Energieverbrauch unserer KI-Nutzung

Im Jahr 2023 verbrauchten, laut Daten des US-Energieministeriums, die Rechenzentren in den USA etwa 175 TWh Strom – rund 4,4 % des gesamten Energieverbrauchs des Landes. Schätzungsweise entfiel etwa ein Drittel davon, also etwa 1,5 % des Gesamtverbrauchs, auf KI-Rechenzentren – und dieser Anteil wächst rasant. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass KI bis 2028 zwischen 3–6 % des gesamten US-Energieverbrauchs ausmachen könnte. Und das ist ohne Berücksichtigung der zunehmenden Energiekosten durch KI auf Endgeräten oder den notwendigen Internet-/Kommunikationsnetzwerken. Wird unsere KI-Nutzung alle globalen Energiespar-Ziele über den Haufen werfen und die globale Erwärmung weiter verschärfen?


Dies ist ein Begleitthema zum ursprĂĽnglichen Beitrag unter https://4future.community/2025/05/05/energieverbrauch-unserer-ki-nutzung/

zur letzen Frage hier oben : JA !
Der Verbrauch aller US-Rechenzentren im Jahr 2023 entsprach mehr als dem doppelten Verbrauch elektrischer Energie in Österreich. Und in Österreich wird es nicht gelingen, den eigenen Verbrauch elektrischer Energie innerhalb der geforderten Fristen vollständig (und nicht nur nominell) aus erneuerbaren Quellen zu beziehen.
Uns bleibt daher als einzige Mögichkeit den Verbrauch elektrischer Energie soweit zu reduzieren, dass er aus den uns zur Verfügung stehenden erneuerbaren Quellen auch tatsächlich ( und nicht nur rechnerisch/nominell auf dem Papier ) gedeckt werden kann. Das ist aber leider noch unrealistischer, als bei weiterhin steigendem Energiebedarf diesen aus in nicht ausreichendem Umfang verfügbaren erneuerbaren Quellen decken zu wollen.
Die USA haben unter ihrem derzeitigen Präsidenten dieses Problem gar nicht.
Er erklärt per Dekret die Klimakatastrophe zum Hirngespinnst einiger verrückter “Staatsfeinde” - und lässt gegen diese die Armee aufmarschieren.

Die notwendige Energie zu erzeugen, soll nicht das Problem sein, wurde mir von Experten mitgeteilt. Technisch möglich und die Kapazitäten stünden bereit.

Man würde ohnehin von einer Verdreifachung des Energiebedarfes in den nächsten Jahren ausgehen, trotzt Energieeinsparungen und Ultra-Low-Power-Energie. (eMobilität, Heizen/Kühlen, IT).

Problematisch sind die Netze und die Kabel. Die sind für die Leistungen einfach nicht ausgelegt. Da müsste alles aufgegraben werden. Daher würde gesteuert werden, mit höheren Strompreisen oder verzögerten oder angelehnten Genehmigungsverfahren für Einspeisungen oder WallCharger, um den Netzbetreibern Zeit für den Ausbau zu verschaffen.

Leider spielen Bevölkerungen (Protestler), Energieversorger und Netzbereiber (im Staatseigentum) sowie die Politik (Gesetzgebung) noch nicht so ganz mit.

Das kann man derzeit in österreich und Deutschland an den Stellungnahmen der Lobby zu den Änderungen an Energiegesetzten sehen.

Aber technisch wäre die 100% Erzeugung von erneuerbarer Energie, die Speicherung und die Verteilung leicht möglich und kurzfristig umsetzbar. Nur müssten da alle an einem Strang ziehen. Und dem stehen halt gesetzliche Regelungen, unterschiedliche Interessen und andere Dinge im Weg.

Ich möchte damit nun niemandem eine Absicht oder Böswilligkeit unterstellen. Aber es gibt in freien, demokratischen Systemen nun mal unterschiedliche Ansichten und die Tradition, einen Weg gemeinsam auszuhandeln, um ihn dann gemeinsam gehen zu können. Und das braucht nun mal seine Zeit. Gerade, wenn Menschen sich unsicher fühlen und sich nicht vertrauen.

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Erneuerbare Energie in Ă–sterreich:

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Die notwendige Energie zu erzeugen, soll nicht das Problem sein, wurde mir von Experten mitgeteilt.

