Das Problem ist, dass viele Liberale und Linke noch immer glauben, die Zukunft werde irgendwie besser. Kohei Saito
Dass die Erde wärmer wird, ist unbestritten - und dass sie nicht kälter werden wird, wenn wir sofort aufhören auch. Dennoch müssen wir uns darauf konzentrieren wie eine Welt aussehen kann in der wir leben wollen. Und wir müssen darauf hinarbeiten und eine positive Erzählung schaffen.
Erneuerbare Energie schafft Unabhängigkeit von fossiler Energie und den Staaten die sie besitzen und sie ist deutlich billiger als fossile Energie. Das schafft auch einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.
Automatisierung und KI schafft es die Produktionskosten deutlich zu senken. Menschen haben wir in Europa ohnehin zu wenig aufgrund der sehr niedrigen Geburtenraten. Und wir haben grundsätzlich gut ausgebildete Menschen - wir sollten sie auf sinnvolle Dinge wie Forschung und Entwicklung konzentrieren, statt sie als menschliche Roboter zu verwenden.
Wenn wir keine positive Erzählung schaffen, werden Kriege ausbrechen - und Musk und Thiel und Konsorten bereiten sich genau darauf vor. Privatarmeen, staatenlose Inseln, und die Möglichkeit auf den Mars auszuwandern.
Lassen wir sie nicht recht haben.
Das genügt aber nicht - wenn nicht gleichzeitig sofort wirksame Maßnahmen gesetzt werden , um unseren Umweltproblemen - insbesondere der immer rascher zunehmenden Erwärmung unserers Planeten - wirksam entgegenzutreten, um nicht immer größer werdende Teile unseres Planeten unbewohnbar werden zu lassen und damit nicht immer größer werdende Flüchtlingsmassen - denen sich auch wir und unsere Kinder sich in Zukunft irgendwann anschließen müssten - zu versursachen.
Wie soll ein durch Arbeitsplatzverlust Betroffener optimistische Zukunfterwartungen entwickeln können, wenn er keine Möglichkeiten mehr sieht, für sich und seine Familie in Zukunft ein zufriedenstellendes Einkommen erwirtschaften zu können ?
Für ihn hat daher „billige“ Energie, die er auch nicht bezahlen kann, dann genauso keine Bedeutung, wie irgendwelche „Wettbewerbsvorteile“ durch die er auch weiterhin kein Einkommen erhalten wird, weil er aus allen Wirtschaftpozessen „ausgeliedert“ wurde und daher von immer mehr Angehörigen der Schicht der „Leistungsträger“ als minderwertige Personen - vielleicht sogar „menschlicher Müll“ - abgestempelt wird.
Gleichzeitig gibt es aber in Zukunft auch keine Rückzugsmöglichkeiten mehr (ähnlich den von vormaligen „Aussteigern“ gewählten Rückzugsorten ) , da die Auswirkungen der Klimakatastrophe (z.B. durch Wassermangel , unerträgliche Hitze, extreme Wettersituationen und dadurch ausgelöste „Natur“- Katastrophen ) überall spürbar sein werden und in immer kürzeren Abständen - auch in solchen „Rückzugsorten“ - heftige Schäden verursachen werden.
„Produktionskosten senken“ bedeutet gemäß der derzeit geltende Wirtschaftsdoktrin in erster Linie weniger Personalkosten und damit Personalabbau und in Folge weniger „Leistungsträger“, die sich untereinander höhere Gewinnne aufteilen können.
Hier noch einige Zitate aus dem im ersten Beitrag hier oben verlinkten Artikel ( Kohei Saito über den Klimakollaps: "Wir haben die letzte Gelegenheit verpasst" - Welt - derStandard.at › Wissenschaft ), die durchaus auch als Erklärung für meinen persönlichen Pessimismus gesehen werden können. Ich kannte aber bisher weder die Gedanken noch den Namen dieses Philososphen.
