Aktuelle Studien und Zahlen zeigen: Der Arbeitsmarkt für Uni- und FH-Absolvent*innen wird rauer – und Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle.
Was passiert gerade?
Einstellungserwartungen brechen ein: Arbeitgeberinnen in den USA reduzierten ihre Prognose für Neueinstellungen von Absolventinnen innerhalb weniger Monate von +7,3 % auf nur noch +0,6 % (Absatzwirtschaft, InsideHigherEd).
Höhere Arbeitslosigkeit bei Berufseinsteigern: Rund 5,8 % der Hochschulabsolvent*innen sind aktuell arbeitslos – deutlich mehr als im Gesamtdurchschnitt (CBS News).
Tech-Jobs besonders betroffen: Viele Einstiegspositionen in IT, Finanzen und Consulting werden durch KI automatisiert oder ins Ausland verlagert. Bei Informatik-Absolvent*innen liegt die Arbeitslosigkeit bei rund 6,1 % (Absatzwirtschaft).
Weniger Ausbildung im Job: Der Anteil von Berufseinsteigern an Neueinstellungen in Tech sank von 11 % (2022) auf nur noch 7 % (2024) (Business Insider).
Prognose: Bis zu 50 % der Einstiegs-White-Collar-Jobs könnten in den nächsten fünf Jahren verschwinden (ITPro).
Was heißt das für Studierende?
Reine Fachkenntnis im Studium reicht nicht mehr – praktische Erfahrung, Projekte und Soft Skills wie Problemlösung und Kommunikation werden wichtiger.
KI-Kenntnisse sind kein Bonus mehr, sondern werden zur Basiskompetenz. Wer nicht lernt, KI sinnvoll einzusetzen, wird schnell abgehängt.
Der klassische „Uni → Junior-Job → Karriere“-Pfad wird brüchig. Einstieg kann öfter über Praktika, Projektarbeit oder Freelancing erfolgen.
Was heißt das für Unis & FHs?
Wer KI im Studium verbietet, statt sie sinnvoll einzubinden, verpasst die Chance, Studierende fit für die Realität zu machen.
Curricula müssen schneller auf neue Berufsbilder reagieren – sonst bilden wir für Jobs aus, die es bald nicht mehr gibt.
Hochschulen könnten stärker mit Unternehmen kooperieren, um praxisorientierte Projekte und echte Lernerfahrungen zu schaffen.
Was heißt das für Unternehmen?
Kurzfristig sparen Firmen Kosten, wenn sie Juniorstellen streichen.
Langfristig schneiden sie sich ins eigene Fleisch: Wer keine Berufseinsteiger ausbildet, hat später keine erfahrenen Fachkräfte.
KI kann zwar viele Routineaufgaben übernehmen, aber kritisches Denken, Kreativität und Kontextverständnis entstehen nur durch Erfahrung – und die muss jemand ermöglichen.
Diskussionsfrage:
Wie sollen Unternehmen in 5–10 Jahren noch gute Leute finden, wenn sie heute aufhören, Talente auszubilden?
Und was müssten Unis, FHs und Politik tun, um junge Menschen auf diese neue Realität vorzubereiten?
Das heißt für Berufs- / Ausbildungeinsteiger nur jene Berufe bzw. Ausbildungen zu wählen, die nicht schon jetzt auf der Liste der in Zukunft bald “unnötig” werdenden Berufe / Tätigkeiten stehen.
Das wird dann - zusätzlich zu jetzt schon fehlenden Ausildungsplätzen bzw. Anfängerpositionen in den Unternehmen - zu weiterer Verschärfung des bereits jetzt schon fast überall spürbaren Fachkräftemangels - ganz besonders in den MINT-Berufen führen.
Wenn dann MINT-Berufsbilder in Zukunft zunehmend vielleicht auch mit Imageproblemen (keine nennenswerten Beiträge aus den MINT- bzw. IKT- Bereichen zur “Rettung des Planeten”, aber dafür technologische Unterstüzung von Autokratien, Waffensysteme zur Überwachung/Bekämpfung “aufmüpfiger” Teile der Bevölkerung, Verstärkung der “weltweiten Ungerechtigkeit”, … ) zu kämpfen haben werden, werden wir in Zukunft nicht einmal mehr über ausreichend viele qualifizierte Fachkräfte zum Betrieb der heute schon vorhandenen technischen Systeme verfügen.
Die Komplexität technischer Systeme wird - auch durch den vermehrten Einsatz von KI - in Zukunft aber weiterhin stark zunehmen, die für deren störungsfreien Betrieb erforderlichen Fachkräfte werden (auch aus demografischen Gründen !)nicht mehr in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen - aber auch nicht durch KI ersetzt werden können.