Solche Aussagen sind leider falsch.
Denn die Amtworten solcher Experten beziehen sich zumeist nur auf jene Technologien -bzw. deren Energieverbrauch - zu denen diese Experten tatsächlich auch selbst über Expertise verfügen . Sie vernachlässigen - oder unterschätzen - dabei aber den Energieverbrauch all der anderen Technologien, in denen diese Experten nicht über ausreichend Expertise verfügen, die aber zusammen in Zukunft - vielleicht sogar sehr - viel mehr Energie verbrauchen werden, als jene (einzelne) Technologie, auf die sich die konkrete Antwort (“die Ernergieversorgung dieser Technologie ist kein Problem” ) bezieht.
Die Antwort solcher Experten kann also bezogen auf eine einzige Technologie durchaus richtig sein, ist aber bei Einbeziehung des Energieverbrauches aller anderen Techologien und des sich daraus in schon in naher Zukunft ergebenden wesentlich höheren Energie-Gesamtbedarfes - und wegen der sich aus der Verteilung dieser Energiemengen ergebenden wachsenden Anforderungen an die Verteilnetze - sicher falsch.

Man würde ohnehin von einer Verdreifachung des Energiebedarfes in den nächsten Jahren ausgehen, ….

Das ist genau die Unterschätzung, die ich hier weiter oben gemeint habe.
Zunächst möchte ich aber vorausschicken, dass unter der Bezeichnung “erneuerbare Energie aus nicht-fossilen Quellen” heute hauptsächlich elektrische Energie gemeint ist - auch wenn es zahlreiche andere Energfieformen ( z.B,Wärmenergie ) gibt, die ohne verlustbehaftete Umwandlungsprozesse in andere Energieformen (und auch ohne Temperaturanhebung mittels Wärmepumpen) oft unmittelbar genutzt werden könnten.
Auch möchte ich hier darauf hinweisen, dass ich kein Energiefachmann bin und auch meine eigenen Abschätzungen falsch sein könnten oder auf unrichtigen Annahmen beruhen könnten. Aber:
Es gibt eine jährliche Gesamtenergiestatistik der Statistik Austria (bzw. des Wirtschaftsministeriums ), in der alle Energieflüsse aller Energieformen mit allen Importen /Exporten und Bedarfsträgern (Verkehr, Landwirtschaft, Industrie, Gebäude … ) - und Verwendungsarten ( z.B: bei ÖL /Gas /Kohle mit Differenzierung als Energieträger oder als Rohstoff zur chemischen Weiterverarbeitung in Produktionsprozessen) angeführt sind.
Wenn die Energiemengen der für Zwecke der (nicht nur elektrischen) Energieversorgung benötigten fossilen Energieträger zusammengerechnet werden und mit dem Verbrauch ( = Erzeugung+Import -Export ) elektrischer Energie im gleichen Zeitraum verglichen werden und der damals schon abschätzbare zusätzliche Energiebedarf für neue Technologien und möglicherweise erzielbare Einsparungspotentiale in der Größenordnung von 50% berücksichtigt werden, dann zeigt sich, dass die österreichischen Produktionskapazitäten für elektrische Energie (innerhalb der österreichischen Staatsrenzen !) höchstwahrscheinlich auf den 5-fachen Wert ( bzw. um 400% )- über die damaligen Produktionskapazitäten (im Jahr 2019) hinaus gesteigert werden müssten und uns in Zukunft nicht Produktionskapazitäten für ca. 70 TWh/Jahr genügen werden, sondern wir zur Erreichung der vollständigen Dekarbonisierung unseres Energiebedarfes (bereits in ca. 15 Jahren - oder doch “erst” in 25 Jahren ? ) dann über Produktionsanlagen für zumindest ca . 350 TWh/Jahr verfügen müssten.
In dieser Abschätzung sind nur die damals ( vor ca. 5 Jahren) bereits abschätzbaren zusätzlich erforderlichen Energiemengen und ein Energeinsparungsotential von 50% im Zuge des Umstieges von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energieformen bereits berücksichtigt.

An zusätzlich zu erwartendem Verbauch wurde nur

  • der Bedarf fĂĽr den Betrieb von in Zukunft vielleicht 5 Millionen Elektro-PKW auf unseren StraĂźen und
  • ca. 30 TWh/Jahr Energiebedarf allein fĂĽr die auf erneuerbare Energieträger unzustellenden Produktiosprozesse der VOEST

berĂĽcksichtigt.