Kohei Saito sieht schwarz. In seinem neuen Buch Am Ende des Fortschritts macht der japanische Bestseller-Philosoph deutlich, dass die Vorstellung, dass die Zukunft besser wird, ausgedient hat.
Ich denke, jemand wie US-Präsident Trump ist ein Symptom der gegenwärtigen Weltlage. Selbst wenn eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident der Demokraten an die Macht kommt, wird sie oder er sich in mancher Hinsicht ähnlich verhalten. Das grundlegende Problem lässt sich nicht auf einzelne Personen reduzieren, deshalb wollte ich es in einen größeren Zusammenhang stellen. Die Faschisierung der Welt markiert für mich das Ende der Fortschrittserzählung.
Die Moderne und der Kapitalismus waren von der Vorstellung von kontinuierlichem Fortschritt geprägt: mehr Freiheit, mehr Technologie, mehr Wirtschaftswachstum, mehr Wohlstand. Das ist die klassische Idee der Aufklärung. Wenn wir heute auf die Klimakrise blicken, sehen wir jedoch etwas anderes. In den nächsten zehn Jahren werden wir mehr Naturkatastrophen, mehr Hitzewellen, mehr Wasser- und Nahrungsmittelknappheit und in der Folge mehr Konflikte erleben.
Viele junge Menschen haben Angst, dass KI Arbeitsplätze vernichtet und der Klimawandel den Planeten unbewohnbar machen wird. Sie glauben nicht mehr selbstverständlich daran, dass die Zukunft besser wird.
Sie haben wohl berechtigt Angst, bestätigen doch Studien diesen in Zukunft noch viel stärker zu erwartenden Personalabbau - und wird diese Technologie ja ganz gezielt und beabsichtigt primär für den Ersatz menschlicher Arbeitskraft durch Roboter und Automatisierung eingesetzt - sonst wäre sie ja nicht so interessant.
Das Problem ist, dass viele Liberale und Linke noch immer glauben, die Zukunft werde irgendwie besser. Ich glaube, dass diese optimistische Phase bereits der Vergangenheit angehört. Wir haben die letzte Gelegenheit verpasst. Selbst wenn wir die Wirtschaft dekarbonisieren, wird die Welt wohl um mehr als zwei Grad wärmer werden – mit allen Konsequenzen. Das bezeichne ich als das Ende des Fortschritts.
Die guten Zeiten sind vorbei, wir müssen uns schützen. Vor Knappheit, vor Konflikten, vor Flüchtlingen oder äußeren Feinden. Diese Politik ist gefährlich, aber sie knüpft an reale Ängste vieler Menschen an. Deshalb erscheint sie manchen glaubwürdiger als die Vorstellung, dass mit grünem Wachstum und neuen Technologien alles wieder besser wird.
Auch Leute wie Elon Musk und Peter Thiel fürchten die Zukunft. Um ihre Macht und Privilegien zu sichern, wollen sie allerdings Demokratie, Menschenrechte und rechtsstaatliche Institutionen zurückzudrängen.
Die Verbindung von Kapitalismus, Klimakollaps und Tech-Faschismus wird viele Menschen marginalisieren und unterdrücken, es droht eine Überwachungsgesellschaft. Wir können die Krise aber auch nutzen, um unser Leben an die neue Situation anzupassen und Menschen zu schützen. Daher schlage ich vor, dass wir akzeptieren, dass schwierige Zeiten vor uns liegen und die Wirtschaft auf die Sicherung grundlegender Bedürfnisse ausrichten anstatt auf unendliches Wachstum, also: Gesundheitsversorgung, öffentlicher Verkehr, Infrastruktur, Energieversorgung.
Wenn es mehr Naturkatastrophen, Wasserknappheit und Hitzewellen gibt, werden die Menschen eine Rationierung grundlegender GĂĽter und Dienstleistungen verlangen. Das ist wirtschaftliche Planung in einem sozialistischen Sinn: Die begrenzten Ressourcen sollen fair und gleich verteilt werden. In einer kapitalistischen Logik ist Knappheit sogar eine Gelegenheit, mehr Profit zu machen, weil die Preise steigen.
