Ab Juli gelten in der EU strengere Regeln für Kryptodienstleister. Die Branche erwartet eine Marktbereinigung – und ist gespalten über die Ausgestaltung der sogenannten MiCA-Verordnung
Mit viel Tamtam zelebrierte Kucoin Ende Jänner in der Spanischen Hofreitschule den Handelsstart in Österreich und somit in der EU. Doch auch für eine der größten Kryptobörsen der Welt währt das Vergnügen nur kurz, wenn die mittlerweile sehr strengen regulatorischen Anforderungen nicht erfüllt sind. Wenige Tage nachdem das Unternehmen „live“ ging, wie ein Markteintritt im Branchensprech heißt, war es schon wieder vorbei. "Handel und Einzahlungsdienste wurden ausgesetzt.
Grund für die Probleme ist die sogenannte MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets Regulation). Das ist die erste einheitliche EU-Krypto-Regulierung, die festlegt, welche Anforderungen Börsen, Broker und Wallet-Anbieter erfüllen müssen – etwa bei Lizenzen, Transparenz, Verbraucherschutz und Eigenkapital. Ziel sind besserer Konsumentenschutz und europaweit einheitliche Regeln.
Bis dato waren in der EU rund 1200 Krypto-Unternehmen registriert, eine Zulassung haben laut CASP-Tracker aktuell aber nur 244 davon – zehn davon in Österreich.