In Deutschland ist es zu Störungen des Digital Funks der Deutschen Bahn gekommen. Der gesamte Zugverkehr wurde deshalb aus Sicherheitsgründen eingestellt.
Scheinbar ist es ein System für Notfälle, das ausgefallen ist. Sie haben dann vorsichtshalber alle Züge in den Bahnhöfen angehalten. Sie hätten weiterfahren können, aber das Risiko erschien ihnen zu hoch. Zudem hatten sie einen cyberangriff vermutet. Da finde ich es besser, dass sie erstmal einen sichern Zustand hergestellt haben und geschaut haben, was los ist. Als einfach weiter über die Schienen zu brettern.
Man könnte die Bahn auch als Helden feiern, dass sie besonnen gehandelt hätten.
Aber viele sind ja gleich wieder mit Verurteilungen, schnellen Schlussfolgerungen und guten Ratschlägen in den medien. Anstatt professionell zu handeln und sich erstmal umfassen zu informieren.
Ja, vom Sicherheitsaspekt hat die DB vorbildlich gehandelt. Dass bei einem netzweiten Update was schiefgehen kann ist verständlich.
GSM-R wird für alle möglichen Funktionen verwendet, auch für verbesserte Sicherheitsfunktionen. Ja, die Züge hätten sicherheitstechnisch weiterfahren können, aber bei einem kompletten Ausfall muss man auch von einem möglichen Terror-Angriff ausgehen und erst prüfen, ob der Rest noch funktioniert oder auch gerade angegriffen wird.
Grund für den zwei Stunden langen deutschlandweiten Stillstand beim Zugverkehr am Dienstag war nach Angaben der Bahn ein Softwarefehler. Dieser sei bei planmäßigen Instandhaltungsarbeiten aufgetreten und habe keine Fehlermeldung nach sich gezogen, teilte der Staatskonzern am Freitag mit.
Deshalb sei das Ersatzsystem des digitalen Funks GSM-R nicht automatisch aktiviert worden, obwohl es voll funktionsfähig gewesen sei. Nachdem die IT-Experten dann regelkonform einen Cyber-Angriff ausgeschlossen hatten, wurde laut Bahn nach rund 90 Minuten per Hand auf die sogenannte Rückfallebene umgeschaltet, sodass der Verkehr wieder anlaufen konnte.
Zur Sicherheit sollen Instandhaltungsarbeiten kĂĽnftig nur noch von 0.00 bis 4.00 Uhr nachts stattfinden - und nur noch in dem der beiden Funksysteme, das dann gerade nicht aktiv ist.
Dass diese Vorgangsweis nicht immer schon eingehalten werden musste, verwundert nur mich ?
Dafür gibt’s aber - „normalerweise“ - Sicherheitkonzepte zur Vorgangsweise bei „kritischen“ Arbeiten ( nicht nur für die Sicherheit der beauftragten Mitarbeiter, sondern auch für die Zuverlässigkeit/Sicherheit und möglichst ungestörte Weiterführung des Betriebes während solcher Arbeiten ) durch unabhängie Inspektoren (auch immerhalb von Unternehmen) deren Aufgabe es sein sollte, die Einhaltung solcher Sicherheitskonzepte - natürlich immer nur mit Unterstützung der jeweiligen Unternehmensleitungen - zu überwachen und durchzusetzen.
Die Möglichkeit „Shit happens.“ vor Beginn kritischer Arbeiten zu akzeptieren und damit zuzulassen, ist in kritischen /systemrelevanten Unternehmen absolut unzulässig.
Ich bin sicher, man hat nicht den Teppich ausgelegt und nach Mekka gebetet bevor man mit den arbeiten begonnen hat. Ich vermute man hat es sich ziemlich genau ĂĽberlegt.
Du kennst vermutlich das erste Murphy’sche Grundgesetz:
Alles was schief gehen kann, wird schief gehen.
Wir haben an der HTL 1986 gelernt, dass es noch weitere Murpy’sch Gesetzte gibt:
Alles was gar nicht schief gehen kann wird trotzdem schief gehen.
Murpy war ein Optimist
D.h. es kann natĂĽrlich auch bei kritischster Infrastruktur etwas eintreten, mit dem wirklich niemand in diesem Falle rechnen konnte. Passiert ist es trotzdem.
Und wie Roland schon sagt: Im Sinne der Sicherheit - wenn diese nicht gewährleistet ist, dann steht die Bahn halt - besser als man führt den Betrieb weiter und es kommt zu einem Unglück. Das wäre dann tatsächlich unverantwortlich gewesen.