Microsoft Ausfall - digitale Handlungsfähigkeit

Am 31. August fielen große Teile von Microsoft 365 aus. Betroffen waren unter anderem Outlook, Teams, SharePoint und OneDrive. Ursache war nach Angaben von Microsoft ein Problem in einer zentralen Authentifizierungskomponente.

Das eigentliche Problem ist nicht der Ausfall an sich. Jeder technische Dienst kann und wird irgendwann einmal ausfallen.

Das Problem ist die enorme Zahl an Unternehmen, die gleichzeitig von demselben Anbieter und derselben Infrastruktur abhängig sind. Laut öffentlich verfügbaren Zahlen liegt der Microsoft Marktanteil zwischen 70 und 80% bei Office Software. Rund 50% davon dürften in der Cloud sein.

Wer seine E-Mail, seine Dokumente, seine Kommunikation und einen wesentlichen Teil seiner Zusammenarbeit vollständig Microsoft 365 anvertraut hat, war plötzlich erheblich eingeschränkt – oder überhaupt nicht mehr handlungsfähig.

Das nennt man ein Klumpenrisiko.

Bequemlichkeit hat ihren Preis.

Die entscheidende Frage an eine Geschäftsführung lautet daher nicht:

„Kann Microsoft 365 ausfallen?“

Sondern:

„Was passiert mit unserem Unternehmen, wenn Microsoft 365 ausfällt?“

Gibt es alternative Kommunikationswege? Sind kritische Informationen auch dann erreichbar? Existiert ein funktionierender Notbetrieb? Und wurde dieses Risiko im Risikomanagement überhaupt berücksichtigt?

Das ist kein Plädoyer gegen die Cloud. Es ist ein Plädoyer gegen die vollständige Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter.

Digitale Souveränität beginnt mit einem Plan B.

https://www.heise.de/meinung/Kommentar-zum-Microsoft-Ausfall-Jetzt-zahlen-wir-den-Preis-der-Bequemlichkeit-11440057.html

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Es ist ein Plädoyer gegen die vollständige Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter.

Hier nur die Abhängigkeit von einem einzigen Serviceanbieter zu betrachten, wäre aber eine zu grobe Verkürzung /Vereinfachung des Problems.
Es geht auch - bzw. viel mehr - um die Abhängigkeit von einer bestimmten Technologie, von einem einzelnen Hardware- bzw Rohstofflieferanten, von einer bestimmten (vielleicht leicht angreifbaren) CPU-Architektur, von einem bestimmten Algorithmus( z.B. für die Verschlüsselung ), von einem bestimmten Betriebssystem oder auch von einem bestimmten Energieträger.
Zur Aufrechterhaltung bzw. Sicherstellung der Möglichkeit eines „Notbetriebes“ könnte es durchaus auch notwendig werden, auf mittlerweile „verstaubte“ - vielleicht nur mehr in Museen zu findende - Technologien unserer Vorfahren zurückgreifen zu müssen . Die Vorbreitung auf solche schwerwiegenden Notfälle müsste allerdings schon lange vor dem Eintreten eines solchen Notfalles erfolgen - und bedeutet auch, das Wissen, die Übung und das Fachpersonal für solche alten Prozesse/Verfahren/Technologien jederzeit verfügbar zu haben und auch jederzeit sofort - und über auch lange Zeiträume - einsetzen zu können.
Im Extremfall könnte das z.B. dann auch bedeuten , lange Zeit vollständig auf alle Errungenschaftem und Kommunikationsmöglichkeiten der Digitalen Welt verzichten zu können.

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