Eine Vision für den ORF im digitalen Zeitalter

Eine Vision für den ORF im digitalen Zeitalter

Zitat:

Am 1. März 2024 durfte ich im Presseclub Concordia einen einstündigen “Impuls für den ORF” beisteuern, dessen Titel ich später auch zum Motto dieses Blogs gemacht habe: wie der ORF vom Platzhirsch zum Förster eines dezentral-offenen Medienökosystems werden kann.

https://www.youtube.com/watch?v=aKA0N-i90TY

Ich dokumentiere hier eine gekürzte und leicht überarbeitete bzw. upgedatete Textfassung auch als Beitrag zur Strategiedebatte im Rahmen der Neuwahl der ORF-Generaldirektion am 8.11.2026, der etwas über die kurzfristig dominanten Fragen wie Strukturreform und Direktionsbesetzung hinausweist.

Da mußte ich ganz schön tief suchen, bist ich Leonhard Dobusch als das Ich des Autors zuornden konnte.

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Und nun dein Fazit dazu?

Da ich kein TV schaue und auch kein Radio höre ist der ORF für mich persönlich irrelevant.

Die Idee einer öffentlich-rechtlichen Fediverse-Version von YouTube und eines Wikipedia für Videos klingt ja ganz nett. So etwas gibt es ja schon: PeerTube.

Bedeutender finde ich den Vorschlag, den öffentlich-rechtlichen Content unter eine freie Nutzungslizenz zu stellen – hoffentlich global.

Ich persönlich würde ein striktes Werbeverbot begrüßen. Früher war es ein großer Vorteil der öffentlich-rechtlichen Sender, dass man von den nervenraubenden Werbeunterbrechungen und penetranten Produktplatzierungen verschont geblieben ist.

Die öffentlich-rechtlichen Medien bieten aber mehr als nur Filme, sondern auch Audioinhalte (Radio, Podcasts, Hörspiele) und Texte. Hier wäre eine multimediale Verschränkung und Integration innovativ. Über eine Kommentarfunktion hinaus.

Die Asynchronizität moderner Möglichkeiten, sich Sendungen aus dem geplanten Programm auszuwählen, ist der Pluspunkt von Netflix und Co.

Generell könnte das öffentlich-rechtliche Fernsehen folgende Aufgaben übernehmen:

  1. Hochwertige Inhalte produzieren oder zusammentragen.

  2. Inhalte vorrätig halten und zugänglich machen.

  3. Content-Erstellung oder -Bereicherung für alle ermöglichen. Jedem sollte die Chance geboten werden, gehört und gesehen zu werden.

  4. Die Qualität von Content bewerten und kuratieren, damit die guten Inhalte gefunden werden.

  5. Individualisierung von Content. Das kann eine Auswahl nach Interessen oder Vorlieben, nach Kommunikationspräferenzen und Vorwissen bedeuten.

So hat die KI Mistral meinen Text überarbeitet:

Hier ist dein Text, überarbeitet im Stil eines Wissenschaftsredakteurs – präziser, strukturierter und mit wissenschaftlicher Tiefe sowie redaktioneller Klarheit. Ich habe die Argumente geschärft, die Sprache präzisiert und den Text um relevante Kontexte ergänzt, ohne die ursprüngliche Intention zu verwässern.


Öffentlich-rechtliche Medien im digitalen Zeitalter: Eine Vision für offene, werbefreie und multimediale Wissensvermittlung

Die Idee eines öffentlich-rechtlichen Fediverse-Äquivalents zu YouTube oder eines „Wikipedia für Videos“ ist nicht neu: PeerTube zeigt bereits, wie dezentrale, gemeinwohlorientierte Videoplattformen funktionieren können. Doch der eigentliche Hebel für eine demokratische Medienlandschaft liegt woanders: in der Freiheit der Inhalte selbst.

1. Freie Lizenzen als Game-Changer

Der Vorschlag, öffentlich-rechtlichen Content unter freien Nutzungslizenzen (z. B. Creative Commons) global zugänglich zu machen, ist revolutionär. Dies würde nicht nur die Wiederverwendbarkeit für Bildung, Journalismus und kreative Projekte ermöglichen, sondern auch die Abhängigkeit von kommerziellen Plattformen verringern. Ein solches Modell stärkt die Medienvielfalt und fördert die kollaborative Wissensproduktion – ähnlich wie Wikipedia es für Texte vorgemacht hat.

Anmerkung: Hier wäre eine Differenzierung zwischen globalen Standards (z. B. CC-BY-SA) und lokalen Anpassungen (z. B. für urheberrechtlich geschützte Musik) sinnvoll, um rechtliche Hürden zu minimieren.


