Eine neue Studie liefert überraschende Erkenntnisse über Menschen, die Spitzenleistungen erbringen, und gibt Anstöße, die bisherige Förderung von Talenten zu überdenken
Ist das enorme Talent einfach angeboren? Braucht es dazu eine möglichst frühe Spezialisierung und spezielle Förderung? Oder gibt es andere gemeinsame Entwicklungsmuster der Höchstleisterinnen und Höchstleister, die bei Begabtenförderung zu berücksichtigen wären?
einige überraschende Antworten: Wer jung Spitzenleistungen erbringt, tut das nicht unbedingt auch später. Oder, anders formuliert: Top-Performer im jugendlichen Alter sind selten ident mit den Allerbesten bei den Erwachsenen. Zudem scheint eine frühe Spezialisierung kontraproduktiv zu sein. Menschen, die Höchstleistungen erbringen, haben sehr oft Lernerfahrungen in verschiedensten Bereichen hinter sich.
Entsprechend gehörten überraschend viele der Allerbesten in Wissenschaft, Musiker, Sport und Schach in ihren früheren Jahren noch nicht zu den Besten ihrer jeweiligen Altersklasse, sondern haben sich allmählich dem Topniveau angenähert.
Schließlich stellte das Forschungsteam fest, dass sich Koryphäen nicht früh auf eine Disziplin spezialisiert haben, sondern verschiedene Interessen verfolgten, etwa mehrere Studienfächer, unterschiedliche Musikgenres oder -instrumente oder Sportarten.
Aus den Erkenntnissen leiten die Forschenden einige neue Empfehlungen für eine optimale Förderung begabter junger Menschen ab: nicht zu früh auf eine Disziplin spezialisieren, dazu ermuntern, verschiedenen Interessengebieten nachzugehen, und in zwei bis drei Disziplinen fördern – auch wenn diese nicht unmittelbar etwas miteinander zu tun haben