KI Regulierung ist kein "nice to have"

Ich hab dazu einmal einige Gedanken zusammengefasst.

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Ich halte demnächst einen Vortrag in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Wir versuchen Dinge zu regulieren, die Herausforderung ist aber dass wir 2 Ebenen darunter ansetzen müssten.

Wir haben den Betrieb der Infrastruktur abgegeben aus Bequemlichkeit, 60% der Computer Kapazitäten liegen in den USA, Rest in China, 15% in Europa.

Wir haben all unsere Daten an 2 Mobiltelefon-Anbiter abgetreten. Kostenlos.

Wir versuchen seit Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden Zukunft vorherzusagen. EInige wenige Konzerne sind dazu in der Lage, weil sie im Grunde alles von uns wissen.

Wenn wir die Infrastruktur (und unsere Daten) nicht (wieder) unter europäische Juristdiktion bekommen, dann ist KI Regulierung vergebene Liebesmüh. Wir haben darauf so gut wie keinen Einfluss.

LG Werner

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Wir können aber durch unser individuelles Verhalten - bzw. die individuell möglichst zurückhaltende/begrenzte Verwendung solcher Technologien ( z.B. auch KI ) - solche Technologien bzw. ihren Einfluss/ihre Auswirkung beschränken, möglichst bevor diese Technologien unser tägliches Leben - z.B. bis hinein in unsere Gedanken, Wünsche und Hoffnungen - kontrollieren und einschränken werden.
Und damit kann jeder von uns im Rahmen seiner Möglichkeiten sofort beginnen , ohne dazu erst auf irgendwelche Regulierungserfolge warten zu müssen.

Ich sehe das differenziert. Natürlich könnten wir theoretisch sagen (überzeichnet): Wir verzichten auch auf Mobiltelefone, High-Speed-Internet, Cloud-Services und ähnliche Technologien. Eine solche Strategie mag in einer vollständig abgeschotteten Welt funktionieren, realistisch ist sie jedoch nicht. Unser Gemeinwohl in Eueop hängt auch davon ab, wie verantwortungsvoll und vorausschauend wir Innovation gestalten. Weniger KI bedeutet aber ganz konkret auch weniger wirtschaftliches Potenzial für unseren Standort.

Nachdem wir große Teile der Schwerindustrie und Automatisierung bereits an China verloren haben, bleibt wenig Spielraum für weitere Rückzüge. Und so wertvoll die Geisteswissenschaften auch sind, allein von ihnen lassen sich 450 Millionen Menschen nicht nachhaltig ernähren.

Europa braucht technologische Souveränität, nicht technologische Verweigerung.

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Realistisch ist aber - und achselzuckend zur Kennnis genommen wird , das große Teile unserer Gesellschaft (und auch unserer Wirtschaft) vollkommen hilflos und verzweifelt sein würden, wenn manche dieser Technologien auch nur vorübergehend ausfallen würden ?
Vor 50 Jahren war es - selbst im Zentrum von Wien - noch gar nicht selbstverständlich, dass jeder Privtathaushalt überhaupt über irgendein technisches Kommunikationsmittel ( auch nicht über ein heute kaum mehr in Verwendung stehendes Festnetztelefon) verfügt hat - und die Leute haben damals auch ganz gut leben können und Wirtschaftstreibende trotzdem ihre Geschäfte betreiben können.

Mit meiner Replik auf Werner’s Formulierung

Wenn wir die Infrastruktur (und unsere Daten) nicht (wieder) unter europäische Juristdiktion bekommen, dann ist KI Regulierung vergebene Liebesmüh. Wir haben darauf so gut wie keinen Einfluss.

habe ich zudem nicht eine “vollständig abgeschottete Welt” gefordert bzw. gemeint , sondern viel mehr an den in manche Beiträgen hier im Forum immer wieder festzustellenden “Fatalismus” im Sinnne von
”daran können wir nichts ändern”,
“da kann man nicht machen”,
“den Fortschritt können (= sollen ?) wir nicht aufhalten“ - auch dann nicht, wenn wir die Richtung dieses Fortschrittes nicht gutheißen können, bzw hier oben ganz wörtlich “Wir haben darauf so gut wie keinen Einfluss.”.-
Kritik geübt .

Wozu versuchen wir denn hier - auf unserem Portal - überhaupt über irgendwelche Technologien zu diskutieren, Gedanken und Meinungen auszutauschen oder uns gegenseitig - vielleicht auch für andere interessante - Zeitungsartikel zu präsentieren, wenn wir die Entwicklung /Nutzung/ Wahrnehmung solcher Technologien ohnehin nicht beinlussen können/wollen - weder im negativen Sinn der Kritik bzw. Ablehnung bestimmter Entwicklungen, noch im postitiven Sinn der Förderung und Darstellung posisitiver Aspekte/Auswirkungen dieser Technologien.
Wenn wir wirklich so wirkungslos wären, dann kännten wir uns aber die Arbeit und die Mitwirkung an der Gestaltung dieser Plattform ersparen und auch die gesamte Organisationstruktur von 4future in all ihren Zweigen gleich auflösen und unserer Freizeit vielleicht sinnvoller in Alt-Herren (und selbstverständlich auch - aber stet viel jüngeren - Damen-Runden ) an irgendeinem Stammtisch, beim Schachspiel im Park oder in der Badehose / im Badeanzug mit unseren Kindern/Enkeln an unserem Lieblingsstrand verbringen.

