Freedom of speech ist kein Thema mehr in den USA
Ab 1971, 4 Jahre unter Tricky-Dicky, habe ich selbst in der Schule die allgewaltige Zensur gespĂĽrt.
Fazit: “Freedom of speech” bezieht sich, lt. Oberstem Gerichtshof, nur auf die direkte Rede. Ein Verlag darf sich weigern etwas zu drucken, eine Rundfunkanstalt darf sich weigern etwas zu senden und natürlich darf auch Hollywood Vorgaben für Drehbücher machen. Genauso ist es zulässig: daß ein Geldgeber verlangt: daß Unwahrheiten, Verleumdungen und Lügen publiziert werden dürfen.
Man kann, so das nötige Kleingeld vorhanden ist, vor Gericht Klage erheben und richtigstellen verlangen.
Das “Freie Amerika" hat es nie gegeben. Allerdings hat sich dieser Ausspruch in den Köpfen der Kulturflüchtigen Auswanderer festgesetzt und war eine der Triebfedern: die ungeliebte Heimat zu verlassen. (Da eine Überfahrt in der 3.Klasse oft das Jahreseinkommen kostet, bezweifle ich: daß die Menschen aus wirtschaftlicher Notwendigkeit ausgewandert sind)
Mal zur Orientierung der Artikel 5 aus dem deutschen Grundgesetz:
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
Und der 1. Zusatz der US-Verfassung:
Der Kongress darf kein Gesetz erlassen, das eine Staatsreligion einführt oder deren freie Ausübung verbietet; oder das die Freiheit der Rede oder der Presse einschränkt; oder das Recht des Volkes, sich friedlich zu versammeln und die Regierung um Abhilfe für Beschwerden zu ersuchen.
Redefreiheit bezieht sich konkret auf das Recht, seine Meinung mündlich oder schriftlich frei zu äußern, also die Freiheit, Dinge zu sagen oder zu schreiben.
Meinungsfreiheit ist weiter gefasst und umfasst das Recht, Überzeugungen, Gedanken und Ansichten zu haben und zu pflegen – auch innerlich, ohne sie unbedingt äußern zu müssen.
Meinungsfreiheit schützt die innere Haltung, Redefreiheit die äußere Äußerung dieser Haltung.
Böse Zungen behaupten, dass die Redefreiheit nur eingeführt wurde, um den Präsidenten straflos beleidigen, beschimpfen oder belügen zu dürfen.
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Aber nein: Die Redefreiheit ist nicht absolut. Auch in den USA gibt es klare Grenzen, etwa bei Verleumdung , Bedrohungen , Aufrufen zu Gewalt oder Hassrede , die direkt strafbar sein können. Der Schutz der Redefreiheit gilt nicht, um Dritte gezielt und strafbar zu beleidigen, sondern um den freien Austausch von Ideen zu ermöglichen – auch wenn das manchmal weh tut.
Daneben gibt es aber sehr wohl die Zensur - ist das vielleicht eine Vergewaltigung der Grundgesetze?
Da die Entwicklung eines Menschen sehr stark von der schulischen Betreuung abhängt ist mir nun folgender Gedanke gekommen:
Es ist wichtig zu wissen: keine Schule und kein Lehrplan kann jemals besser sein als ein Lehrer der den Schülern und Studenten Wissen nahe bringt. Da die amerikanische Schulen eher als “unterm Hund" einzustufen sind, ist auch das gesellschaftliche System ein eher undemokratisches - was den Waffen besitzt (=Recht des Stärkeren) erklären könnte.
Folgenden Text fand ich und er gibt auch mit zu denken:
„Land of the Free auf Platz 57: Wenn die USA Europa Pressefreiheit erklären wollen“
In Trumps und Musks Paralleluniversum ist Europa die finstere Zensurhölle: „keine Meinungsfreiheit mehr, alles Fake News“. Blöd nur, dass die Realität sich hartnäckig weigert, diesem Drehbuch zu folgen. Im World Press Freedom Index 2025 stammen fast alle Top-Plätze aus genau dieser angeblich „unfreien“ EU-Zone: Norwegen, Estland, Niederlande, Schweden, Finnland, Dänemark, Irland, Portugal, Schweiz, Tschechien – eine nordwesteuropäische Verschwörung für unabhängigen Journalismus.
Deutschland liegt „nur“ auf Platz 11 – nicht wegen Brüsseler Maulkorb, sondern weil Journalistinnen und Journalisten zunehmend von Rechtsextremen bedroht und angegriffen werden, besonders, wenn sie über AfD & Co. berichten. Einige Redaktionen verzichten inzwischen aus Sicherheitsgründen auf bestimmte Einsätze. Genau jene politischen Milieus also, die Trump in Europa so sympathisch findet, sorgen dafür, dass Reporter hier weniger frei arbeiten können, nicht die EU-Kommission.
Und die USA, das „Land of the Free (Press)“? Sie rutschen auf Platz 57 ab – Kategorie „problematisch“. Vor den Vereinigten Staaten liegen Länder wie Samoa, Liberien, Mauritanien oder Suriname, die Trump und Musk vermutlich nicht einmal auf der Karte finden würden, geschweige denn als Leuchttürme der Freiheit feiern. Während in Europa über Medienvielfalt und öffentlich-rechtliche Budgets gestritten wird, klagt in Washington die New York Times gegen ein Pentagon, das unliebsame Medien aus dem Haus wirft, und internationale Beobachter attestieren den USA eine immer stärker „obstruierte“ Zivilgesellschaft.
Wer meint, Europa sei schon Diktatur, darf gerne einen Blick auf Platz 171 werfen: Russland. Dort ist „Fake News“ kein Kampfbegriff für Talkshows, sondern ein Strafvorwurf, für den Journalistinnen im Gefängnis landen. Seit Beginn des Angriffskriegs wurden Dutzende Medien geschlossen, über hundert Medienschaffende drangsaliert, viele ins Exil getrieben. Genau dahin führt die „Lügenpresse“-Rhetorik, die Trump bewundert und Musk algorithmisch verstärkt: vom Land der freien Presse zur Presse, die nur noch frei ist, die Regierung zu loben.
Fazit: Wer Europa ständig „Zensur“ vorwirft, steht selbst im Ranking neben Staaten, deren BIP kleiner ist als der Werbeumsatz von X – und bewegt sich gefährlich nah an den Methoden Russlands.
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#JournalismusStattPropaganda
Absatz 2 beachten: Die faktische Zensur wird ĂĽberwiegend mit dem Jugendschutz argumentiert,
Ist jedoch eine sehr dehnbare BegrĂĽndung!
Mein Schwager (Amerikaner aus D.C.) hatte sich schon 1989 darüber aufgeregt: daß dieser “free speech" mit den fantasievollsten Begründungen eingeschränkt wird.