Noch nicht berĂĽcksichtigt wurde steigender Energieverbrauch fĂĽr
neuere Entwicklungen der Digitalen Welt wie z.B.

  • Cyberwährungen ( “Mining” ),
  • KĂĽnstlichge Intelligenz
  • größere Rechenzentren abseits obiger Anwwndungsgebiete - wie z.B. zur Steuerung /UnterstĂĽtzung vollautonom fahrender Fahrzeuge und vollautonom agierender Maschinen/Roboter

Auch nicht berücksichtugt wurde der in Zukunft erhöhte Energiebedarf für

  • die KĂĽhlung von Wohnraum bzw. Gebäuden
  • den noch stark auszubauenden öffentlichen Verkehr
  • die Erzeugung alternativer Treibstoffe ( Wasserstoff , E-Fuels, … ) fĂĽr Brennstoffzellen ( zur RĂĽckumwandlung in elektrischee Energie) und fĂĽr Verbrennungsmotoren
  • die erforderliche Ăśberdimensionierung der Produktionskapazitäten, um neben der Deckung des unmittelbaren (sofortigen) Energieverbrauches gleichzeitig auch alle groĂźen Batterien (allenfalls auch Saisonal-Speicher ) auch mit hohen Ladeleistungen ( im Megawatt-Bereich ! ) laden zu können.

Wir mĂĽssten also Produktionslagen zur Erzeugung von ( oder genauer : zur Umwandlung von Energie in ) zumindest 280 TWh elekrischer Energie neu errichten.

Zur besseren Veranschaulichung des dafür notwendigen Aufwandes verwende ich gerne das Donaukraftwerk Wien-Freudenau, das über Turbinensätze mit insgesamt 172 MW Leistung verfügt und pro Jahr ca. 1,052 TWh Energie bei durchschnittlichem Wasserstand der Donau liefert.
Es müssten also in in den nächsten 15 bis 25 Jahren Produktionkapazitäten entsprechend der Leistungsfähgkeit von ca. 280 Kraftwerken der Größenordnung des Donaukrftwerkes Wien-Freudenau neu errichtet werden - also jedes Jahr bis 2040 ( oder bis 2050 ? ) Produktioskapazitäten entsprechend 19 ( oder doch “nur” 11 ? ) Donau-Kraftwerken Wien-Freudenau neu in Betrieb (!!) genommen werden, um diess Ziel erreichen zu könen.
Kraftwerke, die zuletzt noch in Betrieb gnommen werden konnten - wie z.B. Graz-Puntigam ( 11,7 MW Leistung, 82 GWh/Jahr) liefern nur einen Bruchteil ( Graz-Puntigam : ca 8% ) der Produktionskapazität von Wien-Freudenau. Erst 13 Kraftwerke der Größenordnung Graz-Puntigam würden daher der Produktionskapazität von Wien-Freudenau entsprechen.
Ich halte daher sogar die angeblich “problemslose” Verdreifachung der Produktionskapazität und die Aufrecherhaltung dieser gesteigerten Produktion auch im Falle von Dunkelflauten ( wenig Wind , wenig bis kein Sonnenschein, bzw während langer Schlechtwetterperioden oder im Winter ) bei gleichzeitig weiter sinkenden Wasserständen nicht nur im Winter, sondern zunehmend auch während immer längerer und heisserer Tockenperioden in den Sommermonaten, unter den derzeitigen Bedingungen für unmöglich.

Problematisch sind die Netze und die Kabel.

So ist es.
Es sind aber leider auch die fehlenden Produktionskapazitäten für Band-Energie ein Problem.

Vor allem gerade auch dann, wenn der zusätzliche Leistungsbedarf in Wohngebäuden für den Ersatz der Energieträger Öl und Gas durch elektrische Energie zum Betrieb von Elektroherden, Wärmepumpen und Klimanlagen noch weiter steigen wird, wenn auch hohe Ladeleistungen für Schnelladestationen und auch für das Laden stationärer Batterien aus dem öffentlichen Enrgieversorgungsnetz geliefert werden müssen.

Dann müssen dafür die Erdkabel des öffentlichen Eneigieversorgungsnetzes auch dort verstärkt und erneuert werden, wo sie vielleicht erst vor kurzer Zeit in den Straßen und Wegen von Städten und Siedlungen - allerdings noch ohne Kenntnis dieser schon “demnächst” benötigten höheren Leistungen (und damit auch höheren Strömen in den Kabeln ) - verlegt wurden und die Straßenoberflächen dort “gerade erst” wieder hergestellt wurden.

