Ferien verschieben verschiebt nur die Probleme

Es braucht auch in der Schule echte Lösungen und nicht nur Scheindebatten, die von einer falschen Entwicklung ablenken

https://www.derstandard.at/story/3000000329363/ferien-verschieben-verschiebt-nur-die-probleme

Die Situation in den Schulen ist tatsächlich unerträglich. Die Lehrerinnen und Lehrer wissen kaum noch, wie sie damit umgehen sollen: In den Klassen hat es Temperaturen jenseits der 30 Grad, es gibt kaum Möglichkeiten, zu kühlen. An einen vernünftigen Unterricht ist nicht zu denken, das hält kein Mensch aus. Die Politik gibt vor, dafür eine Lösung zu haben: Verschieben wir doch die Sommerferien nach vorne und entlassen wir die Kinder schon im Juni in die dann private Hitze.

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Man könnte auch den Unterricht in kühlere Tageszeiten verschieben. Siesta, wenn es heiss ist.

Gilt ja nicht nur für Schulen, sondern auch für Unternehmen.

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Bessere wäre es, wenn unsere Gebäude und Städte besser auf die unterschiedlichen Wetterstationen baulich angepasst würden: auf Kälte oder Hitze, auf Trockenheit oder Regenergüsse.

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Die Ferien! Jedes Jahr wieder die gleichen Situationen.

  • Sie sollten verschoben werden.

  • Sie sind zu lang: der Lernprozess der Kinder würde unterbrochen werden.

  • Sie sind zu lang: es könne doch nicht sein, dass Lehrkräfte auch soviel Urlaub hätten! (Ausser, der Neid wird gestillt, indem alle anderen Arbeitenden auch soviel Urlaub bekommen würden.)

  • Sie sind zu lang: berufstätige Eltern kommen in einen Betreuungsnotstand

  • sind viel zu kurz: sagen die meisten Kinder und Jugendlichen

Die Lösung ist einfach: Die Ferien komplett abschaffen

Stattdessen Schule aufteilen in den physischen Ort (Campus) und den Lernbetrieb (Schule).

Der Campus als Treffpunkt für Kinder & Jugendliche. 365 Tage im Jahr. 24 H täglich. Freizeitbetreuung. Wo sie sich begegnen können. Wo sie sein können. Wo sie spielen können. Wo sie neugierig sein können. Wo sie frei sein können. Wo sie lernen können. Wo sie essen können. Wo sie. Ruhen können. Wo sie Sport machen können. Wo sie Betreuung und Rat finden können. Wo sie medizinische oder psychologische Unterstützung finden können. Egal, ob die Eltern nun daheim zur Verfügung stehen, oder nicht.

Und dort am Campus dann auch das Lernangebot anbieten. Das übliche schulische Angebot. Das Verpflichtende. Die Schule. Lernen. Erkunden. Experimentieren. Feedback bekommen.

Aber: 60 Wochentage im Jahr können die Schüler:innen sich vom Unterricht frei nehmen. Wenn sie wollen. Wann es zur Familie passt. Individuelle, flexible Ferien.

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„Kühlere“ Tageszeiten hat es in der aktuell gerade zu Ende gegangen Hitzeperiode praktisch nicht mehr gegeben. Um ca 11 Uhr wurden bereits wieder 30 °C Außentemperatur erreicht.
Die Innentemperatur in meiner Wohnung stieg mit jeden Tag dieser Hitzeperiode trotz intelligenter manueller Lüftung (nur wenn die Außentemperatur kleiner als die Innentemperatur war) pro Tag um fast 1 °C und hatte zuletzt bereits 29 °C erreicht.
Dabei befindet sich meine Wohnung in einem typischen Gründerzeithaus (Baujahr 1884 ) mit Bauweise in damals üblichen gebrannten Tonziegeln und in mehreren Phasen generalsaniertem Austattungs- bzw. Bauzustand (alle Kastenfenster gegen 3 Scheiben- Isolierglas Fenster getauscht, Wärmeisolierung auf allen nicht stukturierten Außenfassaden, ca 60 cm dicke Außenwände, 4 Meter Raumhöhe) - also eigentlich alles technisch und finanziell Machbare (inklusive aller Versorgungsleitungen) auch bereits durchgeführt.

