Brauchen wir eine 5. Freizügigkeit in der EU für Informationen & Daten

Wer kennt das nicht? Da möchte man sich einen Betrag im Internet ansehen, und aus rechtlichen Gründen ist dieser nicht verfügbar. Geoblocking ist an der Tagesordnung.

Generell ist es trotz Digitalisierung in der EU immer noch schwierig, Informationen (und Daten) zu versenden, zu empfangen oder zu finden. Zahlreiche lokale rechtliche Regelungen stehen dem entgegen, zahlreiche Informationen sind nur schwer oder gar nicht zu finden und werden digital nicht zur Verfügung gestellt.

Wenigstens dank der automatischen Übersetzung sind fremdsprachige Artikel mittlerweile leichter verstehbar.

Wer sich jedoch mal im Netz aus erster Hand darüber informieren möchte, was in anderen Regionen der EU passiert und nach bestimmten Themen sucht, hat es nicht leicht. In den regional verfügbaren Medien wird kaum und schon gar nicht umfassend darüber informiert, was in anderen Regionen passiert.

Wo soll man anfangen zu suchen.

Miteinander kommunizieren, Informationen, Nachrichten, wissen und Daten austauschen zu können, diese mitteilen zu können, diese erfahren zu können, erachte ich für eine Demokratie sehr wichtig, damit wir uns ein umfassendes Bild machen können und eine bessere Entscheidungsgrundlage haben: voneinander zu wissen, miteinander zu agieren, voneinander zu lernen.

In der EU sind 5 Freizügigkeiten definiert:

  1. die Freiheit der Waren
  2. die Freiheit der Dienstleistungen
  3. die Freiheit des Kapitals
  4. die Freiheit der Person

Sollten wir nicht auch eine 5. Freiheit definieren?

  1. die Freiheit der Information (Wissen, Daten, Nachrichten, …)

• Jeder EU-Bürger hat das Recht, Inhalte, Nachrichten und digitale Dienste aus allen Mitgliedstaaten uneingeschränkt zu empfangen.

•	jede Person und jede Organsiation darf Daten, Forschungsergebnisse und Wissen grenzüberschreitend austauschen, verarbeiten und verbreiten.

•	Information ist nicht nur Mittel zum Zweck – sie ist selbst ein Motor von Freiheit, Innovation und gesellschaftlicher Teilhabe.

•	Einschränkungen dürfen nur aus zwingenden Gründen bestehen: Schutz der Privatsphäre, geistiges Eigentum, Sicherheit. Alles andere ist künstliche Barriere, die wir beseitigen müssen.

Vision:

Die EU wird erst dann zum echten Binnenmarkt des 21. Jahrhunderts, wenn nicht nur Waren und Kapital frei fließen, sondern auch Ideen, Wissen und Informationen. Freiheit bedeutet nicht nur, dort zu sein, wo man will, oder das zu kaufen, was man will – Freiheit bedeutet, zu sehen, zu lernen, zu teilen und zu gestalten, ohne Grenzen

Was meint ihr? Wäre das nicht auch ein wichtiges Thema für den HUB Demokratie? Denn das würde auch eine Informationsfreiheit, eine Transparenz und ein Davon-Wissen-Können beinhalten.

Video ist in Österreich nicht verfügbar :face_with_monocle:

Solange uns nicht gelingt,

  • Fake-Meldungen wirkungsvoll weltweit zu bekämpfen,
  • manipulierte “Original-Daten” auch tatsächlich regelmäßig als “manipuliert” zu erkennen,
    oder viellleicht mit technischen Methoden
  • “irgendwie” die Manipulation von Daten zu verhindern

hätten wir mit Informationsfreiheit (die nicht nur die Aufhebung/ das Verbot von Geoblocking bedeuten darf) gar nichts gewonnen.

Wir hätten dann hauptsächlich nur einen noch größeren Haufen von

  • Fakemeldungen,
  • manipulierten “Orginal”-Dokumenten,
  • politischer Propaganda
    und
  • gezielter (Meinungs-)Manipulationen.

Allein unter dem Begriff “Manipulation“ sind zahlreiche absichtliche und auch unabsichtliche Gründe/Ursachen zu verstehen - z.B.