Leider spielen Bevölkerungen (Protestler), Energieversorger und Netzbereiber (im Staatseigentum) sowie die Politik (Gesetzgebung) noch nicht so ganz mit.

Allerdings kann man “Protestlern” aus der Bevölkerung und manchen Politikern, denen der Umfang der Problematik einer sicheren Energieversorgung noch nie auch nur annähernd vermittelt wurde, nicht unbedingt einen Vorwurf machen.
Vorwerfen kann man aber den Netzbetreibern, Energieproduzenten, neutralen Fachleuten (von Universitäten , Fachschulen, und aus der Praxis einschlägiger Berufe) und “den Medien”, dass sie nicht aktiv die Vermittlung bzw. Ergänzung des fehlenden öffentlichen Wissens um diesen Bereiche unserer technischen Infrastruktu “vorantreiben”, um sachliche öffentliche Diskussion und sachgemäße politische Entscheidungen zu ermöglichen.

Wie gering die Kompetenz mancher angeblicher Fachjournalisten sein dürfte, ist fast regelmäßig auch am Umgang mit den Einheiten und Bezeichungen für elektrische Größen ( Spannung, Strom, Leistung, Energie), die häufige Verwechslung von Leistung mit Energie und an “seltsamen” Bezeichnungnen für große Zahlen dieser Werte ( z.B 1000 MW statt 1 GW ) zu erkennen. Wenn politische Entscheidungsträger ihr “Wissen” dann vielleicht auch aus solchen Artikeln entnehmen, oder tatsächlich glauben sollten, jederzeit beliebige Leistungen und Energiemengen aus jeder Haushaltsteckose beziehen zu können, dann darf sich niemand wundern, wenn manche politischen Entscheidungen auch sehr “einfach gestrickt“ wurden - wie z.B. das vormalige Versprechen an Betreiber eigener Solarvoltaik-Anlagen jederzeit beliebige Mengen an elektrischer Energie aus solchen Anlagen in das öffentliche Energieversorgungsnetz einspeisen zu können - und damit dann auch immer gute Einnahmen erzielen zu können.

Hm. Was fĂĽr eine Schlussfolgerung.

@Erich_Pekar Du schreibst,

Werner zeigt, dass der österreichische Stromverbrauch derzeit nahezu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt wird.

Und dennoch willst du weiter diskutieren und beharrst auf deinem falschen Standpunkt, statt deine Meinung zu ändern.

Derzeit werden in der EU ca. 25% der Primärenergie aus regenerativen Quellen gewonnen (in einigen NUTS-Regionen für elektrische Energie sogar zu 100%, wie Werner beispielsweise für Österreich gezeigt hat. Wärme/Kälte und Mobilität hinken noch etwas dahinter und verschlingen Gas, Öl, Holz (Pellets), Biomasse und Abfälle (z.B. Thermisches Recyclen des gesammelten Plastik- und Papiermülls)..

Innerhalb der nächsten 50 Jahre soll der Endenergiebedarf um 50% sinken (geändertes Verbrauchsverhalten, UltraLowEnergy Technologien, höhere Wiekungsgrade).

Dabei sollen die Primärenergiequellen fast vollständig zu regenerativen Quellen verschoben werden (Wind, Sonne, Luft, Erde, Wasser). Das würde einer Vervierfachung der regenerativen Energieerzeugung bedeuten.

Die Technologien und die Produktionskapazitäten für die regenerativen Energieerzeugungsanlagen und die Energiezwischenspeichersysteme sind derzeit schon ausreichend vorhanden.

Es hapert - wie bereits erwähnt - an der Bereitschaft, dafür endlich Geld auszugeben, die Verteilungsnetze umzubauen und die rechtlichen Regeln anzupassen.

Wenn wir lokale Speicherkapazitäten hätten, bräuchten wir keine Transportnetze mehr und die Energieversorger würden obsolet.

