Ursachen für den großflächigen Blackout auf der iberischen Halbinsel geklärt
Der nun veröffentlichte Endbericht klärt die Rolle von erneuerbaren Energieträgern beim Stromausfall von 2025. Anpassungen sind nötig
Nun veröffentlichte der Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber Entso-E den seinen Endbericht über den Störfall.
The investigation concludes that the blackout resulted from a combination of many interacting factors, including oscillations, gaps in voltage and reactive power control, differences in voltage regulation practices, rapid output reductions and generator disconnections in Spain, and uneven stabilisation capabilities.
The findings of the investigation also underscore the need for regulatory frameworks to adapt in order to support the evolving nature of the power system.
https://www.entsoe.eu/publications/blackout/28-april-2025-iberian-blackout/
This was the most severe blackout incident on the European power system in over 20 years, and the first ever of its kind.
The harmonised voltage range (i. e., 380 – 420 kV, as defined in SO GL) is designed to ensure sufficient safety margins between normal operation and voltages where
disconnections occur.
The decision to operate the system within an allowed voltage range of 380 – 435 kV, while generators remained connected at 435 kV or 440 kV (depending on commissioning date), left the voltage margin low or non-existent.
The issue of reactive power generation on transmission lines stemming from rapid active power changes from generators should be further studied by TSOs
High-quality, real-time measurement data is primarily needed to reliably detect and localise oscillations and to tune, validate, and continuously monitor system-
wide damping controls. Early and reliable detection constitutes the primary prerequisite for any further classification or response to oscillatory phenomena, for both inter-area and forced oscillations.
The analysis and expert inputs point to sensitivity to local protection settings (e. g., overvoltage thresholds meas-ured away from the point of connection, instantaneous trips without delay) that can unnecessarily disconnect generation when voltages oscillate or rise transiently. In some cases, the protection appears to diverge from the applicable requirements
However, the Expert Panel was unable to conduct an in-depth investigation and considers it beneficial to continue and intensify the exchange with DSOs and inverter manufacturers on this matter at the European level to better understand the voltage-related behaviour of non-observable embedded generators.
Danke.
Spannender Bericht. Man wollte ein Problem lösen (Oszillationen) und hat dafür den Stromexport eingeschränkt – und damit das zweite Problem (Überspannung) zusätzlich verstärkt, was letztlich zum Kollaps geführt hat.
Durch die Überspannung sind viele Anlagen aus Selbstschutz vom Netz gegangen, da die zulässigen Spannungsgrenzen massiv überschritten wurden. Erneuerbare Anlagen haben in dieser Situation korrekt gehandelt – genau dafür existieren definierte Schutzgrenzen. Diese Grenzwerte sind kein „Nice to have“, sondern schützen Anlagen und Netz vor Schäden.
Die eigentliche Aufgabe liegt daher nicht darin, diese Grenzen weiter auszudehnen oder Abschaltungen zu verhindern, sondern darin, das System so zu betreiben und auszulegen, dass solche Grenzverletzungen gar nicht erst entstehen. Erneuerbare müssen innerhalb der zulässigen Bereiche aktiv zur Spannungsstabilisierung beitragen – aber jenseits dieser Grenzen ist Abschalten kein Fehler, sondern notwendiger Selbstschutz.
Offensichtlich war die Spannungsregelung im Gesamtsystem nicht ausreichend wirksam bzw. koordiniert. Es fehlte entweder an ausreichend schnell verfügbarer Blindleistungsregelung (z. B. durch STATCOM/SVC oder andere kompensierende Elemente) oder an deren optimalem Einsatz. Zusätzlich erschwerte mangelnde Transparenz – insbesondere bei dezentralen Erzeugern – eine wirksame Systemführung.
In Zukunft sollten erneuerbare Anlagen aktiv zur Netzstabilität beitragen, statt nur Energie einzuspeisen. Das bedeutet: Wechselrichter müssen Blindleistung dynamisch regeln, Spannung lokal stabilisieren und zunehmend auch netzbildende Funktionen (Grid-Forming) übernehmen. In Kombination mit Speichern können sie so zu dezentralen Stabilitätsankern werden. Voraussetzung dafür ist jedoch eine ausreichende Datenbasis – denn ohne Transparenz ist eine koordinierte Netzführung kaum möglich.