Nach dem Cloudflare-Ausfall: Digital völlig unsouverän | heise online

Die Ausfälle von AWS, Azure und Cloudflare haben gezeigt: Das Netz steht auf tönernen Füßen. Der Countdown zum GAU läuft. Ein Kommentar.

Von Malte Kirchner

Nach dem Cloudflare-Ausfall: Digital völlig unsouverän | heise online

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  1. Dezentralität
  2. Redundanz:
    auf mehreren unabhängigen Beinen stehen und einen Plan B als Alternative haben
  3. Interoperabilität:
    mit allen reden können und problemlos die Daten switchen können.
  4. Offenheit:
    Offene, kostenlose und frei zugängiliche Standards nutzen, um die Interoperabilität realisieren zu können.

Bisher war aber dazu - nicht nur im Bereich der IKT - stets nur zu hören :

“Solche Ausfälle/Situationen kommen nie vor, einen “Plan B” brauchen wir daher nicht, der wäre viel zu teuer”

Im Gesundheitswesen haben wir offenbar schon mehrmals im Jahr solche Situationen, die einen (vorbereiteten und jederzeit aktvierbaren ) “Plan B” - nicht erst nur als Reaktion auf den tragischen Tod der Patientin mit dem Aorten-Einriss - erforderlich machen würden.
Denn wie würden die Verantwortlichen wohl reagiert haben, wenn statt dieses wegen fehlender freier Ressourcen nicht behandelbaren Aortenrisses einer “Unbekannten” es zu einem schweren Verkehrsunfall mit mehreren Schwerverletzten gekommen wäre , die ebenfalls Gefäßspezialisten zur sofortigen lebensrettenden Notversorgung benötigt hätten, unter denen dann aber vielleicht auch der Öffentlichkeit bekannte Persönlichkeiten gewesen wären ?

Ja, Erich, da bin ich ganz bei Dir. Wir haben in den letzten Jahrzehnten versucht, organisatorische und technische Prozesse zu verbessern und diese zuverlässiger und ausfallsicherer zu machen. Dabei sind - zugegebener Maßen - in vielen Bereichen tolle Fortschritte erzielt worden. Aber! Das große Aber! Man hat aus Kostengründen dann die Sicherungsleine und das Fangnetz abgebaut. Und dann wird es übel, wenn der Seiltänzer doch mal daneben treten sollte.

Alles nur auf eine Karte zu setzten birgt ein gewisses Risiko. Und davor hat man bereitwillig die Augen geschlossen. Woran die Menschen im Land aber auch nicht ganz unschuldig gewesen sind:

die Produkte in den Geschäften und die Dienstleistungen sollten ja immer billiger werden. Die Politik könne nicht mit Geld um gehen und würde den Menschen mit Steuern und Gebühren das Geld aus der Tasche ziehen: der Staat solle sparen! Und Informationen sollen umsonst sein (Internet, Zeitungen), Software auch (Open Source) und die Vereine sollten sich schämen, dass sie einen Mitgliedsbeitrag haben und man die Getränke aus dem Eiskasten auch noch bezahlen soll!!!

Geiz ist geil!

(Sarkasmus off)

Optimierung ist super - auch wegen der Kosten. Aber zu Tode sparen, dass ist keine gute Idee.

Und da liegt für mich der Hund begraben.

Ich finde daher auch den Ansatz von Anders Inset in seinem Artikel gut, vom Denken im Mangel sich zu lösen und zu versuchen, in ein Denken im Überfluss zu kommen.

Vielleicht würde unter diesem Aspekt - der nicht mehr jederzeit möglichen lebensrettenden Versorgung von Schwerverletzen nach Unfällen im Straßenverkehr - dann auch das Bemühen nach sofortiger Reduktion der Anzahl schwerer Unfälle im Straßenverkehr - ohne dafür erst auf ausreichend viele tatsächlich auch vollständig autonom fahrende Fahrzeuge auf unseren Autobahnen warten zu müssen, viel stärkere Unterstützung in der Öffentlichkeit finden.

  • Und könnte die Reduktion der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahnen und Bundestraßen nun auch mit breiter Unterstützung durch die Öffentlichkeit - und nahezu ohne Kosten - sofort eingeführt werden.