Fehlern,
aber sie verhindern auch Fortschritt, wenn sie nicht lernen, mit Unsicherheit umzugehen.
Innovation bedeutet, Hypothesen zu testen, Risiken einzugehen – und aus Fehlern zu lernen.
Was wir stattdessen brauchen
Alle Typen sind wertvoll – aber wir brauchen Balance:
| Denken | Beitrag | Risiko |
|---|---|---|
| Bedenkenträger | sieht Risiken | blockiert Neues |
| Visionär | sieht Chancen | ignoriert Risiken |
| Möglichmacher | gleicht beides aus | gestaltet konkret |
Ziel ist also nicht, Bedenkenträger stumm zu machen,
sondern sie zu ermutigen, ihre Energie in Lösungen zu lenken.
Eine Haltung, die hilft
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Fragen statt blockieren:
„Was müsste passieren, damit es funktioniert?“
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Vertrauen statt Kontrolle:
„Wir können klein starten und lernen.“
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Gemeinsame Verantwortung:
„Lasst uns testen – und sehen, was wir daraus lernen.“
Oder kurz gesagt:
„Warum geht das nicht?“
„Was können wir tun, damit es geht?“
Wenn Du Dir nicht vorstellen kannst, warum etwas funktionieren könnte,
dann such das Gespräch mit Visionären oder Möglichmachern.
Vielleicht entdecken wir gemeinsam, wie es doch funktionieren kann.
Wir werden Technologie nicht aufhalten können – und wollen es auch gar nicht. Schließlich wurde unser Club gegründet, weil wir Technologie cool fanden.
Wir wollen andere inspirieren was mit Technologie alles möglich ist, nicht in die Steinzeit zurück, weil dort alles besser war (war es nicht).
aber wir können entscheiden, wie wir Technologie nutzen.
Damit sie uns stärkt – und nicht lähmt.
Damit sie der Gesellschaft dient.
Danke für Eure Unterstützung.
Werner