Die Tiefstemperaturen in der Nacht waren auch in unmittelbar Umgebung eines großen Parkes im Zentrum von Wien zuletzt nicht unter 25 °C. Das Kühlen von nicht klimatisierten Räumen durch öffnen aller Fenster war nur n der Zeit von ca 3 Uhr bis ca 7 Uhr möglich und konnte in dieser Zeit von 4 Stunden - und zufolge des geringen Temperaturunterschiedes (innen/außen) und fehlender Luftdruckunteschiede ( kein Wind) keine ausreichende Abkühlung der Innenräume bewirken.

Man könnte …

allerlei tun , aber wirksamer Klimaschutz wird offenbar gar nicht in Betracht gezogen - obwohl wir uns vertraglich zur Erreichung von Klimaschutz-Zielen verpflichtet haben.

Kosten für sofort wirksame Klima-Anpassungsmaßnahmen - um z.B. das Arbeiten in Schulen, Krankenhäusern und Unternehmen wieder erträglicher zu gestalten - sollen offenbar vermieden werden , weil man ja sonst zugeben müsste, dass versäumter Klimaschutz bzw. fehlende Klima-Anpassungsmaßnahmen ( z.B. auch anlässlich der Planung von vor zwanzig Jahren neu errichteten Gebäuden für schon damals zu erwartende viel höhere Umgebungs-Temperaturen) nun schon laufend zu viel höheren Kosten für alle führt.

den Unterricht in kühlere Tageszeiten verschieben…

Wird in Zukunft nicht möglich sein, weil es dann während der immer häufigeren - und vor allem auch länger anhaltenden - Hitzeperioden keine „kühleren“ ( bzw. noch erträglichen) Tageszeiten mehr geben wird.

Aus gleichem Grund ist auch der Vorschlag einer generellen „Siesta“ oder die gerade geführte Diskussion um eine Verschiebung der Sommerferien nicht zielführend - und zeigt nur , wie die Klimakatastrophe immer noch als „Klimaerwärmung“ verharmlost wird, der man vielleicht noch irgendwie "ausweichen " könnte, ohne große Kosten erwarten zu müssen.

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Wenn’s auch im Campus zu heiß - und damit unerträglich - werden sollte, könnte damit nicht ein einziges Problem gelöst werden.

Ja, das ist richtig. Der deutsche Bundeskanzler hat gesagt, dass „links nun endgültig vorbei” sei. Und die wohl bald designierte Bundeskanzlerin Alice Weidel hat den „Windrädern der Schande” bereits vor längerer Zeit den Kampf angesagt.

Zahlreiche Klimawissenschaftler - wie Maja Göpel - machen sich gerade gegenseitig Mut. Sie sagen, es sei zwar eine schwierige Zeit des Rückschlags, aber sie müssten nur durchhalten, bis das dunkle Tal durchschritten ist.

Leider ist Klimaschutz als Thema ganz weit nach unten gerutscht.

Man muss es sich ja auch leisten können. Da muss ich Boris Gloger zustimmen, der behauptet hat, dass Knappheit künstlich erzeugt wird, damit sich die Leute ausschließlich damit auseinandersetzen (Angst vor zu wenig Geld zum Leben) und nicht auf „dumme” Gedanken kommen.

Wir können nur sofort wirksame Maßnahmen setzten, um besser mit dem aktuellen Wetter klar zu kommen:

  • Kühlgeräte installieren oder alle Kühl- und Gefrierschränke öffnen.
  • Wärmeschutzfolien an den Fenstern anbringen
  • In den Park, in den Keller oder in die klimatisierte S-Bahn flüchten.
  • Hitzefrei: ein Sommerlockdown, bei dem nur die systemrelevanten Berufe arbeiten und die Schüler ins Schwimmbad gehen.
  • Nach Grönland auswandern.