Genau diese Aussage ist falsch.
Denn mit “nahezu” 100 Prozent erneuerbarer Energie ist keine (Ausfall- ) sichere Energieversorgung bei noch dazu bald wieder stark steigendem Bedarf an elektrischer Energie zu erreichen.
Gleichzeitig ist zu erwarten, dass die Produktion aus Wasserkraft in Zukunft zufolge häufigerer Extremwetterlagen (mit Hochwasser) und länger anhaltender Trockenperioden abnehmen wird.
Obige Aussage “100 % aus ereuerbaren Energien”gilt derzeit nur während günstiger Produktionsbedingungen für Energie aus Solarvoltaik und Windkraft-Anlagen und Normalbetrieb der Wasserkraftwerke ( ohne große techische Ausfälle und bei ausreichender Wasserführung ) - daher nur während des Tages bei Sonennschein rund um die Mittagsstunden bzw. im Falle geringen Verbrauchs sogar auch allein nur aus Wasserkraft .
in den letzten Jahren hat Östterreich zudem oft ca 10 % seines elektrischen Jahres- Energiebedarfes an elektrischer Eneriie aus dem Ausland importieren müssen - sich also gar nicht selbständig ( ohne Importe ) mit elekrischer Energie versorgen können - auch wen die Importe zuletzt tatsächlich abgenommen haben .
Solche “Jubelmeldungen” können nur allzu leicht daüber hinwegtäuschen, dass nicht nur der derzeitige Bedarf an elektrischer Energie sondern ein in vielleicht schon 15 Jahren möglicherweise fünffach höhere Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen abgedeckt werden können muss, wenn wir wirklich das Ziel der Dekarbonisierung unserer Energieversorgung erreichen wollen. Und gleichzeitig müssen wir uns auch - möglicherweise sogar mit technischen Mitteln und erheblichem zusätzlichem Energieeinsatz - bemühen, das sonst noch hunderte Jahre in der Erdatmosphäre verbleibende CO² von dort wieder zu entfernen und “irgendwie” am oder im Boden zu binden.
Wir sind also noch sehr lange nicht am Ziel - es ist noch nicht einmal in der Ferne schon erkennbar. Wir mĂĽssten aber trotzdem schon den Zielsprint starten, weil wir es sonst nicht rechtzeitig erreichen werden.

Das Sinken des Endenergiebedarfes bezieht sich aber nur auf die derzeit noch in Verwendung stehenden - fossilen - Energieträger, nicht aber auf den Bedarf an elekrtrischer Energie - als in nächster Zukunft praktisch einziger Form von Energie aus erneuerbaren Quellen - mit dann bereits minimierten Verlusten und hohen Wirkunsgraden der Umwandlung elekrischer Energie in andere Energieformen - z.B. in Wärme, Licht, mechanische Energie.
Geändertes Verbauchsverhalten muss derzeit wohl nur Wunsch bleiben,
solange das tägliche Werbegewitter in allen Unterhaltungs - und Informationskanälen nicht drastisch reduziert werden kann/darf oder wenigstens andere Visionen einer estrebenswerten Zukunft vermittelt, als diese in der Werbebranche bis jetzt immer noch üblich sind
und
das Problem leistbaren Wohnens in stadtnahen Urlaubslandschaften und Schlafens bei offenem Fenster und ruhiger, kühler, Umgebung offenbar immer noch nicht lösbar ist bzw, nur wenigen “Privilegierten” vorbehalten bleibt.
”UltraLowEnergy” Technologien gibt es in kleinem Maßstab (in elektronischen Geräten, LED-Beleuchtungsanlagen ) schon länger. Ähnliche Erfolge bzw. Verbreitung konnten entsprechende Technologien im Hochbau und vor allem auch für energetische Sanierung des Bau-Altbestandes bei gleichzeitig noch leistbaren Wohnkosten ( z.B. auch in Nulllenergie-Gebäuden oder sogar energieproduzierenden Gebäuden ) bisher aber immer noch nicht finden.
Höhere Wirkungrade geraten derzeit sogar in Gefahr, wieder zu sinken, wenn unter dem Titel der “Technologie-Offenheit” Verbrennungsmotoren oder auch Brennstoffzellen in Zukunft in großer Zahl - z.B. in Antriebsystemen oder auch als Energiespeicher - zum Einsatz kommen sollten.

Die Technologien und die Produktionskapazitäten für die regenerativen Energieerzeugungsanlagen und die Energiezwischenspeichersysteme sind derzeit schon ausreichend vorhanden.

