Speicherkapazität (Deutschland)

Folgende Zahlen sind aus Deutschland. In Österreich aufgrund der großen Pumpspeicherkraftwerke vermutlich anders, aber der Zuwachs an Heimspeichern ist beachtlich.

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Die Grafik betrifft nur die elektrischen Batteriespeicher. Das ist schon recht beeindruckend.

Aktuell gibt es etwa 600 GWh an Kurzzeitspeicherkapazität (Pumpspeicher, Batterien, …), was jedoch nur für den Energiebedarf eines halben Tages ausreicht. Für eine vollständige Abdeckung längerer Dunkelflauten (z. B. 48 Stunden oder mehr) werden ca. 1.400 GWh benötigt.

Derzeit werden die „fehlenden“ 800 GWh durch Backup-Kraftwerke (Gas, Kohle), Importe aus der EU und Norwegen sowie durch Lastreduktion (Großverbraucher werden vom Netz getrennt) gewonnen.

Solche “Heimspeicher” führen meiner Meinung nach zur richtigen Entwicklung der Speicherkapazitäten zur Unterstützung der Netzstabiliserung und zur Überbrückung kurzer Netzausfälle.
Sie sind jedenfalls wirksamer und mit geringerem technisch/finanziellen Aufwand für die Netzstabiliserung nutzbar, als die Idee, Fahrzeugbatterien von Elektrofahrzeugen an zahlreichen dafür speziell auszustattenden Lade-/Entladeplätzen zu nutzen.
Batterien könnten auch ohne eigene Produktionsanlagen ( Fotovoltaik, Windkraft, Wasserkraft ) von privaten Besitzern am öffentlichen Netz - ohne Speicherung selbsterzeugter elektrischer Energie - betrieben werden.

Allerdings setzt die Wirksamkeit dieser ”Heimspeicher” für die Netzstabiliserung voraus, dass jede dieser Battereien auch vom Netzbetreiber (dessen Netz- bzw. Last- Management) hinsichtlich ihres Ladezustandes überwacht werden kann und die Lade- Entlade-Vorgänge auch von dort aus ferngesteuert werden können.
Mit dieser Fernüberwachungs- und Fernsteuer-Funktion hätten solche Batterien vermutlich aber deutlich mehr Steuer-Komplexität, als einfache “Heimspeicher”, die nur nach Ermessen des Besitzers ( bzw. der Steuereinrichtungen/Wechselrichter ) einer Batterie Energie aus dem öffentlichen Netz beziehen oder dorthin liefern.
Grundsätzlich könnte die Überwachung/Steuerung jeder Batterie in allen nur denkbaren Kombinationen
von “nur durch den Besitzer”,
über “durch Besitzer und Netzbetreiber gemeinsam” ,
bis zu “nur durch den Netz-Betreiber” erfolgen.

Das Ausmaß - und die Zuverlässigkeit - der Unterstützung der Netzstabilität über die Fernsteuerung der Batterien durch den Netzbetreiber, könnte durch geeignete Tarifmodelle für den Bezug von elektrischer Energie aus dem öffentlichen Netz - z.B. durch reduzierte oder vollkommen entfallende Netzentgelte honoriert werden.

Habt Ihr vielleicht eigene praktische Erfahrung mit solchen Batterien in einer der hier oben nur angedeuteten “Betriebsarten” ?
Wie seht ihr die technischen Möglichkeiten , wie schaut die derzeitige Praxis mit/um solche Batterien bzw. die Unterstützung durch /Zusammenarbeit mit dem Netzbetreiber aus ?

Lieber Erich,

Wir müssen uns davon lösen, Netzbetreiber als die zentralen Herren der Energieversorgung zu denken. Diese Logik stammt aus einer Zeit zentraler Großkraftwerke, linearer Wertschöpfung und passiver Konsumenten.

Die künftige Realität ist eine andere:

  • Energie wird dezentral erzeugt
    Photovoltaik, Wind, Speicher, Abwärme, lokale Energiegemeinschaften.
  • Energie wird überwiegend dort verbraucht, wo sie entsteht
    Industrie, Quartiere, Haushalte, Ladeinfrastruktur – lokal optimiert statt zentral verteilt.
  • Netze verlieren ihre Rolle als Primärversorger
    Sie werden zu Ausgleichs-, Sicherungs- und Koordinationsinfrastruktur.

