Die zersplitterte Gesellschaft

https://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-ist-laut-einer-aktuellen-forsa-umfrage-zerstritten-67-prozent-bewerten-soziales-miteinander-als-eher-schlecht_91f19c42-6c5a-4717-bf4b-f56be4ba19f0.html

KI-Zusammenfassung: Deutschland als zersplitterte Gesellschaft
Aktuelle Umfrageergebnisse (Forsa/DAK-Gesundheit, März 2026):

  • 67 % der Befragten bewerten das soziale Miteinander in Deutschland als schlecht oder sehr schlecht.
  • 77 % sehen den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den letzten drei Jahren als deutlich gelitten.
  • 86 % nehmen mehr Beleidigungen und Respektlosigkeit wahr, 81 % mehr Aggressivität.
    Kernproblem: Zersplitterung statt Spaltung
  • Deutschland ist nicht nur gespalten (z. B. links vs. rechts, Stadt vs. Land), sondern zersplittert in unzählige Lebenswirklichkeiten.
  • Jede Gruppe hat eigene Normen, Werte, Informationsräume und Empfindlichkeiten – was fĂĽr die eine Realität ist, gilt der anderen als Propaganda.
  • Kein gemeinsamer Rahmen mehr: FrĂĽher banden Parteien, Kirchen oder Vereine die Gesellschaft zusammen. Heute fehlt diese Mindestgemeinsamkeit, die Konflikte zivilisiert.
    Folgen der Zersplitterung
  • Symbolkämpfe: Themen wie Migration, Klima oder BĂĽrgergeld werden zu Identitätsfragen, bei denen keine Kompromisse möglich scheinen.
  • Milieukampf: Nicht mehr Argument gegen Argument, sondern Weltbild gegen Weltbild – das schwächt die soziale Ordnung.
  • Verlust von Normalität: Was als „normal“ gilt, wird nicht mehr gemeinsam ausgehandelt, sondern in abgeschotteten Milieus definiert.
    Warnsignal
    Die Umfrage zeigt keinen Untergang, aber einen kritischen Zustand:
  • Zusammenhalt zerbröselt im Alltag – durch Respektlosigkeit, Aggressivität und die Gewöhnung an Verachtung.
  • Gefahr: Wenn keine Vermittlung zwischen den Wirklichkeiten mehr möglich ist, droht der Verlust der sozialen Ordnung.
    Fazit
    Deutschland funktioniert organisatorisch noch, aber innerlich ist es weniger verbunden. Die Herausforderung liegt darin, gemeinsame Mindeststandards zu bewahren – ohne Gleichschaltung, aber mit Respekt, Regeln und der Anerkennung von Institutionen.
1 „Gefällt mir“

Siehste - wie soll man denn bei unterschiedlichem Weltbild (schon innerhalb von Staaten) auf haltbare gemeinsame Ethik, gemeinsame Werte kommen?

Und noch Eines - ein Lieblingsthema von mir - es existieren verschiedene politische (religiöse) Ideologien. Eine Ideologie in Reinkultur innerhalb eines Staates würde gleichgeschaltete Menschen voraussetzten. Grad rechts-außen (auch links-außen) Parteien reden von “Freiheitlich“ … an der Macht möchten sie alles gleichschalten.
Ein Oxymoron!

Die Menschen wollen das gleiche - nur der Weg dorthin wird anders gesehen.

Alle wollen beispielsweise Sicherheit (siehe mein anderer Post) - der Weg dorthin wird vehement anders gesehen. Die einen sagen: Ich kann Sicherheit nur bekommen, wenn wir alle Ausländer entfernen. Die anderen sehen sich in ihrer Sicherheit darin bedroht (eh klar). Es geht also nicht um das Kernproblem, sondern die Lösung die in einem Weltbild vorherrschend sind.

Das Spannende ist ja auch, dass diese Pauschalisierungen nur auf pauschaler Ebene greifen. Denn spezifische Menschen sind eh ganz nett. Es geht nur um „die da“ - die anders sind. Es geht immer um Gruppen. Wenn man sich also hinsetzt und die Lebensrealitäten einzelner Menschen ansieht, sind diese sehr ähnlich - und die meisten können dann auch die Situation des anderen wieder nachvollziehen.