Wenn wir die derzeitige Politik fortsetzen, wird die Rechte immer stärker werden. Aber staatliche Eingriffe werden so oder so unvermeidlich sein. Wir sollten also dafür sorgen, Gleichheit, Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und Geschlechtergleichheit stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Auch wenn wir dafür weniger neue iPhones, Autos oder Urlaubsreisen nach Hawaii haben.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es starke Arbeiterbewegungen, den Wohlfahrtsstaat und eine keynesianische Politik. Dadurch wurden die negativen Tendenzen des Kapitalismus abgeschwächt. Aber in den letzten 30 Jahren haben Globalisierung, neoliberale Transformation und Digitalisierung die Konzentration des Reichtums beschleunigt. Zugleich hat sich die Umweltzerstörung verschärft, weil die Globalisierung auf fossilen Energien beruht. Ungleichheit und Klimawandel sind Ausdruck der Widersprüche des Kapitalismus.
Auf dieser Klaviatur spielen all die Demagogen, Agitatoren pausenlos. Reden und einfache Lösungen ein wenn man sie nur machen liese. Einfache Lösungen sind Schuldige, meist in Personengruppen, zu suchen.
Gabs solche Tendenzen nicht schon einmal? Lag danach nicht Europa in Schutt und Asche?
Zukunftseuphorie in Ehren, alleine so spielt nicht das Leben. Dazu gehört mehr.
Auf die althergebrachten Ideologien ist auch kein Verlass mehr. Sind allesamt Kinder der Aufklärung, fast schon 200 Jahre alt.
Die „Erfinder“ der Ideologien entstammten aus begüterten Familien. Das Volk der damaligen Tagelöhner hatte weder Zeit noch Bildung das zu schaffen, die kämpften ums überleben.
Die Geschichte der Wiener Ziegelwerke lesen.
Wer erbaute wohl die Stadt Wien nach dem Fall der Stadtmauern auf? Wer rackerte sich da ab?
Noch eine Empfehlung
Danielle Spera
100 x Ă–sterreich: Judentum.
lesen.
Besonders Zedaka ([hebräisch] צְדָקָה Zədaqah) beachten!
Liest Du eigentlich was ich schreibe, oder antwortest Du reflexartig immer das Selbe?
Ich lese nur das, was Du hier in unserem Forum schreibst, nicht aber Verweise auf andere Orte /Medien, in denen Du auch schreibst oder wo Du Voträge hältst.
Und ich teile sogar manchmal deine Aussagen hier im Forum und stimme ihnen dann auch erkennbar zu.
Unsere lebenswerte Zukunft werden „wir“ aber nicht „herbeireden“ können, dazu müssen auch Handlunen gesetzt werden, um diesem Ziel näher zu kommen.
Und dazu braucht’s auch halbwegs „kompatible“ Vorstellungen davon, was wir (nicht nur hier um Forum) unter dem Begriff "lebenswert"verstehen.
Früher gab’s dafür den Sammelbegriff der „Visionen“, ohne die (damals) keine sinnvollen Ziele identifiziert und vereinbart werden sollten.
Seitdem aber Visionen von Politikern und Wirtschaftsverantwortlichen nur als Krankheitsbild - z.B. als Begleiterscheinung von Suchtkrankheiten - interptretriert werden , sind diese - auch zur Formulierung akzeptierbarer gemeinsamer Vorstellungen/Ideen über eine lebenswerte Zukunft - strikt verpönt.
„Mit Leuten, die Visionen haben spricht man nicht, die gehören therapiert.“
Daher gibt’s heute Ziele (und - z.B. auch steuerliche - Maßnahmen) , die sich diametral entgegenstehen, die sich widersprechen und uns nur mehr „auf der Stelle treten“ lassen und selbst keine Beiträge zur Lösung akuter Probleme (auch - aber nicht nur - im Bereich Klimaschutz) liefern und in Zukunft zu noch mehr Problemen, als wir heute ohnehin schon haben, führen werden.
