Eternal You - Vom Ende der Endlichkeit

Der Dokumentarfilm von Hans Block und Moritz Riesewieck wirft einen verstörenden Blick auf eine technologische Entwicklung, die das Versprechen auf ewiges Leben neu verhandelt.

ORF 2 m 12.10., 23:08 Uhr dokFilm
https://tv.orf.at/eternalyou100.html

Der Wunsch nach Unsterblichkeit ist so alt wie die Menschheit selbst. Heute, im Zeitalter künstlicher Intelligenz, scheint dieser Traum näher denn je. Mithilfe von KI, gigantischen Datenmengen und lernfähigen Algorithmen, rückt die digitale Simulation des Menschen in greifbare Nähe. Eine Entwicklung die uns die Gewissheit zu sterben, nehmen könnte.

Der Film begleitet Menschen, die versuchen das Unfassbare fassbar zu machen. Aus den digitalen Spuren Verstorbener rekonstruieren sie künstliche Persönlichkeiten, sogenannte Chatbots, die schreiben, sprechen und fühlen wie die aus dem Leben Geschiedenen.

In Südkorea begegnet eine Mutter in einer TV-Show dem digitalen Abbild ihrer verstorbenen Tochter. Sie versucht das virtuelle Kind zu umarmen, doch die Umarmung bleibt Illusion. Auch Joshua Barbeau aus Kanada trifft seine große Liebe wieder. Nicht im Traum, sondern im Chatfenster. Seine KI-generierte Jessica schreibt, flirtet, erinnert sich, suggeriert Nähe und lässt den Schmerz des Mannes für einen Moment verschwinden.

Gleichzeitig tüfteln Start-Ups wie „You, Only Virtual“ oder „Soul Machines“ in den USA und in Neuseeland an immer realistischeren Avataren. Sie sollen nicht nur schreiben, sondern auch sprechen, lachen und leben – aber eben nur scheinbar. Was als moderne, trostspendende Maßnahme gedacht ist, wirft gleichzeitig tiefgreifende Fragen nach Identität, Verantwortung und emotionaler Manipulation auf.

Und zeigt somit die gleichen Probleme auf, auf die schon Joseph Weizenbaum anlässlich der Entwicklung seines Programmes “ELIZA” (https://en.wikipedia.org/wiki/ELIZA) in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts gestoßen ist und die ihn dann zum Kritiker solcher Technologien werden ließen.

Weizenbaum intended the program as a method to explore communication between humans and machines. He was surprised that some people, including his secretary, attributed human-like feelings to the computer program,[3][page needed] a phenomenon that came to be called the ELIZA effect. Many academics believed that the program would be able to positively influence the lives of many people, particularly those with psychological issues, and that it could aid doctors working on such patients’ treatment.[3][page needed][14] While ELIZA was capable of engaging in discourse, it could not converse with true understanding.[15] However, many early users were convinced of ELIZA’s intelligence and understanding, despite Weizenbaum’s insistence to the contrary.[6]

Auch in Österreich gibt es einige Unternehmen, die ein „Digitales Vermächtnis“ anbieten: die Menschen können dort Bildmaterial, Filme, Geschichten, Botschaften an ihre Lieben, ihre Stimme, ihren Avatar, ihre „Persönlichkeit“ hinterlegen, so dass die Hinterblieben mehr bleibt, als nur eine verblassende Erinnerung an die Verstorbenen. Damit soll den Hinterbliebenen sowohl die Trauerarbeit erleichtert werden als auch die Erinnerung an die Verstorbenen länger farbig erhalten bleiben.

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Dazu kann ich von Herzen die Serie “Upload” empfehlen, die da auch ein sehr interessantes Szenario darstellt. Oder auch diverse Black Mirror Folgen. Noch sind diese Simulationen harmlos und ethisch unproblematisch, aber sobald da auch nur ein wenig an Permanenz in den LLMs hinzukonfiguriert wird, wird es ethisch sehr schnell sehr kritisch, wenn man Humanismus ernst nimmt.

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