Sofort wirksame Klimaschutzmaßnahmen” gibt es leider nicht. Es bräuchte einen göttlichen Eingriff in Form einer abkühlenden zweiten Sintflut, durch die dann leider die Menschheit ertrinken würde und das Problem sich somit erledigt hätte.

Das Klima ist ein träger Tanker. Maßnahmen, die du heute ergreifst, zeigen erst in Jahren, Jahrzehnten oder Jahrhunderten Wirkung. Selbst wenn wir jetzt sofort sämtliche klimaschädlichen Handlungen einstellen würden, müssten wir uns in den nächsten Jahrzehnten noch mit dem immer heißer werdenden Wetter, den Überschwemmungen und den Stürmen auseinandersetzen.

Bereits Mitte der 1970er Jahre wurde vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Doch man wurde überhört.

Und wir erleben es immer wieder, wenn sich jemand damit auseinandersetzt, wie er z. B. mit PV, Windkraft, Wärmepumpen, Zugfahren oder E-Autos seinen Beitrag leisten möchte. Da wird einem immer entmutigend ein „Das geht alles nicht!” entgegengeworfen.

Menschen agieren wie Lemminge in einer Herde. Ja, es gibt einige wagemutige Pioniere, die von der Herde misstrauisch beäugt werden. Erst wenn es der Herde absolut sicher erscheint, bewegen sich die ersten Tiere. Langsam, träge, nach und nach. Wenn alle anderen in Bewegung erscheinen, stehen auch die letzten Tiere auf und bewegen sich.

Jedes Zögern, jeder Richtungswechsel und jedes Zweifeln der Pioniere oder der Leithammel führt dazu, dass die Herde sich nicht von der Stelle rührt.

Das ist das Problem, das uns Politik, Medien und Unternehmensführungen einbrocken.

Wie ich heute Morgen in einem Artikel über das Scheitern der deutschen Fußballnationalmannschaft in einem Kommentar des ehemaligen Torhüters Oliver Kahn gelesen habe, ist niemand mehr bereit, Verantwortung zu übernehmen und den Schmerz auszuhalten.

Führung findet nicht statt. Und wir wählen diese Leute auch noch, lesen ihre Artikel, kaufen ihre Produkte.

Ach, wir nehmen die Regelung, dass keine CO₂-produzierenden Heizungsanlagen eingebaut werden dürfen, wieder zurück. Ach, wir setzen doch wieder auf Verbrennungsmotoren. Ach, PV-Anlagen lohnen sich wirtschaftlich nicht, die gehen kaputt, die kommen aus China, die machen den Betrieb der Gaskraftwerke unwirtschaftlich und sind schuld, dass der Strom so teuer geworden ist.

Leute: Klare Ansage. Klare Richtung. Klarer Kurs. Keine Widerrede.

Führung!

So geht das!

Ich habe den Campus nicht wegen der Hitze ins Gespräch gebracht, sondern wegen des permanenten Herumgeeiers um die Ferien an sich.

Ferien abschaffen! Schule - in der bisherigen Form als totalitäre Institution - abschaffen!

Stattdessen sollte man mit dem Campus einen Ort schaffen, an dem junge Menschen sein dürfen und sein wollen. Wo sie willkommen sind.

„Man“ wurde nicht nur überhört, sondern fast immer sogar als „Panik-Macher“ - oder mit diesem Thema nur „eigene ideologische Ziele“ Verfolgender - verunglimpft.

Heute scheinen solche Unterstellungen sogar noch öfter als damals vorzukommen, obwohl nun schon fast jeder in seiner eigenen Umgebung erste Auswirkungen der Klimakatastrophe beobachten und immer häufiger auch schon selbst erleben kann.