ich wiederhole daher hier den Passus meiner Erwiderung , der mir besondes wchtig ist, der aber möglichweise bisher überlesen oder nicht verstanden wurde :

Wir können aber durch unser individuelles Verhalten - bzw. die individuell möglichst zurückhaltende/begrenzte Verwendung solcher Technologien ( z.B. auch KI ) - solche Technologien bzw. ihren Einfluss/ihre Auswirkung beschränken, möglichst bevor diese Technologien unser tägliches Leben - z.B. bis hinein in unsere Gedanken, Wünsche und Hoffnungen - kontrollieren und einschränken werden.

Wenn das jeder von uns auch so - oder ähnlich - sehen könnte , wäre das schon eine ganze Menge - jedenfalls schon deutlich mehr, als nur ein Einzelner.

Vielleicht wäre das (weniger KI ) sogar ein Vorteil, der unser wirtschaftliches Potenzial für eine Ära nach Abklingen des derzeitigen KI-Hypes - z.B. durch Förderung der natürlichen Intelligenzen und weniger vergeudetete Energie und Finanzmittel für Entwicklung und Betrieb von KI-Systemen - sagar überdurchschnittlich anheben könnte.

Nur die Ersten können Gewinne durch die Entwicklung und Anwendung neuer Technologien erwarten, die “Nachahmer” haben primär die Kosten für diese - dann nicht mehr neuen - Technologien zu tragen, um dann nicht als “Zurückgebliebene” zu gelten.

Lieber Erich,

Wirklich gut gemeint: Bitte beschäftige Dich einmal mit den Technologien über Die Du herziehst ein wenig und urteile später darüber.

Du fühlst Dich hier an wie die Maschinenstürmer.

Maschinenstürmer – Wikipedia

Ja, die Anliegen der Maschinenstürmer sind nachvollziehaber. Aber sie haben nicht dazu geführt, dass die Machanisierung gestoppt werden konnte.

Wir können die Technologien nur gestalten, aber ganz sicher nicht aufhalten.

Was wir versuchen - und da stimme ich mit @michael.mrak überein, zu versuchen diese Technologien wieder in unsere Hände zu bekommen und die Grundlagen dazu selbst zu gestalten. Wir haben aus Bequemlichkeit viele Dinge abgegeben und sind nun davon abhängig, was andere meinen, dass für uns gut ist. Da sollten wir uns lösen und die Technologie wieder in Länder holen, die mit dem europäischen Rechtsrahmen kompatibel sind.

Das Ziel von 4future ist daher Zukunft gestalten - nicht Zukunft aufhalten. Das wollen andere: Die Zeit zurückdrehen. Das klappt nicht.

Das ist ja auch o.k. - aber
sollten wir nicht auch mit unseren (planetaren) Ressourcen viel sorgfältiger umgehen, und uns genau überlegen, für welche Zwecke wir diese Ressourcen einsetzen wollen, bzw. wie lange wir noch über diese Ressourcen verfügen wollen ?
Elektrische Energie, Erdöl , Lithium , Neodym und andere ?

Und diese Befürchtungen stammen gar nicht von mir, sondern von Leuten, die sich schon sehr lange mit diesen Themen beschäftigen und sagen, dass wir uns den “Ressourcen-fressenden” Fortschritt den wir uns derzeit leisten, nicht mehr lange leisten werden können - das hat aber gar nichts mit “Technik-Verweigerung” zu tun.

Diesen Bedenken liegen dabei noch gar nicht die Folgen des derzeit überall herrschenden Rüstungs-Wahnsinns und schon gar nicht die Folgen von derzeit schon - und auch in Zukunft noch - geführten Kriegen zugrunde, die kein einziges unserer Probleme lösen werden , sondern lediglich zahlreiche weitere schaffen werden, die ihrerseits wieder Gründe für weitere Kriege liefern werden.

So werden z.B. schon jetzt viele Kriege um die SIcherung des Zuganges zu Rohstaffen und fossilen Energieträgern geführt und werden in Zukunft immer mehr Kriege auch um den Zugang zu Trinkwasservorräten geführt werden.

Auch ist schon längst die Frage beantwortet, ob nicht doch auch - der eigentlich ”demilitarisierte” - Weltraum als militärisches Kampfgebiet genutzt werden sollte. Es ist nur mehr eine Frage der Zeit - und des weiteren technologischen Fortschrittes - bis auch dort gekämpft werden wird und unsere Kommunikations- und Navigations-Infrastruktur in den Satellitenumlaufbahnen weitestgehend zerstört werden wird.

Auch das hat gar nichts mit Technik-Verweigerung zu tun, sondern wird auch eine Folge des technischen Fortschrittes sein.

Und mittlerweile rollen bereits wieder Regenfluten durch Westeuropa und andere Teile der Welt - die wollen wir mit weiterem technischen Fortschritt - wie schon bisher - aufhalten ?

Zukunft passiert auch ganz ohne uns - dafür werden Menschen gar nicht benötigt .