  • durch den Autor des Originaldokumentes selbst,
  • durch Dritte nach Erstellung des Dokumentes,
  • durch den Leser /Auswerter der Inhalte des Dokumentes,
  • durch den Nutzer der im Dokument enthaltenen Daten

Informationsfreiheit würde an diesen Problemen aber gar nichts ändern, es würden nur vor der Verwendung bei sehr viel mehr Dokumenten bzw. Daten diese Möglichkeiten der Verfälschung vielleicht enthaltener Informationen berücksichtigt werden müssen.
Vermutlich werden aber zur Erkennung von Verfälschungen nur jene Nutzer dieser Informationen befähigt sein , die bereits selbst über ausreichendes Wissen zum jeweiligen Themengebiet dieser (vielleicht verfälschten) Informationen und über ausreichende Kennnisse des Fachvokabulares in der jeweiligen Fremdsprache verfügen.

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SH … Stefan und TG … Thomas

SH: jede Person und jede Organsiation darf Daten, Forschungsergebnisse und Wissen grenzüberschreitend austauschen, verarbeiten und verbreiten.

TG: Ich plädiere das “darf" durch ein “soll" (nicht “muss”) zu ersetzen.

SH: Information ist nicht nur Mittel zum Zweck – sie ist selbst ein Motor von Freiheit, Innovation und gesellschaftlicher Teilhabe.

TG: Diesen Punkt tät ich stärker hervorheben, weil wichtig für das Selbstbewusstsein und der Identität der Europäer.

SH: Einschränkungen dürfen nur aus zwingenden Gründen bestehen: Schutz der Privatsphäre, geistiges Eigentum, Sicherheit. Alles andere ist künstliche Barriere, die wir beseitigen müssen.

TG: Die Einschränkung bez. dem geistigem Eigentum finde ich, für die allgem. Entwicklung, störend. Stattdessen sollte dieses unbedingt Veröffentlicht werden und auch ein Modus entwickelt werden, mit welchem dem Urheber eine angemessene Anerkennung, in sozialer und pekuniärer Form, zukommt.

(Verzeiht mir bitte, doch das “Zitat/Zitieren” hat am Smartphone nicht so funktioniert wie ich dachte. Deshalb wählte ich diesen Weg)

Jep. Wissen sollte eigentlich allen Menschen gehören. Mich erinnert das geistige Eigentum eher an Raubrittertum.

Ja, wenn es eine ausreichend hohe und wirklich kreative Schaffenshöhe gibt und Mühsal ins Werk gesteckt worden ist, dann sollte der Urheber schon für eine begrenzte Zeit einen wirtschaftlichen Vorteil daraus ziehen können.

  • Aber nicht für jeden Schnappschuss mit dem Smartphone (zu niedrige Schafffenshöhe).
  • Nicht für 99 Jahre nach dem Ableben (zu lang).
  • Nicht für jeden Buchstaben, so dass Zitate oder Abwandlungen nicht möglich sind.

Zudem wäre es super, wenn man einfacher feststellen könnte, wer denn Urheber ist, und man leichter Lizenzen erwerben könnte.

Geschichte: Explosion des Wissens
http://www.spiegel.de/spiegel/a-709761.html
“Hat Deutschland im 19. Jahrhundert einen industriellen Aufstieg erlebt, 
weil das Land kein Urheberrecht kannte? Mit dieser Analyse sorgt ein 
Münchner Wirtschaftshistoriker für Aufsehen.“

Irgendwie funtionierte der Link nicht

http://www.spiegel.de/spiegel/a-709761.html

Wer bestimmt, was Lüge und Wahrheit ist? Und erst, wenn wir die Lüge ausgerottet habe, dürfen wir die Freiheit, dass jeder mit jedem in der EU kommunizieren darf, ohne dass es solche nationalstaatlichen oder technologischen Hürden gibt, die dem derzeit in der EU im Weg stehen, auch nutzen? Echt?

