Forschende arbeiten an einer mobilen Hightech-Werkstatt, die einen inklusiven Zugang zu neuen Technologien schaffen und den traditionellen Werkunterricht ins digitale Zeitalter holen soll
https://www.derstandard.at/story/3000000328713/makerspaces-kommen-in-die-schulen
Mitte der 2000er-Jahre tauchte erstmals der Begriff der Maker auf. Er steht für eine neue Generation von Bastlern, die digitale Technologien mit klassischen Handwerkstechniken verbinden. Wissensaustausch über das Internet, Hacking und der Open-Source-Gedanke, günstige Bastelcomputer wie Arduino und Raspberry Pi sowie erste 3D-Drucker prägten die Bewegung. Es entwickelte sich eine neue Art von Kreativität, Zusammenarbeit und praxisnahem Lernen. Man wollte komplexe Produkte verstehen, sie modifizieren und reparieren können.
Das war - und ist - ein wichtiger, aber nur für wenige „Spezialisten“ auch tatsächlich interessanter Ansatz, komplexe Technologien besser verstehen und vielleicht auch selber in Teilbereichen nach eigenen Ideen und Vorstellungen auch einsetzen zu können.
Allerdings sind dazu (in Europa) keine mobilen - weil nur temporär betriebenen - Werkstätten sinnvoll, sondern ist ein ortsfestes ständig/regelmäßiges Angebot solcher Werkstätten sowohl innerhalb von Schulgebäuden aber auch außerhalb von Schulen - in dafür vorgesehenen und entsprechend ausgestatteten Räumlichkeiten von Betreiber -Instititutionen (vielleicht manchen Volkshochschulen ? ) - bzw. Betreiber-Vereinen ( z.B. den schon länger existierenden Maker-Spaces - z.B. https://www.makeraustria.at/ , https://www.happylab.at/, https://techlab.tmw.at/, … ) erforderlich.
Schon einige Zeit wird auch in den Erziehungswissenschaften die Einbindung einer Maker-Kultur in die schulische Lehre diskutiert. Der Nutzen einer „Maker Education“ ist offensichtlich und reicht von Problemlösungskompetenz über Technikverständnis bis Teamworkfähigkeit und kritischem Denken.
Für die Förderung des kritischen Denkens braucht es aber in erster Linie ein Grundverständnis in Mathematik (über die Grundrechenarten hinaus) und der Physik ( z.B. Basiskenntnisse in Mechanik und Elektrotechnik ) - z.B. um Begriffe wie „Stromkreis“, „Gleichspannung“ und "Wechselspannung " - und deren Gefahren - überhaupt verstehen zu können, bevor man selbst mit diesen Dingen zu „basteln“ anfängt.
Seit 2023 trägt diesem genuinen Naheverhältnis von Making und Schule auch der österreichische Lehrplan Rechnung, durch den aus dem früheren Gegenstand „Werken“ nun „Technik und Design“ wurde.
Ein Regal an einer Wand aufzuhängen, oder eine ausgerissene Schraube in einem beschädigten Möbelstück zu ersetzen, wird dann den Absolventen solcher Ausbildungen aber immer noch nicht möglich sein.
Diese Offenheit bietet die Chance, neue Zielgruppen abseits des klassischen Heimwerkerklischees anzusprechen.
Ich dachte , es geht un die Anspassung der schulischen (Werk-) Ausbildung an heutige tägliche Erfordernisse - und weniger um die Erschließung weiterer Zielgruppen für Maker -Services ?
An Schulen wurden schon bisher keine Heimwerker ausgebildet, warum sollten daher nun „digitale“ Heimwerker ausgebildet werden , die dann weiterhin kein Regal selbst an der Wand befestigen können und kleine Schäden weiterhin nicht selbst halbwegs fachgerecht und haltbar reparieren können ?
Spätestens dann wird der Werkunterricht endgültig im digitalen Zeitalter angekommen sein.
- und es wird dann kein Schüler mehr wissen, was ein „Schraubenzieher“ oder ein „Hammer“ sein könnte und wozu der zu gebrauchen wäre.