Damit verschiebt sich die Funktion der Netze fundamental:

  • vom Transportmedium
  • zum Flexibilitäts- und Stabilitätsinstrument.

Netze gleichen künftig Überschüsse und Bedarfe aus, sie ermöglichen Resilienz und Redundanz – aber sie erzeugen keinen Wohlstand mehr durch reine Durchleitung.

Der entscheidende Punkt:

Wertschöpfung entsteht nicht mehr im Netz, sondern in der lokalen Intelligenz des Systems.

Wer Energiepolitik weiterhin aus der Perspektive zentraler Netzhoheit denkt,
plant für ein System, das es so nicht mehr geben wird.

Wenn die Verteidigung bestehender Monopole zur Leitlogik wird,
blockiert sie den Übergang zu einer leistungsfähigeren Infrastruktur.

Historisch ist das Muster bekannt:

  • Eisenbahn vs. Kanalbetreiber
  • Elektrizität vs. Gaslicht
  • Internet vs. Telekom-Monopole

Immer kämpfen die alten Infrastrukturen „mit Zähnen und Klauen“.
Nicht, weil das Neue schlechter wäre – sondern weil es die Machtverteilung verändert.

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Sie waren auch nie “Herren”, sondern sind - seit es sie gibt - Dienstleister, die gemeinsam mit den Energieproduzenten und den Energiehändlern dafür sorgen, dass bei uns immer Strom in den von uns benötigten Mengen aus unseren Steckdosen kommt.
Und es gibt sie überhaupt erst seit dem Zeitpunkt, als sich der “Privatisierungswahn” auch im Bereich unserer kritischen Infrastruktur breit gemacht hat und die ursprünglich Bundes- bzw Landes-weit zuständigen Energieversorgungsunternehmen zusätzlich zu ihrer gebietsweisen Gliederung noch entsprechend ihren Hauptaufgaben “Produktion”, “Netz” bzw. “Handel” aufgespalten wurden und es deshalb bis heute in den Geschäftsprozesssen zwischen diesen Unternehmen - z.B. bei der Anmeldung zur Errichtung einer neuen Energiebezugsstelle (neuer Zählerstandort) zu Kommunikations- und Ablaufproblemen zwischen diesen Unternehmen kommt und diese dann auf dem Rücken der Kunden ausgetragen werden und so z.B. zu langen Wartezeiten bis zur Inbetriebnahme einer neuen Verbrauchsstelle für elektrische Energie führen - aber auch zu rasch steigenden Energiepreisen und noch rascher steigenden Netzpreisen, und zum weitverbreiteten “Trick” , geringe Energiekosten zu bewerben, obwohl diese nur zu einem sehr kleinen Teil zum zu zahlenden Preis je Kilowattstunde beitragen.

Wenn die Verteidigung bestehender Monopole zur Leitlogik wird,
blockiert sie den Übergang zu einer leistungsfähigeren Infrastruktur.

Durch die Aufspaltung “großer” (im intenationalen Vergleich aber immer noch kleiner)
Energieversorgungsunternehen in noch kleinere Unternehmen wurden aber lediglich mehr Management-Posten, mehr Kommunikations-Aufwand und -Probleme zwischen diesen nun unterschiedlichen Unternehmen, höhere Verwaltungskosten, nicht aber “automatisch” (durch diese Aufspaltung ) auch eine leistungsfähigere Infrastruktur geschaffen.

Historisch ist das Muster bekannt:

ich weiß nicht, was Du uns hier damit sagen willst. Ich kann hier kein “Muster” erkennen.

Immer kämpfen die alten Infrastrukturen „mit Zähnen und Klauen“.

Auch alte Infrastrukturen gehören zu unserer kritischen Infrastruktur und werden weiterhin benötigt. Zudem habe ich noch nie ein vergrabenes Kupferkabel “kämpfen” gesehen - schon gar nicht “mit Zähnen und Klauen“.
”Mit Zähnen und Klauen“ haben aber schon öfter Baumaschinen gegen Kupferkabel “gekämpft”, wenn sie wieder einmal eines “angebissen” ( bzw. abgerissen oder angebohrt ) hatten und dann die Bautrupps (des damaligen Monopolisten) zur Schadensbehebung anrücken mussten.