Social Media trägt über Aufregung und Eskalation dazu bei, dass Menschen ihre „Generallösungen“ auspacken. Alle wissen, was zu tun wäre - wie beim Fußball wo plötzlich ein Land Millionen Teamchefs hat, die alle wissen - was getan werden sollte um endlich …

Eine Demokratie lebt von Aushandlungsprozessen - und wir haben es zugelassen, dass diese abgeschafft wurden. Parteien wissen was zu tun ist. Du lieber Bürger halt Dich da raus. Nicht einmal das (österreichische) Parlament hilft dazu Auszuhandeln. Die Parteien haben das vorher festgelegt - schicken etwas ins Parlament um es zu diskutieren - aber die Entscheidung steht schon vorab fest. In Wirklichkeit müsste der Aushandlungsprozess viel breiter werden - unter Einbeziehung aller Menschen.

Das bedarf aber einer guten Aufbereitung - damit es wirklich alle Menschen verstehen können (schwierig bei 30% Menschen in Österreich die nicht sinnerfassend lesen können). Medien sollten diesen Auftrag eigentlich erfüllen - Wir haben durch Social Media aber bewirkt, dass Medien Journalismus nicht mehr bezahlen können, weil die Werbeeinnahmen die das früher finanziert haben weggefallen sind. Ich habe unlängst gelesen, dass die Verlagsgruppe News von über 350 Angestellten auf nur noch 5 geschrumpft ist. Es mag schon sein, dass einige jetzt nicht mehr fix angestellt sind - aber es zeigt die Herausforderung. Journalismus kann nur noch eingeschränkt finanziert werden.

Also informieren sich Menschen halt über sozialen Medien - die aber keinen einzelnen Journalisten beschäftigen - und von Aufregung leben (weil durch mehr clicks mehr Werbung verkauft wird) und die größtenteils von den Zielen nicht Europäischer Akteure gesteuert werden, die durchaus auch Interesse daran haben, dass Europa nicht funktioniert.

Und frĂĽher gab es dann halt auch noch den Pfarrer der auf der Kanzel stand und heruntergewettert hat, wenn sich manche nicht richtig gegenĂĽber der Gesellschaft verhalten haben. Man kann darĂĽber denken was man will - aber wer steht aktuell auf der Kanzel und sagt etwas zu Musk oder Thiel?

Aushandlungsprozesse sollten wir alle in unserem Alltag leben. Denn wir Menschen, die in diesem Land leben, sind durch unser eigenes Verhalten der Grundstein fĂĽr die Demokratie.

Es ist ja so einfach, auf die anderen, die Parteien und Politiker, zu verweisen, die angeblich an allem schuld sind, anstatt bei sich selbst anzufangen.

Eigen- und Selbstverantwortung – Teil 1!

Wir sollten uns selbst einbringen und unsere Lebenssituationen permanent neu aushandeln.

Werde selbst zum aktiven Demokraten in Deinem eigenen Alltag

Die Menschen, die in der Politik und in staatlichen Organisationen arbeiten, sind Menschen wie du und ich. Sie sind Teil von uns. Wir haben diese Menschen gemeinsam ausgewählt, damit sie sich um diese Aufgaben kümmern. Wir haben sie ausgewählt. Wenn wir also der Meinung sind, dass die Leute nicht gut sind, dann ist das allein unsere Schuld. Alleine.

Es beginnt mit unserem Alltag, Dinge auszuhandeln. Das tun wir in vielen Fällen nämlich gar nicht mehr. Wir bringen uns oftmals nicht mehr ein. Wir halten nicht mehr dagegen. Wir informieren uns nicht mehr ausreichend. Wir sind selbst nicht mehr bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Partnerschaften, Familien, Nachbarschaften, Vereine, Kollegen, Schulen, Universitäten, Unternehmen … wo wird da noch auf Augenhöhe etwas – mühsam und liebevoll – ausgehandelt?

Wir sollten Demokratie in unserem eigenen Leben leben. Denn eine Demokratie als Staatsform ist nicht funktionsfähig, wenn sie als Gesellschaftsform im Alltag nicht gelebt wird.

Nein, einer schafft an, die anderen folgen murrend oder passiv. Oder es wird auf Regeln verwiesen, weshalb man hilflos wäre, anstatt diese Regeln neu auszuhandeln.

Das ist keine gute Basis für unser Zusammenleben. Wir können das besser. Jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen.

Werde selbst zum Journalisten

Ich brauche keine Journalisten und Medien, um informiert zu sein. Es ist nett, wenn sie mir gute Informationen liefern, die ich dann bequem konsumieren kann. Ich kann mich aber auch vom Tisch erheben, mich selbst auf die Suche machen, Dinge hinterfragen, mir den Kontext ansehen und Hintergrundinformationen beschaffen. Die Informationen sind alle verfĂĽgbar. Man muss sich nur die MĂĽhe machen, selbst danach zu suchen und mit geeigneten Menschen zu sprechen.

Eigen- und Selbstverantwortung – Teil 2.

Sich selbst schlau machen.