Richtig ist hier nur, dass wir bereits über die Technologien verfügen, mit denen wir die Klimaschutziele erreichen können/müssen.
Ich denke hier z.B. auch an Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen die (wegen der sonst nicht eingehaltenen Technologie-Offenheit bzw. -Neutralität ?) aber offenbar weiterhin nicht eingeführt werden ”dürfen”.
Welche Technologie muss denn erst noch entwickelt werden, um solche Geschwindigkeitsbeschränkunen auf Autobahnen einführen zu können ?

Wenn wir tatsächlich jedes Jahr der noch kommenden 15 Jahre bis 2040 Produktionskapazitäten in der Größenordnung der Produktionskapazitäten von 19 Donaukraftwerken Wien-Freudenau in Betrieb nehmen müssten, um fossile Energieträger schon bis zum Jahr 2040 vollständig ersetzen zu können, dann scheint doch wohl noch einige Produktionskapazität zur Erreichung unserer Klimaschutzziele zu fehlen.

Energiezwischenspeichersysteme fĂĽr die kurzeitige Speicherung von Energie ĂĽber wenige Stunden bis Tage sind nur dann kein Problem , wenn es rasch gelingen sollte, in fast alle Wohnungen, jedenfalls aber alle im prvaten Bereich bestehenden Produktionsanlagen fĂĽr elektrische Energie mit solchen Energieseichern auszustatten.

Langzeit-Saisonalspeicher mit ausreichender Kapazität dürften aber jedenfalls noch ein technologisches Problem darstellen.

Bei dem Endenergiebedarf wird ausschließlich die tatsächlich genutzt Energie betrachtet, unabhängig von der Form der dafür verwendeten Primärenergie (Fossil, Regenerativ, Kernkraft). Es geht also wirklich darum, den gesamten Energiebedarf in der EU zu senken. Seit 2006 ist der Endenergiebedarf in der EU um 20% gesunken.

Natürlich wird sich dann in Zukunft die Sekundärenergie anders zusammensetzten und Energieträger wie Öl, Diesel, Benzin, Kerosin, Holz, Gas sollen vermehrt durch Strom, Wasserstoff und Fernwärme ersetzt werden. Das ja gerade die Absicht.

Jep. Stimmt vollkommen. Ähnlich, wie Gaskraftwerke oder Kernkraftwerke nicht immer zur Verfügung stehen (geringe Verfügbarkeit aufgrund Wartung, Reparaturen, Sicherheitschecks, Streiks, Rohstoffknappheit {wenn der Rhein Niedrigwasser führt, können die Binnenschiffe keine Kohle anliefern}), gilt das auch für Windkraft (der Wind weht mal zu schwach oder zu stark), Solarenergie (Dunkelflaute, Verschmutzung), Wasserkraft (Überschwemmungen, Niedrigwasser). Das sind alles Aspekte, die in die Planung mit einfließen. Deshalb wir an einem europäischen Ausgleichsmechanismus gearbeitet, das halt mal Strom aus Andalusien nach Wien geliefert wird, dass auf den verschiedenen Verteilerebenen des Netztes Zwischenspeicher existieren (Pumpspeicherwerk, Schungmassenspeicher) und ausgebaut werden (z.B. Flüssigsalzspeicher). Und die Speicher sollen dezentraler und dichter an den Verbraucher kommen (in jedem Keller ca. 20 kWh).

Klar ist auch, dass es zu Situationen kommen wird, wo groĂźe Verbraucher vom Netz getrennt werden mĂĽssen, wenn die Energie knapp wird.

Ist ja heute auch schon so.

Beim Austrian Power Grid erklären sie das ziemlich gut. Da gibt es regelmäßig sehr interessante Führungen.

Bedenken zur Energiewende gibt es viele. Viele Experten sehen es kritisch. Und die Pragmatiker auch. Die Beweggründe sind unterschiedlich. Von Existenzängsten, weil die eigene Firma dann obsolet wird, realen Problem bis hin zu Menschen, die der neuen Technologie nicht trauen.

Solche Bedenken zu äußern finde ich wichtig, denn sie können uns warnen.

Aber Bedenken sollten nie dazu führen, unser Ziel aufzugeben, die Ärmel hochzukrempeln und intensiv nach Wegen zu suchen, wie wir die Probleme lösen können.

Machbar ist vieles, wenn man es nur will. Und wenn man bereit ist, mitzumachen.