Sofort wirksame Klimaschutzmaßnahmen” gibt es leider nicht. Es bräuchte einen göttlichen Eingriff in Form einer abkühlenden zweiten Sintflut

In Europa haben wir noch die schwache Hoffnung, dass der „Nutzen“ aus dem zu erwartenden Zusammenbruch des Golfstroms die leider auch in Europa zu befürchtenden Schäden überwiegen wird.
Nach aktueller Lage der Klimaforschung scheinen sich die Anzeichen für einen Abschwächung des Golfstroms (https://de.wikipedia.org/wiki/Golfstrom bzw der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation -AMOC ) zu verstärken. Die Abschwächung des Golfstroms ( bzw der AMOC ) könnte in Europa - trotz globaler Überhitzung des Planeten - zu weniger raschem Tenperaturanstieg - und lokal vielleicht sogar zu Abkühlung - führen.

Da wird einem immer entmutigend ein „Das geht alles nicht!” entgegengeworfen.

Von „geht nicht“ habe ich weniger gehört, als von „das wollen wir nicht“.
Vielleicht aber verwechselst Du damit auch nur Aussagen von Skeptikern über die Erreichung der gesetzten Klimaschutzziele - z.B. durch viel zu gering angesetzte Ausbauzlele für Produktions- und Speicher-Anlagen für erneuerbare Energie und durch das vollständige Vermeiden einer öffentlichen Diskussion über die jedenfalls erforderliche Beschränkung unseres Energiebedarfes.
„Geht nicht“ gilt nur für den Glauben an unbeschränkt weiter wachsenden Energiebedarf , der jedenfalls mit keiner derzeitigen oder zukünftigen Technologie ohne gleichzeitige Zerstörung unserer Lebvensgrundlagen gedeckt werden könnte.

Führung findet nicht statt.

Das ist nicht unbedingt ein Nachteil :
Wollen wir wirklich wieder den „starken Mann“ bzw. „unseren Führer“ ?
Zumindest in Europa sollten wird das Rad der Zeit nicht zurückdrehen; In vielen Familien gibt es immmer noch schmerzliche Erinnerungen an diese - offenbar nur scheinbar - „vergangen Zeiten“.
Die Bürger aller Staaten, die in den letzten Jahrhunderten auf „starke Führer“ gesetzt haben , haben damit keine guten Erfahrungen gemacht und viel zu viel sind unter solchen Führern umgebracht worden bzw. sind umgekommen.
Nur weil solche „Führer“ auf der weltpolitischen Bühne immer noch (bzw. wieder ) akzeptiert werden, sollten wir nicht auch hier solche Forderungen nach neuen „Führern“ erheben - auch weil solche Führer oft nicht mehr Verständnis für unsere aktuellen Probleme haben, als irgendein beliebiger Teilnehmer an einem „Wirtshaus-Stammtisch“.

Ach, PV-Anlagen lohnen sich wirtschaftlich nicht

Das ist auch für mich ein wichtiger Grund, warum ich in meinem Gartenhaus keine Solarvoltaik errichten darf : Weil meinem Miteigentümer vor Jahren von einem Installateur gesagt wurde, dass sich Solarvoltaik wirtschaftlich nicht rechne.
Dass Solarvoltaik aber aus ganz anderen Gründen jedenfalls errichtet werden muss, war - und ist - meinem Miteigentümer nicht zu vermitteln.
Daran werden auch neue gesetzliche Regelungen ( keine Zustimmung der Miteigentümer mehr erforderlich ? ) nichts ändern , wenn ich auch in Zukunft noch mit meinem Miteigentümer freundschaftlich auskommen will. Denn den Unbill einer Baustelle müsste er dann jedenfalls erdulden.

Ach, wir nehmen die Regelung, dass keine CO₂-produzierenden Heizungsanlagen eingebaut werden dürfen, wieder zurück.

