Im zweiten Quartal 2025 wurden Rechenzentrumsprojekte im Wert von 98 Milliarden US-Dollar gestrichen oder verzögert
Die Anlage würde das Stromnetz belasten, die Energiepreise in die Höhe treiben und Lärmbelästigung verursachen. Für den Betrieb des Zentrums sei der Einsatz von 14 Dieselgeneratoren vor Ort geplant, die laut Forschern „Luftschadstoffe“ wie Stickoxide produzieren, die sowohl gesundheits- als auch umweltschädigend sind. Eine Studie der University of Tennessee ergab, dass die Spitzenwerte der Stickstoffdioxidkonzentration in der Umgebung eines xAI-Rechenzentrums in Memphis seit dessen Inbetriebnahme um 79 Prozent gestiegen sind.
Warum hier im Artikel das Wort “Luftschadstoffe” unter Apostrophe gesetzt wurde, wäre auch nicht ganz untinteressant zu wissen; Stoßen etwa Netzersatzaggregate während ihres Betriebes keine Luftschadstoffe aus - und erschweren damit die Erreichung von Klimaschutzzielen ?
Mehr als 50 aktive Gruppen in 17 Bundesstaaten hätten dabei 30 Projekte ins Visier genommen und zwei Drittel von ihnen – 20 Datenzentren – zumindest vorerst gestoppt. Projekte im Wert von 24,2 Milliarden US-Dollar seien gänzlich blockiert worden.
Laut dem leitenden Analysten der Studie kommt der Widerstand „aus ganz unterschiedlichen Gemeinschaften“. Tatsächlich konnte man derartige Protestbewegungen in den vergangenen Monaten in ländlichen Landwirtschaftsgebieten genauso wie in gut betuchten Vororten quer durch die USA beobachten. Dies führte zu ungewöhnlichen Allianzen. So kämpften im ruralen Michigan etwa ultrarechte „Stop the Steal“-Aktivisten an der Seite der Democratic Socialists of America.
Ebenso lässt sich der Widerstand auch weder der einen noch der anderen politischen Partei zuordnen. Bryce Gustafson von der Citizens Action Coalition erklärt gegenüber dem Guardian: „Es ist wie eine Revolte im Herzen des Landes. Es gibt unglaublich viel Widerstand gegen diese Rechenzentren, sowohl von beiden Parteien als auch von Unabhängigen.“
„Für viele Einwohner Indianas sind Rechenzentren zu einem physischen Ausdruck ihres Misstrauens gegenüber den großen Technologieunternehmen, den gewählten Politikern, die diese begrüßen, und dem System, das all dies ermöglicht, geworden“, erklärt Gustafson.
Und während Donald Trump in seinem „KI-Aktionsplan“ darauf abzielt, die Entwicklung von Rechenzentren unter anderem durch die Rücknahme von Umweltvorschriften zu beschleunigen, hat die Thematik längst den Wahlkampf erreicht. Mit Blick auf die Midterms versprechen mehr und mehr Politiker, Big Tech in ihrem Bundesstaat Einhalt zu gebieten und Steuervorteile zu streichen.
Am Freitag kündigten New Yorker Gesetzgeber an, einen Gesetzentwurf einzubringen, der ein dreijähriges Moratorium für den Bau von Rechenzentren vorsieht. Damit wäre New York nach Georgia, Maryland, Oklahoma, Vermont und Virginia der sechste Bundesstaat, der eine solche Aussetzung plant.