KI in Landwirtschaft anhand eines brennenden Problems

KI in Landwirtschaft dringend notwendig, zeigt sich aktuell! Steht im ersten Beitrag.

Hier geht es nicht um Abstrakt, sondern um konkrete Lösungen.
Bei Feldarbeit als auch Viehwirtschaft sind Robotik (auch Drohnen) mit KI gesteuert dringend notwendig.
Bei Almwirtschaft kommen zudem intelligente autonome Drohnen hinzu um das Vieh beobachten zu können.
KI hilft Bauern auch bei Planung und Verwaltung des Hofes.
Erntemaschinen fahren längst schon autonom. Der Fahrer kann mit Fernbedienung am Feldrand stehen im notfalls eingreifen zu können.
Die meisten Städter haben meist keine Ahnung davon was in Landwirtschaft schon alles möglich ist / wäre.
Dort muss man die Höfe fördern das umsetzen zu können!

PS: Werner, nun positiv genug? :grin:

PPS: Unser Essen kommt nicht aus Supermarkt Regal / Kühltruhe - genau so wenig wie der Strom aus der Steckdose kommt! Überall sind viele Menschen damit beschäftigt, dass alles klappt. Plaudere hin und wieder mit APG Leuten als auch mit Bauern.

Ja, in der Landwirtschaft läuft man schon lange nicht mehr mit Pflug und Ochse über das Feld. Dieser Bereich ist schon seit Jahrzehnten hoch technologisiert. Ich erinnere mich, dass zu meiner Studienzeit bei einem Besuch auf einem Bauernhof der dortige Landwirt zum einen alles alleine bewirtschaftet hat und schon damals Satelittendaten per Software ausgewertet hat, um zu bestimmen, an welchen Stellen des Feldes er mit welcher Art von Dünger nachhelfen müsse.

Umfangreiche IT-Systeme, Tierfütteranlage, Melkautomate, Ernteautomaten, … alles State of the Art.

Ohne den massiven Einsatz der Technologie wären wir in Europa gar nicht in der Lage, mit so wenigen Menschen (ca. 3% der arbeitenden Bevölkerung) die Landwirtschaft zu betreiben.

Schade finde ich, dass jetzt jeder Automat und jede Maschine plötzlich „Roboter“ genannt wird, und jeder Softwareeinsatz „KI“. So wird aus der Erntemaschine plötzlich der Ernteroboter und aus der softwaregestützen Datenanalyse „KI Einsatz“. Da könnte man etwas differenziertere Begriffe wählen und vermeiden, dem Begriffshype zu folgen. Würde viele Themen entdramatisieren.

Der Selbstversorgungsgrad bei Gemüse insgesamt liege derzeit aber bei 57 Prozent

Ich habe dazu mal Mistral recherchieren lassen:

Der Selbstversorgungsgrad für Gemüse liegt in Österreich bei etwa 55 % – Österreich deckt also gut die Hälfte des Gemüsebedarfs aus eigener Produktion, der Rest wird importiert (v. a. aus Italien, Spanien und den Niederlanden). Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei rund 117–122 kg pro Jahr. (BMLUK)

Die Werte unterscheiden sich je nach Sorte stark:

  • Zwiebeln: 140 % – höchster Selbstversorgungsgrad, wird sogar exportiert (LKO Österreich)
  • Karotten: ~90 %, Kraut: ~80 % (Bauernzeitung)
  • Pilze: 16 %, Paradeiser: 17 %, Paprika: 26 %, Zucchini: 32 % – wärmebedürftige Sorten werden größtenteils importiert (BMLUK)

Zum Vergleich: Erdäpfel liegen bei 78 %, Obst nur bei 33 %. Der Grund für die niedrigen Werte bei vielen Gemüsesorten sind die klimatischen Anbaubedingungen – Licht und Wärme loving Sorten gedeihen hierzulande schlechter.