Vielleicht ist das aber auch auf die damit in vielen (?) Fällen tatsächlich derzeit unlösbaren Probleme zurückzuführen ?
Nicht nur hinsichtlich der dafür erforderlichen Finanzmittel und der nicht ausreichend vohandenen Arbeitskapazitäten ( und Geräte/ Materialien) einschlägiger Unternehmen, sondern vor allem auch hinsichtlich der erforderlichen - erst zu planenden - Arbeiten (und deren Dauer) in jedem umzustellenden Immobilien-Objekt .
So befindet sich meine Wohnung in einem Pilotprojekt-Gebiet, in dem möglichst flächendeckend auf Fernwärmeversorgung umgestellt werden soll. Außer fast ein Jahr lang eine Fernwärmeleitung am anderen Ende unseres Häuserblockes vorbei zu legen, ist bisher aber gar nichts passiert - obwohl in jedem Haus /in jeder Wohnung nicht nur die alten Heizgeräte gegen neue Geröte einfach ausgetauscht werden können, ohne gleichzeitig nicht auch weitere Bau-Maßnahmen im Haus und in jeder Wohnung - und damit auch dafür erforderliche umfangreiche Planungen - durchführen zu müssen.
Wenn mit diesem Tempo allein die 400.000 in Wien noch vorhandenen Gasetagenheizungen ausgetauscht werden sollten, werden wir das bis zu Ende dieses Jahrhunderts vermutlich noch nicht geschafft haben.

Damit habe ich nicht gemeint, dass wir einen Diktator bräuchten.

Führung bedeutet, den Menschen Orientierung zu geben. Sie immer wieder auf den gewählten Weg einzuschwören. Sie zu motivieren, wenn es hart und anstrengend wird. Ihnen zu vermitteln, dass sich der Weg lohnt. Ihnen Aufmerksamkeit zu schenken, damit sie sehen und spüren, dass ihr Mittun gesehen und gewürdigt wird.

In einem demokratischen System bedeutet Führung, dass diese Personengruppe alles tut, damit die demokratisch beschlossenen Ziele und Maßnahmen von allen gemeinsam getragen und umgesetzt werden.

Kein Wischiwaschi. Kein Zick-Zack. Kein Hin und Her. Sie duckt sich nicht weg, wenn das Klima rauer wird.

Klarheit vermitteln. Den Kurs halten.

Vielleicht können wir heute Abend ab 21:00 Uhr sehen, was gute Führung bewirken kann, wenn Menschen an das gemeinsame Ziel glauben und über sich hinaus wachsen.

Okay. Mal ein konkretes Beispiel:

Gasheizung erreicht in 3-4 Jahren nicht mehr die geforderten Abgaswerte und bewegt sich Richtung Ende der Lebensdauer. Ergo: die Heizung muss getausch werden. Keine Diskussion. Keine Alternative, wenn man nicht frieren will.

Beim Nachbarn beobachtet. Dauer der Arbeiten: 1 Tag. Dann war die alte Gasheizung draussen und die neue Wärmepumpe angeschlossen.

Kosten abzgl. der Förderung: kaum höher, als eine „neue Gasheizung“.

Noch Fragen?

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Du hast die Wahl: einen verärgerten Nachbarn oder Deinen Anteil an der Klimakatastrophe.

Wenn’s „nur“ der Nachbar wäre;
Es ist aber der Miteigentümer meiner Immobilie, der zudem den Mehrheitsanteil (2/3) „meiner“ Immobile besitzt und mit dem ich gemeinsam diese Immobilie auch nutze .