Die wichtigste Entschärfung dieser Problematik - neben anderen Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität einschlägiger technischer Berufe - sehe ich in der Reduktion der Kompexität unserer technischen Infrastruktrur.
Wir arbeiten aber im Gegenteil an der weiteren Erhöhung der Komplexität unserer technischen Infrastruktur, obwohl wir heute bereits wissen, dass wir schon bald nicht mehr über ausreichend aualifiziertes Personal zur Aufrechterhaltung dieser Infrastruktur verfügen werden.
Hier geht es gar nicht darum, dass die Berufsgruppen unnötig sind. Es geht einfach um Einsteigerjobs, die mittlerweile von der KI erledigt werden. Daher quer Beet stellen Unternehmen weniger Berufseinsteiger ein.
Die “Berufsgruppe” der Job-Einsteiger wird also durch intensiveren Einsatz der KI - und damit Verdrängung von menschlichen Job-Einsteigern, die dann in immer mehr Branchen logischerweise nicht mehr gebraucht werden würden, tatsächlich unnötig.
Job-Einsteiger - in der Ausprägung als reelle physische Personen - hat es bisher in jeder Qualifikationsstufe gegeben : Vom Lehrling über den Techniker mit HTL-Ausbildung bis zum Wissenschafler/Forscher mit Universitätsabschluss; Wenn in Zukunft die Tätigkeiten aller Einstiegspositionen durch KI übernommen werden sollten, dann würden KI-geführte Unternehmen - ohne auch nur einen einzigen menschlichen Mitarbeiter zu benötigen - sehr schnell Realität werden.
Bleibt nur die Frage, wo dann die Kaufkraft der Kunden dieser Unternehmen bleibt.
Oder wird die Kundenfunktion dann auch durch Ki-Systeme übernommen ?
Vielleicht ist es wirklich so: daß wenn die KI ausgereifter ist es statt Berufs-Einsteigern eben eine verbesserte, weil individuelle und dynamische Schulbildung mit guter Allgemeinbildung gibt welche man, z.B., mit 21 Jahren abschließt und nach 3 weiteren Jahren seine Arbeit als AI/KI-Juniorcontroller, im gewählten Fach, beginnt.
Somit hat die KI den Berufseinsteiger nicht verdrängt, sondern ihm einen anderen Aufgabenbereich zugewiesen.
Und falls jemand Angst hat, seinen Job zu verlieren: sobald die Kapitalorientierte Marktwirtschaft die Perversion: Kapitalismus, beendet hat - stehen der gemeinschaftlichen Marktwirtschaft genügend finanzielle Mittel zur Verfügung um diese Menschen aufzufangen, umzuschulen und ein angenehmes Leben zu ermöglichen.
[Für alle Zweifler, ein kleines Rechenbeispiel: E.Musk hat in Aktien einen Geldwert von 400 Milliarden Dollar gebunden. Dieses Geld, flüssig in der Marktwirtschaft kann was bewirken? ]
Das Beispiel ließe sich mit Superreichen, Reichen und Banken unendlich lange fortführen. (Hier gilt jemand als Reich, wenn: er Geld für sich arbeiten läßt, mehr Geld zur Verfügung hat als er im persönlichen Bedarf benötigt oder er Geldeswert verborgen kann)
Ich wäre froh, wenn ich endlich meine Arbeit los wäre und eine KI oder ein Roboter die Aufgaben erledigen würde, die ich im der fremdbestimmten, abhängigen Zwangsarbeitszeit machen muss.
Und was machst Du dann mir der gewonnen Zeit ?
Du wirst Dir dann vermutlich eine Beschäftigung (nicht zu verwechseln mit Arbeitsverhältnis !) suchen, bei der du entspannt, mit Interesse und in “Hingabe” - vielleicht sogar ohne dabei rasch zu ermüden - deine Tage verbringen kannst.
Andere werden sich aber vielleicht fragen, warum Du Dir “diese Arbeit” - noch dazu ohne daraus vielleicht erzielbarem Einkommen - antust, weil diese Anderen vielleicht ganz andere Vorstellungen von “angenehm zu verbringender Zeit” haben.
Sicher dürfte nur sein, das “Nichts-Tun” - z.B. den ganzen Tag (seeehr viele Tage lang) mit Drinks an einem Pool zu liegen - auf Dauer vermutlich von Niemandem als “immer angenehm” empfunden werden wird.
Unter “fremdbestimmter, abhängiger Zwangsarbeitszeit” lese ich zudem auch Hinweise auf eine “upassend” gewählte Erwerbstätigkeit heraus - auch wenn ein angnemehmes Verbringen seiner Lebenszeit immer auch das Erdulden eines bestimmten Ausmaßes an “Fremdbestimmtheit” und “Zwang” - z.B. auch beim Treffen von Freunden zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort - inkludiert.