Im Falle Deutschlands, das aus seiner wirtschaftlichen Misere herauswill, ist das Signal aber seit längerem fatal. Das Versagen der Bahn setzen viele mittlerweile mit dem Versagen des Staates gleich. Es ist eine gefährliche Entwicklung, die jetzt entschiedenes Gegensteuern braucht.
Dem kann ich vollinhaltlich zustimmen.
Mit solchen Feststellungen “rütteln” wir aber den Grundfesten “kapitalistischer Wirtschaftspolitik”.
Angesichts der politischen Entwicklungen - dem weltweitem “Rechts-Ruck” - werden heute solche Meinungen höchstwahrsheinlich von noch mehr Personen als “komministische Ideologie” - und daher unbedingt zu bekämpfen - eingestuft werden , als dies noch vor wenigen Jahren erwartet hätte werden müssen.
Offensichtlich ist zu wenig bekannt - und kommt nur manchmal in Aussagen von Vorstandsvorsitzenden zum Ausdruck - dass als Aktiengsellschaften organisierte (bzw. mit Kapital ausgestattete) Unternehmen per gesetzlichem Auftrag in erster Linie die Interessen ihrer Kapitalgeber - dann lange nichts - und erst ganz zuletzt das Interesse ihrer Kunden bzw. “der Gesellschaft” ( z.B. an zuverlässig nutzbarer Infrastruktur, an der Erreichung von Klimaschutzzielen, Schutz von Umwelt-Ressourcen) zu berücksichtigen haben.
Wenn Aktien-Unternehmen durch irgendwelche Umstände (unabhängig ob selbst- oder fremd-verschuldet) mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben, dann werden die Zlele am Ende der Prioritätenliste bedeutungslos - dann bleiben Umwelt- und Klimaschutz aber auch die Kunden - im Fall der deuschen Bahn dann sogar buchstäblich - auf der Strecke liegen. Das ist per Gesetz so gewünscht.
Es müsste daher Einigkeit hergestellt werden, dass unsere kritische Infrastruktur (ihre Betreiber, Service-Dienstleister und Zulieferer) weder direkt noch indirekt ( z.B. über ihre Muttergesellschaft) der Verantwortung von aktienrechtlich organisierten Unternehmen überlassen werden darf - oder die bisher offenbar am Ende der Prioritätenliste gereihten Ziele (Klima, Umwelt , Kunden) per Gesetz als mit höchster Priorität auch von Alkiengesellschaften zu behandelnden/beachtenden Themen verankert werden müssten.
Ich sehe das bei Infrastruktur sehr gelassen (auch Marktpolitisch).
Infrastruktur ist meist per Definition ein Monopol. Es macht keinen Sinn dass jeder Anbieter ein Stromnetz, ein StraĂźennetz, ein Kanalnetz erstellt. Daher machen hier staatliche Anbieter Sinn, weil es keinen Sinn macht parallele Netze zu bauen.
Für Monopolisten wirkt jedoch “der Markt” nicht. Daher ist er hier nicht anwendbar.
Man muss natĂĽrlich darauf schauen, dass sich diese Monopole benehmen. Das funktioniert in Ă–sterreich aktuell nicht so gut, weil der EigentĂĽmer (das Land - also wir alle) den anderen EigentĂĽmer (den Bund - also auch wir alle) abgezockt hat.
Wir alle haben uns das gefallen lassen. Also die Ăśberlassung an uns alle funktioniert leider auch nicht gut, weil wir als BĂĽrger unsere EigentĂĽmerreche nicht entsprechend vehement vertreten.
Die DB InfraGo AG ist eine gemeinwohlorientierte AG, die sich zu 100% im Besitz der Deutschen Bahn AG befindet. Die Deutsche Bahn AG befindet sich zu 100% im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. [1]
Als AG unterliegen die Unternehmen dem deutschen Mitbestimmungsgesetz [2], d.h. die eine Hälfte des Aufsichtsrates, der den Vorstand bestimmt und die allgemeine Strategie vor gibt, wird vom Eigentümer (der Bundesrepublik Deutschland) bestimmt, die andere Hälfte von der Belegschaft.