Die notwendige Energie zu erzeugen, soll nicht das Problem sein, wurde mir von Experten mitgeteilt.
Solche Aussagen sind leider falsch.
Denn die Amtworten solcher Experten beziehen sich zumeist nur auf jene Technologien -bzw. deren Energieverbrauch - zu denen diese Experten tatsächlich auch selbst über Expertise verfügen . Sie vernachlässigen - oder unterschätzen - dabei aber den Energieverbrauch all der anderen Technologien, in denen diese Experten nicht über ausreichend Expertise verfügen, die aber zusammen in Zukunft - vielleicht sogar sehr - viel mehr Energie verbrauchen werden, als jene (einzelne) Technologie, auf die sich die konkrete Antwort (“die Ernergieversorgung dieser Technologie ist kein Problem” ) bezieht.
Die Antwort solcher Experten kann also bezogen auf eine einzige Technologie durchaus richtig sein, ist aber bei Einbeziehung des Energieverbrauches aller anderen Techologien und des sich daraus in schon in naher Zukunft ergebenden wesentlich höheren Energie-Gesamtbedarfes - und wegen der sich aus der Verteilung dieser Energiemengen ergebenden wachsenden Anforderungen an die Verteilnetze - sicher falsch.
Man würde ohnehin von einer Verdreifachung des Energiebedarfes in den nächsten Jahren ausgehen, ….
Das ist genau die Unterschätzung, die ich hier weiter oben gemeint habe.
Zunächst möchte ich aber vorausschicken, dass unter der Bezeichnung “erneuerbare Energie aus nicht-fossilen Quellen” heute hauptsächlich elektrische Energie gemeint ist - auch wenn es zahlreiche andere Energfieformen ( z.B,Wärmenergie ) gibt, die ohne verlustbehaftete Umwandlungsprozesse in andere Energieformen (und auch ohne Temperaturanhebung mittels Wärmepumpen) oft unmittelbar genutzt werden könnten.
Auch möchte ich hier darauf hinweisen, dass ich kein Energiefachmann bin und auch meine eigenen Abschätzungen falsch sein könnten oder auf unrichtigen Annahmen beruhen könnten. Aber:
Es gibt eine jährliche Gesamtenergiestatistik der Statistik Austria (bzw. des Wirtschaftsministeriums ), in der alle Energieflüsse aller Energieformen mit allen Importen /Exporten und Bedarfsträgern (Verkehr, Landwirtschaft, Industrie, Gebäude … ) - und Verwendungsarten ( z.B: bei ÖL /Gas /Kohle mit Differenzierung als Energieträger oder als Rohstoff zur chemischen Weiterverarbeitung in Produktionsprozessen) angeführt sind.
Wenn die Energiemengen der für Zwecke der (nicht nur elektrischen) Energieversorgung benötigten fossilen Energieträger zusammengerechnet werden und mit dem Verbrauch ( = Erzeugung+Import -Export ) elektrischer Energie im gleichen Zeitraum verglichen werden und der damals schon abschätzbare zusätzliche Energiebedarf für neue Technologien und möglicherweise erzielbare Einsparungspotentiale in der Größenordnung von 50% berücksichtigt werden, dann zeigt sich, dass die österreichischen Produktionskapazitäten für elektrische Energie (innerhalb der österreichischen Staatsrenzen !) höchstwahrscheinlich auf den 5-fachen Wert ( bzw. um 400% )- über die damaligen Produktionskapazitäten (im Jahr 2019) hinaus gesteigert werden müssten und uns in Zukunft nicht Produktionskapazitäten für ca. 70 TWh/Jahr genügen werden, sondern wir zur Erreichung der vollständigen Dekarbonisierung unseres Energiebedarfes (bereits in ca. 15 Jahren - oder doch “erst” in 25 Jahren ? ) dann über Produktionsanlagen für zumindest ca . 350 TWh/Jahr verfügen müssten.
In dieser Abschätzung sind nur die damals ( vor ca. 5 Jahren) bereits abschätzbaren zusätzlich erforderlichen Energiemengen und ein Energeinsparungsotential von 50% im Zuge des Umstieges von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energieformen bereits berücksichtigt.
An zusätzlich zu erwartendem Verbauch wurde nur
- der Bedarf fĂĽr den Betrieb von in Zukunft vielleicht 5 Millionen Elektro-PKW auf unseren StraĂźen und
- ca. 30 TWh/Jahr Energiebedarf allein für die auf erneuerbare Energieträger unzustellenden Produktiosprozesse der VOEST
berĂĽcksichtigt.
Noch nicht berĂĽcksichtigt wurde steigender Energieverbrauch fĂĽr
neuere Entwicklungen der Digitalen Welt wie z.B.
- Cyberwährungen ( “Mining” ),
- KĂĽnstlichge Intelligenz
- größere Rechenzentren abseits obiger Anwwndungsgebiete - wie z.B. zur Steuerung /Unterstützung vollautonom fahrender Fahrzeuge und vollautonom agierender Maschinen/Roboter
Auch nicht berücksichtugt wurde der in Zukunft erhöhte Energiebedarf für
- die Kühlung von Wohnraum bzw. Gebäuden
- den noch stark auszubauenden öffentlichen Verkehr
- die Erzeugung alternativer Treibstoffe ( Wasserstoff , E-Fuels, … ) für Brennstoffzellen ( zur Rückumwandlung in elektrischee Energie) und für Verbrennungsmotoren
- die erforderliche Überdimensionierung der Produktionskapazitäten, um neben der Deckung des unmittelbaren (sofortigen) Energieverbrauches gleichzeitig auch alle großen Batterien (allenfalls auch Saisonal-Speicher ) auch mit hohen Ladeleistungen ( im Megawatt-Bereich ! ) laden zu können.
