Zusammenfassung: Kritik an datenbasierter Schulentwicklung
Kernaussage
Die daten- und evidenzbasierte Steuerung von Bildung wird in Deutschland auf ein veraltetes, selektives System („Sortiermaschine“) aufgesetzt. Im Gegensatz zu Ländern wie Kanada, die als Vorbilder gelten, bleibt die bestehende Leistungsselektion bestehen. Durch regelmäßige Überwachung, Steuerung und Einstufung von Schüler:innen in Orientierung an Bildungsstandards wird der systemische Leistungsdruck erhöht. Gleichzeitig entziehen sich Selektionsentscheidungen durch den Verweis auf Evidenzbasierung der Kritik.
Folgen
- Psychische Belastung: Ein Viertel der Schüler:innen fühlt sich nicht wahrgenommen und leidet unter dem Druck.
- Machtverschiebung: Die „Datenpartnerschaft“ (SWK) ignoriert das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und verstärkt das Ungleichgewicht zwischen Schule und Schüler:innen.
- Demokratieabbau: Frustration und psychische Belastung fördern demokratiefeindliche Tendenzen.
- Bildungsverlust: Die Fokussierung auf messbare Ziele reduziert Bildung auf Standards und verletzt das grundgesetzlich verankerte Recht auf ganzheitliche Entfaltung.
Forderung
Kritische Stimmen aus Wissenschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft sollen gemeinsam mit Betroffenen eine öffentliche Debatte über Sinnhaftigkeit und Rechtmäßigkeit des Datenvorhabens anstoßen – gegen den parteiübergreifenden Konsens (CDU, SPD, Grüne).