Ich bin 2018 mal im Schloss Hof in einer Ausstellung mit dem Titel Ausstellung „Was wir essen“ (ursprünglich Teil des dreijährigen Ernährungsschwerpunkts „Warum isst die Welt, wie sie isst?“ mit den Jahresthemen wie „Aus der Erde auf den Teller“) gewesen. Es war sehr interessant zu sehen, wie weit einzelne Regionen in der Welt (beispielweise Wien, Österreich oder die EU) von der Lebensmittelzufuhr von anderen Regionen in der Welt abhängig sind. Ohne den globalen Handel mit Nahrungsmitteln würden wir verhungern oder auf viele Produkte (z.B. Kaffee) komplett verzichten müssen.

In einem anderen Beitrag hatte ich auf ein Projekt von James Dyson hingewiesen, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Lebensmittel, die in Großbritannien verzehrt werden, auch dort zu produzieren: Dyson baut im vollautomatisierten Gewächshaus Erdbeeren an

Die Gesamtausgaben und Gesamtkosten der Landwirtschaft bewegen sich in der EU knapp unter 500 Mrd Euro pro Jahr. Durchschnittlich 20% dieser Kosten werden durch staatliche Unterstützungen gedeckt (z.B. EU GAP), wobei die Schwankungsbreite je nach Betriebsgröße, Region und produziertem Gut zwischen <10% bis >40% liegen würde. (Quelle: OECD, EU)

Gestern zufällig im Vorbeigehen Doku gehört …
“KI begann nicht erst mit ChatGPT es nannte sich nur anders“
Autonomes Fahren, automatische Bild-Nachbearbeitung, intelligente NAVIs, intelligente Robotik, usw. usf. gabs schon länger vorher!

Erst mit ChatGPT sickerte es in die öffentlichen Medien, die einen Hype daraus machten. Vorher las man tiefer gehendes nur in Fach-Foren, Fach-Zeitschriften, usw. … wer z.B. liest schon regelmäßig Heise News? Hand hoch :raised_hand:
https://www.heise.de/
https://www.heise.de/newsticker/

Ich hab nichts gegen KI, wenn man nur weltweit gültige Spielregeln einführt - und es bedarf auch einer KI “Interpol“!

Wir sollten die Technologie in Europa entwickeln dann haben wir Einfluss darauf nach welchen Grundsätzen die Technologie funktionieren muss.

Sich nach weltweiten KI Normen zu sehnen, die dann von den Chinesen und den US Amerikanern umgesetzt wird - ist eher … optimistisch.

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Funktioniert nur weltweit - wenn Europa, genauer die EU, verbindliche Regeln einführt, rastet ein gewisser “getönter“ Blondl aus und überzieht Europa mit Zöllen.

Die Welt funktioniert halt nicht so einfach!

Siehe …

Vorsichtige Pläne für digitale Souveränität führen zu offenen Drohungen des US-Imperiums

Der kann ja gern ausrasten, wenn wir die Technologie selber zur Verfügung haben kann er hüpfen wie ein Rumpelstilzchen.

Aktuell ist es ja nur ein Problem weil wir sie nicht haben - und er den Knopf drücken kann … Wenn es alternativen gibt - soll er Rumpelstilzchen spielen.

Umso schneller soll der technologische Umbruch in Europa vonstatten gehen.
D.T.'s Herrschaft währt ja nicht ewig. Könnte u.U. rasch zu “lame duck“ ausarten.

Noch hat Europa eine wichtige Schlüsseltechnologie in der Hand!
Wer belichtet denn die Silicone Wavers? Und da gibts sicherlich eine Reihe von Schlüsseltechnologien wo die Europäer die Nase vorne haben.

Europäische Unternehmen haben schon mehr zu liefern und profitieren derzeit enorm von dem Boom der Rechenzentren und Humanoiden Roboter.

Schaltschränke, Kühlungen, Soannungsversorgungen, Verkabelung, Stabilisatoren, Gelenke, Antriebe, Getriebe, Spezialelektronik, Sensorik, Optik, Bildsensoren, Uvm.

Es wäre wichtig, sich nicht auf eine Schlüsseltechnologie zu beschränken. Wir haben viel mehr als wir glauben. In Österreich ist z.B. Frequentis der Weltmarktführer in Flug- und Behördenfunk. Ohne den Anlagen von Frequentis hätten es Flughafen weltweit schwer.

Wir haben in Europa Airbus, der aktuell aufgrund der Schwäche von Boeing die Nase vorn hat.

