Schule neu denken!

Das Schweizer Elternmagazin hat einen interessanten Artikel veröffentlicht, wo man versucht, Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Bildung, Erziehung & Persönlichkeitsentwicklung am Ort SCHULE zu finden:

Hier eine ChatGPT-Zusammenfassung:

  • Schulen haben mehr Flexibilität, als viele glauben — Lehrpläne sind Empfehlungen, nicht in Stein gemeiĂźelt. Lehrpersonen könnten mehr Mut zeigen, Themen mit SchĂĽlerinnen und SchĂĽlern gemeinsam auswählen.
  • Eltern haben grossen Einfluss: FrĂĽhkindliche Förderung und elterliche UnterstĂĽtzung prägen Bildungserfolg stark — nicht nur Schule allein.
  • Konzentrationsprobleme bei Kindern werden oft durch fehlende GrundbedĂĽrfnisse (Schlaf, Bewegung, Ernährung) und Ăśber- oder Unterforderung verursacht. Schule sollte mehr RĂĽcksicht auf individuelle BedĂĽrfnisse und Lernrhythmen nehmen.
  • Leistungsdruck, Noten und PrĂĽfungen erzeugen Stress und Angst — viele Kinder leiden psychisch darunter. Noten werden oft als Defizit-Messinstrument verstanden, nicht als Feedback.
  • Bewertung und Selektion (Noten, PrĂĽfungen) sorgen weniger fĂĽr Lernen als fĂĽr Vergleich und Druck. Ganzheitliches Feedback — z. B. LerntagebĂĽcher, Gespräche — wird als bessere Alternative gesehen.
  • Schulzeit sollte weniger auf reines Faktenwissen abzielen. Wichtiger sind Kompetenzen wie Neugier, Ausdauer, Kommunikation, Problemlösen und lebenslanges Lernen.
  • Integration und Heterogenität erfordern neue Schulformen: Das herkömmliche „eine Lehrperson – eine Klasse“ ist nicht mehr zeitgemäss. Teamteaching, altersgemischte Gruppen oder neue Organisationsformen könnten helfen.
  • Technik und KI können sinnvoll sein — etwa um personalisierte Lerninhalte oder Routineaufgaben zu unterstĂĽtzen — ersetzen Lehrpersonen aber nicht. Wichtig: verantwortungsvoller Einsatz und pädagogisch sinnvolle Einbindung.

(1) Wie können wir den Ort SCHULE zu einem Ort gestalten, an dem junge Menschen sich geschützt fühlen, wo sie ausprobieren, ausleben, experimentieren und Abendteuer erleben können?

(2) Wie können zudem junge Menschen bei ihrer eigenen Persönlichkeitsentwicklung und der Aneignung von Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die sie im LEBEN und ihrer GEMEINSCHAFT (nicht im Job, der steht für mich an dritter Stelle) unterstützt werden?

Begeistern - Befähigen - Bewegen

In Liebe, Respekt und Freiheit?

Ein Trainerkollege meinte vor kurzem, er mĂĽsse den Erwachsenen mĂĽhsam das beibringen, was ihnen in der Schule fleissig abtrainiert wurde: das miteinander denken und tun.

In der Schule würde jeder zu einer „individuell zuordnender und beurteilbaren Leistung“ getrimmt werden. Nix Teamarbeit.

Ich zweifle mittlerweile selbst daran, ob diese Lernen auf Vorrat in jungen Jahren so hilfreich ist.

„… was sich eigentlich alle von der Schule wünschen: eine behagliche Gemeinschaft, bei der bestenfalls der Funke überspringt, zusammen etwas lernen zu wollen.“

Der Motivationsfünfer wirkt nicht wie gewünscht …

„… eine sogenannte Misserfolgshaltung. Dadurch, dass Noten und Prüfungen primär die Defizite aufzeigen, entstehe automatisch eine Angst davor, nicht gut genug zu sein.“

" … auch dann müssen Noten aber nicht zwingend Druck erzeugen, findet Urs Moser. «Dieser entsteht nicht durch die Note an sich, sondern dadurch, wie mit der Note umgegangen wird.» Eine wichtige Aufgabe von Lehrpersonen wie Eltern sieht er darin, den Schülerinnen und Schülern klar zu erläutern, welche Bedeutung eine Note oder eine andere Bewertungsskala hat – und wo ihre Grenzen liegen."

Ich hatte kürzlich Elternsprechtag. Dort habe ich gefragt, warum man in Österreich die Klassenarbeiten nicht behalten darf. Mir wurde erklärt, dass man die Arbeiten eigentlich nicht einmal zur Einsicht bekommen müsste – es würde reichen, lediglich die Note mitzuteilen.

Das hat mich ĂĽberrascht.

Ich ging bisher davon aus, dass Klassenarbeiten dazu dienen, den Leistungsstand der Schüler festzustellen und ihnen – sowie den Eltern – Rückmeldung zu geben, was bereits gut gelingt und wo noch Übungsbedarf besteht. Eine Arbeit zeigt, in welchen Bereichen ein Kind sicher ist, und gibt Orientierung, wo es sich verbessern kann und welche Lernstrategien sinnvoll wären.

Nur eine Note mitzuteilen reduziert diese Leistungsfeststellung auf ein undurchsichtiges Minimum. Eltern und Schülererfahren weder, wie die Leistung zustande kam, noch, was konkret verbessert werden sollte. Wenn man nicht einmal Einsicht in die Arbeit erhält, kann man selbst keine Auswertung vornehmen – weder die wichtigsten Stärken herausfiltern noch die zentralen Bereiche erkennen, in denen gezielte Förderung nötig wäre.

Oft sind es kleine Dinge: unleserliche Schrift, mangelnde Konzentration, unklarer Aufgabenbezug, fehlende Lernmethodik. Häufig liegen auch systematische Defizite vor, die man nur beheben kann, wenn man sie überhaupt erkennt.

Wie sollen Schüler oder Eltern das leisten – ohne pädagogische Ausbildung und ohne Einblick?

Ich wünsche mir nicht nur eine Kopie der Klassenarbeit, die zu Hause bleiben darf. Ich wünsche mir eine klare Rückmeldung: eine Auflistung der Bereiche, in denen das Kind stark ist, und eine positive Bestätigung dieser Leistungen. Zusätzlich erwarte ich konkrete, fachlich begründete Hinweise der Lehrkraft, worauf man sich fokussieren sollte, um gezielt und systematisch an einer Verbesserung zu arbeiten.

Wenn wir den SchĂĽler:innen helfen, das Lernen besser zu Lernen, kommt das andere von alleine. Hebelwirkung.

Aber dafĂĽr brauchen sie und die Eltern ein konkretes Feedback. Nicht nur eine Note.