Jemand der täglich befürchten muss, von einer Bombe zerfetzt zu werden, oder der für einen Kanister Wasser Kilometer-weit gehen muss, wird unter „lebenswert“ sicher etwas anderes verstehen, als jemand dessen größtes Problem darin besteht, aus dem immer größer werdenden Angebot von Elektrofahrzeugen das für in beste auszuwählen und zu kaufen.
Meinen Pessimismus und meine „so negative Einstellung“ beziehe ich auch gar nicht aus - z.B deinen - Beiträgen hier auf unserer Plattform, sondern viel mehr aus der Beobachtung des politsch- wirtschaftlichen (Welt-) Geschehens - natürlich nur über - vielleicht einseitige oder auch falsche - Darstellungen in von mir „konsumierten“ Medien.
Ich kritisiere lediglich manchmal die von Dir gewählten Formulierungen, weil ich mit manchen deiner Formulierungen auch ganz andere Inhalte/Bedeutungen verbinde , als von Dir vielleicht bezweckt/beabsichtigt.
Und hier noch ein ganz kleines, aber sehr konkretes, persönliches Beispiel, dass mich in der pessimistischen Einschätzung unser Zukunft (diesmal ganz konkret in Österreich selbst) bestätigt :
Ich muss nächste Woche eine Reise in den Westen von Österreich machen. Der Zielort ist gut und auch schnell mit der Bahn erreichbar. Im Ort gibt es auch öffentliche Verkehrsmittel. Unmittelbar nach Ankunft im Ort muss ich essen , bevor ich zur Zieladresse im Ort weiterreisen kann.
Das Problem : Ich habe nicht nur meinen Trolley ( normaler Größe) und einen kleinen Rucksack, sondem auch eine Tasche mit einem etwas größeren Volumen, als der Trolley, zu transportieren. Dadurch hat mein „Handgepäck“ nicht nur größeres Gewicht, sondern vor allem auch entsprechendes Volumen.
Eine Mitnahme solchen Gepäcks ist im Zug gar nicht möglich , wenn die Beförderungbedingungen strikt eingehalten werden sollen - denn für persönliches Gepäck steht nur der Platz unter meinem Sitz zur Verfügung, wenn ich mein Gepäck stets in Reichweite - bzw. unter „meiner Kontrolle“ - haben will.
Auch in allen anderen öffentlichen Verkehrsmitteln (Straßenbahn, Bus ) ist die Mitnahme solchen Gepäcks nur ausnahmsweise möglich - unabhängig von der Erfordernis, vielleicht eine zusätzliche Fahrkarte dafür lösen zu müssen.
Ein Gastwirt wird vermutlich auch nicht erfreut sein, wenn ich so angepackt in seine Gasttätte komme. Eine allfällig angeboten Möglichkeit, mein Gepäck in einem Hinterzimmer - außerhalb meiner Sicht - zu verwahren , würde aber bei mir „Unbehagen“ auslösen.
Wenn ich mit meinem Auto diese Reise unternehmen und das Gepäck mitnehmen würde, hätte ich (fast) gar keine Probleme, wenn ich einen Parkplatz - vielleicht in einer Tiefgarage - finden würde. Das Gepäck könnte dann während des Essens im Auto bleiben und ich müsste mir keine Sorgen um dessen Verbleib in einem Hinterzimmer machen. Und vor allem : Ich müsste es nicht überall selbst herumschleppen und mich nicht auf irgendwelche Diskussionen mit dem Personal öffentlicher Vekehrsmittel über die richtige Ablage des Gepäcks und über die Höhe zusätzlich zu entrichtender Entgelte für die Gepäckbeförderung einstellen.
ich überleg’s mir noch, vielleicht fahr’ ich doch mit meinem Auto - obwohl ich im Besitz eines österreichweiten Klimatickets bin.