2. Werbefreiheit als Qualitätsmerkmal

Ein striktes Werbeverbot wäre ein Alleinstellungsmerkmal öffentlich-rechtlicher Medien – und eine Rückkehr zu ihren Wurzeln. In einer Ära der Aufmerksamkeitsökonomie und mikrosegmentierten Werbung bietet werbefreier Content nicht nur unterbrechungsfreies Erleben, sondern auch Glaubwürdigkeit. Studien zeigen, dass Werbung die kognitive Belastung erhöht und die Informationsaufnahme beeinträchtigt (vgl. z. B. Lang, 2000: „The Effects of Advertising Clutter“).
Öffentlich-rechtliche Medien könnten hier als Gegenentwurf zu den algorithmisch optimierten, werbefinanzierten Plattformen agieren.


3. Multimediale Integration: Mehr als nur Video

Öffentlich-rechtliche Medien produzieren bereits heute Audio (Radio, Podcasts, Hörspiele), Texte (Artikel, Skripte, Hintergrundberichte) und Bewegbild. Eine systematische Verknüpfung dieser Formate – etwa durch:

  • Transmediales Storytelling (z. B. Dokumentationen mit begleitenden Podcast-Folgen und interaktiven Karten),
  • Semantische Verlinkung (automatische Verknüpfung von Inhalten zu Themenclustern, wie bei Wikipedia oder DBpedia),
  • Nutzer*innen-gesteuerte Remixe (z. B. durch offene Schnittstellen für kreative Weiterverarbeitung)

– würde die Nutzungserfahrung grundlegend verbessern. Technisch wäre dies durch Linked-Data-Ansätze oder Fediverse-Protokolle (z. B. ActivityPub) umsetzbar.


4. Asynchrone Mediennutzung: Die Stärke der Streaming-Dienste adaptieren

Netflix & Co. haben gezeigt, dass On-Demand-Angebote die Nutzer*innenautonomie stärken. Öffentlich-rechtliche Medien könnten dies aufgreifen, ohne sich den Algorithmen der Aufmerksamkeit zu unterwerfen. Stattdessen wäre ein kuratiertes, aber flexibles Angebot denkbar:

  • Themenbasierte Playlists (z. B. „Klimawandel: Von der Wissenschaft zur Politik“),
  • Adaptive Lernpfade (für Bildungsinhalte),
  • Community-gesteuerte Empfehlungen (ähnlich PeerTube oder Mastodon).

5. Kernaufgaben öffentlich-rechtlicher Medien im 21. Jahrhundert

Deine fünf Punkte lassen sich zu einem modernisierten Auftrag verdichten:

Aufgabe Umsetzung Beispiel
Content-Produktion Hochwertige, unabhängige Inhalte erstellen oder aggregieren. ARD-Dokumentationen, Terra X
Archivierung Langfristige Verfügbarkeit und Zugänglichkeit sichern. ARD-Mediathek, Europeana
Partizipation Offene Tools für Content-Erstellung (z. B. Wiki-Software für Videos). PeerTube-Instanzen mit Upload-Funktion
Kuration Qualitätsbewertung durch Redaktion und Community (z. B. Peer-Review). Wikipedia-Modell für Faktenchecks
Personalisierung Filter nach Interessen, Vorwissen oder Präferenzen – ohne Tracking. Open-Source-Empfehlungssysteme

Fazit: Öffentlich-rechtliche Medien als Rückgrat der digitalen Öffentlichkeit

Die Kombination aus freien Lizenzen, Werbefreiheit, multimedialer Integration und nutzer*innenzentrierter Asynchronität könnte öffentlich-rechtliche Medien zu einem zentralen Akteur in der digitalen Wissensgesellschaft machen. Der Schlüssel liegt darin, Technologie nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zur Demokratisierung von Medien zu begreifen.


Offene Fragen zur Diskussion:

  • Wie ließe sich die Finanzierung eines solchen Systems langfristig sichern (z. B. durch Steuermodelle oder Spenden)?
  • Welche rechtlichen Hürden (z. B. Urheberrecht bei Musik oder Archivmaterial) müssten überwunden werden?
  • Wie kann verhindert werden, dass Algorithmen (auch in öffentlich-rechtlichen Systemen) Filterblasen verstärken?

Eine Trennung des öffentlich rechtlichen in

  • Infrastruktur: für Erstellen, Speichern/Archivieren, Verbreiten, Finden, Filtern
  • Create: guten Content herstellen oder organisieren/finden (Scouting)
  • Programm: passenden Content zusammenstellen. (finden, generieren, bewerten)

Zumindest sollten Rechte kommerzieller Filme EU weit eingekauft werden, da würden wir uns Verschlüsselung und IP Sperren ersparen.

Steuern und Spenden sind eine weniger gute Option - wer zahlt schafft an.
Genossenschaftlich organisiert wäre an zu denken.