Da waren aber - in einem vermutlich erst vor wenigen Jahren neu errichteten Gebäude viele Vorbereitungen für einen solchen einfachen Austausch bereits anlässlich der Errichtung dieses Gebäudes/dieser Wohnung getroffen worden und /oder befindet sich diese Wohnung nicht in einem städtischen dicht verbauten Gebiet in dem Luft/Wasser -Wärmepumpen wegen sonstiger Belästigung von Nachbarn, zu geringem Abstand zu deren Fenstern und nicht verfügbarem Platz im Dachgeschoßbereich nicht errichtet werden dürfen/können und für (Flach-) Erd/Wasser-Wärmepunpen aber auch für (Tiefen -) Erd/Wasser- Wärmepumpen nicht genug freier Eigengrund ( für das Verlegen der Wärmetauscher im Boden oder das Niederbringen von Tiefenbohrungen in den oft sehr kleinen Innenhöfen des Altbestandes zur Verfügung steht.
Für den baulichen Altbestand bei dichter ( „städtischer“ ) Verbauung kännen daher einfach zu errichtende Luft/Wasser-Warmepumpen, die zudem nicht nur als Heiz- Geräte, sondern auch als Kühlgeräte betrieben werden könnten, nur in Ausnahmefällen ( bei ausreichendem Platz im Dachgeschoß trotz allfällig bereits erfolgtem Dachgeschoß-Ausbau ) eingesetzt werden. Flach- und Tiefen- Erd/Wasser Pumpen kommen im Altbestand aus Platzgründen nicht in Frage.
Wasser /Wasser- Wärmepumpen ( mit Wärmeaustausch über das Grundwasser) könnten allenfalls als Alternative angedacht werden, wenn fallende Grundwasserspiegel und zu hoch steigende Temperaturen durch den Kühlbetrieb vieler Wasser/Wasser-Wärmepumpen genauso ausgeschlossen werden können, wie Beschädigungen der grundwasserführenden Schichten bei ihrer Erschließung durch Bohrungen oder ihre Verunreinigung durch im Boden verbliebene und undicht gewordene Wärmetauscher nach Abbau von Wasser/Wasser Wärmepumpen und /oder nach Umbau oder Abtragung von durch solche Wärmepumpen versorgte Gebäude.
Im städtisch dicht verbauten Altbestand kommen daher primär Elektroheizungen oder der Anschluß an Fernwörme /Fernkälte -Netze in Frage. Bei Fernkälte-Betrieb muss aber der Warmwasserbedarf jedenfalls über ausreichend groß dimensioinierte Elektro-Boiler/-Speicher - auch für den Dusch- und Reinigungsbedarf z.B. eines Mehrpersonenhaushaltes - dimensioniert werden.
Im Falle von vergleichsweise einfach zu installierenden Elektroheizungen muss für die Kühlung der Räume jedenfalls eine Klimanlage (= Wärmepumpe !) installiert werden, deren Abwärme aber nur über das Dachgeschoß an die Umgebungsluft über dem Gebäude oder über Wärmetauscher in den Boden bzw. das Grundwasser unter - bzw. unmittelbar neben dem Gebäude abgegeben werden darf, nicht aber über die Gebäudefront und dort montierte - und/oder heiße Luft dort ausblasende -Aussengeräte die ohnehin imme öfter schon überhitzte Umgebung des öffentlichen Straßenraumes noch weiter aufheizen darf.

Was also bei „dünner“ Besiedlung - mit ausreichendem Abstand zu Nachbarn - noch ganz einfach erscheint und vielleicht tatsächlich in einem Tag erledigt sein könnte, ist also in städtisch dicht bebauten Gebieten fast eine eigene Wissenschaft, die für jede Situation andere Lösungen erforderlich machen wird und allein - aber nicht nur - wegen der dafür bereitszustellenden Finanzierungen ( auch zur Förderung Unterstützung privater Projekte) für fast jedes betroffene Gebäude des städtischen Altbestandes zu einem über viele Jahre zu verfolgenden Projekt werden wird - nicht nur wegen der erst zu den Gebäuden zu verlegenden Fern-Wärme/-Kälte - Leitungen.
Wir, in unserem Gründerzeit-Haus, haben jedenfalls erst vor kurzem unsere Steigleitungen und den Haus-Sicherungskasten erneuern und fit für die Vollelektrifizierung - und den Ersatz von Gas durch elektrischen Strom (ohne Wärmepumpenbetrieb) - machen lassen. In vier Wohnungen (von vierzehn ) ist bereits eine Klimanlage mit jeweils einem Außengerät (Wasser-Luft-Wärmepumpe) auf einem im hofseitigen Flachdachbereich des obersten Stockwerkes in Betrieb.