Wenn ich ohne obige Überlegungen anstellen zu müsssen ganz selbstverständlich auch mit solchem „voluminöserem“ Gepäck mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und in Gaststätten essen könnte, dann hätte ich tatsächlich keine Veranlassung solche „Problemchen“ als eine von vielen ähnlichen Gründen für meine „negative Grundhaltung“ heranziehen zu müssen.
Quer gefragt, wie sieht das im Ă–ffi Land Schweiz
aus?
Oder Paketversand des Koffers mit Hermes. Funktioniert super und ist recht preiswert und schnell.
Wenn Dein Auto ein E-Auto wäre, dann wäre es auch klimatechnisch unerheblich wie Du reist.
Auszug aus dem Ă–BB-Angebot in obigem Link :
Buchen Sie Ihre Gepäckabholung telefonisch beim ÖBB Kundenservice unter +43 (0)5 1717 oder persönlich am ÖBB Ticketschalter bis spätestens 3 Werktage vor dem gewünschten Abholtermin.
Das ÖBB Gepäckservice ist nur in Verbindung mit einem gültigen ÖBB Ticket buchbar.
Mit telefonischen Kundendiensten habe ich bisher zumeist nur schlechte Erfahrungen gemacht - bin also schon „negativ vorgespannt“ . Aber das ist nicht „Schuld“ der ÖBB.
ÖBB-Ticketschalter habe ich schon sehr lange keine mehr gesehen, gibt’s die überhaupt noch ? Die scheinen selbst in großen Bahnhöfen zwischen den dort auch vielen Modegeschäften so gut versteckt /getarnt zu sein , dass sie vermutlich deswegen von mir gar nicht bemerkt werden.
Am Praterstern in Wien befindet sich so ein ÖBB-Ticketshop z.B, ganz rechts hinten (vom Eingang bei den Straßenbahnstationen aus gesehen) an einer Stelle, die von Benutzern der ÖBB auf ihren Weg von/zu den Bahnsteigen gar nicht passiert wird. Ich hätte dieses Ticketshop, in dem ich vor ein paar Jahren mein erstes Klimaticket bestellt habe, damals beinahe nicht gefunden.
Großes Gepäck muss zumindest 3 Tage vorher aufgegeben werden.
Schnelle Reise-Entscheidungen sind damit nicht möglich. Im Auto kann ich aber vergleichsweise nahezu beliebige Gepäckmengen jederzeit transportieren und sofort wegfahren - wenn ich mir nicht gerade Hauptreisezeiten mit Staus auf allen Straßen „aussuche“.
Da meine Tochter häufig große/schwere ( und manchmal auch teure) Waren aus Online-Shops von Botendiensten zugestellt erhält und schon mehrfach Waren wegen Adressverwechslung (übereinstimmende erste 6 Zeichen des Straßennamens , gleiche Hausnummer und gleicher Bezirk , wie unsere Adresse) wiederholt in Verlust geraten sind, können wir Botendiensten kein Vertrauen mehr entgegenbringen.
Zudem ist die garantierte Zustellung bis zum übernächsten Werktag ( ab der Abholung des Reisegepäcks am Ausgangsort der Reise ) einerseits wegen der dadurch überlangen Dauer von bis zu 4 Kalendertagen - von Reisegepäck, das vielleicht schon am ersten Tag der Ankunft am Reiseziel benötigt wird, unzumutbar , andererseits gibt’s dieses Abholservice am Abend und an Samstagen (und an Sonntagen ?) nur in definierten Ballungsgebieten. Wie kommt aber dann das Gepäck am Wochende wieder nach Hause, wenn das Reiseziel außerhalb von Ballungsgebieten liegt, außerhalb von Ballungsgebieten dieses Abholservice (für die Rückreise) aber gar nicht an Wochenden angeboten wird ?
Bitte beachten Sie, dass unverpackte Fahrräder nach/aus DE nicht befördert werden! Eine unter Umständen mögliche Retournierung vom Verteilerzentrum an die Abholadresse erfolgt auf Kosten der Kund:innen.