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Ich meine hier nicht eine “absolute Wahrheit” oder kontroverse wissenschaftlich fundierte Meinungen.
Aber ich meine hier z.B. jene Informationen, die bisher über anerkannte historische Personlichkeiten, bedeutsame Ereignisse (auch der jüngeren Vergangenheit) oder auch zum aktuellen Stand wissenschaftlicher Forschung in der allgemein - aber nicht fachspezifisch - gebildeten/interessierten Öffentlichkeit bekannt sind,
aber in Fake-Informationen als “falsch” bzw “nicht existent”, ”nie passiert” dargestellt werden, ohne dafür jedoch überprüfbare sachliche Hinweise liefern zu können.
Als Extrembeispiel fallen mir die Theorie der Flacherde ein. wonach die Erde heute angeblich immer noch eine Scheibe sein soll, oder die Behauptung, dass die erste Mondlandung nur ein eine große Show gewesen sein soll und gar nicht wirklich real stattgefunden hat.
Und im Falle von Kriegen haben immer die Anderen zufolge solcher Fake-Informationen zuerst geschossen und waren dahe immer selbst Schuld an der dann “notwendigen” Bombardierung ihrer Mütter und Kinder, selbst wenn die eigenen Soldaten als Erste in großen Kolonnen an den jeweiligen Grenzen zusammengezogen wurden, um diese kurz darauf - oft sogar ohne jede Gegenwehr - zu überschreiten.
Alle gegenteiigen Informationen werden dann regelmäßig “korrigiert” und daher auch aus möglichst allen öffentlich zugänglichen Archiven entfernt und durch “richtige” Informationen ersetzt. Neutrale Historiker würden das dann “Geschichtsverfälschung” nennen, für Laien wären das dann nur weitere Fake-Informationen, fall sie solche Informationen über hsistorische oder zeitgeschichtlche Ergeignisse überhaupt noch als Fake-Informationen erkennen könnten, weil vielleicht andere Darstellungen, als in Fake-Informatioen, nur mehr sehr selten bis gar nicht verfügbar werden könnten.

Betrug ist ein anderer Grund für Fakeinformationen, wenn z.B. “gefakte” , oder vielleicht auch “nur” schlampig erarbeitete, “Forschungsergebnisse” irgendwelche rascher erzielbaren wirtschaftlichen Vorteile für Unternehmen oder die Forscher sebst bezwecken sollen.
Betrug gibt es ja heute fast nicht mehr - oder irre ich mich da etwa ?

Über Arten und Gründe für “Fake”- Meldungen gibt’s vermutlich ohnehin dicke Bücher, da brauche ich mich hier nicht noch weiter auslassen .

In obigen Beiträgen zur Informationsfreiheit wird meiner Ansicht etwas zu blauäugig davon Ausgegangen, dass grenzenlose Informatinsfreiheit nur positiv gesehen werden kann.
Wenn ich den Ursprung unseres heutigen Internet richtig verstanden habe, sollte mit diesen Ideen grenzenlose Kommunikation und Zugänglichkeit von wissenschaftlich/technischen Informationen - damals primär für wissenschaftliche Institute und Universitäten - leicht und schnell überall zur Vefügung gestellt werden und so den wissenschaftlich/technischen Fortschritt beflügeln.
Was seit Verfügbarkeit des Intenet in jeder Hosen-/Hand-Tasche daraus geworden ist, sehen wir ja auch an den Diskussionen , die nicht nur wir hier führen.

Die Formulierung “das Internet ist tot” ist daher immer häufiger zu lesen.
Ich wüsste allerdings nicht, wie die hier diskutierte “Informationsfreiheit” ohne Internet realisiert werden könnte.

Ja und?

Für die einen gibt’s das Mittel der wirklichen Wiener: net’amol ignorieren (nichteinmal *)

Die andere Gruppe (Neudeutsch: Follower) fühlt sich durch solchen - Blödsinn, über Unflat bis Lüge - nur in ihrer Meinung bestätigt und folgen ihm desshalb weil seine Aussage ihre Meinung bestärkt. Diese Gruppe Menschen wird nur durch die Darwin’sche Gesetzmäßigkeit kleiner.

Dieses Problem kann nur durch: Bildung, Wissen und der Fähigkeit das Wissen zu verknüpfen, minimalisiert werden.

(Ganz auflösen wird man es nie können denn irgendeinen Drppen wird es immer geben)

Ich habe mal ein Buch über die Geschichte des Papsttums gelesen. Da wurde gelogen, betrogen, gefälscht, verleumdet, beschimpft. Heute würde man das Fake News, Hate Speech und Shitstorms nennen. Das ist also kein neuzeitliches Problem, dass erst mit der Digitalisierung und der Informationsverfügbarkeit und der freien Meinungsäußerung aufgetreten ist.

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Privilegium Maius