Wir mĂĽssten also Produktionslagen zur Erzeugung von ( oder genauer : zur Umwandlung von Energie in ) zumindest 280 TWh elekrischer Energie neu errichten.
Zur besseren Veranschaulichung des dafür notwendigen Aufwandes verwende ich gerne das Donaukraftwerk Wien-Freudenau, das über Turbinensätze mit insgesamt 172 MW Leistung verfügt und pro Jahr ca. 1,052 TWh Energie bei durchschnittlichem Wasserstand der Donau liefert.
Es müssten also in in den nächsten 15 bis 25 Jahren Produktionkapazitäten entsprechend der Leistungsfähgkeit von ca. 280 Kraftwerken der Größenordnung des Donaukrftwerkes Wien-Freudenau neu errichtet werden - also jedes Jahr bis 2040 ( oder bis 2050 ? ) Produktioskapazitäten entsprechend 19 ( oder doch “nur” 11 ? ) Donau-Kraftwerken Wien-Freudenau neu in Betrieb (!!) genommen werden, um diess Ziel erreichen zu könen.
Kraftwerke, die zuletzt noch in Betrieb gnommen werden konnten - wie z.B. Graz-Puntigam ( 11,7 MW Leistung, 82 GWh/Jahr) liefern nur einen Bruchteil ( Graz-Puntigam : ca 8% ) der Produktionskapazität von Wien-Freudenau. Erst 13 Kraftwerke der Größenordnung Graz-Puntigam würden daher der Produktionskapazität von Wien-Freudenau entsprechen.
Ich halte daher sogar die angeblich “problemslose” Verdreifachung der Produktionskapazität und die Aufrecherhaltung dieser gesteigerten Produktion auch im Falle von Dunkelflauten ( wenig Wind , wenig bis kein Sonnenschein, bzw während langer Schlechtwetterperioden oder im Winter ) bei gleichzeitig weiter sinkenden Wasserständen nicht nur im Winter, sondern zunehmend auch während immer längerer und heisserer Tockenperioden in den Sommermonaten, unter den derzeitigen Bedingungen für unmöglich.
Problematisch sind die Netze und die Kabel.
So ist es.
Es sind aber leider auch die fehlenden Produktionskapazitäten für Band-Energie ein Problem.
Vor allem gerade auch dann, wenn der zusätzliche Leistungsbedarf in Wohngebäuden für den Ersatz der Energieträger Öl und Gas durch elektrische Energie zum Betrieb von Elektroherden, Wärmepumpen und Klimanlagen noch weiter steigen wird, wenn auch hohe Ladeleistungen für Schnelladestationen und auch für das Laden stationärer Batterien aus dem öffentlichen Enrgieversorgungsnetz geliefert werden müssen.
Dann müssen dafür die Erdkabel des öffentlichen Eneigieversorgungsnetzes auch dort verstärkt und erneuert werden, wo sie vielleicht erst vor kurzer Zeit in den Straßen und Wegen von Städten und Siedlungen - allerdings noch ohne Kenntnis dieser schon “demnächst” benötigten höheren Leistungen (und damit auch höheren Strömen in den Kabeln ) - verlegt wurden und die Straßenoberflächen dort “gerade erst” wieder hergestellt wurden.
Leider spielen Bevölkerungen (Protestler), Energieversorger und Netzbereiber (im Staatseigentum) sowie die Politik (Gesetzgebung) noch nicht so ganz mit.
Allerdings kann man “Protestlern” aus der Bevölkerung und manchen Politikern, denen der Umfang der Problematik einer sicheren Energieversorgung noch nie auch nur annähernd vermittelt wurde, nicht unbedingt einen Vorwurf machen.
Vorwerfen kann man aber den Netzbetreibern, Energieproduzenten, neutralen Fachleuten (von Universitäten , Fachschulen, und aus der Praxis einschlägiger Berufe) und “den Medien”, dass sie nicht aktiv die Vermittlung bzw. Ergänzung des fehlenden öffentlichen Wissens um diesen Bereiche unserer technischen Infrastruktu “vorantreiben”, um sachliche öffentliche Diskussion und sachgemäße politische Entscheidungen zu ermöglichen.
Wie gering die Kompetenz mancher angeblicher Fachjournalisten sein dürfte, ist fast regelmäßig auch am Umgang mit den Einheiten und Bezeichungen für elektrische Größen ( Spannung, Strom, Leistung, Energie), die häufige Verwechslung von Leistung mit Energie und an “seltsamen” Bezeichnungnen für große Zahlen dieser Werte ( z.B 1000 MW statt 1 GW ) zu erkennen. Wenn politische Entscheidungsträger ihr “Wissen” dann vielleicht auch aus solchen Artikeln entnehmen, oder tatsächlich glauben sollten, jederzeit beliebige Leistungen und Energiemengen aus jeder Haushaltsteckose beziehen zu können, dann darf sich niemand wundern, wenn manche politischen Entscheidungen auch sehr “einfach gestrickt“ wurden - wie z.B. das vormalige Versprechen an Betreiber eigener Solarvoltaik-Anlagen jederzeit beliebige Mengen an elektrischer Energie aus solchen Anlagen in das öffentliche Energieversorgungsnetz einspeisen zu können - und damit dann auch immer gute Einnahmen erzielen zu können.