Für die Umstellung von Gas auf erneuerbare (jedenfalls elektrische) Energie, wird bei Annahme einer zusätzlichen elektrischen Last von 1 kW (um einen prinzipiell „beliebigen“ Zahlenwert anzunehmen ), statt bisher vielleicht 150 Watt (für den Betrieb einer Gastherme und eines Gasherdes ) bei Umstellung allein aller 400.000 betroffenen Gasetagenheizungen bzw. der Gasdurchlauferhitzer in Wien eine zusätzliche Last von ca. 340 MW ins Netz gebracht werden - das entspricht der Produktionskapazität von 2 Kraftwerken der Größe des Donaukraftwerkes Wien-Freudenau, die dazu auch erst „irgendwo“ in Österreich als Solarvoltaik-Anlagen und / oder Windkraft-Anlagen mit jeweils ausreichend großen Speichern errichtet werden müssen.

Großstadt. Baujahr: Anfang der 1960er Jahre.

Gas-Heizkessel raus. Alter Warmwasserspeicher raus. Neue Warmwasser- und Heizwasserspeicher rein. Die Wärmepumpe wurde in den Garten gestellt. Elektroanschluss. Verrohrungen zum Anschluss an die Stelle, an der vorher die Gasheizung war, gelegt.

Fertig.

Wie sagt man so schön in meiner Heimatstadt:

Nixlang schnacken, machen!

Oder auf neudeutsch:

Don’t ask. Just fucking do it!

Hier ist das moralische Dilemma:

Entweder ist er beeinträchtigt und verärgert, weil du einfach über ihn hinweggehst. Oder du bist verärgert, weil er nicht zustimmt und du nicht das tun kannst, was du für richtig erachtest.

Aber einer von beiden ist immer der Dumme.

Wer hat nun das moralische Recht, über einen anderen hinwegzugehen und ihn zu beeinträchtigen?

Was ist dir wichtiger: Harmonie oder dein Ziel?

Der äußere Konflikt mit anderen oder der innere Konflikt mit sich selbst?

Da gibt es keine allgemeingültige Empfehlung.

Du bestätigst damit meine Antwort ( https://forum.4future.community/t/ferien-verschieben-verschiebt-nur-die-probleme/2179/15?u=erich_pekar ) hier weiter oben :

Wenn genügend Platz vorhanden ist ( z.B. großer Garten mit ausreichend Abstand des Aussengerätes zu den Nachbarn ) und vielleicht auch nur eine Wohnung in einem Einfamilienhaus - oder in einer Villa am Stadtrand - umgestellt werden soll, und auch nur ein physischer Eigentümer ( und keine Eigentümergemeinschaft oder vielleicht sogar eine Immobiliengesellschaft) mitwirken muss, dann kann eine solche Umstellung durchaus eine einfache und rasch umsetzbare Aufgabe sein.

Ich vermute , daher dass Du hier von einer Wohnung in einem Einfamilienhaus einer Einfamilienhaussiedlung irgendwo am damaligen „Stadtrand“ ( in den 60- er Jahren des vorigen Jahrhunderts) von Wien meinst, die noch bis heue erhalten geblieben ist und noch nicht irgendwelchen Projekten der Stadterneuerung weichen musste.

In meinem Beispiel gibt es nur einen ganz kleinen Hof, und weder einen Garten noch weiteren Platz ( für Außengeräte von Wärmepumpen ) im Dachgeschoß, aber auch keinen Platz für die erforderliche Infrastruktur zur Einleitung von Fernwärme / Fernkälte im Keller - und auch noch keine Ferwämeleitung in der Straße vor dem Haus.
In unserem Haus müsste aber noch in zehn Wohnungen der Energieträger Gas gegen erneuerbare Energieformen getauscht werden.

Das „Problem“ ist gar nicht ein Nachbar, sondern mein Miteigentümer, mit dem ich gemeinsam diese Garten-Wohnung nutze.