Das mag schon sein.
Aber eine Technologie ist erst dann ”in der Gesellschaft angekommen”, wenn sie wie aktuelle Mode fast überall auch “von der Stange” gekauft werden kann.
LED-Beleuchtungen, Solarmodule, Wechselrichter und mittlerweile sagar auch schon größere “Haushalts-Batterien” mit Kapazitäten von bis zu 10 kWh kann man bei den heutigen “Tante-Emma-Läden” - also in fast jedem Baumarkt - schon aus den dortigen Regalen nehmen und sofort mitnehmen.
Flüssigsalz-Wärmespeicher oder mechanische Energiespeicher/Speicher mit rotierenden Massen sind zwar technisch möglich, trotztdem nicht überall sinnvoll und einfach anwendbar und werden daher vermutlich nie ihren Weg in die Baumärkte finden.

Als Grund würde ich primär stagnierendes Wirtschaftswachstum und den verstärkten Einsatz von elektrischer Energie - und damit die immer öfter mögliche Vermeidung thermodynamischer Prozesse mit ihren uvermeidbaren Energieverlusten - und weniger bis gar nicht ausgepräge Verhaltensänderungen der Endverbraucher (etwa hin zu sparsamerem Umgang mit Energie) vermuten.
Bei “zufriedenstellend gutem” (?!) Wirtschaftswachstum wird daher höchstwahrscheinlich auch wieder steigender Endenergiebedarf zu beobachten sein.

Die Energie im Rohöl, Erdgas, Uran oder Holz und die mit regenerativen Verfahren gewonnene Energie wird „Primärenergie“ genannt.

Die Energie in Energieträgern wie Heizöl, Bezin, Diesel usw. Sekundärenergie.

Die Energie, die dann tatsächlich vom Endanwender in „Arbeit“ umgewandelt wird, nennt man Endenergie oder Nutzenergie.

Mit besseren oder anderen Prozessen mit einem höheren Wirkungsgrand (z.B. E-Motor statt Verbrenner) kann man bei gleichbleibenden Endenergie die notwendige Primärenergie reduzieren. Das ist ganz richtig.

Dennoch hat sich der Bedarf an Endenergie seit 2006 um 20% reduziert. Die Bevölkerung im der EU ist in diesem Zeitraum um ca 7%, das BIP um ca 29% gestiegen.

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Neben geringerem Wirtschaftswachstum hat auch die starke “Entindustrialisierung” bzw. die fast vollständige Verlagerung industrieller Produktionsprozesse in Billig-Lohn- (und vor allem auch in Billig-Energie-) Länder wohl einen erheblichen Anteil am sinkenden Endenergiebedarf bisher hoch industrialisierter Staaten.
Moderne Gesellschaften rĂĽhmen (?) sich heute, vor allem Dienstleistungsgesellschaften zu sein und andere fĂĽr sich produzieren - und vor allem auch an anderern Orten (in anderen Staaten) Energie vebrauchen und die dortige Umwelt belasten - zu lassen.
Einer Dienstleistungsgesellschaft sollte es ja dann wohl nicht so schwer fallen, ihren Endenergieverbrauch zu senken , wenn sie nun ĂĽber fast keine energieintensiven Poduktionsprozesse mehr verfĂĽgt.
Ob die österreichische Voestalpine AG die von ihr benötigten 30 TWh/Jahr (fast die Hälfte des österreichischen Jahresbedarfes an elektrischer Energie) für den Ersatz der von ihr in Österreich benötigten fossilen Energieträger durch Energieträger aus erneuerbaren Quellen “irgendwo auftreiben” wird können, ist zu bezweifeln, da Konflikte weltweit zunehmen und in Österreich betriebene Produktionsanlagen für erneuerbare Energie dafür nicht ausreichen werden.

Lieber Erich,
Die de-industrialisierung hat wenig mehr mit Personalkosten zu tun, weil sie hochautomatisiert läuft. Daher haben die Personalkosten weniger Auswirkung als man glauben möchte.
Was eine hohe Auswirkung hat, sind unsere hohen Energiekosten. Denen könnten die Unternehmen jedoch entgegenwirken, wenn sie auf saubere erneuerbare Energie setzen würden. Aktuell sind Solarpanele in Überproduktion aus China vorhanden und daher sehr günstig.
Die Umstellung auf Erneuerbare kann daher nicht nur unser Energieproblem (das wie schon beschrieben gar kein so groĂźes ist) - sondern auch den Standortnachteil (Energie in China gĂĽnstiger - weil schon lange auf Erneuerbare gesetzt) ausgleichen.
LG Werner

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