Wenn also Fahrräder nicht durch Reisende selbst im Zug mitgenommen werden dürfen, weil keine Transportplätze/Haltevorrichtungen für Fahrräder in den Personen-Waggons vorgesehen sind , oder schon alle Plätze gebucht sind , dann ist die Benutzung des eigenen Fahrrades im „Bahnurlaub“ gar nicht möglich.
Genauso ist der Versand von Wasserportgeräten wegen der überlangen Transportzeiten wenig nützlich , wenn z.B. bei einem 1 wöchigen Aufenthalt das Gerät erst in der Wochenmitte geliefert werden würde, dann aber kaum mehr genutzt werden könnte, weil es fast sofort wieder nach Hause geschickt werden müsste, um unötigen Stress am Abreisetag zu vermeiden.
Von vielen (Urlaubs-) Reisenden wird dieses Service daher wohl nicht genützt werden können.
Egal, ob Fahrrad, sperrige Koffer oder Ski-Tasche: Für Komfortliebende und Vorausdenkende bietet das ÖBB Gepäckservice einen unbeschwerten Start in die Auszeit.
Nehmen sich die Ă–BB selbst noch ernst ?
Gepäck mit der Bahn auf diese Weise aufzugeben, ist alles andere, als „unbeschwert“ oder „einfach“ .
Hier hat’s in der „guten alten Zeit“ tatsächlich bessere Möglihkeiten gegeben : Die Mitnahme des Gepäcks ( auch des „aufgegebenen“) im selben Zug, mit dem auch die Reisenden (die Besitzer dieses Gepäcks) gefahren sind.
Letzlich wurde dieses Verfahren (der Transport des Gepäcks gemeinsam und gleichzeitig mit den Reisenden ) auch von den Fluggesellschaften übernommen und bis heute beibehalten - von den Bahngesellschaften aber aufgegeben und gegen ein träges/langsames Gepäckservice - wie z.B. hier oben von den ÖBB - ersetzt.
Es gibt aber noch weitere Transportprobleme der Bahn, die ungelöst sind, aber offenbar keine unserer Bahngsellschaften interessiert : Die Ablage schwerer - vielleicht auch nasser - Oberbekleidung (z.B. Winter- bzw. Regen-Mäntel/Jacken). Diese müsste jedenfalls zwingend beim Sitzplatz aufgehängt werden können. Das ist aber bei vollbesetzten Sitzplätzen in keinem der modernen aktuellen Zugsgarnituren mehr möglich. Genauso ist es bei vollbesetzten Zügen -z.B. im abendlichen Pendlerverkehr - nicht möglich, größere Lebenmittleinkäufe (z.B. für das Wochende ) zu transportieren. Lebensmitteleinkäufe unter dem Sitz zu verstauen , weil am Schoß auf den Knien schon der Bürokoffer oder /und ein Rucksack transportiert wird, wird doch wohl niemand ernstlich in Erwägung ziehen oder gar von den Fahrgästen verlangen ?
Wie Du hier sehen kannst, gibt’s hier noch sehr viele Baustellen, die vermutlich auch ganz andere neue Wagenkonzepte für den Tansport von Personen gemeinsam mit ihrem Gepäck auf der Bahn - und in „soeben“ neu errichteten Bahnhöfen auch wiederaufzunehmende Konzepte für das Gepäck- ( bzw . Güter-) Management am Bahnhof und am Zug ( z.B. automatisches Be- bzw Ent-Laden von Gepäck-und Stückgut) - erforderlich erscheinen lassen.
Darüber wird aber in der interessierten Öffentlichkeit noch nicht einmal diskutiert - obwohl die Zahl der Bahnkunden im Personentransport laufend ansteigt und das Platzangebot in Bahnen, bzw. allen öffentlichen Verkehrsmitteln, auf immer mehr Strecken schon heute immer öfter nicht mehr ausreicht, die Nachfrage zu erfüllen.