Österreichs Zukunft bleibt unter Strom

Aus der Notwendigkeit einer leistbaren Energieversorgung kann man sich nicht einfach „herausforschen“. Nachhaltig war es hingegen, in den Energiemarkt einzugreifen. Eine Replik
Michaela Schmidt, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, geht in ihrem Gastkommentar auf einen STANDARD-Kommentar von Eric Frey zur österreichischen Energiepolitik ein.

https://www.derstandard.at/story/3000000309285/oesterreichs-zukunft-bleibt-unter-strom

Energie war lange ein klassisches Motiv der Science-Fiction: jederzeit verfügbar, grenzenlos, billig.

Und zu viel zu viele Leute glauben immer noch , dass dies Realität werden - oder velleicht sogar schon Realität sein - könnte. - Das ist aber ein schwerer Irrtum.

Wer glaubt, man könne sich aus der Notwendigkeit einer leistbaren Energieversorgung einfach „herausforschen“, verkennt den grundlegenden Charakter von Energiepolitik für die Wirtschaft.

Für private Haushalte hat dieser “grundlegende Charakter von Energiepolitik” aber zumundest gleiche -und vielleicht sogar noch mehr - Bedeutung : Denn ohne elektrische Energie wird es in schon in naher Zukunft keine warmen Wohnungen, keine warmes frischgekochtes Essen und immer öfter auch kein Trinkwasser geben und werden Wohn-Hochhäuser sogar unbewohnbar werden.

Vom Haushalt bis zum Bäcker, von der Schule bis zum Hotel sind Energiekosten aber auch abseits der Industrie ein entscheidender Faktor.

Die digitale Zukunft ist ohne massive Stromverfügbarkeit nicht zu haben. Gleichzeitig werden heute etablierte energieintensive Industrien, von der Zement- über die Stahl- bis zur Papierproduktion weiter wichtig bleiben.

Daher ist ernsthaft zu hinterfragen, ob Mining-Farmen für das Schürfen von Crypto-Coins Digitaler Währungen oder Rechenzentren für das Training und den Betrieb von KI-Systemen zu dieser “digitalen Zukunft” gehören können - bzw. gehören dürfen.

Die Teuerungskrise in Österreich, … hatte ihren Ursprung in explodierenden Energiepreisen.

Nicht nur - sie hat viel mehr ihre Ursachen in der Begründung von - nahezu vollautomatischen - Preissteigerungen mit der gestiegenen Inflationsrate, ohne im Einzelfall zu untersuchen/nachweisen zu müssen, wie stark eine bestimmte Branche (bzw . bestimmte Produkte/Dienstleistungen) tatsächlich von der gestiegenen Inflatinsrate betroffen ist (bzw. sind).
Steigende Energiepreise werden wir auch in Zukunft nicht vemeiden können, wenn unsere Produktionskapazitäten für elektrische Energie - und dahe auch die Transportkapazitäten der Leitungsnetze - um den Faktor fünf erhöht werden müssten - falls dies technisch und politisch überhaupt noch möglich ist.
Ohne ausreichnede Finanzmittel ist dieser Ausbau - unabhängig von zahlreichen anderen Problemen - sicher nicht möglich.
Wir werden daher in Zukunft jedenfalls auf deutliche Eisparungsmaßnahmen und höchste Wirkunsgrade beim Einsatz elektrischer Energie jedenfalls achten müssen.

Österreich verfügt über hervorragende Voraussetzungen: große Flüsse, Gebirgsräume für Speicherkraftwerke,

Die aber alle schon seit Jahren als “vollausgebaut” gelten und daher keine wirtschaftlichen Standorte für Großprojekte mehr aufweisen.

Diese Kraftwerke produzieren ohne Brennstoff-, ohne CO₂-Kosten.

Das ist aber nur dann richtig, wenn wie während langer Dunkelflauten im Finstern und in der Kälte sitzen wollen und kein gasbetriebnen thermischen (Ersatz-) Kraftwerke dann starten wollen/können.

Oder geht irgendjemand wirklich davon aus, dass der Betrieb von Kraftwerken in Österreich heute viermal so viel kostet wie vor zehn Jahren?

Thermische (Ersatz.) Kraftwerke , die nur im “Notfall” gestartet werden und nur dann auch Strom verkaufen können, sind jedefalls viel teurer zu betreiben, als Kraftwerke, die stets unter Volllast betrieben werden können und ohne Unterbrechungen Einnahmen für ihre Betreiber generieren.

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