In Österreich gibt es außer Frequentis noch einige Hidden Champions:

  • Blum
    Weltmarktführer in Auszügen und Möbelbeschlägen
  • Fronius
    Weltmarktführer bei Schweißrobotern
  • TGW Logistics
    Weltmartkführer in automatischen Lagersystemen
  • Plansee
    Weltmarktführer Sinterprodukte / Feuerfest
  • Greiner
    Weltmarktführer Kunststoffprodukte / Verpackungen

TSMC könnte nicht erfolgreich ohne den beiden Unternehmen sein:

  • ZEISS
    Liefert Spiegel die auf 1 Atom plan sind - und zum Umlenken des Lichtes verwendet werden
  • TRUMPF
    Liefert das Hochleistungslasersystem: Es trifft Zinntröpfchen und erzeugt damit das Plasma, aus dem das benötigte EUV-Licht entsteht.

Wir können wenn wir wollen. Wenn wir es uns als Europa zutrauen und die Dinge koordiniert und nachhaltig verfolgen. Wichtig ist es zu versuchen die „Nase vorn“ zu haben - damit kauft man sich ein Stück unabhängigkeit und Verhandlungen werden deutlich leichter (und Europa weniger erpressbar).

Europa ist überhaupt die Versicherung. Wir sind zusammen betrachtet und je nach Messung die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt (Brutto ist die USA vorne, kaufkraftbereinigt die Chinesen).

In der EU leben mehr kaufkräftige Menschen (450 Millionen) als in den USA (347 Millionen). Die USA hat daher ein veritables Interesse den EU Markt nicht zu verlieren.

:austria:
Doppelmayr, Seilbahnen
Palfinger, Kräne
Haas nun Bühler, Wafferlmaschinen
F&G, Moeller, Eaton - Schrems, Fi und LS
Rosenbauer, Feuerwehr Fahrzeuge
usw. usf.

Sie haben aber noch viel weniger Ahnung, ob bzw. wie Digitalisierung (und KI) den in Österreich noch üblichen, im internationalen Vergleich aber kleinen - und nur manchmal „mittelgroßen“ - landwirtschaftlichen (oft Familien -) Betrieben überhaupt noch helfen kann.
Denn alle Landwirte kämpfen nicht nur mit immer größerem finanziellem Druck durch zu geringe Preise für ihre Produkte bei gleichzeitig immer höheren Kosten für die deshalb noch umfangreicher notwendig erscheinende Automatisierung ihrer Höfe, haben aber gleichzeitig immer öfter nicht mehr ausreichend Wasser zur Bewässerung ihrer Kulturen und zum Tränken ihres Vieh-Bestandes zur Verfügung.
Diese Entwicklung führt dann zu immer weniger landwirtschaftlicher Produktion innerhalb von Österreich und zu noch größerer Abhängigkeit unserer Nahrungsmittelproduktion von Produzenten außerhalb von Österreich und vielleicht sogar zu Abhängigkeiten von Regionen /Staaten außerhalb der EU, die ihre auch auf dem Sektor der Lebensmittelproduktion existierende Wirtschaftmacht dann genauso als politisches Druckmittel oder sogar als „Waffe“ gegen die EU - aber auch unmittelbar gegen Österreich - einsetzen könnten, wie jetzt schon die Verfügbarkeit von Rohstoffen , Energie und von bestimmten Industrieprodukten als politische Druckmittel und „Waffen“ eingesetzt werden.
Mit intensivierter technischer Hochrüstung/Automatisierung landwirtschaftlicher Betriebe - gerade auch durch Digitalisierung bzw. KI-Einsatz - würden solche Abhängigkeiten und Angriffsflächen unserer Nahrungsmittelversorgungssicherheit sogar noch verstärkt werden.

Zur „systemkritischen Infrastruktur“ zählen halt nicht nur unsere Kommunikations- und Energieversorgungsnetze, sondern auch die Versorgung mit Lebensmitteln , die Versorgung mit leistbarem Wohnraum und auch die soziale Lage und gefühlte Gerechtigkeit aller Bewohner unseres Staates - letztlich aber auch der Bewohner jeden Staates, auch außerhalb der EU.

Udo trinkt Kaffee.

Wie lange wird er sich den wohl noch leisten können ?